Heinrich Heine Biographie
Heinrich Heine – Das Leben eines großen Dichters
Heinrich Heine wurde am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf geboren. Er war der älteste Sohn eines jüdischen Textkaufmanns namens Samson Heine und dessen Ehefrau Elisabeth (geborene van Geldern).
Heine begann nach der Schule, die er von 1810 – 1814 besuchte, eine Lehre als Kaufmann, welche er zunächst in Frankfurt begann, später dann bei seinem Onkel ab 1815 fortführte.
1819 begann er sein Jurastudium in Bonn, ging daraufhin nach Göttingen und dann nach Berlin und letzen Endes erneut nach Göttingen. Schließlich ist er 1825 Dr. jur. und tritt vom Judentum in den Protestantismus über. Von diesem Zeitpunkt an ist er freischaffender Autor, jedoch finanziell auch weiterhin von seinem Onkel abhängig.
Heinrich Heines Gedichte erscheinen zum ersten Mal 1817 unter einem Pseudonym in “Hamburgs Wächter”
1827 erscheint das “Buch der Lieder”, eine Art Gesamtausgabe Heinrich Heines Gedichte, die er bislang veröffentlicht hatte. Diese entsprang einem jugendlichen Ehrgeiz Heines, dass seine Gedichte “so populär werden wie die Bürgerschen, Goetheschen, Uhlandschen” (1826).
Allerdings hielt sich die Zahl der Leser in geringen Maß. Gerade einmal 2000 Exemplare wurden in ganzen 10 Jahren verkauft. Das Publikum konnte nämlich nichts mit der Mischung von Romantik und Frivolität etwas anfangen. Ihrer Meinung nach fehlte die Ernsthaftigkeit und echte Tiefe des Gefühls in seinen Werken.
Es folgte ein Verbot seiner Werke, 1835 durch den Deutschen Bundestag, doch damit wächst ein erhöhtes Interesse im Publikum. Die Verläge fanden eine Möglichkeit, die Zensur zu umgehen. Somit wurde das “Buch der Lieder” zum größten lyrischen Erfolg im 19. Jahrhundert.
Heinrich Heines Lebenslauf ist unter anderem geprägt von vielen Reisen seinerseits. Nachdem er sein Studium beendet hatte, führte er ein nicht langweiliges Wanderleben. Hamburg, Lüneburg, München, Londen, Italien, Berlin gehörten zu seinen Zielen, um nur einige zu nennen.
1826 bis 1831 schrieb er daher auch Reiseberichte (“Harzreise”, “Reisebilder”), somit versucht er auf das rege Interesse an Ausblicken in die Zentren der europäischen Welt zu reagieren.
Trotz finanzieller Schwierigkeiten schlägt er sich als Dichter und Publizist durch.
Von 1843 bis 1844 unternimmt er eine Reise durch Deutschland. Seine Eindrücke bringt er in “Deutschland, ein Wintermärchen” zu Papier.
Zwei Jahre zuvor haben sich seine finanziellen Verhältnisse bereits stark verbessert und er heiratet Crescentia Eugenie Mirat (“Mathilde”).
Ab 1845 verschlimmert sich seine Rückenmarkskrankheit jedoch und die ihn bis zu seinem Tod 1856 in die “Matratzengruft” bannt. 1848, als im Februar die Revolution in Frankreich ausbrach, erlitt Heinrich Heine einen Zusammenbruch und ist seit diesem Zeitpunkt fast vollkommen gelähmt. Dadurch wird er bettlägerig und bezeichnet es selber als “Matratzengruft”. Sein Grab befindet sich auf dem Montmartre-Friedhof.
Heinrich Heines Biographie zeichnet sich auch dadurch aus, dass er ein Kämpfer für Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit war. Auch ein Herz für die Armen und Hungerleidenden hatte Heine, wahrscheinlich auch deshalb, da er selber wusste, wie es war, wenn man in finanziellen Nöten war.
Da die Fürsten und Adligen viel mehr Besitz hatten als andere, griff er diese deshalb in seinen Schriften mit scharfen Worten an. Als Beispiel wären seine Reiseberichte zu nennen. Er fordert darin ein gleiches Recht für alle Menschen. An Übertreibungen mangelte es Heine nicht und so wurde er auch manchmal ausfallend und verletztend. Heines Zeit war eine Zeit, in der auch die Kirchen zu den Adligen hielten und sich keineswegs darum kümmerten, wie es dem unteren Stand erging. Daher griff der Autor auch diese an. Er kritisierte und verspottete selbst Gott. Die Kirchen predigten nämlich immer wieder, dass Gott ein Freund der Reichen war.
Es kam die Zeit, an der Heinrich Heine es nicht mehr in Deutschland aushielt. Seine Schriften wurden zensiert oder verboten. Er selbst sollte verhaftet werden.
1831 verließ er daher Deutschland und ging nach Paris. Damals herrschte in Frankreich noch mehr Freiheit als in Deutschland.
Heine liebte und genoss das Leben. Er war selbstbewusst und auch etwas eitel. Zwar war er nie besonders reich, doch durch seinen Onkel und seine niedergeschriebenen Werke hatte er immer genug Geld, um sich im Leben keine Sorgen machen zu müssen.
Die erste Reise nach Deutschland unternimmt er erst 1843 wieder. Seine Reise beginnt in Hamburg, wo er seine Mutter wiedersieht, geht unter anderem über Hagen, Köln und Aachen und endet dementsprechend wieder in Paris. Wie schon erwähnt, entsteht durch diese Reise sein Werk “Deutschland, ein Wintermärchen”. Diese Arbeit begann er im Jahr 1844.
In diesem Epos beschreibt er zunächst parodistisch die vorgefundenen sozialen und ideologischen Verhältnisse, die bedrückende politische und geistige Enge. Je länger die Reise allerdings andauert, desto mehr wird die Grundhaltung umso hoffnungsloser. Das lyrische Ich reagiert seltsam zögerlich und bezieht dadurch keine eindeutige Stelle. Dies wird auch dadurch deutlich, als seine Mutter ihn nach seiner politischen Einstellung fragt, nach der ein ausweichendes Schweigen folgt.
Als die Krankheit etwa mit seinem 35. Lebensjahr eintritt, muss er bewegungslos bis zu seinem Tod im Bett liegen. Er war fast blind und litt unter großen Schmerzen. Jedoch war sein bis zum letzten Moment immer wach und lebendig.
Ein Lebenlang hielt er es für richtig, für die Demokratie und die Menschenrechte zu kämpfen. Am Ende seines Lebens jedoch war er sich nicht mehr so sicher, ob sich in der Menschheit je etwas ändern würde. Schließlich sah er ein, dass der Mensch nicht aus eigener Kraft sich und die Menschheit glücklich machen konnte. Daher kehrte er in seinen letzten Lebensjahren wieder zu Gott zurück.
Heinrich Heine war ein großer Dichter, der schöne, schlichte Gedichte schrieb. Einige davon wurden auch zu deutschen Volksliedern verarbeitet. Ein Beispiel dafür ist das Gedicht “Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…”.
Heinrich Heine lebte zu einer Zeit der Romantik, in der man das Gefühl und die Phantasie besonders hervorzuheben lernte. Davon handeln ebenso auch seine Gedichte. Von Liebe und von schönen, edlen Gefühlen.
Heinrich Heines Lebenslauf war zwar geprägt von vielen Schicksalsschlägen, doch war er nun einmal ein großer Dichter seiner und der heutigen Zeit.