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	<title>Heinrich Heine Gedichte</title>
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	<description>Heinrich Heine - Gedichte und poetische Höhepunkte</description>
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		<title>Ein Fräulein stand am Meere</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Mar 2010 13:14:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Fräulein stand am Meere und seufzte lang und bang. Es rührte sie so sehre der Sonnenuntergang. Mein Fräulein! Sein sie munter, das ist ein altes Stück; hier vorne geht sie unter und kehrt von hinten zurück.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Fräulein stand am Meere<br />
und seufzte lang und bang.<br />
Es rührte sie so sehre<br />
der Sonnenuntergang.
</p>
<p>
Mein Fräulein! Sein sie munter,<br />
das ist ein altes Stück;<br />
hier vorne geht sie unter<br />
und kehrt von hinten zurück.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Dein Angesicht so lieb und schön</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 18:15:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte I]]></category>

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		<description><![CDATA[Dein Angesicht so lieb und schön, Das hab ich jüngst im Traum gesehn, Es ist so mild und engelgleich, Und doch so bleich, so schmerzenbleich. Und nur die Lippen, die sind rot; Bald aber küßt sie bleich der Tod. Erlöschen wird das Himmelslicht, Das aus den frommen Augen bricht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dein Angesicht so lieb und schön,</p>
<p>Das hab ich jüngst im Traum gesehn,</p>
<p>Es ist so mild und engelgleich,</p>
<p>Und doch so bleich, so schmerzenbleich.</p>
<p>Und nur die Lippen, die sind rot;</p>
<p>Bald aber küßt sie bleich der Tod.</p>
<p>Erlöschen wird das Himmelslicht,</p>
<p>Das aus den frommen Augen bricht.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Lehn deine Wang&#8217; an meine Wang&#8217;</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 19:28:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte I]]></category>

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		<description><![CDATA[Lehn deine Wang&#8217; an meine Wang&#8217; Dann fließen die Tränen zusammen! Und an mein Herz drück fest dein Herz, Dann schlagen zusammen die Flammen! Und wenn in die große Flamme fließt Der Strom von unsern Tränen, Und wenn dich mein Arm gewaltig umschließt - Sterb ich vor Liebessehnen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lehn deine Wang&#8217; an meine Wang&#8217;<br />
Dann fließen die Tränen zusammen!<br />
Und an mein Herz drück fest dein Herz,<br />
Dann schlagen zusammen die Flammen!</p>
<p>Und wenn in die große Flamme fließt<br />
Der Strom von unsern Tränen,<br />
Und wenn dich mein Arm gewaltig umschließt -<br />
Sterb ich vor Liebessehnen!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Dein Angesicht so lieb und schön</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 19:21:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte I]]></category>

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		<description><![CDATA[Dein Angesicht so lieb und schön, Das hab ich jüngst im Traum gesehn, Es ist so mild und engelgleich, Und doch so bleich, so schmerzenbleich. Und nur die Lippen, die sind rot; Bald aber küßt sie bleich der Tod. Erlöschen wird das Himmelslicht, Das aus den frommen Augen bricht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dein Angesicht so lieb und schön,<br />
Das hab ich jüngst im Traum gesehn,<br />
Es ist so mild und engelgleich,<br />
Und doch so bleich, so schmerzenbleich.</p>
<p>Und nur die Lippen, die sind rot;<br />
Bald aber küßt sie bleich der Tod.<br />
Erlöschen wird das Himmelslicht,<br />
Das aus den frommen Augen bricht.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wenn ich in deine Augen seh</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 19:16:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte I]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ich in deine Augen seh, So schwindet all mein Leid und Weh; Doch wenn ich küsse deinen Mund, So werd ich ganz und gar gesund. Wenn ich mich lehn an deine Brust, Kommt&#8217;s über mich wie Himmelslust; Doch wenn du sprichst: &#8220;Ich liebe dich!&#8221;, So muß ich weinen bitterlich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich in deine Augen seh,<br />
So schwindet all mein Leid und Weh;<br />
Doch wenn ich küsse deinen Mund,<br />
So werd ich ganz und gar gesund.</p>
<p>Wenn ich mich lehn an deine Brust,<br />
Kommt&#8217;s über mich wie Himmelslust;<br />
Doch wenn du sprichst: &#8220;Ich liebe dich!&#8221;,<br />
So muß ich weinen bitterlich. </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 17:52:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrisches Intermezzo]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne, Die liebt ich einst alle in Liebeswonne. Ich lieb sie nicht mehr, ich liebe alleine Die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine; Sie selber, aller Liebe Bronne, Ist Rose und Lilie und Taube und Sonne.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne,<br />
Die liebt ich einst alle in Liebeswonne.<br />
Ich lieb sie nicht mehr, ich liebe alleine<br />
Die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine;<br />
Sie selber, aller Liebe Bronne,<br />
Ist Rose und Lilie und Taube und Sonne.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Im wunderschönen Monat Mai</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/neuer-fruhling/im-wunderschonen-monat-mai</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 16:18:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte I]]></category>
		<category><![CDATA[Neuer Frühling]]></category>

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		<description><![CDATA[Im wunderschönen Monat Mai, Als alle Knospen sprangen, Da ist in meinem Herzen Die Liebe aufgegangen. Im wunderschönen Monat Mai, Als alle Vögel sangen, Da hab ich ihr gestanden Mein Sehnen und Verlangen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im wunderschönen Monat Mai,<br />
Als alle Knospen sprangen,<br />
Da ist in meinem Herzen<br />
Die Liebe aufgegangen.</p>
<p>Im wunderschönen Monat Mai,<br />
Als alle Vögel sangen,<br />
Da hab ich ihr gestanden<br />
Mein Sehnen und Verlangen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Aus meinen Tränen sprießen</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 15:56:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte I]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus meinen Tränen sprießen Viel blühende Blumen hervor, Und meine Seufzer werden Ein Nachtigallenchor. Und wenn du mich liebhast, Kindchen, Schenk ich dir die Blumen all, Und vor deinem Fenster soll klingen Das Lied der Nachtigall.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus meinen Tränen sprießen</p>
<p>Viel blühende Blumen hervor,</p>
<p>Und meine Seufzer werden</p>
<p>Ein Nachtigallenchor.</p>
<p>Und wenn du mich liebhast, Kindchen,</p>
<p>Schenk ich dir die Blumen all,</p>
<p>Und vor deinem Fenster soll klingen</p>
<p>Das Lied der Nachtigall.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ich möchte weinen</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:54:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonette]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich möchte weinen, doch ich kann es nicht; Ich möcht mich rüstig in die Höhe heben, Doch kann ichs nicht; am Boden muß ich kleben, Umkrächzt, umzischt von eklem Wurmgezücht. Ich möchte gern mein heitres Lebenslicht, Mein schönes Lieb, allüberall umschweben, In ihrem selig süßen Hauche leben - Doch kann ichs nicht, mein krankes Herze [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ich möchte weinen, doch ich kann es nicht;<br />
Ich möcht mich rüstig in die Höhe heben,<br />
Doch kann ichs nicht; am Boden muß ich kleben,<br />
Umkrächzt, umzischt von eklem Wurmgezücht.
</p>
<p>
Ich möchte gern mein heitres Lebenslicht,<br />
Mein schönes Lieb, allüberall umschweben,<br />
In ihrem selig süßen Hauche leben -<br />
Doch kann ichs nicht, mein krankes Herze bricht.
</p>
<p>
Aus dem gebrochnen Herzen fühl ich fließen<br />
Mein heißes Blut, ich fühle mich ermatten,<br />
Und vor den Augen wirds mir trüb und trüber.
</p>
<p>
Und heimlich schauernd sehn ich mich hinüber<br />
Nach jenem Nebelreich, wo stille Schatten<br />
Mit weichen Armen liebend mich umschließen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Du sahst mich oft im Kampf</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/du-sahst-mich-oft-im-kampf</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:52:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonette]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Du sahst mich oft im Kampf mit jenen Schlingeln, Geschminkten Katzen und bebrillten Pudeln, Die mir den blanken Namen gern besudeln, Und mich so gerne ins Verderben züngeln. Du sahest oft, wie mich Pedanten hudeln, Wie Schellenkappenträger mich umklingeln, Wie giftge Schlangen um mein Herz sich ringeln; Du sahst mein Blut aus tausend Wunden sprudeln. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Du sahst mich oft im Kampf mit jenen Schlingeln,<br />
Geschminkten Katzen und bebrillten Pudeln,<br />
Die mir den blanken Namen gern besudeln,<br />
Und mich so gerne ins Verderben züngeln.
</p>
<p>
Du sahest oft, wie mich Pedanten hudeln,<br />
Wie Schellenkappenträger mich umklingeln,<br />
Wie giftge Schlangen um mein Herz sich ringeln;<br />
Du sahst mein Blut aus tausend Wunden sprudeln.
</p>
<p>
Du aber standest fest gleich einem Turme;<br />
Ein Leuchtturm war dein Kopf mir in dem Sturme,<br />
Dein treues Herz war mir ein guter Hafen.
</p>
<p>
Wohl wogt um jenen Hafen wilde Brandung,<br />
Nur wenge Schiff erringen dort die Landung,<br />
Doch ist man dort, so kann man sicher schlafen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Hüt dich, mein Freund</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/hut-dich-mein-freund</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:51:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonette]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Hüt dich, mein Freund, vor grimmen Teufelsfratzen, Doch schlimmer sind die sanften Engelsfrätzchen. Ein solches bot mir einst ein süßes Schmätzchen, Doch wie ich kam, da fühlt ich scharfe Tatzen. Hüt dich, mein Freund, vor schwarzen, alten Katzen, Doch schlimmer sind die weißen, jungen Kätzchen. Ein solches macht ich einst zu meinem Schätzchen, Doch tät [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Hüt dich, mein Freund, vor grimmen Teufelsfratzen,<br />
Doch schlimmer sind die sanften Engelsfrätzchen.<br />
Ein solches bot mir einst ein süßes Schmätzchen,<br />
Doch wie ich kam, da fühlt ich scharfe Tatzen.
</p>
<p>
Hüt dich, mein Freund, vor schwarzen, alten Katzen,<br />
Doch schlimmer sind die weißen, jungen Kätzchen.<br />
Ein solches macht ich einst zu meinem Schätzchen,<br />
Doch tät mein Schätzchen mir das Herz zerkratzen.
</p>
<p>
O süßes Frätzchen, wundersüßes Mädchen!<br />
Wie konnte mich dein klares Äuglein täuschen?<br />
Wie konnt dein Pfötchen mir das Herz zerfleischen?
</p>
<p>
O meines Kätzchens wunderzartes Pfötchen!<br />
Könnt ich dich an die glühnden Lippen pressen,<br />
Und könnt mein Herz verbluten unterdessen!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Als ich vor einem Jahr dich wiederblickte</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/als-ich-vor-einem-jahr-dich-wiederblickte</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:50:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonette]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[»Als ich vor einem Jahr dich wiederblickte, Küßtest du mich nicht in der Willkommstund.« So sprach ich, und der Liebsten roter Mund Den schönsten Kuß auf meine Lippen drückte. Und lächelnd süß ein Myrtenreis sie pflückte Vom Myrtenstrauche, der am Fenster stund: »Nimm hin, und pflanz dies Reis in frischen Grund, Und stell ein Glas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
»Als ich vor einem Jahr dich wiederblickte,<br />
Küßtest du mich nicht in der Willkommstund.«<br />
So sprach ich, und der Liebsten roter Mund<br />
Den schönsten Kuß auf meine Lippen drückte.
</p>
<p>
Und lächelnd süß ein Myrtenreis sie pflückte<br />
Vom Myrtenstrauche, der am Fenster stund:<br />
»Nimm hin, und pflanz dies Reis in frischen Grund,<br />
Und stell ein Glas darauf«, sprach sie und nickte. -
</p>
<p>
Schon lang ists her. Es starb das Reis im Topf.<br />
Sie selbst hab ich seit Jahren nicht gesehn;<br />
Doch brennt der Kuß mir immer noch im Kopf.
</p>
<p>
Und aus der Ferne triebs mich jüngst zum Ort,<br />
Wo Liebchen wohnt. Vorm Hause blieb ich stehn<br />
Die ganze Nacht, ging erst am Morgen fort.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>In stiller, wehmutweicher Abendstunde</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/in-stiller-wehmutweicher-abendstunde</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:49:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonette]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[In stiller, wehmutweicher Abendstunde Umklingen mich die längst verschollnen Lieder, Und Tränen fließen von der Wange nieder, Und Blut entquillt der alten Herzenswunde. Und wie in eines Zauberspiegels Grunde Seh ich das Bildnis meiner Liebsten wieder; Sie sitzt am Arbeitstisch, im roten Mieder, Und Stille herrscht in ihrer selgen Runde. Doch plötzlich springt sie auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
In stiller, wehmutweicher Abendstunde<br />
Umklingen mich die längst verschollnen Lieder,<br />
Und Tränen fließen von der Wange nieder,<br />
Und Blut entquillt der alten Herzenswunde.
</p>
<p>
Und wie in eines Zauberspiegels Grunde<br />
Seh ich das Bildnis meiner Liebsten wieder;<br />
Sie sitzt am Arbeitstisch, im roten Mieder,<br />
Und Stille herrscht in ihrer selgen Runde.
</p>
<p>
Doch plötzlich springt sie auf vom Stuhl und schneidet<br />
Von ihrem Haupt die schönste aller Locken,<br />
Und gibt sie mir &#8211; vor Freud bin ich erschrocken!
</p>
<p>
Mephisto hat die Freude mir verleidet.<br />
Er spann ein festes Seil von jenen Haaren,<br />
Und schleift mich dran herum seit vielen Jahren.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Im Hirn spukt mir ein Märchen</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/im-hirn-spukt-mir-ein-marchen</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:48:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonette]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=727</guid>
		<description><![CDATA[Im Hirn spukt mir ein Märchen wunderfein, Und in dem Märchen klingt ein feines Lied, Und in dem Liede lebt und webt und blüht Ein wunderschönes, zartes Mägdelein. Und in dem Mägdlein wohnt ein Herzchen klein, Doch in dem Herzchen keine Liebe glüht; In dieses lieblos frostige Gemüt Kam Hochmut nur und Übermut hinein. Hörst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Im Hirn spukt mir ein Märchen wunderfein,<br />
Und in dem Märchen klingt ein feines Lied,<br />
Und in dem Liede lebt und webt und blüht<br />
Ein wunderschönes, zartes Mägdelein.
</p>
<p>
Und in dem Mägdlein wohnt ein Herzchen klein,<br />
Doch in dem Herzchen keine Liebe glüht;<br />
In dieses lieblos frostige Gemüt<br />
Kam Hochmut nur und Übermut hinein.
</p>
<p>
Hörst du, wie mir im Kopf das Märchen klinget?<br />
Und wie das Liedchen summet ernst und schaurig?<br />
Und wie das Mägdlein kichert, leise, leise?
</p>
<p>
Ich fürchte nur, daß mir der Kopf zerspringet -<br />
Und, ach! da wärs doch gar entsetzlich traurig,<br />
Käm der Verstand mir aus dem alten Gleise.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ich lache ob den abgeschmackten Laffen</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:46:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich lache ob den abgeschmackten Laffen, Die mich anglotzen mit den Bocksgesichtern; Ich lache ob den Füchsen, die so nüchtern Und hämisch mich beschnüffeln und begaffen. Ich lache ob den hochgelahrten Affen, Die sich aufblähn zu stolzen Geistesrichtern; Ich lache ob den feigen Bösewichtern, Die mich bedrohn mit giftgetränkten Waffen. Denn wenn des Glückes hübsche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich lache ob den abgeschmackten Laffen,<br />
Die mich anglotzen mit den Bocksgesichtern;<br />
Ich lache ob den Füchsen, die so nüchtern<br />
Und hämisch mich beschnüffeln und begaffen.
</p>
<p>
Ich lache ob den hochgelahrten Affen,<br />
Die sich aufblähn zu stolzen Geistesrichtern;<br />
Ich lache ob den feigen Bösewichtern,<br />
Die mich bedrohn mit giftgetränkten Waffen.
</p>
<p>
Denn wenn des Glückes hübsche Siebensachen<br />
Uns von des Schicksals Händen sind zerbrochen,<br />
Und so zu unsern Füßen hingeschmissen;
</p>
<p>
Und wenn das Herz im Leibe ist zerrissen,<br />
Zerrissen, und zerschnitten, und zerstochen -<br />
Dann bleibt uns doch das schöne gelle Lachen.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Gib her die Larv</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:46:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gib her die Larv, ich will mich jetzt maskieren In einen Lumpenkerl, damit Halunken, Die prächtig in Charaktermasken prunken, Nicht wähnen, Ich sei einer von den Ihren. Gib her gemeine Worte und Manieren, Ich zeige mich in Pöbelart versunken, Verleugne all die schönen Geistesfunken, Womit jetzt fade Schlingel kokettieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Gib her die Larv, ich will mich jetzt maskieren<br />
In einen Lumpenkerl, damit Halunken,<br />
Die prächtig in Charaktermasken prunken,<br />
Nicht wähnen, Ich sei einer von den Ihren.
</p>
<p>
Gib her gemeine Worte und Manieren,<br />
Ich zeige mich in Pöbelart versunken,<br />
Verleugne all die schönen Geistesfunken,<br />
Womit jetzt fade Schlingel kokettieren.
</p>
<p/<br />
So tanz ich auf dem großen Maskenballe,<br />
Umschwärmt von deutschen Rittern, Mönchen, Köngen,<br />
Von Harlekin gegrüßt, erkannt von wengen.
</p>
<p>
Mit ihrem Holzschwert prügeln sie mich alle.<br />
Das ist der Spaß. Denn wollt ich mich entmummen,<br />
So müßte all das Galgenpack verstummen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ich tanz nicht mit</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:45:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich tanz nicht mit, ich räuchre nicht den Klötzen, Die außen goldig sind, inwendig Sand; Ich schlag nicht ein, reicht mir ein Bub die Hand, Der heimlich will den Namen mir zerfetzen. Ich beug mich nicht vor jenen hübschen Metzen, Die schamlos prunken mit der eignen Schand; Ich zieh nicht mit, wenn sich der Pöbel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ich tanz nicht mit, ich räuchre nicht den Klötzen,<br />
Die außen goldig sind, inwendig Sand;<br />
Ich schlag nicht ein, reicht mir ein Bub die Hand,<br />
Der heimlich will den Namen mir zerfetzen.
</p>
<p>
Ich beug mich nicht vor jenen hübschen Metzen,<br />
Die schamlos prunken mit der eignen Schand;<br />
Ich zieh nicht mit, wenn sich der Pöbel spannt<br />
Vor Siegeswagen seiner eiteln Götzen.
</p>
<p>
Ich weiß es wohl, die Eiche muß erliegen,<br />
Derweil das Rohr am Bach, durch schwankes Biegen,<br />
In Wind und Wetter stehn bleibt, nach wie vor.
</p>
<p>
Doch sprich, wie weit bringts wohl am End solch Rohr?<br />
Welch Glück! als ein Spazierstock dients dem Stutzer,<br />
Als Kleiderklopfer dients dem Stiefelputzer.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Wie ich dein Büchlein hastig aufgeschlagen</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:43:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie ich dein Büchlein hastig aufgeschlagen, Da grüßen mir entgegen viel vertraute, Viel goldne Bilder, die ich weiland schaute Im Knabentraum und in den Kindertagen. Ich sehe wieder stolz gen Himmel ragen Den frommen Dom, den deutscher Glaube baute, Ich hör der Glocken und der Orgel Laute, Dazwischen klingts wie süße Liebesklagen. Wohl seh ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Wie ich dein Büchlein hastig aufgeschlagen,<br />
Da grüßen mir entgegen viel vertraute,<br />
Viel goldne Bilder, die ich weiland schaute<br />
Im Knabentraum und in den Kindertagen.
</p>
<p>
Ich sehe wieder stolz gen Himmel ragen<br />
Den frommen Dom, den deutscher Glaube baute,<br />
Ich hör der Glocken und der Orgel Laute,<br />
Dazwischen klingts wie süße Liebesklagen.
</p>
<p>
Wohl seh ich auch, wie sie den Dom umklettern,<br />
Die flinken Zwerglein, die sich dort erfrechen<br />
Das hübsche Blum- und Schnitzwerk abzubrechen.
</p>
<p>
Doch mag man immerhin die Eich entblättern<br />
Und sie des grünen Schmuckes rings berauben -<br />
Kommt neuer Lenz, wird sie sich neu belauben.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Im tollen Wahn</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:42:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Im tollen Wahn hatt ich dich einst verlassen, Ich wollte gehn die ganze Welt zu Ende, Und wollte sehn, ob ich die Liebe fände, Um liebevoll die Liebe zu umfassen. Die Liebe suchte ich auf allen Gassen, Vor jeder Türe streckt ich aus die Hände, Und bettelte um gringe Liebesspende - Doch lachend gab man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Im tollen Wahn hatt ich dich einst verlassen,<br />
Ich wollte gehn die ganze Welt zu Ende,<br />
Und wollte sehn, ob ich die Liebe fände,<br />
Um liebevoll die Liebe zu umfassen.
</p>
<p>
Die Liebe suchte ich auf allen Gassen,<br />
Vor jeder Türe streckt ich aus die Hände,<br />
Und bettelte um gringe Liebesspende -<br />
Doch lachend gab man mir nur kaltes Hassen.
</p>
<p>
Und immer irrte ich nach Liebe, immer<br />
Nach Liebe, doch die Liebe fand ich nimmer,<br />
Und kehrte um nach Hause, krank und trübe.
</p>
<p>
Doch da bist du entgegen mir gekommen,<br />
Und ach! was da in deinem Aug geschwommen,<br />
Das war die süße, langgesuchte Liebe.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ich bins gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/ich-bins-gewohnt-den-kopf-recht-hoch-zu-tragen</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:41:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bins gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen, Mein Sinn ist auch ein bißchen starr und zähe; Wenn selbst der König mir ins Antlitz sähe, Ich würde nicht die Augen niederschlagen. Doch, liebe Mutter, offen will ichs sagen: Wie mächtig auch mein stolzer Mut sich blähe, In deiner selig süßen, trauten Nähe Ergreift mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
    Ich bins gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen,<br />
    Mein Sinn ist auch ein bißchen starr und zähe;<br />
    Wenn selbst der König mir ins Antlitz sähe,<br />
    Ich würde nicht die Augen niederschlagen.
</p>
<p>
    Doch, liebe Mutter, offen will ichs sagen:<br />
    Wie mächtig auch mein stolzer Mut sich blähe,<br />
    In deiner selig süßen, trauten Nähe<br />
    Ergreift mich oft ein demutvolles Zagen.
</p>
<p>
    Ist es dein Geist, der heimlich mich bezwinget,<br />
    Dein hoher Geist, der alles kühn durchdringet,<br />
    Und blitzend sich zum Himmelslichte schwinget?
</p>
<p>
    Quält mich Erinnerung, daß ich verübet<br />
    So manche Tat, die dir das Herz betrübet?<br />
    Das schöne Herz, das mich so sehr geliebet?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Im Reifrockputz mit Blumen reich verzieret</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/im-reifrockputz-mit-blumen-reich-verzieret</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Im Reifrockputz mit Blumen reich verzieret, Schönpflästerchen auf den geschminkten Wangen, Mit Schnabelschuhn, mit Stickerein behangen, Mit Turmfrisur und wespengleich geschnüret: So war die Aftermuse ausstaffieret, Als sie einst kam, dich liebend zu umfangen. Du bist ihr aber aus dem Weg gegangen, Und irrtest fort, von dunkelm Trieb geführet. Da fandest du ein Schloß in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Im Reifrockputz mit Blumen reich verzieret,<br />
Schönpflästerchen auf den geschminkten Wangen,<br />
Mit Schnabelschuhn, mit Stickerein behangen,<br />
Mit Turmfrisur und wespengleich geschnüret:
</p>
<p>
So war die Aftermuse ausstaffieret,<br />
Als sie einst kam, dich liebend zu umfangen.<br />
Du bist ihr aber aus dem Weg gegangen,<br />
Und irrtest fort, von dunkelm Trieb geführet.
</p>
<p>
Da fandest du ein Schloß in alter Wildnis,<br />
Und drinnen lag, wie&#8217;n holdes Marmorbildnis,<br />
Die schönste Maid in Zauberschlaf versunken.
</p>
<p>
Doch wich der Zauber bald, bei deinem Gruße<br />
Aufwachte lächelnd Deutschlands echte Muse,<br />
Und sank in deine Arme liebestrunken.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wahrhaftig</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:27:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Romanzen]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn der Frühling kommt mit dem Sonnenschein, Dann knospen und blühen die Blümlein auf; Wenn der Mond beginnt seinen Strahlenlauf, Dann schwimmen die Sternlein hinterdrein; Wenn der Sänger zwei süße Äuglein sieht, Dann quellen ihm Lieder aus tiefem Gemüt; &#8211; Doch Lieder und Sterne und Blümelein, Und Äuglein und Mondglanz und Sonnenschein, Wie sehr das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Wenn der Frühling kommt mit dem Sonnenschein,<br />
Dann knospen und blühen die Blümlein auf;<br />
Wenn der Mond beginnt seinen Strahlenlauf,<br />
Dann schwimmen die Sternlein hinterdrein;<br />
Wenn der Sänger zwei süße Äuglein sieht,<br />
Dann quellen ihm Lieder aus tiefem Gemüt; &#8211;<br />
Doch Lieder und Sterne und Blümelein,<br />
Und Äuglein und Mondglanz und Sonnenschein,<br />
Wie sehr das Zeug auch gefällt,<br />
So machts doch noch lang keine Welt.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Lebensgruß</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:26:57 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine große Landstraß ist unsere Erd, Wir Menschen sind Passagiere; Man rennet und jaget, zu Fuß und zu Pferd, Wie Läufer oder Kuriere. Man fährt sich vorüber, man nicket, man grüßt Mit dem Taschentuch aus der Karosse; Man hätte sich gerne geherzt und geküßt, Doch jagen von hinnen die Rosse. Kaum trafen wir uns auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Eine große Landstraß ist unsere Erd,<br />
Wir Menschen sind Passagiere;<br />
Man rennet und jaget, zu Fuß und zu Pferd,<br />
Wie Läufer oder Kuriere.
</p>
<p>
Man fährt sich vorüber, man nicket, man grüßt<br />
Mit dem Taschentuch aus der Karosse;<br />
Man hätte sich gerne geherzt und geküßt,<br />
Doch jagen von hinnen die Rosse.
</p>
<p>
Kaum trafen wir uns auf derselben Station,<br />
Herzliebster Prinz Alexander,<br />
Da bläst schon zur Abfahrt der Postillion,<br />
Und bläst uns schon auseinander.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gespräch auf der Paderborner Heide</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/gesprach-auf-der-paderborner-heide</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/gesprach-auf-der-paderborner-heide#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:25:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Romanzen]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Hörst du nicht die fernen Töne, Wie von Brummbaß und von Geigen? Dorten tanzt wohl manche Schöne Den geflügelt leichten Reigen. »Ei, mein Freund, das nenn ich irren, Von den Geigen hör ich keine, Nur die Ferklein hör ich quirren, Grunzen nur hör ich die Schweine.« Hörst du nicht das Waldhorn blasen? Jäger sich des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Hörst du nicht die fernen Töne,<br />
Wie von Brummbaß und von Geigen?<br />
Dorten tanzt wohl manche Schöne<br />
Den geflügelt leichten Reigen.
</p>
<p>
»Ei, mein Freund, das nenn ich irren,<br />
Von den Geigen hör ich keine,<br />
Nur die Ferklein hör ich quirren,<br />
Grunzen nur hör ich die Schweine.«
</p>
<p>
Hörst du nicht das Waldhorn blasen?<br />
Jäger sich des Weidwerks freuen,<br />
Fromme Lämmer seh ich grasen,<br />
Schäfer spielen auf Schalmeien.
</p>
<p>
»Ei, mein Freund, was du vernommen,<br />
Ist kein Waldhorn, noch Schalmeie;<br />
Nur den Sauhirt seh ich kommen,<br />
Heimwärts treibt er seine Säue.«
</p>
<p>
Hörst du nicht das ferne Singen,<br />
Wie von süßen Wettgesängen?<br />
Englein schlagen mit den Schwingen<br />
Lauten Beifall solchen Klängen.
</p>
<p>
»Ei, was dort so hübsch geklungen,<br />
Ist kein Wettgesang, mein Lieber!<br />
Singend treiben Gänsejungen<br />
Ihre Gänselein vorüber.«
</p>
<p>
Hörst du nicht die Glocken läuten,<br />
Wunderlieblich, wunderhelle?<br />
Fromme Kirchengänger schreiten<br />
Andachtsvoll zur Dorfkapelle.
</p>
<p>
»Ei, mein Freund, das sind die Schellen<br />
Von den Ochsen, von den Kühen,<br />
Die nach ihren dunkeln Ställen<br />
Mit gesenktem Kopfe ziehen.«
</p>
<p>
Siehst du nicht den Schleier wehen?<br />
Siehst du nicht das leise Nicken?<br />
Dort seh ich die Liebste stehen,<br />
Feuchte Wehmut in den Blicken.
</p>
<p>
»Ei, mein Freund, dort seh ich nicken<br />
Nur das Waldweib, nur die Lise;<br />
Blaß und hager an den Krücken<br />
Hinkt sie weiter nach der Wiese.«
</p>
<p>
Nun, mein Freund, so magst du lachen<br />
Über des Phantasten Frage!<br />
Wirst du auch zur Täuschung machen,<br />
Was ich fest im Busen trage?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Lied von den Dukaten</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:25:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine güldenen Dukaten, Sagt wo seid ihr hingeraten? Seid ihr bei den güldnen Fischlein, Die im Bache froh und munter Tauchen auf und tauchen unter? Seid ihr bei den güldnen Blümlein, Die auf lieblich grüner Aue Funkeln hell im Morgentaue? Seid ihr bei den güldnen Vöglein, Die da schweifen glanzumwoben In den blauen Lüften oben? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Meine güldenen Dukaten,<br />
Sagt wo seid ihr hingeraten?
</p>
<p>
Seid ihr bei den güldnen Fischlein,<br />
Die im Bache froh und munter<br />
Tauchen auf und tauchen unter?
</p>
<p>
Seid ihr bei den güldnen Blümlein,<br />
Die auf lieblich grüner Aue<br />
Funkeln hell im Morgentaue?
</p>
<p>
Seid ihr bei den güldnen Vöglein,<br />
Die da schweifen glanzumwoben<br />
In den blauen Lüften oben?
</p>
<p>
Seid ihr bei den güldnen Sternlein,<br />
Die im leuchtenden Gewimmel<br />
Lächeln jede Nacht am Himmel?
</p>
<p>
Ach! Ihr güldenen Dukaten,<br />
Schwimmt nicht in des Baches Well,<br />
Funkelt nicht auf grüner Au,<br />
Schwebet nicht in Lüften blau,<br />
Lächelt nicht am Himmel hell -<br />
Meine Manichäer, traun!<br />
Halten euch in ihren Klaun.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>An eine Sängerin</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/an-eine-sangerin</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:24:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Romanzen]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Als sie eine alte Romanze sang Ich denke noch der Zaubervollen, Wie sie zuerst mein Auge sah! Wie ihre Töne lieblich klangen Und heimlich süß ins Herze drangen, Entrollten Tränen meinen Wangen - Ich wußte nicht, wie mir geschah. Ein Traum war über mich gekommen: Mir war, als sei ich noch ein Kind, Und säße [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Als sie eine alte Romanze sang
</p>
<p>
    Ich denke noch der Zaubervollen,<br />
    Wie sie zuerst mein Auge sah!<br />
    Wie ihre Töne lieblich klangen<br />
    Und heimlich süß ins Herze drangen,<br />
    Entrollten Tränen meinen Wangen -<br />
    Ich wußte nicht, wie mir geschah.
</p>
<p>
    Ein Traum war über mich gekommen:<br />
    Mir war, als sei ich noch ein Kind,<br />
    Und säße still, beim Lämpchenscheine,<br />
    In Mutters frommem Kämmerleine,<br />
    Und läse Märchen wunderfeine,<br />
    Derweilen draußen Nacht und Wind.
</p>
<p>
    Die Märchen fangen an zu leben,<br />
    Die Ritter steigen aus der Gruft;<br />
    Bei Ronzisvall da gibts ein Streiten,<br />
    Da kommt Herr Roland herzureiten,<br />
    Viel kühne Degen ihn begleiten,<br />
    Auch leider Ganelon, der Schuft.
</p>
<p>
    Durch den wird Roland schlimm gebettet,<br />
    Er schwimmt in Blut, und atmet kaum;<br />
    Kaum mochte fern sein Jadghornzeichen<br />
    Das Ohr des großen Karls erreichen,<br />
    Da mußt der Ritter schon erbleichen -<br />
    Und mit ihm stirbt zugleich mein Traum.
</p>
<p>
    Das war ein laut verworrnes Schallen,<br />
    Das mich aus meinen Träumen rief.<br />
    Verklungen war jetzt die Legende,<br />
    Die Leute schlugen in die Hände,<br />
    Und riefen »Bravo!« ohne Ende;<br />
    Die Sängerin verneigt sich tief.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Liedchen von der Reue</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/das-liedchen-von-der-reue</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:20:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Romanzen]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Herr Ulrich reitet im grünen Wald, Die Blätter lustig rauschen. Er sieht eine holde Mädchengestalt Durch Baumeszweige lauschen. Der Junker spricht: Wohl kenne ich Dies blühende, glühende Bildnis, Verlockend stets umschwebt es mich In Volksgewühl und Wildnis. Zwei Röslein sind die Lippen dort, Die lieblichen, die frischen; Doch manches häßlich bittre Wort Schleicht tückisch oft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Herr Ulrich reitet im grünen Wald,<br />
Die Blätter lustig rauschen.<br />
Er sieht eine holde Mädchengestalt<br />
Durch Baumeszweige lauschen.
</p>
<p>
Der Junker spricht: Wohl kenne ich<br />
Dies blühende, glühende Bildnis,<br />
Verlockend stets umschwebt es mich<br />
In Volksgewühl und Wildnis.
</p>
<p>
Zwei Röslein sind die Lippen dort,<br />
Die lieblichen, die frischen;<br />
Doch manches häßlich bittre Wort<br />
Schleicht tückisch oft dazwischen.
</p>
<p>
Drum gleicht dies Mündlein gar genau<br />
Den hübschen Rosenbüschen,<br />
Wo giftge Schlangen wunderschlau<br />
Im dunkeln Laube zischen.
</p>
<p>
Dort jenes Grübchen wunderlieb<br />
In wunderlieben Wangen,<br />
Das ist die Grube, worein mich trieb<br />
Wahnsinniges Verlangen.
</p>
<p>
Dort seh ich ein schönes Lockenhaar<br />
Vom schönsten Köpfchen hangen;<br />
Das sind die Netze wunderbar,<br />
Womit mich der Böse gefangen.
</p>
<p>
Und jenes blaue Auge dort,<br />
So klar wie stille Welle,<br />
Das hielt ich für des Himmels Pfort,<br />
Doch wars die Pforte der Hölle. -
</p>
<p>
Herr Ulrich reitet weiter im Wald,<br />
Die Blätter rauschen schaurig.<br />
Da sieht er von fern eine zweite Gestalt,<br />
Die ist so bleich, so traurig.
</p>
<p>
Der Junker spricht: O Mutter dort,<br />
Die mich so mütterlich liebte,<br />
Der ich mit bösem Tun und Wort<br />
Das Leben bitterlich trübte!
</p>
<p>
O, könnt ich dir trocknen die Augen naß<br />
Mit der Glut von meinen Schmerzen!<br />
O, könnt ich dir röten die Wangen blaß<br />
Mit dem Blut aus meinem Herzen!
</p>
<p>
Und weiter reitet Herr Ulerich,<br />
Im Wald beginnt es zu düstern,<br />
Viel seltsame Stimmen regen sich,<br />
Die Abendwinde flüstern.
</p>
<p>
Der Junker hört die Worte sein<br />
Gar vielfach widerklingen.<br />
Das taten die spöttischen Waldvöglein,<br />
Die zwitschern laut und singen:
</p>
<p>
Herr Ulrich singt ein hübsches Lied,<br />
Das Liedchen von der Reue,<br />
Und hat er zu Ende gesungen das Lied,<br />
So singt er es wieder aufs neue.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wasserfahrt</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/wasserfahrt</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:19:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Romanzen]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich stand gelehnet an den Mast, Und zählte jede Welle. Ade! mein schönes Vaterland! Mein Schiff, das segelt schnelle! Ich kam schön Liebchens Haus vorbei, Die Fensterscheiben blinken; Ich guck mir fast die Augen aus, Doch will mir niemand winken. Ihr Tränen, bleibt mir aus dem Aug, Daß ich nicht dunkel sehe. Mein krankes Herze, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ich stand gelehnet an den Mast,<br />
Und zählte jede Welle.<br />
Ade! mein schönes Vaterland!<br />
Mein Schiff, das segelt schnelle!
</p>
<p>
Ich kam schön Liebchens Haus vorbei,<br />
Die Fensterscheiben blinken;<br />
Ich guck mir fast die Augen aus,<br />
Doch will mir niemand winken.
</p>
<p>
Ihr Tränen, bleibt mir aus dem Aug,<br />
Daß ich nicht dunkel sehe.<br />
Mein krankes Herze, brich mir nicht<br />
Vor allzugroßem Wehe.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Der wunde Ritter</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/der-wunde-ritter</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:18:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Romanzen]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiß eine alte Kunde, Die hallet dumpf und trüb: Ein Ritter liegt liebeswunde, Doch treulos ist sein Lieb. Als treulos muß er verachten Die eigne Herzliebste sein, Als schimpflich muß er betrachten Die eigne Liebespein. Er möcht in die Schranken reiten Und rufen die Ritter zum Streit: Der mag sich zum Kampfe bereiten, Wer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ich weiß eine alte Kunde,<br />
Die hallet dumpf und trüb:<br />
Ein Ritter liegt liebeswunde,<br />
Doch treulos ist sein Lieb.
</p>
<p>
Als treulos muß er verachten<br />
Die eigne Herzliebste sein,<br />
Als schimpflich muß er betrachten<br />
Die eigne Liebespein.
</p>
<p>
Er möcht in die Schranken reiten<br />
Und rufen die Ritter zum Streit:<br />
Der mag sich zum Kampfe bereiten,<br />
Wer mein Lieb eines Makels zeiht!
</p>
<p>
Da würden wohl alle schweigen,<br />
Nur nicht sein eigner Schmerz;<br />
Da müßte er die Lanze neigen<br />
Wider&#8217;s eigne klagende Herz.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Fensterschau</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/die-fensterschau</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 19:17:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Romanzen]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Der bleiche Heinrich ging vorbei, Schön Hedwig lag am Fenster. Sie sprach halblaut: Gott steh mir bei, Der unten schaut bleich wie Gespenster! Der unten erhebt sein Aug in die Höh, Hinschmachtend nach Hedewigs Fenster. Schön Hedwig ergriff es wie Liebesweh, Auch sie ward bleich wie Gespenster. Schön Hedwig stand nun mit Liebesharm Tagtäglich lauernd [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Der bleiche Heinrich ging vorbei,<br />
Schön Hedwig lag am Fenster.<br />
Sie sprach halblaut: Gott steh mir bei,<br />
Der unten schaut bleich wie Gespenster!
</p>
<p>
Der unten erhebt sein Aug in die Höh,<br />
Hinschmachtend nach Hedewigs Fenster.<br />
Schön Hedwig ergriff es wie Liebesweh,<br />
Auch sie ward bleich wie Gespenster.
</p>
<p>
Schön Hedwig stand nun mit Liebesharm<br />
Tagtäglich lauernd am Fenster.<br />
Bald aber lag sie in Heinrichs Arm,<br />
Allnächtlich zur Zeit der Gespenster.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Prolog</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/lyrisches-intermezzo/gedichte-i/prolog</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 17:08:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte I]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war mal ein Ritter, trübselig und stumm, Mit hohlen, schneeweißen Wangen; Er schwankte und schlenderte schlotternd herum, In dumpfen Träumen befangen. Er war so hölzern, so täppisch, so links, Die Blümlein und Mägdlein, die kicherten rings, Wenn er stolpernd vorbeigegangen. Oft saß er im finstersten Winkel zu Haus; Er hatt’ sich vor Menschen verkrochen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war mal ein Ritter, trübselig und stumm,<br />
Mit hohlen, schneeweißen Wangen;<br />
Er schwankte und schlenderte schlotternd herum,<br />
In dumpfen Träumen befangen.<br />
Er war so hölzern, so täppisch, so links,<br />
Die Blümlein und Mägdlein, die kicherten rings,<br />
Wenn er stolpernd vorbeigegangen.</p>
<p>Oft saß er im finstersten Winkel zu Haus;<br />
Er hatt’ sich vor Menschen verkrochen.<br />
Da streckte er sehnend die Arme aus,<br />
Doch hat er kein Wörtlein gesprochen.<br />
Kam aber die Mitternachtstunde heran,<br />
Ein seltsames Singen und Klingen begann.<br />
An die Thüre da hört er es pochen.</p>
<p>Da kommt seine Liebste geschlichen herein,<br />
Im rauschenden Wellenschaumkleide.<br />
Sie blüht und glüht, wie ein Röselein,<br />
Ihr Schleier ist eitel Geschmeide.<br />
Goldlocken umspielen die schlanke Gestalt,<br />
Die Aeugelein grüßen mit süßer Gewalt –<br />
In die Arme sinken sich beide.
<p/p>
<p>Der Ritter umschlingt sie mit Liebesmacht,<br />
Der Hölzerne steht jetzt in Feuer,<br />
Der Blasse erröthet, der Träumer erwacht,<br />
Der Blöde wird freier und freier.<br />
Sie aber, sie hat ihn gar schalkhaft geneckt,<br />
Sie hat ihm ganz leise den Kopf bedeckt<br />
Mit dem weißen, demantenen Schleier.</p>
<p>In einen kristallenen Wasserpalast<br />
Ist plötzlich gezaubert der Ritter.<br />
Er staunt, und die Augen erblinden ihm fast,<br />
Vor alle dem Glanz und Geflitter.<br />
Doch hält ihn die Nixe umarmet gar traut,<br />
Der Ritter ist Bräut’gam, die Nixe ist Braut,<br />
Ihre Jungfraun spielen die Zither.</p>
<p>Sie spielen und singen; es tanzen herein<br />
Viel winzige Mädchen und Bübchen.<br />
Der Ritter, der will sich zu Tode freu’n,<br />
Und fester umschlingt er sein Liebchen –<br />
Da löschen auf einmal die Lichter aus,<br />
Der Ritter sitzt wieder ganz einsam zu Haus,<br />
In dem dustern Poetenstübchen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Minnesänger</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/die-minnesanger</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 23:12:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Romanzen]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=653</guid>
		<description><![CDATA[Zu dem Wettgesange schreiten Minnesänger jetzt herbei; Ei, das gibt ein seltsam Streiten, Ein gar seltsames Turnei! Phantasie, die schäumend wilde, Ist des Minnesängers Pferd, Und die Kunst dient ihm zum Schilde, Und das Wort, das ist sein Schwert. Hübsche Damen schauen munter Vom beteppichten Balkon, Doch die rechte ist nicht drunter Mit der rechten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Zu dem Wettgesange schreiten<br />
Minnesänger jetzt herbei;<br />
Ei, das gibt ein seltsam Streiten,<br />
Ein gar seltsames Turnei!
</p>
<p>
Phantasie, die schäumend wilde,<br />
Ist des Minnesängers Pferd,<br />
Und die Kunst dient ihm zum Schilde,<br />
Und das Wort, das ist sein Schwert.
</p>
<p>
Hübsche Damen schauen munter<br />
Vom beteppichten Balkon,<br />
Doch die rechte ist nicht drunter<br />
Mit der rechten Lorbeerkron.
</p>
<p>
Andre Leute, wenn sie springen<br />
In die Schranken, sind gesund;<br />
Doch wir Minnesänger bringen<br />
Dort schon mit die Todeswund.
</p>
<p>
Und wem dort am besten dringet<br />
Liederblut aus Herzensgrund,<br />
Der ist Sieger, der erringet<br />
Bestes Lob aus schönstem Mund.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Don Ramiro</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/don-ramiro</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/don-ramiro#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 23:09:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Romanzen]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=649</guid>
		<description><![CDATA[»Donna Clara! Donna Clara! Heißgeliebte langer Jahre! Hast beschlossen mein Verderben, Und beschlossen ohn Erbarmen. Donna Clara! Donna Clara! Ist doch süß die Lebensgabe! Aber unten ist es grausig, In dem dunkeln, kalten Grabe. Donna Clara! Freu dich, morgen Wird Fernando, am Altare, Dich als Ehgemahl begrüßen - Wirst du mich zur Hochzeit laden?« »Don [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
»Donna Clara! Donna Clara!<br />
Heißgeliebte langer Jahre!<br />
Hast beschlossen mein Verderben,<br />
Und beschlossen ohn Erbarmen.
</p>
<p>
Donna Clara! Donna Clara!<br />
Ist doch süß die Lebensgabe!<br />
Aber unten ist es grausig,<br />
In dem dunkeln, kalten Grabe.
</p>
<p>
Donna Clara! Freu dich, morgen<br />
Wird Fernando, am Altare,<br />
Dich als Ehgemahl begrüßen -<br />
Wirst du mich zur Hochzeit laden?«
</p>
<p>
»Don Ramiro! Don Ramiro!<br />
Deine Worte treffen bitter,<br />
Bittrer als der Spruch der Sterne,<br />
Die da spotten meines Willens.
</p>
<p>
Don Ramiro! Don Ramiro!<br />
Rüttle ab den dumpfen Trübsinn;<br />
Mädchen gibt es viel auf Erden,<br />
Aber uns hat Gott geschieden.
</p>
<p>
Don Ramiro, der du mutig<br />
So viel Mohren überwunden,<br />
Überwinde nun dich selber -<br />
Komm auf meine Hochzeit morgen.«
</p>
<p>
»Donna Clara! Donna Clara!<br />
Ja, ich schwör es, ja ich komme!<br />
Will mit dir den Reihen tanzen; -<br />
Gute Nacht, ich komme morgen.«
</p>
<p>
»Gute Nacht!« &#8211; Das Fenster klirrte.<br />
Seufzend stand Ramiro unten,<br />
Stand noch lange wie versteinert;<br />
Endlich schwand er fort im Dunkeln. -
</p>
<p>
Endlich auch, nach langem Ringen,<br />
Muß die Nacht dem Tage weichen;<br />
Wie ein bunter Blumengarten<br />
Liegt Toledo ausgebreitet.
</p>
<p>
Prachtgebäude und Paläste<br />
Schimmern hell im Glanz der Sonne;<br />
Und der Kirchen hohe Kuppeln<br />
Leuchten stattlich wie vergoldet.
</p>
<p>
Summend, wie ein Schwarm von Bienen,<br />
Klingt der Glocken Festgeläute,<br />
Lieblich steigen Betgesänge<br />
Aus den frommen Gotteshäusern.
</p>
<p>
Aber dorten, siehe! siehe!<br />
Dorten aus der Marktkapelle,<br />
Im Gewimmel und Gewoge,<br />
Strömt des Volkes bunte Menge.
</p>
<p>
Blanke Ritter, schmucke Frauen,<br />
Hofgesinde, festlich blinkend,<br />
Und die hellen Glocken läuten,<br />
Und die Orgel rauscht dazwischen.
</p>
<p>
Doch, mit Ehrfurcht ausgewichen,<br />
In des Volkes Mitte wandelt<br />
Das geschmückte junge Ehpaar,<br />
Donna Clara, Don Fernando.
</p>
<p>
Bis an Bräutigams Palasttor<br />
Wälzet sich das Volksgewühle;<br />
Dort beginnt die Hochzeitfeier,<br />
Prunkhaft und nach alter Sitte.
</p>
<p>
Ritterspiel und frohe Tafel<br />
Wechseln unter lautem Jubel;<br />
Rauschend schnell entfliehn die Stunden,<br />
Bis die Nacht herabgesunken.
</p>
<p>
Und zum Tanze sich versammeln<br />
In dem Saal die Hochzeitgäste;<br />
In dem Glanz der Lichter funkeln<br />
Ihre bunten Prachtgewänder.
</p>
<p>
Auf erhobne Stühle ließen<br />
Braut und Bräutigam sich nieder,<br />
Donna Clara, Don Fernando,<br />
Und sie tauschen süße Reden.
</p>
<p>
Und im Saale wogen heiter<br />
Die geschmückten Menschenwellen,<br />
Und die lauten Pauken wirbeln,<br />
Und es schmettern die Trommeten.
</p>
<p>
»Doch warum, o schöne Herrin,<br />
Sind gerichtet deine Blicke<br />
Dorthin nach der Saalesecke?«<br />
So verwundert sprach der Ritter.
</p>
<p>
»Siehst du denn nicht, Don Fernando,<br />
Dort den Mann im schwarzen Mantel?«<br />
Und der Ritter lächelt freundlich:<br />
»Ach! das ist ja nur ein Schatten.«
</p>
<p>
Doch es nähert sich der Schatten,<br />
Und es war ein Mann im Mantel;<br />
Und Ramiro schnell erkennend,<br />
Grüßt ihn Clara, glutbefangen.
</p>
<p>
Und der Tanz hat schon begonnen,<br />
Munter drehen sich die Tänzer<br />
In des Walzers wilden Kreisen,<br />
Und der Boden dröhnt und bebet.
</p>
<p>
»Wahrlich gerne, Don Ramiro,<br />
Will ich dir zum Tanze folgen,<br />
Doch im nächtlich schwarzen Mantel<br />
Hättest du nicht kommen sollen.«
</p>
<p>
Mit durchbohrend stieren Augen<br />
Schaut Ramiro auf die Holde,<br />
Sie umschlingend spricht er düster:<br />
»Sprachest ja, ich sollte kommen!«
</p>
<p>
Und ins wirre Tanzgetümmel<br />
Drängen sich die beiden Tänzer;<br />
Und die lauten Pauken wirbeln,<br />
Und es schmettern die Trommeten.
</p>
<p>
»Sind ja schneeweiß deine Wangen!«<br />
Flüstert Clara, heimlich zitternd.<br />
»Sprachest ja, ich sollte kommen!«<br />
Schallet dumpf Ramiros Stimme.
</p>
<p>
Und im Saal die Kerzen blinzeln<br />
Durch das flutende Gedränge;<br />
Und die lauten Pauken wirbeln,<br />
Und es schmettern die Trommeten.
</p>
<p>
»Sind ja eiskalt deine Hände!«<br />
Flüstert Clara, schauerzuckend.<br />
»Sprachest ja, ich sollte kommen!«<br />
Und sie treiben fort im Strudel.
</p>
<p>
»Laß mich, laß mich! Don Ramiro!<br />
Leichenduft ist ja dein Odem!«<br />
Wiederum die dunklen Worte:<br />
»Sprachest ja, ich sollte kommen!«
</p>
<p>
Und der Boden raucht und glühet,<br />
Lustig tönet Geig und Bratsche;<br />
Wie ein tolles Zauberweben,<br />
Schwindelt alles in dem Saale.
</p>
<p>
»Laß mich, laß mich! Don Ramiro!«<br />
Wimmerts immer im Gewoge.<br />
Don Ramiro stets erwidert:<br />
»Sprachest ja, ich sollte kommen!«
</p>
<p>
»Nun, so geh in Gottes Namen!«<br />
Clara riefs mit fester Stimme;<br />
Und dies Wort war kaum gesprochen,<br />
Und verschwunden war Ramiro.
</p>
<p>
Clara starret, Tod im Antlitz,<br />
Kaltumflirret, nachtumwoben;<br />
Ohnmacht hat das lichte Bildnis<br />
In ihr dunkles Reich gezogen.
</p>
<p>
Endlich weicht der Nebelschlummer,<br />
Endlich schlägt sie auf die Wimper;<br />
Aber Staunen will aufs neue<br />
Ihre holden Augen schließen.
</p>
<p>
Denn derweil der Tanz begonnen,<br />
War sie nicht vom Sitz gewichen,<br />
Und sie sitzt noch bei dem Bräutgam,<br />
Und der Ritter sorgsam bittet:
</p>
<p>
»Sprich, was bleichet deine Wangen?<br />
Warum wird dein Aug so dunkel? -«<br />
»Und Ramiro? &#8211; - « stottert Clara,<br />
Und Entsetzen lähmt die Zunge.
</p>
<p>
Doch mit tiefen, ernsten Falten<br />
Furcht sich jetzt des Bräutgams Stirne;<br />
»Herrin, forsch nicht blutge Kunde -<br />
Heute Mittag starb Ramiro.«</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Heimführung</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 23:06:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich geh nicht allein, mein feines Lieb, Du mußt mit mir wandern Nach der lieben, alten, schaurigen Klause, In dem trüben, kalten, traurigen Hause, Wo meine Mutter am Eingang kaurt Und auf des Sohnes Heimkehr laurt. »Laß ab von mir, du finstrer Mann! Wer hat dich gerufen? Dein Odem glüht, deine Hand ist Eis, Dein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ich geh nicht allein, mein feines Lieb,<br />
Du mußt mit mir wandern<br />
Nach der lieben, alten, schaurigen Klause,<br />
In dem trüben, kalten, traurigen Hause,<br />
Wo meine Mutter am Eingang kaurt<br />
Und auf des Sohnes Heimkehr laurt.
</p>
<p>
»Laß ab von mir, du finstrer Mann!<br />
Wer hat dich gerufen?<br />
Dein Odem glüht, deine Hand ist Eis,<br />
Dein Auge sprüht, deine Wang ist weiß; -<br />
Ich aber will mich lustig freun<br />
An Rosenduft und Sonnenschein.«
</p>
<p>
Laß duften die Rosen, laß scheinen die Sonn,<br />
Mein süßes Liebchen!<br />
Wirf um den weiten, weißwallenden Schleier,<br />
Und greif in die Saiten der schallenden Leier,<br />
Und singe ein Hochzeitslied dabei;<br />
Der Nachtwind pfeift die Melodei.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Grenadiere</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 23:04:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach Frankreich zogen zwei Grenadier, Die waren in Rußland gefangen. Und als sie kamen ins deutsche Quartier, Sie ließen die Köpfe hangen. Da hörten sie beide die traurige Mär: Daß Frankreich verloren gegangen, Besiegt und zerschlagen das große Heer - Und der Kaiser, der Kaiser gefangen. Da weinten zusammen die Grenadier Wohl ob der kläglichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Nach Frankreich zogen zwei Grenadier,<br />
Die waren in Rußland gefangen.<br />
Und als sie kamen ins deutsche Quartier,<br />
Sie ließen die Köpfe hangen.
</p>
<p>
Da hörten sie beide die traurige Mär:<br />
Daß Frankreich verloren gegangen,<br />
Besiegt und zerschlagen das große Heer -<br />
Und der Kaiser, der Kaiser gefangen.
</p>
<p>
Da weinten zusammen die Grenadier<br />
Wohl ob der kläglichen Kunde.<br />
Der eine sprach: Wie weh wird mir,<br />
Wie brennt meine alte Wunde!
</p>
<p>
Der andre sprach: Das Lied ist aus,<br />
Auch ich möcht mit dir sterben,<br />
Doch hab ich Weib und Kind zu Haus,<br />
Die ohne mich verderben.
</p>
<p>
Was schert mich Weib, was schert mich Kind,<br />
Ich trage weit beßres Verlangen;<br />
Laß sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind -<br />
Mein Kaiser, mein Kaiser gefangen!
</p>
<p>
Gewähr mir, Bruder, eine Bitt:<br />
Wenn ich jetzt sterben werde,<br />
So nimm meine Leiche nach Frankreich mit,<br />
Begrab mich in Frankreichs Erde.
</p>
<p>
Das Ehrenkreuz am roten Band<br />
sollst du aufs Herz mir legen;<br />
Die Flinte gib mir in die Hand,<br />
Und gürt mir um den Degen.
</p>
<p>
So will ich liegen und horchen still,<br />
Wie eine Schildwach, im Grabe,<br />
Bis einst ich höre Kanonengebrüll<br />
Und wiehernder Rosse Getrabe.
</p>
<p>
Dann reitet mein Kaiser wohl über mein Grab,<br />
Viel Schwerter klirren und blitzen;<br />
Dann steig ich gewaffnet hervor aus dem Grab,<br />
Den Kaiser, den Kaiser zu schützen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Lied des Gefangenen</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 23:02:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als meine Großmutter die Lise behext, Da wollten die Leut sie verbrennen. Schon hatte der Amtmann viel Dinte verklext, Doch wollte sie nicht bekennen. Und als man sie in den Kessel schob, Da schrie sie Mord und Wehe; Und als sich der schwarze Qualm erhob, Flog sie als Rab in die Höhe. Mein schwarzes, gefiedertes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Als meine Großmutter die Lise behext,<br />
Da wollten die Leut sie verbrennen.<br />
Schon hatte der Amtmann viel Dinte verklext,<br />
Doch wollte sie nicht bekennen.
</p>
<p>
Und als man sie in den Kessel schob,<br />
Da schrie sie Mord und Wehe;<br />
Und als sich der schwarze Qualm erhob,<br />
Flog sie als Rab in die Höhe.
</p>
<p>
Mein schwarzes, gefiedertes Großmütterlein!<br />
O komm mich im Turme besuchen!<br />
Komm, fliege geschwind durchs Gitter herein,<br />
Und bringe mir Käse und Kuchen.
</p>
<p>
Mein schwarzes, gefiedertes Großmütterlein!<br />
O möchtest du nur sorgen,<br />
Daß die Muhme nicht auspickt die Augen mein,<br />
Wenn ich luftig schwebe morgen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Der arme Peter</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 23:01:58 +0000</pubDate>
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		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=637</guid>
		<description><![CDATA[1 Der Hans und die Grete tanzen herum, Und jauchzen vor lauter Freude. Der Peter steht so still und stumm, Und ist so blaß wie Kreide. Der Hans und die Grete sind Bräutgam und Braut, Und blitzen im Hochzeitsgeschmeide. Der arme Peter die Nägel kaut Und geht im Werkeltagskleide. Der Peter spricht leise vor sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>1</h3>
<p>
    Der Hans und die Grete tanzen herum,<br />
    Und jauchzen vor lauter Freude.<br />
    Der Peter steht so still und stumm,<br />
    Und ist so blaß wie Kreide.
</p>
<p>
    Der Hans und die Grete sind Bräutgam und Braut,<br />
    Und blitzen im Hochzeitsgeschmeide.<br />
    Der arme Peter die Nägel kaut<br />
    Und geht im Werkeltagskleide.
</p>
<p>
    Der Peter spricht leise vor sich her,<br />
    Und schaut betrübet auf beide:<br />
    Ach! wenn ich nicht gar zu vernünftig wär,<br />
    Ich täte mir was zuleide.
</p>
<h3>2</h3>
<p>
    »In meiner Brust, da sitzt ein Weh,<br />
    Das will die Brust zersprengen;<br />
    Und wo ich steh und wo ich geh,<br />
    Wills mich von hinnen drängen.
</p>
<p>
    Es treibt mich nach der Liebsten Näh,<br />
    Als könnts die Grete heilen;<br />
    Doch wenn ich der ins Auge seh,<br />
    Muß ich von hinnen eilen.
</p>
<p>
    Ich steig hinauf auf des Berges Höh,<br />
    Dort ist man doch alleine;<br />
    Und wenn ich still dort oben steh,<br />
    Dann steh ich still und weine.«
</p>
<h3>3</h3>
<p>
    Der arme Peter wankt vorbei,<br />
    Gar langsam, leichenblaß und scheu.<br />
    Es bleiben fast, wenn sie ihn sehn,<br />
    Die Leute auf der Straße stehn.
</p>
<p>
    Die Mädchen flüstern sich ins Ohr:<br />
    »Der stieg wohl aus dem Grab hervor.«<br />
    Ach nein, ihr lieben Jungfräulein,<br />
    Der legt sich erst ins Grab hinein.
</p>
<p>
    Er hat verloren seinen Schatz,<br />
    Drum ist das Grab der beste Platz,<br />
    Wo er am besten liegen mag,<br />
    Und schlafen bis zum jüngsten Tag.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Zwei Brüder</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 22:59:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=635</guid>
		<description><![CDATA[Oben auf der Bergesspitze Liegt das Schloß in Nacht gehüllt; Doch im Tale leuchten Blitze, Helle Schwerter klirren wild. Das sind Brüder, die dort fechten Grimmen Zweikampf, wutentbrannt. Sprich, warum die Brüder rechten Mit dem Schwerte in der Hand? Gräfin Lauras Augenfunken Zündeten den Brüderstreit. Beide glühen liebestrunken Für die adlig holde Maid. Welchem aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Oben auf der Bergesspitze<br />
Liegt das Schloß in Nacht gehüllt;<br />
Doch im Tale leuchten Blitze,<br />
Helle Schwerter klirren wild.
</p>
<p>
Das sind Brüder, die dort fechten<br />
Grimmen Zweikampf, wutentbrannt.<br />
Sprich, warum die Brüder rechten<br />
Mit dem Schwerte in der Hand?
</p>
<p>
Gräfin Lauras Augenfunken<br />
Zündeten den Brüderstreit.<br />
Beide glühen liebestrunken<br />
Für die adlig holde Maid.
</p>
<p>
Welchem aber von den beiden<br />
Wendet sich ihr Herze zu?<br />
Kein Ergrübeln kanns entscheiden -<br />
Schwert heraus, entscheide du!
</p>
<p>
Und sie fechten kühn verwegen,<br />
Hieb auf Hiebe niederkrachts.<br />
Hütet euch, ihr wilden Degen,<br />
Böses Blendwerk schleicht des Nachts.
</p>
<p>
Wehe! Wehe! blutge Brüder!<br />
Wehe! Wehe! blutges Tal!<br />
Beide Kämpfer stürzen nieder,<br />
Einer in des andern Stahl. -
</p>
<p>Viel Jahrhunderte verwehen,<br />
Viel Geschlechter deckt das Grab;<br />
Traurig von des Berges Höhen<br />
Schaut das öde Schloß herab.</p>
<p>Aber nachts, im Talesgrunde,<br />
Wandelts heimlich, wunderbar;<br />
Wenn da kommt die zwölfte Stunde,<br />
Kämpfet dort das Brüderpaar.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Bergstimme</title>
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		<comments>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/die-bergstimme#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 22:58:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=633</guid>
		<description><![CDATA[Ein Reiter durch das Bergtal zieht, Im traurig stillen Trab: Ach! zieh ich jetzt wohl in Liebchens Arm, Oder zieh ich ins dunkle Grab? Die Bergstimm Antwort gab: Ins dunkle Grab! Und weiter reitet der Reitersmann, Und seufzet schwer dazu: So zieh ich denn hin ins Grab so früh - Wohlan, im Grab ist Ruh! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ein Reiter durch das Bergtal zieht,<br />
Im traurig stillen Trab:<br />
Ach! zieh ich jetzt wohl in Liebchens Arm,<br />
Oder zieh ich ins dunkle Grab?<br />
Die Bergstimm Antwort gab:<br />
Ins dunkle Grab!
</p>
<p>
Und weiter reitet der Reitersmann,<br />
Und seufzet schwer dazu:<br />
So zieh ich denn hin ins Grab so früh -<br />
Wohlan, im Grab ist Ruh!<br />
Die Stimme sprach dazu:<br />
Im Grab ist Ruh!
</p>
<p>
Dem Reitersmann eine Träne rollt<br />
Von der Wange kummervoll:<br />
Und ist nur im Grab die Ruhe für mich -<br />
So ist mir im Grabe wohl.<br />
Die Stimme erwidert hohl:<br />
Im Grabe wohl!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Traurige</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/der-traurige</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 22:38:54 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Allen tut es weh im Herzen, Die den bleichen Knaben sehn, Dem die Leiden, dem die Schmerzen Aufs Gesicht geschrieben stehn. Mitleidvolle Lüfte fächeln Kühlung seiner heißen Stirn; Labung möcht ins Herz ihm lächeln Manche sonst so spröde Dirn. Aus dem wilden Lärm der Städter Flüchtet er sich nach dem Wald. Lustig rauschen dort die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Allen tut es weh im Herzen,<br />
Die den bleichen Knaben sehn,<br />
Dem die Leiden, dem die Schmerzen<br />
Aufs Gesicht geschrieben stehn.
</p>
<p>
Mitleidvolle Lüfte fächeln<br />
Kühlung seiner heißen Stirn;<br />
Labung möcht ins Herz ihm lächeln<br />
Manche sonst so spröde Dirn.
</p>
<p>
Aus dem wilden Lärm der Städter<br />
Flüchtet er sich nach dem Wald.<br />
Lustig rauschen dort die Blätter,<br />
Lustger Vogelsang erschallt.
</p>
<p>
Doch der Sang verstummet balde,<br />
Traurig rauschet Baum und Blatt,<br />
Wenn der Traurige dem Walde<br />
Langsam sich genähert hat.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mit Rosen, Zypressen und Flittergold</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/mit-rosen-zypressen-und-flittergold</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 22:30:07 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=629</guid>
		<description><![CDATA[Mit Rosen, Zypressen und Flittergold Möcht ich verzieren, lieblich und hold, Dies Buch wie einen Totenschrein, Und sargen meine Lieder hinein. O könnt ich die Liebe sargen hinzu! Am Grabe der Liebe wächst Blümlein der Ruh, Da blüht es hervor, da pflückt man es ab - Doch mir blühts nur, wenn ich selber im Grab. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Mit Rosen, Zypressen und Flittergold<br />
Möcht ich verzieren, lieblich und hold,<br />
Dies Buch wie einen Totenschrein,<br />
Und sargen meine Lieder hinein.
</p>
<p>
O könnt ich die Liebe sargen hinzu!<br />
Am Grabe der Liebe wächst Blümlein der Ruh,<br />
Da blüht es hervor, da pflückt man es ab -<br />
Doch mir blühts nur, wenn ich selber im Grab.
</p>
<p>
Hier sind nun die Lieder, die einst so wild,<br />
Wie ein Lavastrom, der dem Ätna entquillt,<br />
Hervorgestürtzt aus dem tiefsten Gemüt,<br />
Und rings viel blitzende Funken versprüht!
</p>
<p>
Nun liegen sie stumm und Toten gleich,<br />
Nun starren sie kalt und nebelbleich.<br />
Doch aufs neu die alte Glut sie belebt,<br />
Wenn der Liebe Geist einst über sie schwebt.
</p>
<p>
Und es wird mir im Herzen viel Ahnung laut:<br />
Der Liebe Geist einst über sie taut;<br />
Einst kommt dies Buch in deine Hand,<br />
Du süßes Lieb im fernen Land.
</p>
<p>
Dann löst sich des Liedes Zauberbann,<br />
Die blassen Buchstaben schaun dich an,<br />
Sie schauen dir flehend ins schöne Aug,<br />
Und flüstern mit Wehmut und Liebeshauch.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Anfangs wollt ich fast verzagen</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/anfangs-wollt-ich-fast-verzagen</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 22:29:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Anfangs wollt ich fast verzagen, Und ich glaubt, ich trüg es nie; Und ich hab es doch getragen - Aber fragt mich nur nicht, wie?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anfangs wollt ich fast verzagen,<br />
Und ich glaubt, ich trüg es nie;<br />
Und ich hab es doch getragen -<br />
Aber fragt mich nur nicht, wie?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/anfangs-wollt-ich-fast-verzagen/feed</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Berg und Burgen schaun herunter</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/berg-und-burgen-schaun-herunter-2</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/berg-und-burgen-schaun-herunter-2#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 22:28:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Berg und Burgen schaun herunter In den spiegelhellen Rhein, Und mein Schiffchen segelt munter, Rings umglänzt von Sonnenschein. Ruhig seh ich zu dem Spiele Goldner Wellen, kraus bewegt; Still erwachen die Gefühle, Die ich tief im Busen hegt. Freundlich grüßend und verheißend Lockt hinab des Stromes Pracht; Doch ich kenn ihn, oben gleißend, Birgt sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Berg und Burgen schaun herunter<br />
In den spiegelhellen Rhein,<br />
Und mein Schiffchen segelt munter,<br />
Rings umglänzt von Sonnenschein.
</p>
<p>
Ruhig seh ich zu dem Spiele<br />
Goldner Wellen, kraus bewegt;<br />
Still erwachen die Gefühle,<br />
Die ich tief im Busen hegt.
</p>
<p>
Freundlich grüßend und verheißend<br />
Lockt hinab des Stromes Pracht;<br />
Doch ich kenn ihn, oben gleißend,<br />
Birgt sein Innres Tod und Nacht.
</p>
<p>
Oben Lust, im Busen Tücken,<br />
Strom, du bist der Liebsten Bild!<br />
Die kann auch so freundlich nicken,<br />
Lächelt auch so fromm und mild.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Warte, warte, wilder Schiffsmann</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 22:27:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Warte, warte, wilde Schiffsmann, Gleich folg ich zum Hafen dir; Von zwei Jungfraun nehm ich Abschied, Von Europa und von Ihr. Blutquell, rinn aus meinen Augen, Blutquell, brich aus meinem Leib, Daß ich mit dem heißen Blute Meine Schmerzen niederschreib. Ei, mein Lieb, warum just heute Schauderst du, mein Blut zu sehn? Sahst mich bleich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Warte, warte, wilde Schiffsmann,<br />
Gleich folg ich zum Hafen dir;<br />
Von zwei Jungfraun nehm ich Abschied,<br />
Von Europa und von Ihr.
</p>
<p>
Blutquell, rinn aus meinen Augen,<br />
Blutquell, brich aus meinem Leib,<br />
Daß ich mit dem heißen Blute<br />
Meine Schmerzen niederschreib.
</p>
<p>
Ei, mein Lieb, warum just heute<br />
Schauderst du, mein Blut zu sehn?<br />
Sahst mich bleich und herzeblutend<br />
Lange Jahre vor dir stehn!
</p>
<p>
Kennst du noch das alte Liedchen<br />
Von der Schlang im Paradies,<br />
Die durch schlimme Apfelgabe<br />
Unsern Ahn ins Elend stieß?
</p>
<p>
Alles Unheil brachten Äpfel!<br />
Eva bracht damit den Tod,<br />
Eris brachte Trojas Flammen,<br />
Du brachtst beides, Flamm und Tod.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Schöne Wiege meiner Leiden</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 22:26:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Schöne Wiege meiner Leiden, Schönes Grabmal meiner Ruh, Schöne Stadt, wir müssen scheiden, - Lebe wohl! ruf ich dir zu. Lebe wohl, du heilge Schwelle, Wo da wandelt Liebchen traut; Lebe wohl! du heilge Stelle, Wo ich sie zuerst geschaut. Hätt ich dich doch nie gesehen, Schöne Herzenskönigin! Nimmer war es dann geschehen, Daß ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Schöne Wiege meiner Leiden,<br />
Schönes Grabmal meiner Ruh,<br />
Schöne Stadt, wir müssen scheiden, -<br />
Lebe wohl! ruf ich dir zu.
</p>
<p>
Lebe wohl, du heilge Schwelle,<br />
Wo da wandelt Liebchen traut;<br />
Lebe wohl! du heilge Stelle,<br />
Wo ich sie zuerst geschaut.
</p>
<p>
Hätt ich dich doch nie gesehen,<br />
Schöne Herzenskönigin!<br />
Nimmer war es dann geschehen,<br />
Daß ich jetzt so elend bin.
</p>
<p>
Nie wollt ich dein Herze rühren,<br />
Liebe hab ich nie erfleht;<br />
Nur ein stilles Leben führen<br />
Wollt ich, wo dein Odem weht.
</p>
<p>
Doch du drängst mich selbst von hinnen,<br />
Bittre Worte spricht dein Mund;<br />
Wahnsinn wühlt in meinen Sinnen,<br />
Und mein Herz ist krank und wund.
</p>
<p>
Und die Glieder matt und träge<br />
Schlepp ich fort am Wanderstab,<br />
Bis mein müdes Haupt ich lege<br />
Ferne in ein kühles Grab.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Lieb Liebchen, legs Händchen</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 22:25:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Lieb Liebchen, legs Händchen aufs Herze mein; - Ach, hörst du, wies pochet im Kämmerlein? Da hauset ein Zimmermann schlimm und arg, Der zimmert mir einen Totensarg. Es hämmert und klopfet bei Tag und bei Nacht; Es hat mich schon längst um den Schlaf gebracht. Ach! sputet Euch, Meister Zimmermann, Damit ich balde schlafen kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieb Liebchen, legs Händchen aufs Herze mein; -<br />
Ach, hörst du, wies pochet im Kämmerlein?<br />
Da hauset ein Zimmermann schlimm und arg,<br />
Der zimmert mir einen Totensarg.
</p>
<p>
Es hämmert und klopfet bei Tag und bei Nacht;<br />
Es hat mich schon längst um den Schlaf gebracht.<br />
Ach! sputet Euch, Meister Zimmermann,<br />
Damit ich balde schlafen kann.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ich wandelte unter den Bäumen</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 22:24:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich wandelte unter den Bäumen Mit meinem Gram allein; Da kam das alte Träumen, Und schlich mir ins Herz hinein. Wer hat euch dies Wörtlein gelehret, Ihr Vöglein in luftiger Höh? Schweigt still! wenn mein Herz es höret, Dann tut es noch einmal so weh. »Es kam ein Jungfräulein gegangen, Die sang es immerfort, Da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ich wandelte unter den Bäumen<br />
Mit meinem Gram allein;<br />
Da kam das alte Träumen,<br />
Und schlich mir ins Herz hinein.
</p>
<p>
Wer hat euch dies Wörtlein gelehret,<br />
Ihr Vöglein in luftiger Höh?<br />
Schweigt still! wenn mein Herz es höret,<br />
Dann tut es noch einmal so weh.
</p>
<p>
»Es kam ein Jungfräulein gegangen,<br />
Die sang es immerfort,<br />
Da haben wir Vöglein gefangen<br />
Das hübsche, goldne Wort.«
</p>
<p>
Das sollt ihr mir nicht mehr erzählen,<br />
Ihr Vöglein wunderschlau;<br />
Ihr wollt meinen Kummer mir stehlen,<br />
Ich aber niemanden trau.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Es treibt mich hin, es treibt mich her!</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 22:23:33 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es treibt mich hin, es treibt mich her! Noch wenige Stunden, dann soll ich sie schauen, Sie selber, die Schönste der schönen Jungfrauen; - Du treues Herz, was pochst du so schwer! Die Stunden sind aber ein faules Volk! Schleppen sich behaglich träge, Schleichen gähnend ihre Wege; - Tummle dich, du faules Volk! Tobende Eile [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Es treibt mich hin, es treibt mich her!<br />
Noch wenige Stunden, dann soll ich sie schauen,<br />
Sie selber, die Schönste der schönen Jungfrauen; -<br />
Du treues Herz, was pochst du so schwer!
</p>
<p>
Die Stunden sind aber ein faules Volk!<br />
Schleppen sich behaglich träge,<br />
Schleichen gähnend ihre Wege; -<br />
Tummle dich, du faules Volk!
</p>
<p>
Tobende Eile mich treibend erfaßt!<br />
Aber wohl niemals liebten die Horen; -<br />
Heimlich im grausamen Bunde verschworen,<br />
Spotten sie tückisch der Liebenden Hast.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Morgens steh ich auf und frage</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 22:22:28 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Morgens steh ich auf und frage: Kommt feins Liebchen heut? Abends sink ich hin und klage: Ausblieb sie auch heut. In der Nacht mit meinem Kummer Lieg ich schlaflos, wach; Träumend, wie im halben Schlummer, Wandle ich bei Tag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Morgens steh ich auf und frage:<br />
Kommt feins Liebchen heut?<br />
Abends sink ich hin und klage:<br />
Ausblieb sie auch heut.
</p>
<p>
In der Nacht mit meinem Kummer<br />
Lieg ich schlaflos, wach;<br />
Träumend, wie im halben Schlummer,<br />
Wandle ich bei Tag.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Da hab ich viel blasse Leichen</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 22:01:45 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Traumbilder]]></category>

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		<description><![CDATA[Da hab ich viel blasse Leichen Beschworen mit Wortesmacht; Die wollen nun nicht mehr weichen Zurück in die alte Nacht. Das zähmende Sprüchlein vom Meister Vergaß ich vor Schauer und Graus; Nun ziehn die eignen Geister Mich selber ins neblichte Haus. Laßt ab, ihr finstern Dämonen! Laßt ab, und drängt mich nicht! Noch manche Freude [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Da hab ich viel blasse Leichen<br />
Beschworen mit Wortesmacht;<br />
Die wollen nun nicht mehr weichen<br />
Zurück in die alte Nacht.
</p>
<p>
Das zähmende Sprüchlein vom Meister<br />
Vergaß ich vor Schauer und Graus;<br />
Nun ziehn die eignen Geister<br />
Mich selber ins neblichte Haus.
</p>
<p>
Laßt ab, ihr finstern Dämonen!<br />
Laßt ab, und drängt mich nicht!<br />
Noch manche Freude mag wohnen<br />
Hier oben im Rosenlicht.
</p>
<p>
Ich muß ja immer streben<br />
Nach der Blume wunderhold;<br />
Was bedeutet&#8217; mein ganzes Leben,<br />
Wenn ich sie nicht lieben sollt?
</p>
<p>
Ich möcht sie nur einmal umfangen<br />
Und pressen ans glühende Herz!<br />
Nur einmal auf Lippen und Wangen<br />
Küssen den seligsten Schmerz!
</p>
<p>
Nur einmal aus ihrem Munde<br />
Möcht ich hören ein liebendes Wort -<br />
Alsdann wollt ich folgen zur Stunde<br />
Euch, Geister, zum finsteren Ort.
</p>
<p>
Die Geister habens vernommen,<br />
Und nicken schauerlich.<br />
Feins Liebchen, nun bin ich gekommen;<br />
Feins Liebchen, liebst du mich?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ich lag und schlief</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/ich-lag-und-schlief</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 22:00:19 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Traumbilder]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=598</guid>
		<description><![CDATA[Ich lag und schlief, und schlief recht mild, Verscheucht war Gram und Leid; Da kam zu mir ein Traumgebild, Die allerschönste Maid. Sie war wie Marmelstein so bleich, Und heimlich wunderbar; Im Auge schwamm es perlengleich, Gar seltsam wallt&#8217; ihr Haar. Und leise, leise sich bewegt Die marmorblasse Maid, Und an mein Herz sich niederlegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ich lag und schlief, und schlief recht mild,<br />
Verscheucht war Gram und Leid;<br />
Da kam zu mir ein Traumgebild,<br />
Die allerschönste Maid.
</p>
<p>
Sie war wie Marmelstein so bleich,<br />
Und heimlich wunderbar;<br />
Im Auge schwamm es perlengleich,<br />
Gar seltsam wallt&#8217; ihr Haar.
</p>
<p>
Und leise, leise sich bewegt<br />
Die marmorblasse Maid,<br />
Und an mein Herz sich niederlegt<br />
Die marmorblasse Maid.
</p>
<p>
Wie bebt und pocht vor Weh und Lust<br />
Mein Herz, und brennet heiß!<br />
Nicht bebt, nicht pocht der Schönen Brust,<br />
Die ist so kalt wie Eis.
</p>
<p>
»Nicht bebt, nicht pocht wohl meine Brust;<br />
Die ist wie Eis so kalt;<br />
Doch kenn auch ich der Liebe Lust,<br />
Der Liebe Allgewalt.
</p>
<p>
Mir blüht kein Rot auf Mund und Wang,<br />
Mein Herz durchströmt kein Blut;<br />
Doch sträube dich nicht schaudernd bang,<br />
Ich bin dir hold und gut.«
</p>
<p>
Und wilder noch umschlang sie mich,<br />
Und tat mir fast ein Leid;<br />
Da kräht der Hahn &#8211; und stumm entwich<br />
Die marmorblasse Maid.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ich kam von meiner Herrin Haus</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/ich-kam-von-meiner-herrin-haus</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:59:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Traumbilder]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich kam von meiner Herrin Haus Und wandelt in Wahnsinn und Mitternachtgraus. Und wie ich am Kirchhof vorübergehn will, Da winken die Gräber ernst und still. Da winkts von des Spielmanns Leichenstein; Das war der flimmernde Mondesschein. Da lispelts: Lieb Bruder, ich komme gleich! Da steigts aus dem Grabe nebelbleich. Der Spielmann wars, der entstiegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ich kam von meiner Herrin Haus<br />
Und wandelt in Wahnsinn und Mitternachtgraus.<br />
Und wie ich am Kirchhof vorübergehn will,<br />
Da winken die Gräber ernst und still.
</p>
<p>
Da winkts von des Spielmanns Leichenstein;<br />
Das war der flimmernde Mondesschein.<br />
Da lispelts: Lieb Bruder, ich komme gleich!<br />
Da steigts aus dem Grabe nebelbleich.
</p>
<p>
Der Spielmann wars, der entstiegen jetzt,<br />
Und hoch auf den Leichenstein sich setzt.<br />
In die Saiten der Zither greift er schnell,<br />
Und singt dabei recht hohl und grell:
</p>
<p>
    Ei! kennt ihr noch das alte Lied,<br />
    Das einst so wild die Brust durchglüht,<br />
    Ihr Saiten dumpf und trübe?<br />
    Die Engel, die nennen es Himmelsfreud,<br />
    Die Teufel, die nennen es Höllenleid,<br />
    Die Menschen, die nennen es: Liebe!
</p>
<p>
Kaum tönte des letzten Wortes Schall,<br />
Da taten sich auf die Gräber all;<br />
Viel Luftgestalten dringen hervor,<br />
Umschweben den Spielmann und schrillen im Chor:
</p>
<p>
    Liebe! Liebe! deine Macht<br />
    Hat uns hier zu Bett gebracht<br />
    Und die Augen zugemacht -<br />
    Ei, was rufst du in der Nacht?
</p>
<p>
So heult es verworren, und ächzet und girrt,<br />
Und brauset und sauset, und krächzet und klirrt;<br />
Und der tolle Schwarm den Spielmann umschweift,<br />
Und der Spielmann wild in die Saiten greift:
</p>
<p>
    Bravo! bravo! immer toll!<br />
    Seid willkommen!<br />
    Habt vernommen,<br />
    Daß mein Zauberwort erscholl!<br />
    Liegt man doch jahraus, jahrein,<br />
    Mäuschenstill im Kämmerlein;<br />
    Laßt uns heute lustig sein!<br />
    Mit Vergunst -<br />
    Seht erst zu, sind wir allein? -<br />
    Narren waren wir im Leben<br />
    Und mit toller Wut ergeben<br />
    Einer tollen Liebesbrunst.<br />
    Kurzweil kann uns heut nicht fehlen,<br />
    Jeder soll hier treu erzählen,<br />
    Was ihn weiland hergebracht,<br />
    Wie gehetzt,<br />
    Wie zerfetzt<br />
    Ihn die tolle Liebesjagd.
</p>
<p>
Da hüpft aus dem Kreise, so leicht wie der Wind,<br />
Ein mageres Wesen, das summend beginnt:
</p>
<p>
    Ich war ein Schneidergeselle<br />
    Mit Nadel und mit Scher;<br />
    Ich war so flink und schnelle<br />
    Mit Nadel und mit Scher;<br />
    Da kam die Meisterstochter<br />
    Mit Nadel und mit Scher;<br />
    Und hat mir ins Herz gestochen<br />
    Mit Nadel und mit Scher.
</p>
<p>
Da lachten die Geister im lustigen Chor;<br />
Ein Zweiter trat still und ernst hervor:
</p>
<p>
    Den Rinaldo Rinaldini,<br />
    Schinderhanno, Orlandini,<br />
    Und besonders Carlo Moor<br />
    Nahm ich mir als Muster vor.
</p>
<p>
    Auch verliebt &#8211; mit Ehr zu melden -<br />
    Hab ich mich, wie jene Helden,<br />
    Und das schönste Frauenbild<br />
    Spukte mir im Kopfe wild.
</p>
<p>
    Und ich seufzte auch und girrte;<br />
    Und wenn Liebe mich verwirrte,<br />
    Steckt ich meine Finger rasch<br />
    In des Herren Nachbars Tasch.
</p>
<p>
    Doch der Gassenvogt mir grollte,<br />
    Daß ich Sehnsuchtstränen wollte<br />
    Trocknen mit dem Taschentuch,<br />
    Das mein Nachbar bei sich trug.
</p>
<p>
    Und nach frommer Häschersitte<br />
    Nahm man still mich in die Mitte,<br />
    Und das Zuchthaus, heilig groß,<br />
    Schloß mir auf den Mutterschoß.
</p>
<p>
    Schwelgend süß in Liebessinnen,<br />
    Saß ich dort beim Wollespinnen,<br />
    Bis Rinaldos Schatten kam<br />
    Und die Seele mit sich nahm.
</p>
<p>
Da lachten die Geister im lustigen Chor;<br />
Geschminkt und geputzt trat ein Dritter hervor:
</p>
<p>
    Ich war ein König der Bretter<br />
    Und spielte das Liebhaberfach,<br />
    Ich brüllte manch wildes: Ihr Götter!<br />
    Ich seufzte manch zärtliches: Ach!
</p>
<p>
    Den Mortimer spielt ich am besten,<br />
    Maria war immer so schön!<br />
    Doch trotz der natürlichsten Gesten,<br />
    Sie wollte mich nimmer verstehn. -
</p>
<p>
    Einst, als ich verzweifelnd am Ende:<br />
    »Maria, du Heilige!« rief,<br />
    Da nahm ich den Dolch behende -<br />
    Und stach mich ein bißchen zu tief.
</p>
<p>
Da lachten die Geister im lustigen Chor;<br />
Im weißen Flausch trat ein Vierter hervor:
</p>
<p>
    Vom Katheder schwatzte herab der Professor,<br />
    Er schwatzte, und ich schlief gut dabei ein;<br />
    Doch hätt mirs behagt noch tausendmal besser<br />
    Bei seinem holdseligen Töchterlein.
</p>
<p>
    Sie hatt mir oft zärtlich am Fenster genicket,<br />
    Die Blume der Blumen, mein Lebenslicht!<br />
    Doch die Blume der Blumen ward endlich gepflücket<br />
    Vom dürren Philister, dem reichen Wicht.
</p>
<p>
    Da flucht ich den Weibern und reichen Halunken,<br />
    Und mischte mir Teufelskraut in den Wein,<br />
    Und hab mit dem Tode Smollis getrunken, -<br />
    Der sprach: Fiduzit, ich heiße Freund Hein!
</p>
<p>
Da lachten die Geister im lustigen Chor;<br />
Einen Strick um den Hals, trat ein Fünfter hervor:
</p>
<p>
    Es prunkte und prahlte der Graf beim Wein<br />
    Mit dem Töchterchen sein und dem Edelgestein.<br />
    Was schert mich, du Gräflein, dein Edelgestein?<br />
    Mir mundet weit besser dein Töchterlein.
</p>
<p>
    Sie lagen wohl beid unter Riegel und Schloß,<br />
    Und der Graf besold&#8217;te viel Dienertroß.<br />
    Was scheren mich Diener und Riegel und Schloß? -<br />
    Ich stieg getrost auf die Leitersproß.
</p>
<p>
    An Liebchens Fensterlein klettr ich getrost,<br />
    Da hör ich es unten fluchen erbost:<br />
    »Fein sachte, mein Bübchen, muß auch dabei sein,<br />
    Ich liebe ja auch das Edelgestein.«
</p>
<p>
    So spöttelt der Graf und erfaßt mich gar,<br />
    Und jauchzend umringt mich die Dienerschar.<br />
    »Zum Teufel, Gesindel! ich bin ja kein Dieb;<br />
    Ich wollte nur stehlen mein trautes Lieb!«
</p>
<p>
    Da half kein Gerede, da half kein Rat,<br />
    Da machte man hurtig die Stricke parat;<br />
    Wie die Sonne kam, da wundert sie sich,<br />
    Am hellen Galgen fand sie mich.
</p>
<p>
Da lachten die Geister im lustigen Chor;<br />
Den Kopf in der Hand, trat ein Sechster hervor:
</p>
<p>
    Zum Weidwerk trieb mich Liebesharm;<br />
    Ich schlich umher, die Büchs im Arm.<br />
    Da schnarrets hohl vom Baum herab,<br />
    Der Rabe rief: Kopf &#8211; ab! Kopf &#8211; ab!
</p>
<p>
    O, spürt ich doch ein Täubchen aus,<br />
    Ich brächt es meinem Lieb nach Haus!<br />
    So dacht ich, und in Busch und Strauch<br />
    Späht rignsumher mein Jägeraug.
</p>
<p>
    Was koset dort? was schnäbelt fein?<br />
    Zwei Turteltäubchen mögens sein.<br />
    Ich schleich herbei, &#8211; den Hahn gespannt, -<br />
    Sieh da! mein eignes Lieb ich fand.
</p>
<p>
    Das war mein Täubchen, meine Braut,<br />
    Ein fremder Mann umarmt sie traut -<br />
    Nun, alter Schütze, treffe gut!<br />
    Da lag der fremde Mann im Blut.
</p>
<p>
    Bald drauf ein Zug mit Henkersfron -<br />
    Ich selbst dabei als Hauptperson -<br />
    Den Wald durchzog. Vom Baum herab<br />
    Der Rabe rief: Kopf &#8211; ab! Kopf &#8211; ab!
</p>
<p>
Da lachten die Geister im lustigen Chor;<br />
Da trat der Spielmann selber hervor:
</p>
<p>
    Ich hab mal ein Liedchen gesungen,<br />
    Das schöne Lied ist aus;<br />
    Wenn das Herz im Leibe zersprungen,<br />
    Dann gehen die Lieder nach Haus!
</p>
<p>
Und das tolle Gelächter sich doppelt erhebt,<br />
Und die bleiche Schar im Kreise schwebt.<br />
Da scholl vom Kirchturm »Eins« herab,<br />
Da stürzten die Geister sich heulend ins Grab.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Nun hast du das Kaufgeld</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:56:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Traumbilder]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun hast du das Kaufgeld, nun zögerst du doch? Blutfinstrer Gesell, was zögerst du noch? Schon sitze ich harrend im Kämmerlein traut, Und Mitternacht naht schon &#8211; es fehlt nur die Braut. Viel schauernde Lüftchen vom Kirchhofe wehn; - Ihr Lüftchen, habt ihr mein Bräutchen gesehn? Viel blasse Larven gestalten sich da, Umknixen mich grinsend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Nun hast du das Kaufgeld, nun zögerst du doch?<br />
Blutfinstrer Gesell, was zögerst du noch?<br />
Schon sitze ich harrend im Kämmerlein traut,<br />
Und Mitternacht naht schon &#8211; es fehlt nur die Braut.
</p>
<p>
Viel schauernde Lüftchen vom Kirchhofe wehn; -<br />
Ihr Lüftchen, habt ihr mein Bräutchen gesehn?<br />
Viel blasse Larven gestalten sich da,<br />
Umknixen mich grinsend und nicken: O ja!
</p>
<p>
Pack aus, was bringst du für Botschafterei,<br />
Du schwarzer Schlingel in Feuerlivrei?<br />
»Die gnädige Herrschaft meldet sich an,<br />
Gleich kommt sie gefahren im Drachengespann.«
</p>
<p>
Du lieb grau Männchen, was ist dein Begehr?<br />
Mein toter Magister, was treibt dich her?<br />
Er schaut mich mit schweigend trübseligem Blick,<br />
Und schüttelt das Haupt, und wandelt zurück.
</p>
<p>
Was winselt und wedelt der zottge Gesell?<br />
Was glimmert schwarz Katers Auge so hell?<br />
Was heulen die Weiber mit fliegendem Haar?<br />
Was lullt mir Frau Amme mein Wiegenlied gar?
</p>
<p>
Frau Amme, bleib heut mit dem Singsang zu Haus,<br />
Das Eiapopeia ist lange schon aus;<br />
Ich feire ja heute mein Hochzeitsfest -<br />
Da schau mal, da kommen schon zierliche Gäst.
</p>
<p>
Da schau mal! Ihr Herren, das nenn ich galant!<br />
Ihr tragt, statt der Hüte, die Köpf in der Hand!<br />
Ihr Zappelbeinleutchen im Galgenornat,<br />
Der Wind ist so still, was kommt ihr so spat?
</p>
<p>
Da kommt auch alt Besenstielmütterchen schon.<br />
Ach segne mich, Mütterchen, bin ja dein Sohn.<br />
Da zittert der Mund im weißen Gesicht:<br />
»In Ewigkeit Amen!« das Mütterchen spricht.
</p>
<p>
Zwölf winddürre Musiker schlendern herein;<br />
Blind Fiedelweib holpert wohl hintendrein.<br />
Da schleppt der Hanswurst, in buntscheckiger Jack,<br />
Den Totengräber huckepack.
</p>
<p>
Es tanzen zwölf Klosterjungfrauen herein;<br />
Die schielende Kupplerin führet den Reihn.<br />
Es folgen zwölf lüsterne Pfäfflein schon,<br />
Und pfeifen ein Schandlied im Kirchenton.
</p>
<p>
Herr Trödler, o schrei dir nicht blau das Gesicht,<br />
Im Fegfeuer nützt dir dein Pelzröckel nicht;<br />
Dort heizet man gratis jahraus, jahrein,<br />
Statt mit Holz, mit Fürsten- und Bettlergebein.
</p>
<p>
Die Blumenmädchen sind bucklicht und krumm,<br />
Und purzeln kopfüber im Zimmer herum.<br />
Ihr Eulengesichter mit Heuschreckenbein,<br />
Hei! laßt mir das Rippengeklapper nur sein!
</p>
<p>
Die sämtliche Höll ist los fürwahr,<br />
Und lärmet und schwärmet in wachsender Schar.<br />
Sogar der Verdammniswalzer erschallt -<br />
Still, still! nun kommt mein feins Liebchen auch bald.
</p>
<p>
Gesindel, sei still, oder trolle dich fort!<br />
Ich höre kaum selber mein leibliches Wort -<br />
Ei, rasselt nicht eben ein Wagen vor?<br />
Frau Köchin! wo bist du? Schnell öffne das Tor!
</p>
<p>
Willkommen, feins Liebchen, wie gehts dir, mein Schatz?<br />
Willkommen Herr Pastor, ach nehmen Sie Platz!<br />
Herr Pastor mit Pferdefuß und Schwanz.<br />
Ich bin Eur Ehrwürden Diensteigener ganz!
</p>
<p>
Lieb Bräutchen, was stehst du so stumm und bleich?<br />
Der Herr Pastor schreitet zur Trauung sogleich;<br />
Wohl zahl ich ihm teure, blutteure Gebühr,<br />
Doch dich zu besitzen gilts Kinderspiel mir.
</p>
<p>
Knie nieder, süß Bräutchen, knie hin mir zur Seit! -<br />
Da kniet sie, da sinkt sie &#8211; o selige Freud! -<br />
Sie sinkt mir ans Herz, an die schwellende Brust,<br />
Ich halt sie umschlungen mit schauernder Lust.
</p>
<p>
Die Goldlockenwellen umspielen uns beid:<br />
An mein Herze pocht das Herze der Maid.<br />
Sie pochen wohl beide vor Lust und vor Weh,<br />
Und schweben hinauf in die Himmelshöh.
</p>
<p>
Die Herzlein schwimmen im Freudensee,<br />
Dort oben in Gottes heilger Höh;<br />
Doch auf den Häuptern, wie Grausen und Brand,<br />
Da hat die Hölle gelegt die Hand.
</p>
<p>
Das ist der finstre Sohn der Nacht,<br />
Der hier den segnenden Priester macht;<br />
Er murmelt die Formel aus blutigem Buch,<br />
Sein Beten ist Lästern, sein Segnen ist Fluch.
</p>
<p>
Und es krächzet und zischet und heulet toll,<br />
Wie Wogengebrause, wie Donnergeroll; -<br />
Da blitzet auf einmal ein bläuliches Licht -<br />
»In Ewigkeit, Amen!«das Mütterchen spricht.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Im süßen Traum, bei stiller Nacht</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/im-susen-traum-bei-stiller-nacht</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:55:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Traumbilder]]></category>

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		<description><![CDATA[Im süßen Traum, bei stiller Nacht, Da kam zu mir, mit Zaubermacht, Mit Zaubermacht, die Liebste mein, Sie kam zu mir ins Kämmerlein. Ich schau sie an, das holde Bild! Ich schau sie an, sie lächelt mild, Und lächelt, bis das Herz mir schwoll, Und stürmisch kühn das Wort entquoll: »Nimm hin, nimm alles was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Im süßen Traum, bei stiller Nacht,<br />
Da kam zu mir, mit Zaubermacht,<br />
Mit Zaubermacht, die Liebste mein,<br />
Sie kam zu mir ins Kämmerlein.
</p>
<p>
Ich schau sie an, das holde Bild!<br />
Ich schau sie an, sie lächelt mild,<br />
Und lächelt, bis das Herz mir schwoll,<br />
Und stürmisch kühn das Wort entquoll:
</p>
<p>
»Nimm hin, nimm alles was ich hab,<br />
Mein Liebstes tret ich gern dir ab,<br />
Dürft ich dafür dein Buhle sein,<br />
Von Mitternacht bis Hahnenschrein.«
</p>
<p>
Da staunt&#8217; mich an gar seltsamlich,<br />
So lieb, so weh und inniglich,<br />
Und sprach zu mir die schöne Maid:<br />
O, gib mir deine Seligkeit!
</p>
<p>
»Mein Leben süß, mein junges Blut,<br />
Gäb ich, mit Freud und wohlgemut,<br />
Für dich, o Mädchen engelgleich -<br />
Doch nimmermehr das Himmelreich.«
</p>
<p>
Wohl braust hervor mein rasches Wort,<br />
Doch blühet schöner immerfort,<br />
Und immer spricht die schöne Maid:<br />
O, gib mir deine Seligkeit!
</p>
<p>
Dumpf dröhnt dies Wort mir ins Gehör,<br />
Und schleudert mir ein Glutenmeer<br />
Wohl in der Seele tiefsten Raum;<br />
Ich atme schwer, ich atme kaum. -
</p>
<p>
Das waren weiße Engelein,<br />
Umglänzt von goldnem Glorienschein;<br />
Nun aber stürmte wild herauf<br />
Ein greulich schwarzer Koboldhauf.
</p>
<p>
Die rangen mit den Engelein,<br />
Und drängten fort die Engelein;<br />
Und endlich auch die schwarze Schar<br />
In Nebelduft zerronnen war. -
</p>
<p>
Ich aber wollt in Lust vergehn,<br />
Ich hielt im Arm mein Liebchen schön;<br />
Sie schmiegt sich an mich wie ein Reh,<br />
Doch weint sie auch mit bitterm Weh.
</p>
<p>
Feins Liebchen weint; ich weiß warum,<br />
Und küß ihr Rosenmündlein stumm. -<br />
»O still&#8217;, feins Lieb, die Tränenflut,<br />
Ergib dich meiner Liebesglut!«
</p>
<p>
»Ergib dich meiner Liebesglut -«<br />
Da plötzlich starrt zu Eis mein Blut;<br />
Laut bebet auf der Erde Grund,<br />
Und öffnet gähnend sich ein Schlund.
</p>
<p>
Und aus dem schwarzen Schlunde steigt<br />
Die schwarze Schar; &#8211; feins Lieb erbleicht!<br />
Aus meinen Armen schwand feins Lieb;<br />
Ich ganz alleine stehen blieb.
</p>
<p>
Da tanzt im Kreise wunderbar,<br />
Um mich herum, die schwarze Schar,<br />
Und drängt heran, erfaßt mich bald,<br />
Und gellend Hohngelächter schallt.
</p>
<p>
Und immer enger wird der Kreis,<br />
Und immer summt die Schauerweis:<br />
Du gabest hin die Seligkeit,<br />
Gehörst uns nun in Ewigkeit!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Was treibt und tobt mein tolles Blut?</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:53:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Traumbilder]]></category>

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		<description><![CDATA[Was treibt und tobt mein tolles Blut? Was flammt mein Herz in wilder Glut? Es kocht mein Blut und schäumt und gärt, Und grimme Glut mein Herz verzehrt. Das Blut ist toll, und gärt und schäumt, Weil ich den bösen Traum geträumt; Es kam der finstre Sohn der Nacht, Und hat mich keuchend fortgebracht. Er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Was treibt und tobt mein tolles Blut?<br />
Was flammt mein Herz in wilder Glut?<br />
Es kocht mein Blut und schäumt und gärt,<br />
Und grimme Glut mein Herz verzehrt.
</p>
<p>
Das Blut ist toll, und gärt und schäumt,<br />
Weil ich den bösen Traum geträumt;<br />
Es kam der finstre Sohn der Nacht,<br />
Und hat mich keuchend fortgebracht.
</p>
<p>
Er bracht mich in ein helles Haus,<br />
Wo Harfenklang und Saus und Braus<br />
Und Fackelglanz und Kerzenschein;<br />
Ich kam zum Saal, ich trat hinein.
</p>
<p>
Das war ein lustig Hochzeitsfest;<br />
Zu Tafel saßen froh die Gäst.<br />
Und wie ich nach dem Brautpaar schaut -<br />
O weh! mein Liebchen war die Braut.
</p>
<p>
Das war mein Liebchen wunnesam,<br />
Ein fremder Mann war Bräutigam;<br />
Dicht hinterm Ehrenstuhl der Braut,<br />
Da blieb ich stehn, gab keinen Laut.
</p>
<p>
Es rauscht Musik &#8211; gar still stand ich;<br />
Der Freudenlärm betrübte mich.<br />
Die Braut, sie blickt so hochbeglückt,<br />
Der Bräutgam ihre Hände drückt.
</p>
<p>
Der Bräutgam füllt den Becher sein,<br />
Und trinkt daraus, und reicht gar fein<br />
Der Braut ihn hin; sie lächelt Dank -<br />
O weh! mein rotes Blut sie trank.
</p>
<p>
Die Braut ein hübsches Äpflein nahm,<br />
Und reicht es hin dem Bräutigam.<br />
Der nahm sein Messer, schnitt hinein -<br />
O weh! das war das Herze mein.
</p>
<p>
Sie äugeln süß, sie äugeln lang,<br />
Der Bräutgam kühn die Braut umschlang,<br />
Und küßt sie auf die Wangen rot, -<br />
O weh! mich küßt der kalte Tod.
</p>
<p>
Wie Blei lag meine Zung im Mund,<br />
Daß ich kein Wörtlein sprechen kunnt.<br />
Da rauscht es auf, der Tanz begann;<br />
Das schmucke Brautpaar tanzt voran.
</p>
<p>
Und wie ich stand so leichenstumm,<br />
Die Tänzer schweben flink herum; -<br />
Ein leises Wort der Bräutgam spricht,<br />
Die Braut wird rot, doch zürnt sie nicht. &#8211;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Im Traum sah ich ein Männchen</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:52:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Traumbilder]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=588</guid>
		<description><![CDATA[Im Traum sah ich ein Männchen klein und putzig, Das ging auf Stelzen, Schritte ellenweit, Trug weiße Wäsche und ein feines Kleid, Inwendig aber war es grob und schmutzig. Inwendig war es jämmerlich, nichtsnutzig, Jedoch von außen voller Würdigkeit; Von der Courage sprach es lang und breit, Und tat sogar recht trutzig und recht stutzig. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Im Traum sah ich ein Männchen klein und putzig,<br />
Das ging auf Stelzen, Schritte ellenweit,<br />
Trug weiße Wäsche und ein feines Kleid,<br />
Inwendig aber war es grob und schmutzig.
</p>
<p>
Inwendig war es jämmerlich, nichtsnutzig,<br />
Jedoch von außen voller Würdigkeit;<br />
Von der Courage sprach es lang und breit,<br />
Und tat sogar recht trutzig und recht stutzig.
</p>
<p>
»Und weißt du, wer das ist? Komm her und schau!«<br />
So sprach der Traumgott, und er zeigt&#8217; mir schlau<br />
Die Bilderflut in eines Spiegels Rahmen.
</p>
<p>
Vor einem Altar stand das Männchen da,<br />
Mein Lieb daneben, beide sprachen: Ja!<br />
Und tausend Teufel riefen lachend: Amen!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Im nächtgen Traum</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/im-nachtgen-traum</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:50:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Traumbilder]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=586</guid>
		<description><![CDATA[Im nächtgen Traum hab ich mich selbst geschaut, In schwarzem Galafrack und seidner Weste, Manschetten an der Hand, als gings zum Feste, Und vor mir stand mein Liebchen, süß und traut. Ich beugte mich und sagte: »Sind Sie Braut? Ei! ei! so gratulier ich, meine Beste!« Doch fast die Kehle mir zusammenpreßte Der langgezogne, vornehm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Im nächtgen Traum hab ich mich selbst geschaut,<br />
In schwarzem Galafrack und seidner Weste,<br />
Manschetten an der Hand, als gings zum Feste,<br />
Und vor mir stand mein Liebchen, süß und traut.
</p>
<p>
Ich beugte mich und sagte: »Sind Sie Braut?<br />
Ei! ei! so gratulier ich, meine Beste!«<br />
Doch fast die Kehle mir zusammenpreßte<br />
Der langgezogne, vornehm kalte Laut.
</p>
<p>
Und bittre Tränen plötzlich sich ergossen<br />
Aus Liebchens Augen, und in Tränenwogen<br />
Ist mir das holde Bildnis fast zerflossen.
</p>
<p>
O süße Augen, fromme Liebessterne,<br />
Obschon ihr mir im Wachen oft gelogen,<br />
Und auch im Traum, glaub ich euch dennoch gerne!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein Traum, gar seltsam schauerlich</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/ein-traum-gar-seltsam-schauerlich</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/ein-traum-gar-seltsam-schauerlich#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:49:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Traumbilder]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=584</guid>
		<description><![CDATA[Ein Traum, gar seltsam schauerlich, Ergötzte und erschreckte mich. Noch schwebt mir vor manch grausig Bild, Und in dem Herzen wogt es wild. Das war ein Garten, wunderschön, Da wollt ich lustig mich ergehn; Viel schöne Blumen sahn mich an, Ich hatte meine Freude dran. Es zwitscherten die Vögelein Viel muntre Liebesmelodein; Die Sonne rot, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ein Traum, gar seltsam schauerlich,<br />
Ergötzte und erschreckte mich.<br />
Noch schwebt mir vor manch grausig Bild,<br />
Und in dem Herzen wogt es wild.
</p>
<p>
Das war ein Garten, wunderschön,<br />
Da wollt ich lustig mich ergehn;<br />
Viel schöne Blumen sahn mich an,<br />
Ich hatte meine Freude dran.
</p>
<p>
Es zwitscherten die Vögelein<br />
Viel muntre Liebesmelodein;<br />
Die Sonne rot, von Gold umstrahlt,<br />
Die Blumen lustig bunt bemalt.
</p>
<p>
Viel Balsamduft aus Kräutern rinnt,<br />
Die Lüfte wehen lieb und lind;<br />
Uns alles schimmert, alles lacht,<br />
Und zeigt mir freundlich seine Pracht.
</p>
<p>
Inmitten in dem Blumenland<br />
Ein klarer Marmorbrunnen stand;<br />
Da schaut ich eine schöne Maid,<br />
Die emsig wusch ein weißes Kleid.
</p>
<p>
Die Wänglein süß, die Äuglein mild,<br />
Ein blondgelocktes Heilgenbild;<br />
Und wie ich schau, die Maid ich fand<br />
So fremd und doch so wohlbekannt.
</p>
<p>
Die schöne Maid, die sputet sich,<br />
Sie summt ein Lied gar wunderlich:<br />
»Rinne, rinne, Wässerlein,<br />
Wasche mir das Linnen rein.«
</p>
<p>
Ich ging und nahete mich ihr,<br />
Und flüsterte: O sage mir,<br />
Du wunderschöne, süße Maid,<br />
Für wen ist dieses weiße Kleid?
</p>
<p>
Da sprach sie schnell: Sei bald bereit,<br />
Ich wasche dir dein Totenkleid!<br />
Und als sie dies gesprochen kaum,<br />
Zerfloß das ganze Bild, wie Schaum. -
</p>
<p>
Und fortgezaubert stand ich bald<br />
In einem düstern, wilden Wald.<br />
Die Bäume ragten himmelan;<br />
Ich stand erstaunt und sann und sann.
</p>
<p>
Und horch! welch dumpfer Widerhall!<br />
Wie ferner Äxtenschläge Schall;<br />
Ich eil durch Busch und Wildnis fort,<br />
Und komm an einen freien Ort.
</p>
<p>
Inmitten in dem grünen Raum,<br />
Da stand ein großer Eichenbaum;<br />
Und sieh! mein Mägdlein wundersam<br />
Haut mit dem Beil den Eichenstamm.
</p>
<p>
Und Schlag auf Schlag, und sonder Weil,<br />
Summt sie ein Lied und schwingt das Beil:<br />
»Eisen blink, Eisen blank,<br />
Zimmre hurtig Eichenschrank.«
</p>
<p>
Ich ging und nahete mich ihr,<br />
Und flüsterte: O sage mir,<br />
Du wundersüßes Mägdelein,<br />
Wem zimmerst du den Eichenschrein?
</p>
<p>
Da sprach sie schnell: Die Zeit ist karg,<br />
Ich zimmre deinen Totensarg!<br />
Und als sie dies gesprochen kaum,<br />
Zerfloß das ganze Bild, wie Schaum. -
</p>
<p>
Es lag so bleich, es lag so weit<br />
Ringsum nur kahle, kahle Heid;<br />
Ich wußte nicht, wie mir geschah,<br />
Und heimlich schaudernd stand ich da.
</p>
<p>
Und nun ich eben fürder schweif,<br />
Gewahr ich einen weißen Streif;<br />
Ich eilt drauf zu, und eilt und stand,<br />
Und sieh! die schöne Maid ich fand.
</p>
<p>
Auf weiter Heid stand weiße Maid,<br />
Grub tief die Erd mit Grabescheit.<br />
Kaum wagt ich noch sie anzuschaun,<br />
Sie war so schön und doch ein Graun.
</p>
<p>
Die schöne Maid, die sputet sich,<br />
Sie summt ein Lied gar wunderlich:<br />
»Spaten, Spaten, scharf und breit,<br />
Schaufle Grube tief und weit.«
</p>
<p>
Ich ging und nahete mich ihr,<br />
Und flüsterte: O sage mir,<br />
Du wunderschöne, süße Maid,<br />
Was diese Grube hier bedeut&#8217;t?
</p>
<p>
Da sprach sie schnell: »Sei still, ich hab<br />
Geschaufelt dir ein kühles Grab.«<br />
Und als so sprach die schöne Maid,<br />
Da öffnet sich die Grube weit;
</p>
<p>
Und als ich in die Grube schaut,<br />
Ein kalter Schauer mich durchgraut;<br />
Und in die dunkle Grabesnacht<br />
Stürzt ich hinein &#8211; und bin erwacht.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Mir träumte einst</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/mir-traumte-einst</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:47:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Traumbilder]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=582</guid>
		<description><![CDATA[Mir träumte einst von wildem Liebesglühn, Von hübschen Locken, Myrten und Resede, Von süßen Lippen und von bittrer Rede, Von düstrer Lieder düstern Melodien. Verblichen und verweht sind längst die Träume, Verweht ist gar mein liebstes Traumgebild! Geblieben ist mir nur, was glutenwild Ich einst gegossen hab in weiche Reime. Du bliebst, verwaistes Lied! Verweh [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Mir träumte einst von wildem Liebesglühn,<br />
Von hübschen Locken, Myrten und Resede,<br />
Von süßen Lippen und von bittrer Rede,<br />
Von düstrer Lieder düstern Melodien.
</p>
<p>
Verblichen und verweht sind längst die Träume,<br />
Verweht ist gar mein liebstes Traumgebild!<br />
Geblieben ist mir nur, was glutenwild<br />
Ich einst gegossen hab in weiche Reime.
</p>
<p>
Du bliebst, verwaistes Lied! Verweh jetzt auch,<br />
Und such das Traumbild, das mir längst entschwunden,<br />
Und grüß es mir, wenn du es aufgefunden &#8211;<br />
Dem luftgen Schatten send ich luftgen Hauch.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Im Hafen</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/im-hafen</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:39:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=564</guid>
		<description><![CDATA[Glücklich der Mann, der den Hafen erreicht hat Und hinter sich ließ das Meer und die Stürme Und jetzo warm und ruhig sitzt Im guten Ratskeller zu Bremen. Wie doch die Welt so traulich und lieblich Im Römerglas sich widerspiegelt, Und wie der wogende Mikrokosmos Sonnig hinabfließt ins durstige Herz! Alles erblick ich im Glas, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Glücklich der Mann, der den Hafen erreicht hat<br />
Und hinter sich ließ das Meer und die Stürme<br />
Und jetzo warm und ruhig sitzt<br />
Im guten Ratskeller zu Bremen.</p>
<p>Wie doch die Welt so traulich und lieblich<br />
Im Römerglas sich widerspiegelt,<br />
Und wie der wogende Mikrokosmos<br />
Sonnig hinabfließt ins durstige Herz!<br />
Alles erblick ich im Glas,<br />
Alte und neue Völkergeschichte,<br />
Türken und Griechen, Hegel und Gans,<br />
Zitronenwälder und Wachtparaden,<br />
Berlin und Schilda und Tunis und Hamburg,<br />
Vor allem aber das Bild der Geliebten,<br />
Das Engelköpfchen auf Rheinweingoldgrund.</p>
<p>O, wie schön! wie schön bist du, Geliebte!<br />
Du bist wie eine Rose!<br />
Nicht wie die Rose von Schiras,<br />
Die hafisbesungene Nachtigallbraut;<br />
Nicht wie die Rose von Saron,<br />
Die heiligrote, prophetengefeierte; -<br />
Du bist wie die Ros im Ratskeller zu Bremen!<br />
Das ist die <a title="Rosenöl" href="http://www.aroma-erlebnis.de/Aetherische-Oele/Bluetenduefte/Rosenoel:::74_346_171.html" target="_blank">Rose der Rosen</a>,<br />
Je älter sie wird, je lieblicher blüht sie,<br />
Und ihr himmlischer Duft, er hat mich beseligt,<br />
Er hat mich begeistert, er hat mich berauscht,<br />
und hielt mich nicht fest, am Schopfe fest,<br />
Der Ratskellermeister von Bremen,<br />
Ich wäre gepurzelt!</p>
<p>Der brave Mann! wir saßen beisammen<br />
Und tranken wie Brüder,<br />
Wir sprachen von hohen, heimlichen Dingen,<br />
Wir seufzten und sanken uns in die Arme,<br />
Und er hat sich bekehrt zum Glauben der Liebe -<br />
Ich trank auf das Wohl meiner bittersten Feinde,<br />
Und allen schlechten Poeten vergab ich,<br />
Wie einst mir selber vergeben soll werden -<br />
Ich weinte vor Andacht, und endlich<br />
Erschlossen sich mir die Pforten des Heils,<br />
Wo die zwölf Apostel, die heilgen Stückfässer,<br />
Schweigend predgen, und doch so verständlich<br />
Für alle Völker.<br />
Das sind Männer!<br />
Unscheinbar von außen, in hölzernen Röcklein,<br />
Sind sie von innen schöner und leuchtender<br />
Denn all die stolzen Leviten des Tempels<br />
Und des Herodes Trabanten und Höflinge,<br />
Die goldgeschmückten und purpurgekleideten -<br />
Hab ich doch immer gesagt,<br />
Nicht unter ganz gemeinen Leuten,<br />
Nein, in der allerbesten Gesellschaft,<br />
lebte beständig der König des Himmels!</p>
<p>Halleluja! Wie lieblich umwehen mich<br />
Die Palmen von Beth El!<br />
Wie duften die Myrrhen vom Hebron!<br />
Wie rauscht der Jordan und taumelt vor Freude! -<br />
Auch meine unsterbliche Seele taumelt,<br />
Und ich taumle mit ihr, und taumelnd<br />
Bringt mich die Treppe hinauf, ans Tageslicht,<br />
Der brave Ratskellermeister von Bremen.</p>
<p>Du braver Ratskellermeister von Bremen!<br />
Siehst du, auf den Dächern der Häuser sitzen<br />
Die Engel und sind betrunken und singen;<br />
Die glühende Sonne dort oben<br />
Ist nur eine rote, betrunkene Nase,<br />
Die Nase des Weltgeists;<br />
Und um diese rote Weltgeistsnase<br />
Dreht sich die ganze betrunkene Welt.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Poseidon</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/poseidon</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:37:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=573</guid>
		<description><![CDATA[Die Sonnenlichter spielten Über das weithinrollende Meer; Fern auf der Reede glänzte das Schiff, Das mich zur Heimat tragen sollte; Aber es fehlte an gutem Fahrtwind. Und ich saß noch ruhig auf weißer Düne, Am einsamen Strand, Und ich las das Lied vom Odysseus, Das alte, ewig junge Lied, Aus dessen meerdurchrauschten Blättern Mir freudig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Die Sonnenlichter spielten<br />
Über das weithinrollende Meer;<br />
Fern auf der Reede glänzte das Schiff,<br />
Das mich zur Heimat tragen sollte;<br />
Aber es fehlte an gutem Fahrtwind.<br />
Und ich saß noch ruhig auf weißer Düne,<br />
Am einsamen Strand,<br />
Und ich las das Lied vom Odysseus,<br />
Das alte, ewig junge Lied,<br />
Aus dessen meerdurchrauschten Blättern<br />
Mir freudig entgegenstieg<br />
Der Atem der Götter,<br />
Und der leuchtende Menschenfrühling,<br />
Und der blühende Himmel von Hellas.
</p>
<p>
Mein edles Herz begleitete treulich<br />
Den Sohn des Laertes, in Irrfahrt und Drangsal,<br />
Setzte sich mit ihm, seelenbekümmert,<br />
An gastliche Herde,<br />
Wo Königinnen Purpur spinnen,<br />
Und half ihm lügen und glücklich entrinnen<br />
Aus Riesenhöhlen und Nymphenarmen,<br />
Folgte ihm nach in kimmerische Nacht,<br />
Und in Sturm und Schiffbruch,<br />
Und duldete mit ihm unsägliches Elend.
</p>
<p>
Seufzend sprach ich: Du böser Poseidon,<br />
Dein Zorn ist furchtbar,<br />
Und mir selber bangt<br />
Ob der eigenen Heimkehr.
</p>
<p>
Kaum sprach ich die Worte,<br />
Da schäumte das Meer,<br />
Und aus den Wellen stieg<br />
Das schilfbekränzte Haupt des Meergotts,<br />
Und höhnisch rief er:
</p>
<p>
Fürchte dich nicht, Poetlein!<br />
Ich will nicht im geringsten gefährden<br />
Dein armes Schiffchen,<br />
Und nicht dein liebes Leben beängstgen<br />
Mit allzu bedenklichem Schaukeln.<br />
Denn du, Poetlein, hast mich nie erzürnt,<br />
Du hast kein einziges Türmchen verletzt<br />
An Priamos&#8217; heiliger Feste,<br />
Kein einziges Härchen hast du versengt<br />
Am Aug meines Sohnes Polyphemos,<br />
Und dich hat niemals ratend beschützt<br />
Die Göttin der Klugheit, Pallas Athene.
</p>
<p>
Also rief Poseidon<br />
Und tauchte zurück ins Meer;<br />
Und über den groben Seemannswitz<br />
Lachten unter dem Wasser<br />
Amphitrite, das plumpe Fischweib,<br />
Und die dummen Töchter des Nereus.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Sehnsucht</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:36:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=578</guid>
		<description><![CDATA[Jedweder Geselle, sein Mädel am Arm, Durchwandelt die Lindenreihn; Ich aber, ich wandle, daß Gott erbarm, Ganz mutterseelenallein. Mein Herz wird beengt, mein Auge wird trüb, Wenn ein andrer mit Liebchen sich freut. Denn ich habe auch ein süßes Lieb, Doch wohnt sie gar ferne und weit. So manches Jahr ich getragen hab, Ich trage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Jedweder Geselle, sein Mädel am Arm,<br />
Durchwandelt die Lindenreihn;<br />
Ich aber, ich wandle, daß Gott erbarm,<br />
Ganz mutterseelenallein.
</p>
<p>
Mein Herz wird beengt, mein Auge wird trüb,<br />
Wenn ein andrer mit Liebchen sich freut.<br />
Denn ich habe auch ein süßes Lieb,<br />
Doch wohnt sie gar ferne und weit.
</p>
<p>
So manches Jahr ich getragen hab,<br />
Ich trage nicht länger die Pein,<br />
Ich schnüre mein Bündlein, und greife den Stab,<br />
Und wandr in die Welt hinein.
</p>
<p>
Und wandre fort manch hundert Stund,<br />
Bis ich komm an die große Stadt;<br />
Sie prangt an eines Stromes Mund,<br />
Drei keckliche Türme sie hat.
</p>
<p>
Da schwindet bald mein Liebesharm,<br />
Da harret Freude mein;<br />
Da kann ich wandeln, feins Liebchen am Arm,<br />
Durch die duftigen Lindenreihn.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Seekrankheit</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/seekrankheit</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:33:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=576</guid>
		<description><![CDATA[Die grauen Nachmittagswolken Senken sich tiefer hinab auf das Meer, Das ihnen dunkel entgegensteigt, Und zwischendurch jagt das Schiff. Seekrank sitz ich noch immer am Mastbaum, Und mache Betrachtungen über mich selber, Uralte, aschgraue Betrachtungen, Die schon der Vater Loth gemacht, Als er des Guten zuviel genossen Und sich nachher so übel befand. Mitunter denk [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Die grauen Nachmittagswolken<br />
Senken sich tiefer hinab auf das Meer,<br />
Das ihnen dunkel entgegensteigt,<br />
Und zwischendurch jagt das Schiff.<br />
Seekrank sitz ich noch immer am Mastbaum,<br />
Und mache Betrachtungen über mich selber,<br />
Uralte, aschgraue Betrachtungen,<br />
Die schon der Vater Loth gemacht,<br />
Als er des Guten zuviel genossen<br />
Und sich nachher so übel befand.<br />
Mitunter denk ich auch alter Geschichtchen:<br />
Wie kreuzbezeichnete Pilger der Vorzeit,<br />
Auf stürmischer Meerfahrt, das trostreiche Bildnis<br />
Der heiligen Jungfrau gläubig küßten;<br />
Wie kranke Ritter, in solcher Seenot,<br />
Den lieben Handschuh ihrer Dame<br />
An die Lippen preßten, gleich getröstet -<br />
Ich aber sitze und kaue verdrießlich<br />
Einen alten Hering, den salzigen Tröster<br />
In Katzenjammer und Hundetrübsal!
</p>
<p>
Unterdessen kämpft das Schiff<br />
Mit der wilden, wogenden Flut;<br />
Wie&#8217;n bäumendes Schlachtroß, stellt es sich jetzt<br />
Auf das Hinterteil, daß das Steuer kracht,<br />
Jetzt stürzt es kopfüber wieder hinab<br />
In den heulenden Wasserschlund,<br />
Dann wieder, wie sorglos liebematt,<br />
Denkt es sich hinzulegen<br />
An den schwarzen Busen der Riesenwelle,<br />
Die mächtig heranbraust,<br />
Und plötzlich, ein wüster Meerwasserfall,<br />
In weißem Gekräusel zusammenstürzt<br />
Und mich selbst mit Schaum bedeckt.<br />
Dieses Schwanken und Schweben und Schaukeln<br />
Ist unerträglich!
</p>
<p>
Vergebens späht mein Auge und sucht<br />
Die deutsche Küste. Doch ach! nur Wasser,<br />
Und abermals Wasser, bewegtes Wasser!<br />
Wie der Winterwandrer des Abends sich sehnt<br />
Nach einer warmen, innigen Tasse Tee,<br />
So sehnt sich jetzt mein Herz nach dir,<br />
Mein deutsches Vaterland!<br />
Mag immerhin dein süßer Boden bedeckt sein<br />
Mit Wahnsinn, Husaren, schlechten Versen<br />
Und laulich dünnen Traktätchen;<br />
Mögen immerhin deine Zebras<br />
Mit Rosen sich mästen statt Disteln;<br />
Mögen immerhin deine noblen Affen<br />
In müßigem Putz sich vornehm spreizen<br />
Und sich besser dünken als all das andre<br />
Banausisch dahinwandelnde Hornvieh;<br />
Mag immerhin deine Schneckenversammlung<br />
Sich für unsterblich halten,<br />
Weil sie so langsam dahinkriecht,<br />
Und mag sie täglich Stimmen sammeln,<br />
Ob den Maden des Käses der Käse gehört?<br />
Und noch lange Zeit in Beratung ziehen,<br />
Wie man die ägyptischen Schafe veredle,<br />
Damit ihre Wolle sich beßre<br />
Und der Hirt sie scheren könne wie andre,<br />
Ohn Unterschied -<br />
Immerhin, mag Torheit und Unrecht<br />
Dich ganz bedecken, o Deutschland!<br />
Ich sehne mich dennoch nach dir:<br />
Denn wenigstens bist du noch festes Land.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Saphire sind die Augen</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/saphire-sind-die-augen</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/saphire-sind-die-augen#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:31:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=574</guid>
		<description><![CDATA[Saphire sind die Augen dein, Die lieblichen, die süßen. O, dreimal glücklich ist der Mann, Den sie mit Liebe grüßen. Dein Herz, es ist ein Diamant, Der edle Lichter sprühet. O, dreimal glücklich ist der Mann, Für den es liebend glühet. Rubinen sind die Lippen dein, Man kann nicht schönre sehen. O, dreimal glücklich ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Saphire sind die Augen dein,<br />
Die lieblichen, die süßen.<br />
O, dreimal glücklich ist der Mann,<br />
Den sie mit Liebe grüßen.
</p>
<p>
Dein Herz, es ist ein Diamant,<br />
Der edle Lichter sprühet.<br />
O, dreimal glücklich ist der Mann,<br />
Für den es liebend glühet.
</p>
<p>
Rubinen sind die Lippen dein,<br />
Man kann nicht schönre sehen.<br />
O, dreimal glücklich ist der Mann,<br />
Dem sie die Liebe gestehen.
</p>
<p>
O, kennt ich nur den glücklichen Mann,<br />
O, daß ich ihn nur fände,<br />
So recht allein im grünen Wald,<br />
Sein Glück hätt bald ein Ende.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Morgens steh ich auf</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/morgens-steh-ich-auf</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/morgens-steh-ich-auf#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:29:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=571</guid>
		<description><![CDATA[Morgens steh ich auf und frage: Kommt feins Liebchen heut, Abends sink ich hin und klage: Ausblieb sie auch heut. In der Nacht in meinem Kummer Lieg ich schlaflos, wach; Träumend, wie im halben Schlummer, Wandle ich bei Tag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Morgens steh ich auf und frage:<br />
Kommt feins Liebchen heut,<br />
Abends sink ich hin und klage:<br />
Ausblieb sie auch heut.
</p>
<p>
In der Nacht in meinem Kummer<br />
Lieg ich schlaflos, wach;<br />
Träumend, wie im halben Schlummer,<br />
Wandle ich bei Tag.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Minnegruss</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/minnegruss</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/minnegruss#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:28:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=569</guid>
		<description><![CDATA[Du bist so schön und rein, Wunnevolles Magedein, Deinem Dienste ganz allein Möcht ich wohl mein Leben weihn. Deine süßen Äugelein Glänzen mild wie Mondenschein; Helle Rosenlichter streun Deine roten Wängelein. Und aus deinem Mündchen klein Blinkt&#8217;s hervor wie Perlenreihn; Doch den schönsten Edelstein Hegt dein stiller Busenschrein. Fromme Minne mag es sein, Was mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Du bist so schön und rein,<br />
Wunnevolles Magedein,<br />
Deinem Dienste ganz allein<br />
Möcht ich wohl mein Leben weihn.
</p>
<p>
Deine süßen Äugelein<br />
Glänzen mild wie Mondenschein;<br />
Helle Rosenlichter streun<br />
Deine roten Wängelein.
</p>
<p>
Und aus deinem Mündchen klein<br />
Blinkt&#8217;s hervor wie Perlenreihn;<br />
Doch den schönsten Edelstein<br />
Hegt dein stiller Busenschrein.
</p>
<p>
Fromme Minne mag es sein,<br />
Was mir drang ins Herz hinein,<br />
Als ich weiland schaute dein,<br />
Wunnevolles Magedein!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mag da draußen</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/mag-da-drausen</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/mag-da-drausen#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:25:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=567</guid>
		<description><![CDATA[Mag da draußen Schnee sich türmen, Mag es hageln, mag es stürmen, Klirrend mir ans Fenster schlagen, Nimmer will ich mich beklagen, Denn ich trage in der Brust Liebchens Bild und Frühlingslust.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Mag da draußen Schnee sich türmen,<br />
Mag es hageln, mag es stürmen,<br />
Klirrend mir ans Fenster schlagen,<br />
Nimmer will ich mich beklagen,<br />
Denn ich trage in der Brust<br />
Liebchens Bild und Frühlingslust.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Lamentationen</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/lamentationen</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/lamentationen#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:24:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=565</guid>
		<description><![CDATA[Das Glück ist eine leichte Dirne Und weilt nicht gern am selben Ort; Sie streicht das Haar dir von der Stirne, Und küßt dich rasch und flattert fort. Frau Unglück hat im Gegenteile Dich liebefest ans Herz gedrückt; Sie sagt, sie habe keine Eile, Setzt sich zu dir ans Bett und strickt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Das Glück ist eine leichte Dirne<br />
Und weilt nicht gern am selben Ort;<br />
Sie streicht das Haar dir von der Stirne,<br />
Und küßt dich rasch und flattert fort.
</p>
<p>
Frau Unglück hat im Gegenteile<br />
Dich liebefest ans Herz gedrückt;<br />
Sie sagt, sie habe keine Eile,<br />
Setzt sich zu dir ans Bett und strickt.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Hast du die Lippen mir</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:22:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Hast du die Lippen mir wundgeküßt, So küsse sie wieder heil, Und wenn du bis Abend nicht fertig bist, So hat es auch keine Eil. Du hast ja noch die ganze Nacht, Du Herzallerliebste mein! Man kann in solch einer ganzen Nacht Viel küssen und selig sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hast du die Lippen mir wundgeküßt,<br />
So küsse sie wieder heil,<br />
Und wenn du bis Abend nicht fertig bist,<br />
So hat es auch keine Eil.
</p>
<p>
Du hast ja noch die ganze Nacht,<br />
Du Herzallerliebste mein!<br />
Man kann in solch einer ganzen Nacht<br />
Viel küssen und selig sein.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Gaben mir Rat</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:19:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=560</guid>
		<description><![CDATA[Gaben mir Rat und gute Lehren, Überschütteten mich mit Ehren, Sagten, daß ich nur warten sollt, Haben mich protegieren gewollt. Aber bei all ihrem Protegieren Hätte ich können vor Hunger krepieren, Wär nicht gekommen ein braver Mann, Wacker nahm er sich meiner an. Braver Mann! Er schafft mir zu essen.! Will es ihm nie und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Gaben mir Rat und gute Lehren,<br />
Überschütteten mich mit Ehren,<br />
Sagten, daß ich nur warten sollt,<br />
Haben mich protegieren gewollt.
</p>
<p>
Aber bei all ihrem Protegieren<br />
Hätte ich können vor Hunger krepieren,<br />
Wär nicht gekommen ein braver Mann,<br />
Wacker nahm er sich meiner an.
</p>
<p>
Braver Mann! Er schafft mir zu essen.!<br />
Will es ihm nie und nimmer vergessen!<br />
Schade, daß ich ihn nicht küssen kann!<br />
Denn ich bin selbst dieser brave Mann.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Fragen</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:16:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/fragen</guid>
		<description><![CDATA[Am Meer, am wüsten, nächtlichen Meer Steht ein Jüngling-Mann, Die Brust voll Wehmut, das Haupt voll Zweifel, Und mit düstern Lippen fragt er die Wogen: &#8220;O löst mir das Rätsel, Das qualvoll uralte Rätsel, Worüber schon manche Häupter gegrübelt, Häupter in Hieroglyphenmützen, Häupter in Turban und schwarzem Barett, Perückenhäupter und tausend andere Arme schwitzende Menschenhäupter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Am Meer, am wüsten, nächtlichen Meer<br />
Steht ein Jüngling-Mann,<br />
Die Brust voll Wehmut, das Haupt voll Zweifel,<br />
Und mit düstern Lippen fragt er die Wogen:
</p>
<p>
&#8220;O löst mir das Rätsel,<br />
Das qualvoll uralte Rätsel,<br />
Worüber schon manche Häupter gegrübelt,<br />
Häupter in Hieroglyphenmützen,<br />
Häupter in Turban und schwarzem Barett,<br />
Perückenhäupter und tausend andere<br />
Arme schwitzende Menschenhäupter -<br />
Sagt mir, was bedeutet der Mensch?<br />
Woher ist er gekommen? Wo geht er hin?<br />
Wer wohnt dort oben auf goldenen Sternen?&#8221;<br />
Es murmeln die Wogen ihr ewges Gemurmel,<br />
Es wehet der Wind, es fliehen die Wolken,<br />
Es blinken die Sterne, gleichgültig und kalt,<br />
Und ein Narr wartet auf Antwort.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Erklärung</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/erklarung</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:14:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=557</guid>
		<description><![CDATA[Herangedämmert kam der Abend, Wilder toste die Flut, Und ich saß am Strand, und schaute zu Dem weißen Tanz der Wellen, Und meine Brust schwoll auf wie das Meer, Und sehnend ergriff mich ein tiefes Heimweh Nach dir, du holdes Bild, Das überall mich umschwebt, Und überall mich ruft, Überall, überall, Im Sausen des Windes, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Herangedämmert kam der Abend,<br />
Wilder toste die Flut,<br />
Und ich saß am Strand, und schaute zu<br />
Dem weißen Tanz der Wellen,<br />
Und meine Brust schwoll auf wie das Meer,<br />
Und sehnend ergriff mich ein tiefes Heimweh<br />
Nach dir, du holdes Bild,<br />
Das überall mich umschwebt,<br />
Und überall mich ruft,<br />
Überall, überall,<br />
Im Sausen des Windes, im Brausen des Meeres,<br />
Und im Seufzen der eigenen Brust.
</p>
<p>
Mit leichtem Rohr schrieb ich in den Sand:<br />
&#8220;Agnes, ich liebe dich!&#8221;<br />
Doch böse Wellen ergossen sich<br />
Über das süße Bekenntnis<br />
Und löschten es aus.<br />
Zerbrechliches Rohr, zerstiebender Sand,<br />
Zerfließende Wellen, euch trau ich nicht mehr!<br />
Der Himmel wird dunkler, mein Herz wird wilder,<br />
Und mit starker Hand, aus Norwegs Wäldern,<br />
reiß ich die höchste Tanne,<br />
Und tauche sie ein<br />
In des Ätnas glühenden Schlund, und mit solcher<br />
Feuergetränkten Riesenfeder<br />
Schreib ich an die dunkle Himmelsdecke:<br />
&#8220;Agnes, ich liebe dich!&#8221;
</p>
<p>
Jedwede Nacht lodert alsdann<br />
Dort oben die ewige Flammenschrift,<br />
Und alle nachwachsenden Enkelgeschlechter<br />
Lesen jauchzend die Himmelsworte:<br />
&#8220;Agnes, ich liebe dich!&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Epilog</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/epilog</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:13:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=555</guid>
		<description><![CDATA[Wie auf dem Felde die Weizenhalmen, So wachsen und wogen im Menschengeist Die Gedanken. Aber die zarten Gedanken der Liebe Sind wie lustig dazwischenblühende, Rot und blaue Blumen. Rot und blaue Blumen! Der mürrische Schnitter verwirft euch als nutzlos, Hölzerne Flegel zerdreschen euch höhnend, Sogar der hablose Wanderer, Den eur Anblick ergötzt und erquickt, Schüttelt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Wie auf dem Felde die Weizenhalmen,<br />
So wachsen und wogen im Menschengeist<br />
Die Gedanken.<br />
Aber die zarten Gedanken der Liebe<br />
Sind wie lustig dazwischenblühende,<br />
Rot und blaue Blumen.
</p>
<p>
Rot und blaue Blumen!<br />
Der mürrische Schnitter verwirft euch als nutzlos,<br />
Hölzerne Flegel zerdreschen euch höhnend,<br />
Sogar der hablose Wanderer,<br />
Den eur Anblick ergötzt und erquickt,<br />
Schüttelt das Haupt,<br />
Und nennt euch schönes Unkraut.<br />
Aber die ländliche Jungfrau,<br />
Die Kränzewinderin,<br />
Verehrt euch und pflückt euch,<br />
Und schmückt mit euch die schönen Locken,<br />
Und also geziert, eilt sie zum Tanzplatz,<br />
Wo Pfeifen und Geigen lieblich ertönen,<br />
Oder zur stillen Buche,<br />
Wo die Stimme des Liebsten noch lieblicher tönt<br />
Als Pfeifen und Geigen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die weisse Blume</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/die-weisse-blume</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=553</guid>
		<description><![CDATA[In Vaters Garten heimlich steht Ein Blümchen traurig und bleich; Der Winter zieht fort, der Frühling weht, Bleich Blümchen bleibt immer so bleich. Die bleiche Blume schaut Wie eine kranke Braut. Zu mir bleich Blümchen leise spricht: Lieb Brüderchen, pflücke mich! Zu Blümchen sprech ich: Das tu ich nicht, Ich pflücke nimmermehr dich; Ich such [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
In Vaters Garten heimlich steht<br />
Ein Blümchen traurig und bleich;<br />
Der Winter zieht fort, der Frühling weht,<br />
Bleich Blümchen bleibt immer so bleich.<br />
Die bleiche Blume schaut<br />
Wie eine kranke Braut.
</p>
<p>
Zu mir bleich Blümchen leise spricht:<br />
Lieb Brüderchen, pflücke mich!<br />
Zu Blümchen sprech ich: Das tu ich nicht,<br />
Ich pflücke nimmermehr dich;<br />
Ich such mit Müh und Not,<br />
Die Blume purpurrot.
</p>
<p>
Bleich Blümchen spricht: Such hin, such her,<br />
Bis an deinen kühlen Tod,<br />
Du suchst umsonst, findst nimmermehr<br />
Die Blume purpurrot;<br />
Mich aber pflücken tu,<br />
Ich bin so krank wie du.
</p>
<p>
So lispelt bleich Blümchen, und bittet sehr -<br />
Da zag ich, und pflück es schnell.<br />
Und plötzlich blutet mein Herz nicht mehr,<br />
Mein innres Auge wird hell.<br />
In meine wunde Brust<br />
Kommt stille Engellust.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Heimkehr</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/die-heimkehr</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:10:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=551</guid>
		<description><![CDATA[Mein Herz, mein Herz ist traurig, doch lustig leuchtet der Mai; ich stehe, gelehnt an der Linde, hoch auf der alten Bastei. Da drunten fließt der blaue Stadtgraben in stiller Ruh; ein Knabe fährt im Kahne, und angelt und pfeift dazu. Jenseits erheben sich freundlich, in winziger, bunter Gestalt Lusthäuser, und Gärten, und Menschen, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Mein Herz, mein Herz ist traurig,<br />
doch lustig leuchtet der Mai;<br />
ich stehe, gelehnt an der Linde,<br />
hoch auf der alten Bastei.
</p>
<p>
Da drunten fließt der blaue<br />
Stadtgraben in stiller Ruh;<br />
ein Knabe fährt im Kahne,<br />
und angelt und pfeift dazu.
</p>
<p>
Jenseits erheben sich freundlich,<br />
in winziger, bunter Gestalt<br />
Lusthäuser, und Gärten, und Menschen,<br />
und Ochsen, und Wiesen, und Wald.
</p>
<p>
Die Mägde bleichen Wäsche,<br />
und springen im Gras herum:<br />
das Mühlrad stäubt Diamanten,<br />
ich höre sein fernes Gesumm.
</p>
<p>
Am alten grauen Turme<br />
ein Schilderhäuschen steht;<br />
ein rotgeröckter Bursche<br />
dort auf und nieder geht.
</p>
<p>
Er spielt mit seiner Flinte,<br />
die funkelt im Sonnenrot,<br />
er präsentiert und schultert -<br />
ich wollt, er schösse mich tot.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Loreley</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/loreley</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:09:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=538</guid>
		<description><![CDATA[Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Daß ich so traurig bin; Ein Märchen aus alten Zeiten, Das kommt mir nicht aus dem Sinn. Die Luft ist kühl und es dunkelt, Und ruhig fließt der Rhein; Der Gipfel des Berges funkelt Im Abendsonnenschein. Die schönste Jungfrau sitzet Dort oben wunderbar, Ihr goldnes Geschmeide blitzet, Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,<br />
Daß ich so traurig bin;<br />
Ein Märchen aus alten Zeiten,<br />
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.</p>
<p>Die Luft ist kühl und es dunkelt,<br />
Und ruhig fließt der Rhein;<br />
Der Gipfel des Berges funkelt<br />
Im Abendsonnenschein.</p>
<p>Die schönste Jungfrau sitzet<br />
Dort oben wunderbar,<br />
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,<br />
Sie kämmt ihr goldnes Haar.</p>
<p>Sie kämmt es mit goldnem Kamme,<br />
Und singt ein Lied dabey;<br />
Das hat eine wundersame,<br />
Gewaltige Melodey.</p>
<p>Den Schiffer, im kleinen Schiffe,<br />
Ergreift es mit wildem Weh;<br />
Er schaut nicht die Felsenriffe,<br />
Er schaut nur hinauf in die Höh&#8217;.</p>
</p>
<p>Ich glaube, die Wellen verschlingen<br />
Am Ende Schiffer und Kahn;<br />
Und das hat mit ihrem Singen<br />
Die Loreley getan.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Botschaft</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/die-botschaft</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/die-botschaft#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:07:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Romanzen]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=547</guid>
		<description><![CDATA[Mein Knecht! steh auf und sattle schnell, Und wirf dich auf dein Roß, Und jage rasch durch Wald und Feld Nach König Dunkans Schloß. Dort schleich dich in den Stall, und wart, Bis dich der Stallbub schaut. Den forsch mir aus: Sprich, welche ist Von Dunkans Töchtern Braut? Und spricht der Bub: &#8220;Die Braune ist&#8217;s&#8221;, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Mein Knecht! steh auf und sattle schnell,<br />
Und wirf dich auf dein Roß,<br />
Und jage rasch durch Wald und Feld<br />
Nach König Dunkans Schloß.
</p>
<p>
Dort schleich dich in den Stall, und wart,<br />
Bis dich der Stallbub schaut.<br />
Den forsch mir aus: Sprich, welche ist<br />
Von Dunkans Töchtern Braut?
</p>
<p>
Und spricht der Bub: &#8220;Die Braune ist&#8217;s&#8221;,<br />
So bring mir schnell die Mär.<br />
Doch spricht der Bub: &#8220;Die Blonde ist&#8217;s&#8221;,<br />
So eilt das nicht so sehr.
</p>
<p>
Dann geh zum Meister Seiler hin,<br />
Und kauf mir einen Strick,<br />
Und reite langsam, sprich kein Wort,<br />
Und bring mir den zurück.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Hirtenknabe</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/der-hirtenknabe</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:06:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=545</guid>
		<description><![CDATA[König ist der Hirtenknabe, Grüner Hügel ist sein Thron; Über seinem Haupt die Sonne Ist die große, goldne Kron. Ihm zu Füßen liegen Schafe, Weiche Schmeichler, rotbekreuzt; Kavaliere sind die Kälber, Und sie wandeln stolzgespreizt. Hofschauspieler sind die Böcklein; Und die Vögel und die Küh, Mit den Flöten, mit den Glöcklein, Sind die Kammermusici. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
König ist der Hirtenknabe,<br />
Grüner Hügel ist sein Thron;<br />
Über seinem Haupt die Sonne<br />
Ist die große, goldne Kron.
</p>
<p>
Ihm zu Füßen liegen Schafe,<br />
Weiche Schmeichler, rotbekreuzt;<br />
Kavaliere sind die Kälber,<br />
Und sie wandeln stolzgespreizt.
</p>
<p>
Hofschauspieler sind die Böcklein;<br />
Und die Vögel und die Küh,<br />
Mit den Flöten, mit den Glöcklein,<br />
Sind die Kammermusici.
</p>
<p>
Und das klingt und singt so lieblich,<br />
Und so lieblich rauschen drein<br />
Wasserfall und Tannenbäume,<br />
Und der König schlummert ein.
</p>
<p>
Unterdessen muß regieren<br />
Der Minister, jener Hund,<br />
Dessen knurriges Gebelle<br />
Widerhallet in der Rund.
</p>
<p>
Schläfrig lallt der junge König:<br />
&#8220;Das Regieren ist so schwer,<br />
Ach, ich wollt, daß ich zu Hause<br />
Schon bei meiner Kön&#8217;gin wär!
</p>
<p>
In den Armen meiner Kön&#8217;gin<br />
Ruht mein Königshaupt so weich,<br />
Und in ihren schönen Augen<br />
Liegt mein unermeßlich Reich!&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Herz ist mir bedrückt</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/das-herz-ist-mir-bedruckt</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/das-herz-ist-mir-bedruckt#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:04:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=543</guid>
		<description><![CDATA[Das Herz ist mir bedrückt, und sehnlich Gedenke ich der alten Zeit; Die Welt war damals noch so wöhnlich, Und ruhig lebten hin die Leut. Doch jetzt ist alles wie verschoben, Das ist ein Drängen! eine Not! Gestorben ist der Herrgott oben, und unten ist der Teufel tot. Und alles schaut so grämlich trübe, So [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Das Herz ist mir bedrückt, und sehnlich<br />
Gedenke ich der alten Zeit;<br />
Die Welt war damals noch so wöhnlich,<br />
Und ruhig lebten hin die Leut.
</p>
<p>
Doch jetzt ist alles wie verschoben,<br />
Das ist ein Drängen! eine Not!<br />
Gestorben ist der Herrgott oben,<br />
und unten ist der Teufel tot.
</p>
<p>
Und alles schaut so grämlich trübe,<br />
So krausverwirrt und morsch und kalt,<br />
Und wäre nicht das bißchen Liebe,<br />
So gäb es nirgends einen Halt.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Berg und Burgen schaun herunter</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/berg-und-burgen-schaun-herunter</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/berg-und-burgen-schaun-herunter#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:03:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=541</guid>
		<description><![CDATA[Berg und Burgen schaun herunter In den spiegelhellen Rhein, Und mein Schiffchen segelt munter, Rings umglänzt von Sonnenschein. Ruhig seh ich zu dem Spiele Goldner Wellen, kraus bewegt; Still erwachen die Gefühle, Die ich tief im Busen hegt. Freundlich grüßend und verheißend Lockt hinab des Stromes Pracht; Doch ich kenn ihn, oben gleißend, Birgt sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Berg und Burgen schaun herunter<br />
In den spiegelhellen Rhein,<br />
Und mein Schiffchen segelt munter,<br />
Rings umglänzt von Sonnenschein.
</p>
<p>
Ruhig seh ich zu dem Spiele<br />
Goldner Wellen, kraus bewegt;<br />
Still erwachen die Gefühle,<br />
Die ich tief im Busen hegt.
</p>
<p>
Freundlich grüßend und verheißend<br />
Lockt hinab des Stromes Pracht;<br />
Doch ich kenn ihn, oben gleißend,<br />
Birgt sein Innres Tod und Nacht.
</p>
<p>
Oben Lust, im Busen Tücken,<br />
Strom, du bist der Liebsten Bild!<br />
Die kann auch so freundlich nicken,<br />
Lächelt auch so fromm und mild.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/berg-und-burgen-schaun-herunter/feed</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Auf den Flügeln des Gesanges</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/auf-den-flugeln-des-gesanges</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/auf-den-flugeln-des-gesanges#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:01:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=539</guid>
		<description><![CDATA[Auf den Flügeln des Gesanges, Herzliebchen, trag&#8217; ich dich fort, Fort nach den Fluren des Ganges, Dort weiß ich den schönsten Ort. Dort liegt ein rotblühender Garten Im stillen Mondenschein; Die Lotosblumen erwarten Ihr trautes Schwesterlein. Die Veilchen kichern und kosen Und schaun nach den Sternen empor; Heimlich erzählen die Rosen Sich duftende Märchen ins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Auf den Flügeln des Gesanges,<br />
Herzliebchen, trag&#8217; ich dich fort,<br />
Fort nach den Fluren des Ganges,<br />
Dort weiß ich den schönsten Ort.
</p>
<p>
Dort liegt ein rotblühender Garten<br />
Im stillen Mondenschein;<br />
Die Lotosblumen erwarten<br />
Ihr trautes Schwesterlein.
</p>
<p>
Die Veilchen kichern und kosen<br />
Und schaun nach den Sternen empor;<br />
Heimlich erzählen die Rosen<br />
Sich duftende Märchen ins Ohr.
</p>
<p>
Es hüpfen herbei und lauschen<br />
Die frommen und klugen Gazellen;<br />
Und in der Ferne rauschen<br />
Des heiligen Stromes Wellen.
</p>
<p>
Dort wollen wir niedersinken<br />
Unter den Palmenbaum,<br />
Und Lieb&#8217; und Ruhe trinken<br />
Und träumen den seligen Traum.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Altes Lied</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/altes-lied</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 20:59:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=536</guid>
		<description><![CDATA[Du bist gestorben und weißt es nicht, Erloschen ist dein Augenlicht, Erblichen ist dein rotes Mündchen, Und du bist tot, mein totes Kindchen. In einer schaurigen Sommernacht Hab ich dich selber zu Grabe gebracht; Klaglieder die Nachtigallen sangen, Die Sterne sind mit zur Leiche gegangen. Der Zug, der zog den Wald vorbei, Dort widerhallt die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Du bist gestorben und weißt es nicht,<br />
Erloschen ist dein Augenlicht,<br />
Erblichen ist dein rotes Mündchen,<br />
Und du bist tot, mein totes Kindchen.
</p>
<p>
In einer schaurigen Sommernacht<br />
Hab ich dich selber zu Grabe gebracht;<br />
Klaglieder die Nachtigallen sangen,<br />
Die Sterne sind mit zur Leiche gegangen.
</p>
<p>
Der Zug, der zog den Wald vorbei,<br />
Dort widerhallt die Litanei;<br />
Die Tannen, in Trauermäntel vermummet,<br />
Sie haben Totengebete gebrummet.
</p>
<p>
Am Weidensee vorüber gings,<br />
Die Elfen tanzten inmitten des Rings;<br />
Sie blieben plötzlich stehen und schienen<br />
Uns anzuschaun mit Beileidsmienen.
</p>
<p>
Und als wir kamen zu deinem Grab,<br />
Da stieg der Mond vom Himmel herab.<br />
Er hielt eine Rede. Ein Schluchzen und Stöhnen,<br />
Und in der Ferne die Glocken tönen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Es geht am End</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/es-geht-am-end</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 20:57:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=534</guid>
		<description><![CDATA[Es geht am End, es ist kein Zweifel, Der Liebe Glut, sie geht zum Teufel. Sind wir einmal von ihr befreit, Beginnt für uns die beßre Zeit, Das Glück der kühlen Häuslichkeit. Der Mensch genießet dann die Welt, Die immer lacht fürs liebe Geld. Er speist vergnügt sein Leibgericht, Und in den Nächten wälzt er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Es geht am End, es ist kein Zweifel,<br />
Der Liebe Glut, sie geht zum Teufel.<br />
Sind wir einmal von ihr befreit,<br />
Beginnt für uns die beßre Zeit,<br />
Das Glück der kühlen Häuslichkeit.<br />
Der Mensch genießet dann die Welt,<br />
Die immer lacht fürs liebe Geld.<br />
Er speist vergnügt sein Leibgericht,<br />
Und in den Nächten wälzt er nicht<br />
Schlaflos sein Haupt, er ruhet warm<br />
In seiner treuen Gattin Arm.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Glaube nicht, daß ich aus Dummheit</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/glaube-nicht-das-ich-aus-dummheit</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/glaube-nicht-das-ich-aus-dummheit#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 20:25:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=532</guid>
		<description><![CDATA[Glaube nicht, daß ich aus Dummheit Dulde deine Teufeleien; Glaub auch nicht, ich sei ein Herrgott, Der gewohnt ist zu verzeihen. Deine Nücken, deine Tücken Hab ich freilich still ertragen. Andre Leut an meinem Platze Hätten längst dich tot geschlagen. Schweres Kreuz! Gleichviel, ich schlepp es! Wirst mich stets geduldig finden - Wisse, Weib, daß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Glaube nicht, daß ich aus Dummheit<br />
Dulde deine Teufeleien;<br />
Glaub auch nicht, ich sei ein Herrgott,<br />
Der gewohnt ist zu verzeihen.
</p>
<p>
Deine Nücken, deine Tücken<br />
Hab ich freilich still ertragen.<br />
Andre Leut an meinem Platze<br />
Hätten längst dich tot geschlagen.
</p>
<p>
Schweres Kreuz! Gleichviel, ich schlepp es!<br />
Wirst mich stets geduldig finden -<br />
Wisse, Weib, daß ich dich liebe,<br />
Um zu büßen meine Sünden.
</p>
<p>
Ja, du bist mein Fegefeuer,<br />
Doch aus deinen schlimmen Armen<br />
Wird geläutert mich erlösen<br />
Gottes Gnade und Erbarmen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ich habe verlacht</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/ich-habe-verlacht</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 20:23:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=530</guid>
		<description><![CDATA[Ich habe verlacht, bei Tag und bei Nacht, So Männer wie Frauenzimmer, Ich habe große Dummheiten gemacht - Die Klugheit bekam mir noch schlimmer. Die Magd ward schwanger und gebar - Wozu das viele Gewimmer? Wer nie im Leben töricht war, Ein Weiser war er nimmer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ich habe verlacht, bei Tag und bei Nacht,<br />
So Männer wie Frauenzimmer,<br />
Ich habe große Dummheiten gemacht -<br />
Die Klugheit bekam mir noch schlimmer.
</p>
<p>
Die Magd ward schwanger und gebar -<br />
Wozu das viele Gewimmer?<br />
Wer nie im Leben töricht war,<br />
Ein Weiser war er nimmer.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Hohelied</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/nachgelesene-gedichte/das-hohelied</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/nachgelesene-gedichte/das-hohelied#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 20:22:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachgelesene Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=528</guid>
		<description><![CDATA[Des Weibes Leib ist ein Gedicht, Das Gott der Herr geschrieben Ins große Stammbuch der Natur, Als ihn der Geist getrieben. Ja, günstig war die Stunde ihm, Der Gott war hochbegeistert; Er hat den spröden, rebellischen Stoff Ganz künstlerisch bemeistert. Fürwahr, der Leib des Weibes ist Das Hohelied der Lieder; Gar wunderbare Strophen sind Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Des Weibes Leib ist ein Gedicht,<br />
Das Gott der Herr geschrieben<br />
Ins große Stammbuch der Natur,<br />
Als ihn der Geist getrieben.
</p>
<p>
Ja, günstig war die Stunde ihm,<br />
Der Gott war hochbegeistert;<br />
Er hat den spröden, rebellischen Stoff<br />
Ganz künstlerisch bemeistert.
</p>
<p>
Fürwahr, der Leib des Weibes ist<br />
Das Hohelied der Lieder;<br />
Gar wunderbare Strophen sind<br />
Die schlanken, weißen Glieder.
</p>
<p>
O welche göttliche Idee<br />
Ist dieser Hals, der blanke,<br />
Worauf sich wiegt der kleine Kopf,<br />
Der lockige Hauptgedanke!
</p>
<p>
Der Brüstchen Rosenknospen sind<br />
Epigrammatisch gefeilet;<br />
Unsäglich entzückend ist die Zäsur,<br />
Die streng den Busen teilet.
</p>
<p>
Den plastischen Schöpfer offenbart<br />
Der Hüften Parallele;<br />
Der Zwischensatz mit dem Feigenblatt<br />
Ist auch eine schöne Stelle.
</p>
<p>
Das ist kein abstraktes Begriffspoem!<br />
Das Lied hat Fleisch und Rippen,<br />
Hat Hand und Fuß; es lacht und küßt<br />
Mit schöngereimten Lippen.
</p>
<p>
Hier atmet wahre Poesie!<br />
Anmut in jeder Wendung!<br />
Und auf der Stirne trägt das Lied<br />
Den Stempel der Vollendung.
</p>
<p>
Lobsingen will ich dir, O Herr,<br />
Und dich im Staub anbeten!<br />
Wir sind nur Stümper gegen dich,<br />
Den himmlischen Poeten.
</p>
<p>
Versenken will ich mich, o Herr,<br />
In deines Liedes Prächten;<br />
Ich widme seinem Studium<br />
Den Tag mitsamt den Nächten.
</p>
<p>
Ja, Tag und Nacht studier ich dran,<br />
Will keine Zeit verlieren;<br />
Die Beine werden mir so dünn -<br />
Das kommt vom vielen Studieren.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ich liebe solche weiße Glieder</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/ich-liebe-solche-weise-glieder</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/ich-liebe-solche-weise-glieder#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 18:26:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=526</guid>
		<description><![CDATA[Ich liebe solche weiße Glieder, Der zarten Seele schlanke Hülle, Wildgroße Augen und die Stirne Umwogt von schwarzer Lockenfülle! Du bist so recht die rechte Sorte, Die ich gesucht in allen Landen; Auch meinen Wert hat Euresgleichen So recht zu würdigen verstanden. Du hast an mir den Mann gefunden, Wie du ihn brauchst. Du wirst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ich liebe solche weiße Glieder,<br />
Der zarten Seele schlanke Hülle,<br />
Wildgroße Augen und die Stirne<br />
Umwogt von schwarzer Lockenfülle!
</p>
<p>
Du bist so recht die rechte Sorte,<br />
Die ich gesucht in allen Landen;<br />
Auch meinen Wert hat Euresgleichen<br />
So recht zu würdigen verstanden.
</p>
<p>
Du hast an mir den Mann gefunden,<br />
Wie du ihn brauchst. Du wirst mich reichlich<br />
Beglücken mit Gefühl und Küssen,<br />
Und dann verraten, wie gebräuchlich.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Diese schönen Gliedermassen</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/diese-schonen-gliedermassen</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/diese-schonen-gliedermassen#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 18:24:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=524</guid>
		<description><![CDATA[Diese schönen Gliedermassen Kolossaler Weiblichkeit Sind jetzt, ohne Widerstreit, Meinen Wünschen überlassen. Wär ich, leidenschaftentzügelt, Eigenkräftig ihr genaht, Ich bereute solche Tat! Ja, sie hätte mich geprügelt. Welcher Busen, Hals und Kehle! (Höher seh ich nicht genau.) Eh ich ihr mich anvertrau, Gott empfehl ich meine Seele.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Diese schönen Gliedermassen<br />
Kolossaler Weiblichkeit<br />
Sind jetzt, ohne Widerstreit,<br />
Meinen Wünschen überlassen.
</p>
<p>
Wär ich, leidenschaftentzügelt,<br />
Eigenkräftig ihr genaht,<br />
Ich bereute solche Tat!<br />
Ja, sie hätte mich geprügelt.
</p>
<p>
Welcher Busen, Hals und Kehle!<br />
(Höher seh ich nicht genau.)<br />
Eh ich ihr mich anvertrau,<br />
Gott empfehl ich meine Seele.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Jugend, die mir täglich schwindet</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/jugend-die-mir-taglich-schwindet</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/jugend-die-mir-taglich-schwindet#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 18:23:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=522</guid>
		<description><![CDATA[Jugend, die mir täglich schwindet, Wird durch raschen Mut ersetzt, Und mein kühnrer Arm umwindet Noch viel schlankre Hüften jetzt. Tat auch manche sehr erschrocken, Hat sie doch sich bald gefügt; Holder Zorn, verschämtes Stocken Wird von Schmeichelei besiegt. Doch, wenn ich den Sieg genieße, Fehlt das Beste mir dabei. Ist es die verschwundne, süße, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Jugend, die mir täglich schwindet,<br />
Wird durch raschen Mut ersetzt,<br />
Und mein kühnrer Arm umwindet<br />
Noch viel schlankre Hüften jetzt.
</p>
<p>
Tat auch manche sehr erschrocken,<br />
Hat sie doch sich bald gefügt;<br />
Holder Zorn, verschämtes Stocken<br />
Wird von Schmeichelei besiegt.
</p>
<p>
Doch, wenn ich den Sieg genieße,<br />
Fehlt das Beste mir dabei.<br />
Ist es die verschwundne, süße,<br />
Blöde Jugendeselei?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Flaschen sind leer</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/die-flaschen-sind-leer</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/die-flaschen-sind-leer#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 18:22:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=520</guid>
		<description><![CDATA[Die Flaschen sind leer, das Frühstück war gut, Die Dämchen sind rosig erhitzet; Sie lüften das Mieder mit Übermut, Ich glaube sie sind bespitzet. Die Schulter wie weiß, die Brüstchen wie nett! Mein Herz erbebet vor Schrecken. Nun werfen sie lachend sich aufs Bett, Und hüllen sich ein mit den Decken. Sie ziehen nun gar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Die Flaschen sind leer, das Frühstück war gut,<br />
Die Dämchen sind rosig erhitzet;<br />
Sie lüften das Mieder mit Übermut,<br />
Ich glaube sie sind bespitzet.
</p>
<p>
Die Schulter wie weiß, die Brüstchen wie nett!<br />
Mein Herz erbebet vor Schrecken.<br />
Nun werfen sie lachend sich aufs Bett,<br />
Und hüllen sich ein mit den Decken.
</p>
<p>
Sie ziehen nun gar die Gardinen vor,<br />
Und schnarchen am End um die Wette,<br />
Da steh ich im Zimmer, ein einsamer Tor,<br />
Betrachte verlegen das Bette.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ich sag ihr nicht, weshalb ichs tu</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/ich-sag-ihr-nicht-weshalb-ichs-tu</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/ich-sag-ihr-nicht-weshalb-ichs-tu#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 18:18:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=518</guid>
		<description><![CDATA[Ich sag ihr nicht, weshalb ichs tu, Weiß selber nicht den Grund - Ich halte ihr die Augen zu Und küß sie auf den Mund. In welche soll ich mich verlieben, Da beide liebenswürdig sind? Ein schönes Weib ist noch die Mutter, Die Tochter ist ein schönes Kind. Die weißen, unerfahrnen Glieder, Sie sind so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ich sag ihr nicht, weshalb ichs tu,<br />
Weiß selber nicht den Grund -<br />
Ich halte ihr die Augen zu<br />
Und küß sie auf den Mund.
</p>
<p>
In welche soll ich mich verlieben,<br />
Da beide liebenswürdig sind?<br />
Ein schönes Weib ist noch die Mutter,<br />
Die Tochter ist ein schönes Kind.
</p>
<p>
Die weißen, unerfahrnen Glieder,<br />
Sie sind so rührend anzusehn!<br />
Doch reizend sind geniale Augen,<br />
Die unsre Zärtlichkeit verstehn.
</p>
<p>
Es gleicht mein Herz dem grauen Freunde,<br />
Der zwischen zwei Gebündel Heu<br />
Nachsinnlich grübelt, welch von beiden<br />
Das allerbeste Futter sei.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ich halte ihr die Augen zu</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/neue-gedichte/ich-halte-ihr-die-augen-zu</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/neue-gedichte/ich-halte-ihr-die-augen-zu#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 18:16:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neue Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=516</guid>
		<description><![CDATA[Ich halte ihr die Augen zu Und küß sie auf den Mund; Nun läßt sie mich nicht mehr in Ruh, Sie fragt mich um den Grund. Von Abend spät bis Morgens fruh, Sie fragt zu jeder Stund: Was hältst du mir die Augen zu, Wenn du mir küßt den Mund?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ich halte ihr die Augen zu<br />
Und küß sie auf den Mund;<br />
Nun läßt sie mich nicht mehr in Ruh,<br />
Sie fragt mich um den Grund.
</p>
<p>
Von Abend spät bis Morgens fruh,<br />
Sie fragt zu jeder Stund:<br />
Was hältst du mir die Augen zu,<br />
Wenn du mir küßt den Mund?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Himmlisch wars, wenn ich bezwang</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/nachgelesene-gedichte/himmlisch-wars-wenn-ich-bezwang</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/nachgelesene-gedichte/himmlisch-wars-wenn-ich-bezwang#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 18:14:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachgelesene Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=514</guid>
		<description><![CDATA[Himmlisch wars, wenn ich bezwang Meine sündige Begier, Aber wenns mir nicht gelang, Hatt ich doch ein groß Pläsier. Meine sündige Begier, Aber wenns mir nicht gelang, Hatt ich doch ein groß Pläsier.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Himmlisch wars, wenn ich bezwang<br />
Meine sündige Begier,<br />
Aber wenns mir nicht gelang,<br />
Hatt ich doch ein groß Pläsier.<br />
Meine sündige Begier,<br />
Aber wenns mir nicht gelang,<br />
Hatt ich doch ein groß Pläsier.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.heine-gedichte.de/nachgelesene-gedichte/himmlisch-wars-wenn-ich-bezwang/feed</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Jung-Katerverein für Poesiemusik</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/jung-katerverein-fur-poesiemusik</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/jung-katerverein-fur-poesiemusik#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 18:09:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=512</guid>
		<description><![CDATA[Der philharminische Katerverein War auf dem Dach versammelt Heut nacht &#8211; doch nicht aus Sinnenbrunst; Da ward nicht gebuhlt und gerammelt. Es paßt kein Sommernachthochzeitstraum, Es passen nicht Lieder der Minne Zur Winterjahrzeit, zu Frost und Schnee; Gefroren war jede Rinne. Auch hat überhaupt ein neuer Geist Der Katzenschaft sich bemeistert; Die Jugend zumal, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Der philharminische Katerverein<br />
War auf dem Dach versammelt<br />
Heut nacht &#8211; doch nicht aus Sinnenbrunst;<br />
Da ward nicht gebuhlt und gerammelt.
</p>
<p>
Es paßt kein Sommernachthochzeitstraum,<br />
Es passen nicht Lieder der Minne<br />
Zur Winterjahrzeit, zu Frost und Schnee;<br />
Gefroren war jede Rinne.
</p>
<p>
Auch hat überhaupt ein neuer Geist<br />
Der Katzenschaft sich bemeistert;<br />
Die Jugend zumal, der Jung-Kater ist<br />
Für höheren Ernst begeistert.
</p>
<p>
Die alte frivole Generation<br />
Verröchelt; ein neues Bestreben,<br />
Ein Katzenfrühling der Poesie<br />
Regt sich in Kunst und Leben.
</p>
<p>
Der philharmonische Katerverein,<br />
Er kehrt zur primitiven<br />
Kunstlosen Tonkunst jetzt zurück,<br />
Zum schnauzenwüchsig Naiven.
</p>
<p>
Er will die Poesiemusik,<br />
Rouladen ohne Triller,<br />
Die Instrumental- und Vokalpoesie,<br />
Die keine Musik ist, will er.
</p>
<p>
Er will die Herrschaft des Genies,<br />
Das freilich manchmal stümpert,<br />
Doch in der Kunst oft unbewußt<br />
Die höchste Staffel erklimpert.
</p>
<p>
Er huldigt dem Genie, das sich<br />
Nicht von der Natur entfernt hat,<br />
Sich nicht mit Gelehrsamkeit brüsten will<br />
Und wirklich auch nichts gelernt hat.
</p>
<p>
Dies ist das Programm des Katervereins,<br />
Und voll von diesem Streben<br />
Hat er sein erstes Winterkonzert<br />
Heut nacht auf dem Dache gegeben.
</p>
<p>
Doch schrecklich war die Exekution<br />
Der großen Ideen, der pompösen -<br />
Häng dich, mein treuer Berlioz,<br />
Daß du nicht dabei gewesen!
</p>
<p>
Das war ein Charivari, als ob<br />
Einen Kuhschwanzhopsaschleifer<br />
Plötzlich aufspielten, branntweinberauscht,<br />
Drei Dutzend Dudelsackpfeifer.
</p>
<p>
Das war ein Tauhu-Wauhu, als ob<br />
In der Arche Noä anfingen<br />
Sämtliche Tiere unisono<br />
Die Sündflut zu besingen.
</p>
<p>
O welch ein Krächzen und Heulen und Knurren<br />
Welch ein Miaun und Gegröhle!<br />
Die alten Schornsteine stimmten ein<br />
Und schnauften Kirchenchoräle.
</p>
<p>
Zumeist vernehmbar war eine Stimm,<br />
Die kreischend zugleich und matte<br />
Wie einst die Stimme der Sonntag war,<br />
Als sie keine Stimme mehr hatte.
</p>
<p>
Das tolle Konzert! Ich glaube, es ward<br />
Ein großes Tedeum gesungen,<br />
Zur Feier des Siegs, den über Vernunft<br />
Der frechste Wahnsinn errungen.
</p>
<p>
Vielleicht auch ward vom Katerverein<br />
Die große Oper probieret,<br />
Die Ungarns größter Pianist<br />
Für Charenton komponieret.
</p>
<p>
Es hat bei Tagesanbruch erst<br />
Der Sabbath ein Ende genommen;<br />
Eine schwangere Köchin ist dadurch<br />
Zu früh in die Wehen gekommen.
</p>
<p>
Die sinnebetörte Wöchnerin<br />
Hat ganz das Gedächtnis verloren;<br />
Sie weiß nicht mehr, wer der Vater ist<br />
Des Kindes, das sie geboren.
</p>
<p>
War es der Peter? War es der Paul?<br />
Sag, Lise, wer ist der Vater?<br />
Die Lise lächelt verklärt und spricht:<br />
O Liszt! du himmlischer Kater!&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Frühlingsbotschaft</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 18:06:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Leise zieht durch mein Gemüt Liebliches Geläute. Klinge, kleines Frühlingslied, Kling hinaus ins Weite. Kling hinaus, bis an das Haus, Wo die Blumen sprießen. Wenn du eine Rose schaust, Sag ich laß sie grüßen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Leise zieht durch mein Gemüt<br />
Liebliches Geläute.<br />
Klinge, kleines Frühlingslied,<br />
Kling hinaus ins Weite.
</p>
<p>
Kling hinaus, bis an das Haus,<br />
Wo die Blumen sprießen.<br />
Wenn du eine Rose schaust,<br />
Sag ich laß sie grüßen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>In der Fremde</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 18:04:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hatte einst ein schönes Vaterland. Der Eichenbaum Wuchs dort so hoch, die Veilchen nickten sanft. Es war ein Traum. Das küßte mich auf deutsch und sprach auf deutsch - Man glaubt es kaum, Wie gut es klang &#8211; das Wort: &#8220;Ich liebe dich!&#8221; Es war ein Traum.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ich hatte einst ein schönes Vaterland.<br />
Der Eichenbaum<br />
Wuchs dort so hoch, die Veilchen nickten sanft.<br />
Es war ein Traum.
</p>
<p>
Das küßte mich auf deutsch und sprach<br />
auf deutsch<br />
- Man glaubt es kaum,<br />
Wie gut es klang &#8211; das Wort: &#8220;Ich liebe dich!&#8221;<br />
Es war ein Traum.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Es schauen die Blumen alle</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 17:58:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Es schauen die Blumen alle Zur leuchtenden Sonne hinauf; Es nehmen die Ströme alle Zum leuchtenden Meere den Lauf. Es flattern die Lieder alle Zu meinem leuchtenden Lieb - Nehmt mit meine Tränen und Seufzer, Ihr Lieder, wehmütig und trüb!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Es schauen die Blumen alle<br />
Zur leuchtenden Sonne hinauf;<br />
Es nehmen die Ströme alle<br />
Zum leuchtenden Meere den Lauf.
</p>
<p>
Es flattern die Lieder alle<br />
Zu meinem leuchtenden Lieb -<br />
Nehmt mit meine Tränen und Seufzer,<br />
Ihr Lieder, wehmütig und trüb!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Du bist wie eine Blume</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/du-bist-wie-eine-blume</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 17:55:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=503</guid>
		<description><![CDATA[Du bist wie eine Blume so hold und schön und rein; ich schau&#8217; dich an, und Wehmut schleicht mir ins Herz hinein. Mir ist, als ob ich die Hände aufs Haupt dir legen sollt&#8217;, betend, daß Gott dich erhalte so rein und schön und hold.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Du bist wie eine Blume<br />
so hold und schön und rein;<br />
ich schau&#8217; dich an, und Wehmut<br />
schleicht mir ins Herz hinein.
</p>
<p>
Mir ist, als ob ich die Hände<br />
aufs Haupt dir legen sollt&#8217;,<br />
betend, daß Gott dich erhalte<br />
so rein und schön und hold.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Bergstimm&#8217;</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 17:52:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=500</guid>
		<description><![CDATA[Ein Reiter durch das Bergtal zieht In traurig stillem Trab &#8220;Ach, zieh ich jetzt wohl in Liebchens Arm Oder zieh ich ins dunkle Grab?&#8221; Die Bergstimm&#8217; Antwort gab: &#8220;Ins dunkle Grab!&#8221; Und weiter reitet der Reitersmann Und seufzet schwer dazu &#8220;So zieh ich nun hin ins Grab so früh, Wohlan, im Grab ist Ruh&#8217;.&#8221; Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ein Reiter durch das Bergtal zieht<br />
In traurig stillem Trab<br />
&#8220;Ach, zieh ich jetzt wohl in Liebchens Arm<br />
Oder zieh ich ins dunkle Grab?&#8221;<br />
Die Bergstimm&#8217; Antwort gab:<br />
&#8220;Ins dunkle Grab!&#8221;
</p>
<p>
Und weiter reitet der Reitersmann<br />
Und seufzet schwer dazu<br />
&#8220;So zieh ich nun hin ins Grab so früh,<br />
Wohlan, im Grab ist Ruh&#8217;.&#8221;<br />
Die Stimme sprach dazu:<br />
&#8220;Im Grab ist Ruh&#8217;.&#8221;
</p>
<p>
Dem Reitersmann eine Träne rollt<br />
Von der Wange kummervoll.<br />
&#8220;Und ist nur im Grabe die Ruhe für mich,<br />
So ist mir im Grabe wohl.&#8221;<br />
Die Stimme erwidert hohl:<br />
&#8220;Im Grabe wohl!&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Belsatzar</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/belsazar</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/buch-der-lieder/belsazar#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 17:48:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch der Lieder]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Leiden]]></category>
		<category><![CDATA[Romanzen]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=498</guid>
		<description><![CDATA[Die Mitternacht zog näher schon; In stummer Ruh lag Babylon. Nur oben in des Königs Schloss, Da flackert&#8217;s, da lärmt des Königs Tross. Dort oben in dem Königssaal Belsazar hielt sein Königsmahl. Die Knechte sassen in schimmernden Reihn Und leerten die Becher mit funkelndem Wein. Es klirrten die Becher, es jauchzten die Knecht; So klang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Die Mitternacht zog näher schon;<br />
In stummer Ruh lag Babylon.
</p>
<p>
Nur oben in des Königs Schloss,<br />
Da flackert&#8217;s, da lärmt des Königs Tross.
</p>
<p>
Dort oben in dem Königssaal<br />
Belsazar hielt sein Königsmahl.
</p>
<p>
Die Knechte sassen in schimmernden Reihn<br />
Und leerten die Becher mit funkelndem Wein.
</p>
<p>
Es klirrten die Becher, es jauchzten die Knecht;<br />
So klang es dem störrigen Könige recht.
</p>
<p>
Des Königs Wangen leuchten Glut;<br />
Im Wein erwuchs ihm kecker Mut.
</p>
<p>
Und blindlings reisst der Mut ihn fort;<br />
Und er lästert die Gottheit mit sündigem Wort.
</p>
<p>
Und er brüstet sich frech und lästert wild;<br />
Die Knechtenschar ihm Beifall brüllt.
</p>
<p>
Der König rief mit stolzem Blick;<br />
Der Diener eilt und kehrt zurück.
</p>
<p>
Er trug viel gülden Gerät auf dem Haupt;<br />
Das war aus dem Tempel Jehovahs geraubt.
</p>
<p>
Und der König ergriff mit frevler Hand<br />
Einen heiligen Becher, gefüllt bis am Rand.
</p>
<p>
Und er leert ihn hastig bis auf den Grund<br />
Und ruft laut mit schäumendem Mund:
</p>
<p>
&#8220;Jehovah! dir künd ich auf ewig Hohn -<br />
Ich bin der König von Babylon!&#8221;
</p>
<p>
Doch kaum das grause Wort verklang,<br />
Dem König ward&#8217;s heimlich im Busen bang.
</p>
<p>
Das gellende Lachen verstummte zumal;<br />
Es wurde leichenstill im Saal.
</p>
<p>
Und sieh! und sieh! an weisser Wand<br />
Das kam&#8217;s hervor, wie Menschenhand;
</p>
<p>
Und schrieb, und schrieb an weisser Wand<br />
Buchstaben von Feuer und schrieb und schwand.
</p>
<p>
Der König stieren Blicks da sass,<br />
Mit schlotternden Knien und totenblass.
</p>
<p>
Die Knechtschar sass kalt durchgraut,<br />
Und sass gar still, gab keinen Laut.
</p>
<p>
Die Magier kamen, doch keiner verstand<br />
Zu deuten die Flammenschrift an der Wand.
</p>
<p>
Belsazar ward aber in selbiger Nacht<br />
Von seinen Knechten umgebracht.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die heiligen drei Könige&#8230;</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/die-heiligen-drei-konige</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/sonstige-gedichte/die-heiligen-drei-konige#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 17:45:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstige Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=494</guid>
		<description><![CDATA[Die heiligen drei Könige aus Morgenland, sie frugen in jedem Städtchen: Wo geht der Weg nach Bethlehem, ihr lieben Buben und Mädchen? Die jungen und Alten, sie wußten es nicht, die Könige zogen weiter; sie folgten einem goldenen Stern, der leuchtete lieblich und heiter. Der Stern blieb stehn über Josephs Haus, da sind sie hineingegangen; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Die heiligen drei Könige aus Morgenland,<br />
sie frugen in jedem Städtchen:<br />
Wo geht der Weg nach Bethlehem,<br />
ihr lieben Buben und Mädchen?
</p>
<p>
Die jungen und Alten, sie wußten es nicht,<br />
die Könige zogen weiter;<br />
sie folgten einem goldenen Stern,<br />
der leuchtete lieblich und heiter.
</p>
<p>
Der Stern blieb stehn über Josephs Haus,<br />
da sind sie hineingegangen;<br />
das Öchslein brüllte, das Kindlein schrie,<br />
die heiligen drei Könige sangen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>27. Caput XXVII</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/27-caput-xxvii</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 21:51:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=488</guid>
		<description><![CDATA[Was sich in jener Wundernacht Des weitern zugetragen, Erzähl ich euch ein andermal, In warmen Sommertagen. Das alte Geschlecht der Heuchelei Verschwindet, Gott sei Dank, heut, Es sinkt allmählich ins Grab, es stirbt An seiner Lügenkrankheit. Es wächst heran ein neues Geschlecht, Ganz ohne Schminke und Sünden, Mit freien Gedanken, mit freier Lust - Dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was sich in jener Wundernacht<br />
Des weitern zugetragen,<br />
Erzähl ich euch ein andermal,<br />
In warmen Sommertagen.</p>
<p>Das alte Geschlecht der Heuchelei<br />
Verschwindet, Gott sei Dank, heut,<br />
Es sinkt allmählich ins Grab, es stirbt<br />
An seiner Lügenkrankheit.</p>
<p>Es wächst heran ein neues Geschlecht,<br />
Ganz ohne Schminke und Sünden,<br />
Mit freien Gedanken, mit freier Lust -<br />
Dem werde ich alles verkünden.</p>
<p>Schon knospet die Jugend, welche versteht<br />
Des Dichters Stolz und Güte,<br />
Und sich an seinem Herzen wärmt,<br />
An seinem Sonnengemüte.</p>
<p>Mein Herz ist liebend wie das Licht,<br />
Und rein und keusch wie das Feuer;<br />
Die edelsten Grazien haben gestimmt<br />
Die Saiten meiner Leier.</p>
<p>Es ist dieselbe Leier, die einst<br />
Mein Vater ließ ertönen,<br />
Der selige Herr Aristophanes,<br />
Der Liebling der Kamönen.</p>
<p>Es ist die Leier, worauf er einst<br />
Den Paisteteros besungen,<br />
Der um die Basileia gefreit,<br />
Mit ihr sich emporgeschwungen.</p>
<p>Im letzten Kapitel hab ich versucht,<br />
Ein bißchen nachzuahmen<br />
Den Schluß der »Vögel«, die sind gewiß<br />
Das beste von Vaters Dramen.</p>
<p>Die »Frösche« sind auch vortrefflich. Man gibt<br />
In deutscher Übersetzung<br />
Sie jetzt auf der Bühne von Berlin,<br />
Zu königlicher Ergetzung.</p>
<p>Der König liebt das Stück. Das zeugt<br />
Von gutem antiken Geschmacke;<br />
Den Alten amüsierte weit mehr<br />
Modernes Froschgequake.</p>
<p>Der König liebt das Stück. Jedoch<br />
Wär noch der Autor am Leben,<br />
Ich riete ihm nicht, sich in Person<br />
Nach Preußen zu begeben.</p>
<p>Dem wirklichen Aristophanes,<br />
Dem ginge es schlecht, dem Armen;<br />
Wir würden ihn bald begleitet sehn<br />
Mit Chören von Gendarmen.</p>
<p>Der Pöbel bekäm die Erlaubnis bald,<br />
Zu schimpfen statt zu wedeln;<br />
Die Polizei erhielte Befehl,<br />
Zu fahnden auf den Edeln.</p>
<p>O König! Ich meine es gut mit dir,<br />
Und will einen Rat dir geben:<br />
Die toten Dichter, verehre sie nur,<br />
Doch schone, die da leben.</p>
<p>Beleid&#8217;ge lebendige Dichter nicht,<br />
Sie haben Flammen und Waffen,<br />
Die furchtbarer sind als Jovis Blitz,.<br />
Den ja der Poet erschaffen.</p>
<p>Beleid&#8217;ge die Götter, die alten und neu&#8217;n,<br />
Des ganzen Olymps Gelichter,<br />
Und den höchsten Jehova obendrein<br />
Beleid&#8217;ge nur nicht den Dichter!</p>
<p>Die Götter bestrafen freilich sehr hart<br />
Des Menschen Missetaten,<br />
Das Höllenfeuer ist ziemlich heiß,<br />
Dort muß man schmoren und braten -</p>
<p>Doch Heilige gibt es, die aus der Glut<br />
Losbeten den Sünder; durch Spenden<br />
An Kirchen und Seelenmessen wird<br />
Erworben ein hohes Verwenden.</p>
<p>Und am Ende der Tage kommt Christus herab<br />
Und bricht die Pforten der Hölle;<br />
Und hält er auch ein strenges Gericht,<br />
Entschlüpfen wird mancher Geselle.</p>
<p>Doch gibt es Höllen, aus deren Haft<br />
Unmöglich jede Befreiung;<br />
Hier hilft kein Beten, ohnmächtig ist hier<br />
Des Welterlösers Verzeihung.</p>
<p>Kennst du die Hölle des Dante nicht,<br />
Die schrecklichen Terzetten?<br />
Wen da der Dichter hineingesperrt,<br />
Den kann kein Gott mehr retten -</p>
<p>Kein Gott, kein Heiland erlöst ihn je<br />
Aus diesen singenden Flammen!<br />
Nimm dich in acht, daß wir dich nicht<br />
Zu solcher Hölle verdammen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>26. Caput XXVI</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/26-caput-xxvi</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/26-caput-xxvi#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 21:37:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=485</guid>
		<description><![CDATA[Die Wangen der Göttin glühten so rot (Ich glaube, in die Krone Stieg ihr der Rum), und sie sprach zu mir In sehr wehmütigem Tone: »Ich werde alt. Geboren bin ich Am Tage von Hamburgs Begründung. Die Mutter war Schellfischkönigin Hier an der Elbe Mündung. Mein Vater war ein großer Monarch, Carolus Magnus geheißen, Er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wangen der Göttin glühten so rot<br />
(Ich glaube, in die Krone<br />
Stieg ihr der Rum), und sie sprach zu mir<br />
In sehr wehmütigem Tone:</p>
<p>»Ich werde alt. Geboren bin ich<br />
Am Tage von Hamburgs Begründung.<br />
Die Mutter war Schellfischkönigin<br />
Hier an der Elbe Mündung.</p>
<p>Mein Vater war ein großer Monarch,<br />
Carolus Magnus geheißen,<br />
Er war noch mächt&#8217;ger und klüger sogar<br />
Als Friedrich der Große von Preußen.</p>
<p>Der Stuhl ist zu Aachen, auf welchem er<br />
Am Tage der Krönung ruhte;<br />
Den Stuhl, worauf er saß in der Nacht,<br />
Den erbte die Mutter, die gute.</p>
<p>Die Mutter hinterließ ihn mir,<br />
Ein Möbel von scheinlosem Äußern,<br />
Doch böte mir Rothschild all sein Geld,<br />
Ich würde ihn nicht veräußern.</p>
<p>Siehst du, dort in dem Winkel steht<br />
Ein alter Sessel, zerrissen<br />
Das Leder der Lehne, von Mottenfraß<br />
Zernagt das Polsterkissen.</p>
<p>Doch gehe hin und hebe auf<br />
Das Kissen von dem Sessel,<br />
Du schaust eine runde Öffnung dann,<br />
Darunter einen Kessel -</p>
<p>Das ist ein Zauberkessel, worin<br />
Die magischen Kräfte brauen,<br />
Und steckst du in die Ründung den Kopf,<br />
So wirst du die Zukunft schauen -</p>
<p>Die Zukunft Deutschlands erblickst du hier,<br />
Gleich wogenden Phantasmen,<br />
Doch schaudre nicht, wenn aus dem Wust<br />
Aufsteigen die Miasmen!«</p>
<p>Sie sprach&#8217;s und lachte sonderbar,<br />
Ich aber ließ mich nicht schrecken,<br />
Neugierig eilte ich, den Kopf<br />
In die furchtbare Ründung zu stecken.</p>
<p>Was ich gesehn, verrate ich nicht,<br />
Ich habe zu schweigen versprochen,<br />
Erlaubt ist mir zu sagen kaum,<br />
O Gott! was ich gerochen! &#8211; - -</p>
<p>Ich denke mit Widerwillen noch<br />
An jene schnöden, verfluchten<br />
Vorspielgerüche, das schien ein Gemisch<br />
Von altem Kohl und Juchten.</p>
<p>Entsetzlich waren die Düfte, o Gott!<br />
Die sich nachher erhuben;<br />
Es war, als fegte man den Mist<br />
Aus sechsunddreißig Gruben. &#8211; - -</p>
<p>Ich weiß wohl, was Saint-Just gesagt<br />
Weiland im Wohlfahrtsausschuß:<br />
Man heile die große Krankheit nicht<br />
Mit Rosenöl und Moschus -</p>
<p>Doch dieser deutsche Zukunftsduft<br />
Mocht alles überragen,<br />
Was meine Nase je geahnt -<br />
Ich konnt es nicht länger ertragen &#8211; - -</p>
<p>Mir schwanden die Sinne, und als ich aufschlug<br />
Die Augen, saß ich an der Seite<br />
Der Göttin noch immer, es lehnte mein Haupt<br />
An ihre Brust, die breite.</p>
<p>Es blitzte ihr Blick, es glühte ihr Mund,<br />
Es zuckten die Nüstern der Nase,<br />
Bacchantisch umschlang sie den Dichter und sang<br />
Mit schauerlich wilder Ekstase:</p>
<p>»Bleib bei mir in Hamburg, ich liebe dich,<br />
Wir wollen trinken und essen<br />
Den Wein und die Austern der Gegenwart,<br />
Und die dunkle Zukunft vergessen.</p>
<p>Den Deckel darauf! damit uns nicht<br />
Der Mißduft die Freude vertrübet -<br />
Ich liebe dich, wie je ein Weib<br />
Einen deutschen Poeten geliebet!</p>
<p>Ich küsse dich, und ich fühle, wie mich<br />
Dein Genius begeistert;<br />
Es hat ein wunderbarer Rausch<br />
Sich meiner Seele bemeistert.</p>
<p>Mir ist, als ob ich auf der Straß&#8217;<br />
Die Nachtwächter singen hörte -<br />
Es sind Hymenäen, Hochzeitmusik,<br />
Mein süßer Lustgefährte!</p>
<p>Jetzt kommen die reitenden Diener auch<br />
Mit üppig lodernden Fackeln,<br />
Sie tanzen ehrbar den Fackeltanz,<br />
Sie springen und hüpfen und wackeln.</p>
<p>Es kommt der hoch- und wohlweise Senat,<br />
Es kommen die Oberalten;<br />
Der Bürgermeister räuspert sich<br />
Und will eine Rede halten.</p>
<p>In glänzender Uniform erscheint<br />
Das Korps der Diplomaten;<br />
Sie gratulieren mit Vorbehalt<br />
Im Namen der Nachbarstaaten.</p>
<p>Es kommt die geistliche Deputation,<br />
Rabbiner und Pastöre -<br />
Doch ach! da kommt der Hoffmann auch<br />
Mit seiner Zensorschere!</p>
<p>Die Schere klirrt in seiner Hand,<br />
Es rückt der wilde Geselle<br />
Dir auf den Leib &#8211; er schneidet ins Fleisch -<br />
Es war die beste Stelle.«</p>
]]></content:encoded>
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		<title>25. Caput XXV</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 20:38:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Göttin hat mir Tee gekocht Und Rum hineingegossen; Sie selber aber hat den Rum Ganz ohne Tee genossen. An meine Schulter lehnte sie Ihr Haupt (die Mauerkrone, Die Mütze, ward etwas zerknittert davon), Und sie sprach mit sanftem Tone: »Ich dachte manchmal mit Schrecken dran, Daß du in dem sittenlosen Paris so ganz ohne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Göttin hat mir Tee gekocht<br />
Und Rum hineingegossen;<br />
Sie selber aber hat den Rum<br />
Ganz ohne Tee genossen.</p>
<p>An meine Schulter lehnte sie<br />
Ihr Haupt (die Mauerkrone,<br />
Die Mütze, ward etwas zerknittert davon),<br />
Und sie sprach mit sanftem Tone:</p>
<p>»Ich dachte manchmal mit Schrecken dran,<br />
Daß du in dem sittenlosen<br />
Paris so ganz ohne Aufsicht lebst,<br />
Bei jenen frivolen Franzosen.</p>
<p>Du schlenderst dort herum und hast<br />
Nicht mal an deiner Seite<br />
Einen treuen deutschen Verleger, der dich<br />
Als Mentor warne und leite.</p>
<p>Und die Verführung ist dort so groß,<br />
Dort gibt es viele Sylphiden,<br />
Die ungesund, und gar zu leicht<br />
Verliert man den Seelenfrieden.</p>
<p>Geh nicht zurück und bleib bei uns;<br />
Hier herrschen noch Zucht und Sitte,<br />
Und manches stille Vergnügen blüht<br />
Auch hier, in unserer Mitte.</p>
<p>Bleib bei uns in Deutschland, es wird dir hier<br />
Jetzt besser als ehmals munden;<br />
Wir schreiten fort, du hast gewiß<br />
Den Fortschritt selbst gefunden.</p>
<p>Auch die Zensur ist nicht mehr streng,<br />
Hoffmann wird älter und milder<br />
Und streicht nicht mehr mit Jugendzorn<br />
Dir deine ›Reisebilder‹.</p>
<p>Du selbst bist älter und milder jetzt,<br />
Wirst dich in manches schicken,<br />
Und wirst sogar die Vergangenheit<br />
In besserem Lichte erblicken.</p>
<p>Ja, daß es uns früher so schrecklich ging,<br />
In Deutschland, ist Übertreibung;<br />
Man konnte entrinnen der Knechtschaft, wie einst<br />
In Rom, durch Selbstentleibung.</p>
<p>Gedankenfreiheit genoß das Volk,<br />
Sie war für die großen Massen,<br />
Beschränkung traf nur die g&#8217;ringe Zahl<br />
Derjen&#8217;gen, die drucken lassen.</p>
<p>Gesetzlose Willkür herrschte nie,<br />
Dem schlimmsten Demagogen<br />
Ward niemals ohne Urteilspruch.<br />
Die Staatskokarde entzogen.</p>
<p>So übel war es in Deutschland nie,<br />
Trotz aller Zeitbedrängnis -<br />
Glaub mir, verhungert ist nie ein Mensch<br />
In einem deutschen Gefängnis.</p>
<p>Es blühte in der Vergangenheit<br />
So manche schöne Erscheinung<br />
Des Glaubens und der Gemütlichkeit;<br />
Jetzt herrscht nur Zweifel, Verneinung.</p>
<p>Die praktische äußere Freiheit wird einst<br />
Das Ideal vertilgen,<br />
Das wir im Busen getragen &#8211; es war<br />
So rein wie der Traum der Liljen!</p>
<p>Auch unsre schöne Poesie<br />
Erlischt, sie ist schon ein wenig<br />
Erloschen; mit andern Königen stirbt<br />
Auch Freiligraths Mohrenkönig.</p>
<p>Der Enkel wird essen und trinken genug,<br />
Doch nicht in beschaulicher Stille;<br />
Es poltert heran ein Spektakelstück,<br />
Zu Ende geht die Idylle.</p>
<p>Oh, könntest du schweigen, ich würde dir<br />
Das Buch des Schicksals entsiegeln,<br />
Ich ließe dir spätere Zeiten sehn<br />
In meinen Zauberspiegeln.</p>
<p>Was ich den sterblichen Menschen nie<br />
Gezeigt, ich möcht es dir zeigen:<br />
Die Zukunft deines Vaterlands -<br />
Doch ach! du kannst nicht schweigen!«</p>
<p>»Mein Gott, o Göttin!« &#8211; rief ich entzückt -,<br />
»Das wäre mein größtes Vergnügen,<br />
Laß mich das künftige Deutschland sehn -<br />
Ich bin ein Mann und verschwiegen.</p>
<p>Ich will dir schwören jeden Eid,<br />
Den du nur magst begehren,<br />
Mein Schweigen zu verbürgen dir -<br />
Sag an, wie soll ich schwören?«</p>
<p>Doch jene erwiderte: »Schwöre mir<br />
In Vater Abrahams Weise,<br />
Wie er Eliesern schwören ließ,<br />
Als dieser sich gab auf die Reise.</p>
<p>Heb auf das Gewand und lege die Hand<br />
Hier unten an meine Hüften,<br />
Und schwöre mir Verschwiegenheit<br />
In Reden und in Schriften!«</p>
<p>Ein feierlicher Moment! Ich war<br />
Wie angeweht vom Hauche<br />
Der Vorzeit, als ich schwur den Eid,<br />
Nach uraltem Erzväterbrauche.</p>
<p>Ich schob das Gewand der Göttin auf,<br />
Und legte an ihre Hüften<br />
Die Hand, gelobend Verschwiegenheit<br />
In Reden und in Schriften.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>24. Caput XXIV</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 19:50:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie ich die enge Sahltrepp&#8217; hinauf- Gekommen, ich kann es nicht sagen; Es haben unsichtbare Geister mich Vielleicht hinaufgetragen. Hier, in Hammonias Kämmerlein, Verflossen mir schnell die Stunden. Die Göttin gestand die Sympathie, Die sie immer für mich empfunden. »Siehst du« &#8211; sprach sie -, »in früherer Zeit War mir am meisten teuer Der Sänger, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie ich die enge Sahltrepp&#8217; hinauf-<br />
Gekommen, ich kann es nicht sagen;<br />
Es haben unsichtbare Geister mich<br />
Vielleicht hinaufgetragen.</p>
<p>Hier, in Hammonias Kämmerlein,<br />
Verflossen mir schnell die Stunden.<br />
Die Göttin gestand die Sympathie,<br />
Die sie immer für mich empfunden.</p>
<p>»Siehst du« &#8211; sprach sie -, »in früherer Zeit<br />
War mir am meisten teuer<br />
Der Sänger, der den Messias besang<br />
Auf seiner frommen Leier.</p>
<p>Dort auf der Kommode steht noch jetzt<br />
Die Büste von meinem Klopstock,<br />
Jedoch seit Jahren dient sie mir<br />
Nur noch als Haubenkopfstock.</p>
<p>Du bist mein Liebling jetzt, es hängt<br />
Dein Bildnis zu Häupten des Bettes;<br />
Und, siehst du, ein frischer Lorbeer umkränzt<br />
Den Rahmen des holden Porträtes.</p>
<p>Nur daß du meine Söhne so oft<br />
Genergelt, ich muß es gestehen,<br />
Hat mich zuweilen tief verletzt;<br />
Das darf nicht mehr geschehen.</p>
<p>Es hat die Zeit dich hoffentlich<br />
Von solcher Unart geheilet,<br />
Und dir eine größere Toleranz<br />
Sogar für Narren erteilet.</p>
<p>Doch sprich, wie kam der Gedanke dir,<br />
Zu reisen nach dem Norden<br />
In solcher Jahreszeit? Das Wetter ist<br />
Schon winterlich geworden!«</p>
<p>»Oh, meine Göttin!« &#8211; erwiderte ich -,<br />
»Es schlafen tief im Grunde<br />
Des Menschenherzens Gedanken, die oft<br />
Erwachen zur unrechten Stunde.</p>
<p>Es ging mir äußerlich ziemlich gut,<br />
Doch innerlich war ich beklommen,<br />
Und die Beklemmnis täglich wuchs -<br />
Ich hatte das Heimweh bekommen.</p>
<p>Die sonst so leichte französische Luft,<br />
Sie fing mich an zu drücken;<br />
Ich mußte Atem schöpfen hier<br />
In Deutschland, um nicht zu ersticken.</p>
<p>Ich sehnte mich nach Torfgeruch,<br />
Nach deutschem Tabaksdampfe;<br />
Es bebte mein Fuß vor Ungeduld,<br />
Daß er deutschen Boden stampfe.</p>
<p>Ich seufzte des Nachts, und sehnte mich,<br />
Daß ich sie wiedersähe,<br />
Die alte Frau, die am Dammtor wohnt;<br />
Das Lottchen wohnt in der Nähe.</p>
<p>Auch jenem edlen alten Herrn,<br />
Der immer mich ausgescholten<br />
Und immer großmütig beschützt, auch ihm<br />
Hat mancher Seufzer gegolten.</p>
<p>Ich wollte wieder aus seinem Mund<br />
Vernehmen den ›dummen Jungen‹,<br />
Das hat mir immer wie Musik<br />
Im Herzen nachgeklungen.</p>
<p>Ich sehnte mich nach dem blauen Rauch,<br />
Der aufsteigt aus deutschen Schornsteinen,<br />
Nach niedersächsischen Nachtigall&#8217;n,<br />
Nach stillen Buchenhainen. -</p>
<p>Ich sehnte mich nach den Plätzen sogar,<br />
Nach jenen Leidensstationen,<br />
Wo ich geschleppt das Jugendkreuz<br />
Und meine Dornenkronen.</p>
<p>Ich wollte weinen, wo ich einst<br />
Geweint die bittersten Tränen -<br />
Ich glaube, Vaterlandsliebe nennt<br />
Man dieses törichte Sehnen.</p>
<p>Ich spreche nicht gern davon; es ist<br />
Nur eine Krankheit im Grunde.<br />
Verschämten Gemütes, verberge ich stets<br />
Dem Publiko meine Wunde.</p>
<p>Fatal ist mir das Lumpenpack,<br />
Das, um die Herzen zu rühren,<br />
Den Patriotismus trägt zur Schau<br />
Mit allen seinen Geschwüren.</p>
<p>Schamlose schäbige Bettler sind&#8217;s,<br />
Almosen wollen sie haben -<br />
Ein&#8217;n Pfennig, Popularität<br />
Für <a href="http://www.heine-gedichte.de/begriffserklarungen/menzel">Menzel</a> und seine Schwaben!</p>
<p>Oh, meine Göttin, du hast mich heut<br />
In weicher Stimmung gefunden;<br />
Bin etwas krank, doch pfleg ich mich,<br />
Und ich werde bald gesunden.</p>
<p>Ja, ich bin krank, und du könntest mir<br />
Die Seele sehr erfrischen<br />
Durch eine gute Tasse Tee;<br />
Du mußt ihn mit Rum vermischen.«</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>23. Caput XXIII</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/23-caput-xxiii</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 11:40:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Republik war Hamburg nie So groß wie Venedig und Florenz, Doch Hamburg hat bessere Austern; man speist Die besten im Keller von Lorenz. Es war ein schöner Abend, als ich Mich hinbegab mit Campen; Wir wollten miteinander dort In Rheinwein und Austern schlampampen. Auch gute Gesellschaft fand ich dort, Mit Freude sah ich wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Republik war Hamburg nie<br />
So groß wie Venedig und Florenz,<br />
Doch Hamburg hat bessere Austern; man speist<br />
Die besten im Keller von Lorenz.</p>
<p>Es war ein schöner Abend, als ich<br />
Mich hinbegab mit Campen;<br />
Wir wollten miteinander dort<br />
In Rheinwein und Austern schlampampen.</p>
<p>Auch gute Gesellschaft fand ich dort,<br />
Mit Freude sah ich wieder<br />
Manch alten Genossen, zum Beispiel Chaufepié,<br />
Auch manche neue Brüder.</p>
<p>Da war der Wille, dessen Gesicht<br />
Ein Stammbuch, worin mit Hieben<br />
Die akademischen Feinde sich<br />
Recht leserlich eingeschrieben.</p>
<p>Da war der Fucks, ein blinder Heid&#8217;<br />
Und persönlicher Feind des Jehova,<br />
Glaubt nur an Hegel und etwa noch<br />
An die Venus des Canova.</p>
<p>Mein Campe war Amphitryo<br />
Und lächelte vor Wonne;<br />
Sein Auge strahlte Seligkeit,<br />
Wie eine verklärte Madonne.</p>
<p>Ich aß und trank, mit gutem App&#8217;tit,<br />
Und dachte in meinem Gemüte:<br />
›Der Campe ist wirklich ein großer Mann,<br />
Ist aller Verleger Blüte.</p>
<p>Ein andrer Verleger hätte mich<br />
Vielleicht verhungern lassen,<br />
Der aber gibt mir zu trinken sogar;<br />
Werde ihn niemals verlassen.</p>
<p>Ich danke dem Schöpfer in der Höh&#8217;,<br />
Der diesen Saft der Reben<br />
Erschuf, und zum Verleger mir<br />
Den Julius Campe gegeben!</p>
<p>Ich danke dem Schöpfer in der Höh&#8217;,<br />
Der, durch sein großes Werde,<br />
Die Austern erschaffen in der See<br />
Und den Rheinwein auf der Erde!</p>
<p>Der auch Zitronen wachsen ließ,<br />
Die Austern zu betauen -<br />
Nun laß mich, Vater, diese Nacht<br />
Das Essen gut verdauen!‹</p>
<p>Der Rheinwein stimmt mich immer weich<br />
Und löst jedwedes Zerwürfnis<br />
In meiner Brust, entzündet darin<br />
Der Menschenliebe Bedürfnis.</p>
<p>Es treibt mich aus dem Zimmer hinaus,<br />
Ich muß in den Straßen schlendern;<br />
Die Seele sucht eine Seele und späht<br />
Nach zärtlich weißen Gewändern.</p>
<p>In solchen Momenten zerfließe ich fast<br />
Vor Wehmut und vor Sehnen;<br />
Die Katzen scheinen mir alle grau,<br />
Die Weiber alle Helenen. &#8211; - -</p>
<p>Und als ich auf die Drehbahn kam,<br />
Da sah ich im Mondenschimmer<br />
Ein hehres Weib, ein wunderbar<br />
Hochbusiges Frauenzimmer.</p>
<p>Ihr Antlitz war rund und kerngesund,<br />
Die Augen wie blaue Turkoasen,<br />
Die Wangen wie Rosen, wie Kirschen der Mund,<br />
Auch etwas rötlich die Nase.</p>
<p>Ihr Haupt bedeckte eine Mütz&#8217;<br />
Von weißem gesteiftem Linnen,<br />
Gefältelt wie eine Mauerkron&#8217;,<br />
Mit Türmchen und zackigen Zinnen.</p>
<p>Sie trug eine weiße Tunika,<br />
Bis an die Waden reichend.<br />
Und welche Waden! Das Fußgestell<br />
Zwei dorischen Säulen gleichend.</p>
<p>Die weltlichste Natürlichkeit<br />
Konnt man in den Zügen lesen;<br />
Doch das übermenschliche Hinterteil<br />
Verriet ein höheres Wesen.</p>
<p>Sie trat zu mir heran und sprach:<br />
»Willkommen an der Elbe<br />
Nach dreizehnjähr&#8217;ger Abwesenheit -<br />
Ich sehe, du bist noch derselbe!</p>
<p>Du suchst die schönen Seelen vielleicht,<br />
Die dir so oft begegnet<br />
Und mit dir geschwärmt die Nacht hindurch,<br />
In dieser schönen Gegend.</p>
</p>
<p>Das Leben verschlang sie, das Ungetüm,<br />
Die hundertköpfige Hyder;<br />
Du findest nicht die alte Zeit<br />
Und die Zeitgenössinnen wieder!</p>
<p>Du findest die holden Blumen nicht mehr,<br />
Die das junge Herz vergöttert;<br />
Hier blühten sie &#8211; jetzt sind sie verwelkt,<br />
Und der Sturm hat sie entblättert.</p>
<p>Verwelkt, entblättert, zertreten sogar<br />
Von rohen Schicksalsfüßen -<br />
Mein Freund, das ist auf Erden das Los<br />
Von allem Schönen und Süßen!«</p>
<p>»Wer bist du?« &#8211; rief ich -, »du schaust mich an<br />
Wie &#8216;n Traum aus alten Zeiten -<br />
Wo wohnst du, großes Frauenbild?<br />
Und darf ich dich begleiten?«</p>
<p>Da lächelte das Weib und sprach:<br />
»Du irrst dich, ich bin eine feine,<br />
Anständ&#8217;ge, moralische Person;<br />
Du irrst dich, ich bin nicht so eine.</p>
<p>Ich bin nicht so eine kleine Mamsell,<br />
So eine welsche Lorettin -<br />
Denn wisse: ich bin Hammonia,<br />
Hamburgs beschützende Göttin!</p>
<p>Du stutzest und erschreckst sogar,<br />
Du sonst so mutiger Sänger!<br />
Willst du mich noch begleiten jetzt?<br />
Wohlan, so zögre nicht länger.«</p>
<p>Ich aber lachte laut und rief:<br />
»Ich folge auf der Stelle -<br />
Schreit du voran, ich folge dir,<br />
Und ging&#8217; es in die Hölle!«</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>22. Caput XXII</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 11:30:40 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch mehr verändert als die Stadt Sind mir die Menschen erschienen, Sie gehn so betrübt und gebrochen herum, Wie wandelnde Ruinen. Die Mageren sind noch dünner jetzt, Noch fetter sind die Feisten, Die Kinder sind alt, die Alten sind Kindisch geworden, die meisten. Gar manche, die ich als Kälber verließ, Fand ich als Ochsen wieder; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch mehr verändert als die Stadt<br />
Sind mir die Menschen erschienen,<br />
Sie gehn so betrübt und gebrochen herum,<br />
Wie wandelnde Ruinen.</p>
<p>Die Mageren sind noch dünner jetzt,<br />
Noch fetter sind die Feisten,<br />
Die Kinder sind alt, die Alten sind<br />
Kindisch geworden, die meisten.</p>
<p>Gar manche, die ich als Kälber verließ,<br />
Fand ich als Ochsen wieder;<br />
Gar manches kleine Gänschen ward<br />
Zur Gans mit stolzem Gefieder.</p>
<p>Die alte Gudel fand ich geschminkt<br />
Und geputzt wie eine Sirene;<br />
Hat schwarze Locken sich angeschafft<br />
Und blendendweiße Zähne.</p>
<p>Am besten hat sich konserviert<br />
Mein Freund, der Papierverkäufer;<br />
Sein Haar ward gelb und umwallt sein Haupt,<br />
Sieht aus wie Johannes der Täufer.</p>
<p>Den ***, den sah ich nur von fern,<br />
Er huschte mir rasch vorüber;<br />
Ich höre, sein Geist ist abgebrannt<br />
Und war versichert bei Bieber.</p>
<p>Auch meinen alten Zensor sah<br />
Ich wieder. Im Nebel, gebücket,<br />
Begegnet&#8217; er mir auf dem Gänsemarkt,<br />
Schien sehr darniedergedrücket.</p>
<p>Wir schüttelten uns die Hände, es schwamm<br />
Im Auge des Manns eine Träne.<br />
Wie freute er sich, mich wiederzusehn!<br />
Es war eine rührende Szene. -</p>
<p>Nicht alle fand ich. Mancher hat<br />
Das Zeitliche gesegnet.<br />
Ach! meinem Gumpelino sogar<br />
Bin ich nicht mehr begegnet.</p>
<p>Der Edle hatte ausgehaucht<br />
Die große Seele soeben,<br />
Und wird als verklärter Seraph jetzt<br />
Am Throne Jehovas schweben.</p>
<p>Vergebens suchte ich überall<br />
Den krummen Adonis, der Tassen<br />
Und Nachtgeschirr von Porzellan<br />
Feilbot in Hamburgs Gassen.</p>
<p>Sarras, der treue Pudel, ist tot.<br />
Ein großer Verlust! Ich wette,<br />
Daß Campe lieber ein ganzes Schock<br />
Schriftsteller verloren hätte. &#8211; -</p>
<p>Die Population des Hamburger Staats<br />
Besteht, seit Menschengedenken,<br />
Aus Juden und Christen; es pflegen auch<br />
Die letztren nicht viel zu verschenken.</p>
<p>Die Christen sind alle ziemlich gut,<br />
Auch essen sie gut zu Mittag,<br />
Und ihre Wechsel bezahlen sie prompt,<br />
Noch vor dem letzten Respittag.</p>
<p>Die Juden teilen sich wieder ein<br />
In zwei verschiedne Parteien;<br />
Die Alten gehn in die Synagog&#8217;,<br />
Und in den Tempel die Neuen.</p>
<p>Die Neuen essen Schweinefleisch,<br />
Zeigen sich widersetzig,<br />
Sind Demokraten; die Alten sind<br />
Vielmehr aristokrätzig.</p>
<p>Ich liebe die Alten, ich liebe die Neu&#8217;n -<br />
Doch schwör ich, beim ewigen Gotte,<br />
Ich liebe gewisse Fischchen noch mehr,<br />
Man heißt sie geräucherte Sprotte.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>21. Caput XXI</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/21-caput-xxi</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/21-caput-xxi#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 11:23:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=464</guid>
		<description><![CDATA[Die Stadt, zur Hälfte abgebrannt, Wird aufgebaut allmählich; Wie &#8216;n Pudel, der halb geschoren ist, Sieht Hamburg aus, trübselig. Gar manche Gassen fehlen mir, Die ich nur ungern vermisse - Wo ist das Haus, wo ich geküßt Der Liebe erste Küsse? Wo ist die Druckerei, wo ich Die »Reisebilder« druckte? Wo ist der Austerkeller, wo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Stadt, zur Hälfte abgebrannt,<br />
Wird aufgebaut allmählich;<br />
Wie &#8216;n Pudel, der halb geschoren ist,<br />
Sieht Hamburg aus, trübselig.</p>
<p>Gar manche Gassen fehlen mir,<br />
Die ich nur ungern vermisse -<br />
Wo ist das Haus, wo ich geküßt<br />
Der Liebe erste Küsse?</p>
<p>Wo ist die Druckerei, wo ich<br />
Die »Reisebilder« druckte?<br />
Wo ist der Austerkeller, wo ich<br />
Die ersten Austern schluckte?</p>
<p>Und der Dreckwall, wo ist der Dreckwall hin?<br />
Ich kann ihn vergeblich suchen!<br />
Wo ist der Pavillon, wo ich<br />
Gegessen so manchen Kuchen?</p>
<p>Wo ist das Rathaus, worin der Senat<br />
Und die Bürgerschaft gethronet?<br />
Ein Raub der Flammen! Die Flamme hat<br />
Das Heiligste nicht verschonet.</p>
<p>Die Leute seufzten noch vor Angst,<br />
Und mit wehmüt&#8217;gem Gesichte<br />
Erzählten sie mir vom großen Brand<br />
Die schreckliche Geschichte:</p>
<p>»Es brannte an allen Ecken zugleich,<br />
Man sah nur Rauch und Flammen!<br />
Die Kirchentürme loderten auf<br />
Und stürzten krachend zusammen.</p>
<p>Die alte Börse ist verbrannt,<br />
Wo unsere Väter gewandelt,<br />
Und miteinander jahrhundertelang<br />
So redlich als möglich gehandelt.</p>
<p>Die Bank, die silberne Seele der Stadt,<br />
Und die Bücher, wo eingeschrieben<br />
Jedweden Mannes Banko-Wert,<br />
Gottlob! sie sind uns geblieben!</p>
<p>Gottlob! man kollektierte für uns<br />
Selbst bei den fernsten Nationen -<br />
Ein gutes Geschäft &#8211; die Kollekte betrug<br />
Wohl an die acht Millionen.</p>
<p>Aus allen Ländern floß das Geld<br />
In unsre offnen Hände,<br />
Auch Viktualien nahmen wir an,<br />
Verschmähten keine Spende.</p>
<p>Man schickte uns Kleider und Betten genug,<br />
Auch Brot und Fleisch und Suppen!<br />
Der König von Preußen wollte sogar<br />
Uns schicken seine Truppen.</p>
<p>Der materielle Schaden ward<br />
Vergütet, das ließ sich schätzen -<br />
Jedoch den Schrecken, unseren Schreck,<br />
Den kann uns niemand ersetzen!«</p>
<p>Aufmunternd sprach ich: »Ihr lieben Leut&#8217;,<br />
Ihr müßt nicht jammern und flennen;<br />
Troja war eine bessere Stadt<br />
Und mußte doch verbrennen.</p>
<p>Baut eure Häuser wieder auf<br />
Und trocknet eure Pfützen,<br />
Und schafft euch beßre Gesetze an<br />
Und beßre Feuerspritzen.</p>
<p>Gießt nicht zuviel Cayenne-Piment<br />
In eure Mockturtlesuppen,<br />
Auch eure Karpfen sind euch nicht gesund,<br />
Ihr kocht sie so fett mit den Schuppen.</p>
<p>Kalkuten schaden euch nicht viel,<br />
Doch hütet euch vor der Tücke<br />
Des Vogels, der sein Ei gelegt<br />
In des Bürgermeisters Perücke. &#8211; -</p>
<p>Wer dieser fatale Vogel ist,<br />
Ich brauch es euch nicht zu sagen -<br />
Denk ich an ihn, so dreht sich herum<br />
Das Essen in meinem Magen.«</p>
]]></content:encoded>
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		<title>20. Caput XX</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 11:17:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Harburg fuhr ich in einer Stund&#8217; Nach Hamburg. Es war schon Abend. Die Sterne am Himmel grüßten mich, Die Luft war lind und labend. Und als ich zu meiner Frau Mutter kam, Erschrak sie fast vor Freude; Sie rief: »Mein liebes Kind!« und schlug Zusammen die Hände beide. »Mein liebes Kind, wohl dreizehn Jahr&#8217; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Harburg fuhr ich in einer Stund&#8217;<br />
Nach Hamburg. Es war schon Abend.<br />
Die Sterne am Himmel grüßten mich,<br />
Die Luft war lind und labend.</p>
<p>Und als ich zu meiner Frau Mutter kam,<br />
Erschrak sie fast vor Freude;<br />
Sie rief: »Mein liebes Kind!« und schlug<br />
Zusammen die Hände beide.</p>
<p>»Mein liebes Kind, wohl dreizehn Jahr&#8217;<br />
Verflossen unterdessen!<br />
Du wirst gewiß sehr hungrig sein -<br />
Sag an, was willst du essen?</p>
<p>Ich habe Fisch und Gänsefleisch<br />
Und schöne Apfelsinen.«<br />
»So gib mir Fisch und Gänsefleisch<br />
Und schöne Apfelsinen.«</p>
<p>Und als ich aß mit großem App&#8217;tit,<br />
Die Mutter ward glücklich und munter,<br />
Sie frug wohl dies, sie frug wohl das,<br />
Verfängliche Fragen mitunter.</p>
<p>»Mein liebes Kind! und wirst du auch<br />
Recht sorgsam gepflegt in der Fremde?<br />
Versteht deine Frau die Haushaltung,<br />
Und flickt sie dir Strümpfe und Hemde?«</p>
<p>»Der Fisch ist gut, lieb Mütterlein,<br />
Doch muß man ihn schweigend verzehren;<br />
Man kriegt so leicht eine Grät&#8217; in den Hals,<br />
Du darfst mich jetzt nicht stören.«</p>
<p>Und als ich den braven Fisch verzehrt,<br />
Die Gans ward aufgetragen.<br />
Die Mutter frug wieder wohl dies, wohl das,<br />
Mitunter verfängliche Fragen.</p>
<p>»Mein liebes Kind! in welchem Land<br />
Läßt sich am besten leben?<br />
Hier oder in Frankreich? und welchem Volk<br />
Wirst du den Vorzug geben?«</p>
<p>»Die deutsche Gans, lieb Mütterlein,<br />
Ist gut, jedoch die Franzosen,<br />
Sie stopfen die Gänse besser als wir,<br />
Auch haben sie bessere Saucen.« -</p>
<p>Und als die Gans sich wieder empfahl,<br />
Da machten ihre Aufwartung<br />
Die Apfelsinen, sie schmeckten so süß,<br />
Ganz über alle Erwartung.</p>
<p>Die Mutter aber fing wieder an<br />
Zu fragen sehr vergnüglich,<br />
Nach tausend Dingen, mitunter sogar<br />
Nach Dingen, die sehr anzüglich.</p>
<p>»Mein liebes Kind! Wie denkst du jetzt?<br />
Treibst du noch immer aus Neigung<br />
Die Politik? Zu welcher Partei<br />
Gehörst du mit Überzeugung?«</p>
<p>»Die Apfelsinen, lieb Mütterlein,<br />
Sind gut, und mit wahrem Vergnügen<br />
Verschlucke ich den süßen Saft,<br />
Und ich lasse die Schalen liegen.«</p>
]]></content:encoded>
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		<title>19. Caput XIX</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 11:12:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Oh, Danton, du hast dich sehr geirrt Und mußtest den Irrtum büßen! Mitnehmen kann man das Vaterland An den Sohlen, an den Füßen. Das halbe Fürstentum Bückeburg Blieb mir an den Stiefeln kleben; So lehmichte Wege habe ich wohl Noch nie gesehen im Leben. Zu Bückeburg stieg ich ab in der Stadt, Um dort zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oh, Danton, du hast dich sehr geirrt<br />
Und mußtest den Irrtum büßen!<br />
Mitnehmen kann man das Vaterland<br />
An den Sohlen, an den Füßen.</p>
<p>Das halbe Fürstentum Bückeburg<br />
Blieb mir an den Stiefeln kleben;<br />
So lehmichte Wege habe ich wohl<br />
Noch nie gesehen im Leben.</p>
<p>Zu Bückeburg stieg ich ab in der Stadt,<br />
Um dort zu betrachten die Stammburg,<br />
Wo mein Großvater geboren ward;<br />
Die Großmutter war aus Hamburg.</p>
<p>Ich kam nach Hannover um Mittagzeit,<br />
Und ließ mir die Stiefel putzen.<br />
Ich ging sogleich, die Stadt zu besehn,<br />
Ich reise gern mit Nutzen.</p>
<p>Mein Gott! da sieht es sauber aus!<br />
Der Kot liegt nicht auf den Gassen.<br />
Viel Prachtgebäude sah ich dort,<br />
Sehr imponierende Massen.</p>
<p>Besonders gefiel mir ein großer Platz,<br />
Umgeben von stattlichen Häusern;<br />
Dort wohnt der König, dort steht sein Palast,<br />
Er ist von schönem Äußern</p>
<p>(Nämlich der Palast). Vor dem Portal<br />
Zu jeder Seite ein Schildhaus.<br />
Rotröcke mit Flinten halten dort Wacht,<br />
Sie sehen drohend und wild aus.</p>
<p>Mein Cicerone sprach: »Hier wohnt<br />
Der Ernst Augustus, ein alter,<br />
Hochtoryscher Lord, ein Edelmann,<br />
Sehr rüstig für sein Alter.</p>
<p>Idyllisch sicher haust er hier,<br />
Denn besser als alle Trabanten<br />
Beschützet ihn der mangelnde Mut<br />
Von unseren lieben Bekannten.</p>
<p>Ich seh ihn zuweilen, er klagt alsdann,<br />
Wie gar langweilig das Amt sei,<br />
Das Königsamt, wozu er jetzt<br />
Hier in Hannover verdammt sei.</p>
<p>An großbritannisches Leben gewöhnt,<br />
Sei es ihm hier zu enge,<br />
Ihn plage der Spleen, er fürchte schier,<br />
Daß er sich mal erhänge.</p>
<p>Vorgestern fand ich ihn traurig gebückt<br />
Am Kamin, in der Morgenstunde;<br />
Er kochte höchstselbst ein Lavement<br />
Für seine kranken Hunde.«</p>
]]></content:encoded>
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		<title>18. Caput XVIII</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/18-caput-xviii</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 11:06:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Minden ist eine feste Burg, Hat gute Wehr und Waffen! Mit preußischen Festungen hab ich jedoch Nicht gerne was zu schaffen. Wir kamen dort an zur Abendzeit. Die Planken der Zugbrück&#8217; stöhnten So schaurig, als wir hinübergerollt; Die dunklen Gräben gähnten. Die hohen Bastionen schauten mich an, So drohend und verdrossen; Das große Tor ging [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Minden ist eine feste Burg,<br />
Hat gute Wehr und Waffen!<br />
Mit preußischen Festungen hab ich jedoch<br />
Nicht gerne was zu schaffen.</p>
<p>Wir kamen dort an zur Abendzeit.<br />
Die Planken der Zugbrück&#8217; stöhnten<br />
So schaurig, als wir hinübergerollt;<br />
Die dunklen Gräben gähnten.</p>
<p>Die hohen Bastionen schauten mich an,<br />
So drohend und verdrossen;<br />
Das große Tor ging rasselnd auf,<br />
Ward rasselnd wieder geschlossen.</p>
<p>Ach! meine Seele ward betrübt,<br />
Wie des Odysseus Seele,<br />
Als er gehört, daß Polyphem<br />
Den Felsblock schob vor die Höhle.</p>
<p>Es trat an den Wagen ein Korporal<br />
Und frug uns: wie wir hießen?<br />
»Ich heiße Niemand, bin Augenarzt<br />
Und steche den Star den Riesen.«</p>
<p>Im Wirtshaus ward mir noch schlimmer zumut,<br />
Das Essen wollt mir nicht schmecken.<br />
Ging schlafen sogleich, doch schlief ich nicht,<br />
Mich drückten so&#8217; schwer die Decken.</p>
<p>Es war ein breites Federbett,<br />
Gardinen von rotem Damaste,<br />
Der Himmel von verblichenem Gold,<br />
Mit einem schmutzigen Quaste.</p>
<p>Verfluchter Quast! der die ganze Nacht<br />
Die liebe Ruhe mir raubte!<br />
Er hing mir, wie des Damokles Schwert,<br />
So drohend über dem Haupte!</p>
<p>Schien manchmal ein Schlangenkopf zu sein,<br />
Und ich hörte ihn heimlich zischen:<br />
»Du bist und bleibst in der Festung jetzt,<br />
Du kannst nicht mehr entwischen!«</p>
<p>»Oh, daß ich wäre« &#8211; seufzte ich -,<br />
»Daß ich zu Hause wäre,<br />
Bei meiner lieben Frau in Paris,<br />
Im Faubourg Poissonnière!«</p>
<p>Ich fühlte, wie über die Stirne mir<br />
Auch manchmal etwas gestrichen,<br />
Gleich einer kalten Zensorhand,<br />
Und meine Gedanken wichen -</p>
<p>Gendarmen in Leichenlaken gehüllt,<br />
Ein weißes Spukgewirre,<br />
Umringte mein Bett, ich hörte auch<br />
Unheimliches Kettengeklirre.</p>
<p>Ach! Die Gespenster schleppten mich fort,<br />
Und ich hab mich endlich befunden<br />
An einer steilen Felsenwand;<br />
Dort war ich festgebunden.</p>
<p>Der böse schmutzige Betthimmelquast!<br />
Ich fand ihn gleichfalls wieder,<br />
Doch sah er jetzt wie ein Geier aus,<br />
Mit Krallen und schwarzem Gefieder.</p>
<p>Er glich dem preußischen Adler jetzt,<br />
Und hielt meinen Leib umklammert;<br />
Er fraß mir die Leber aus der Brust,<br />
Ich habe gestöhnt und gejammert.</p>
<p>Ich jammerte lange &#8211; da krähte der Hahn,<br />
Und der Fiebertraum erblaßte.<br />
Ich lag zu Minden im schwitzenden Bett,<br />
Der Adler ward wieder zum Quaste.</p>
<p>Ich reiste fort mit Extrapost,<br />
Und schöpfte freien Odem<br />
Erst draußen in der freien Natur,<br />
Auf bückeburg&#8217;schem Boden.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>17. Caput XVII</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/17-caput-xvii</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 10:59:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mich mit dem Kaiser gezankt Im Traum, im Traum versteht sich - Im wachenden Zustand sprechen wir nicht Mit Fürsten so widersetzig. Nur träumend, im idealen Traum, Wagt ihnen der Deutsche zu sagen Die deutsche Meinung, die er so tief Im treuen Herzen getragen. Als ich erwacht&#8217;, fuhr ich einem Wald Vorbei, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mich mit dem Kaiser gezankt<br />
Im Traum, im Traum versteht sich -<br />
Im wachenden Zustand sprechen wir nicht<br />
Mit Fürsten so widersetzig.</p>
<p>Nur träumend, im idealen Traum,<br />
Wagt ihnen der Deutsche zu sagen<br />
Die deutsche Meinung, die er so tief<br />
Im treuen Herzen getragen.</p>
<p>Als ich erwacht&#8217;, fuhr ich einem Wald<br />
Vorbei, der Anblick der Bäume,<br />
Der nackten hölzernen Wirklichkeit,<br />
Verscheuchte meine Träume.</p>
<p>Die Eichen schüttelten ernsthaft das Haupt,<br />
Die Birken und Birkenreiser,<br />
Sie nickten so warnend &#8211; und ich rief:<br />
»Vergib mir, mein teurer Kaiser!</p>
<p>Vergib mir, o Rotbart, das rasche Wort!<br />
Ich weiß, du bist viel weiser<br />
Als ich, ich habe sowenig Geduld -<br />
Doch komme du bald, mein Kaiser!</p>
<p>Behagt dir das Guillotinieren nicht,<br />
So bleib bei den alten Mitteln:<br />
Das Schwert für Edelleute, der Strick<br />
Für Bürger und Bauern in Kitteln.</p>
<p>Nur manchmal wechsle ab, und laß<br />
Den Adel hängen, und köpfe<br />
Ein bißchen die Bürger und Bauern, wir sind<br />
Ja alle Gottesgeschöpfe.</p>
<p>Stell wieder her das Halsgericht,<br />
Das peinliche Karls des Fünften,<br />
Und teile wieder ein das Volk<br />
Nach Ständen, Gilden und Zünften.</p>
<p>Das alte Heilige Römische Reich,<br />
Stell&#8217;s wieder her, das ganze,<br />
Gib uns den modrigsten Plunder zurück<br />
Mit allem Firlifanze.</p>
<p>Das Mittelalter, immerhin,<br />
Das wahre, wie es gewesen,<br />
Ich will es ertragen &#8211; erlöse uns nur<br />
Von jenem Zwitterwesen,</p>
<p>Von jenem Kamaschenrittertum,<br />
Das ekelhaft ein Gemisch ist<br />
Von gotischem Wahn und modernem Lug,<br />
Das weder Fleisch noch Fisch ist.</p>
<p>Jag fort das Komödiantenpack,<br />
Und schließe die Schauspielhäuser,<br />
Wo man die Vorzeit parodiert<br />
Komme du bald, o Kaiser!«</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>16. Caput XVI</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/16-caput-xvi</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 10:54:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=449</guid>
		<description><![CDATA[Das Stoßen des Wagens weckte mich auf, Doch sanken die Augenlider Bald wieder zu, und ich entschlief Und träumte vom Rotbart wieder. Ging wieder schwatzend mit ihm herum Durch alle die hallenden Säle; Er frug mich dies, er frug mich das, Verlangte, daß ich erzähle. Er hatte aus der Oberwelt Seit vielen, vielen Jahren, Wohl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Stoßen des Wagens weckte mich auf,<br />
Doch sanken die Augenlider<br />
Bald wieder zu, und ich entschlief<br />
Und träumte vom Rotbart wieder.</p>
<p>Ging wieder schwatzend mit ihm herum<br />
Durch alle die hallenden Säle;<br />
Er frug mich dies, er frug mich das,<br />
Verlangte, daß ich erzähle.</p>
<p>Er hatte aus der Oberwelt<br />
Seit vielen, vielen Jahren,<br />
Wohl seit dem Siebenjährigen Krieg,<br />
Kein Sterbenswort erfahren.</p>
<p>Er frug nach Moses Mendelssohn,<br />
Nach der Karschin, mit Intresse<br />
Frug er nach der Gräfin Dubarry,<br />
Des fünfzehnten Ludwigs Mätresse.</p>
<p>»O Kaiser«, rief ich, »wie bist du zurück!<br />
Der Moses ist längst gestorben,<br />
Nebst seiner Rebekka, auch Abraham,<br />
Der Sohn, ist gestorben, verdorben.</p>
<p>Der Abraham hatte mit Lea erzeugt<br />
Ein Bübchen, Felix heißt er,<br />
Der brachte es weit im Christentum,<br />
Ist schon Kapellenmeister.</p>
<p>Die alte Karschin ist gleichfalls tot,<br />
Auch die Tochter ist tot, die Klencke;<br />
Helmine Chézy, die Enkelin,<br />
Ist noch am Leben, ich denke.</p>
<p>Die Dubarry lebte lustig und flott,<br />
Solange Ludwig regierte,<br />
Der Fünfzehnte nämlich, sie war schon alt,<br />
Als man sie guillotinierte.</p>
<p>Der König Ludwig der Fünfzehnte starb<br />
Ganz ruhig in seinem Bette,<br />
Der Sechzehnte aber ward guillotiniert<br />
Mit der Königin Antoinette.</p>
<p>Die Königin zeigte großen Mut,<br />
Ganz wie es sich gebührte,<br />
Die Dubarry aber weinte und schrie,<br />
Als man sie guillotinierte.« &#8211; -</p>
<p>Der Kaiser blieb plötzlich stillestehn,<br />
Und sah mich an mit den stieren<br />
Augen und sprach: »Um Gottes will&#8217;n,<br />
Was ist das, guillotinieren!«</p>
<p>»Das Guillotinieren« &#8211; erklärte ich ihm<br />
»Ist eine neue Methode,<br />
Womit man die Leute jeglichen Stands<br />
Vom Leben bringt zu Tode.</p>
<p>Bei dieser Methode bedient man sich<br />
Auch einer neuen Maschine,<br />
Die hat erfunden Herr Guillotin,<br />
Drum nennt man sie Guillotine.</p>
<p>Du wirst hier an ein Brett geschnallt; -<br />
Das senkt sich; &#8211; du wirst geschoben<br />
Geschwinde zwischen zwei Pfosten; &#8211; es hängt<br />
Ein dreieckig Beil ganz oben; -</p>
<p>Man zieht eine Schnur, dann schießt herab<br />
Das Beil, ganz lustig und munter; -<br />
Bei dieser Gelegenheit fällt dein Kopf<br />
In einen Sack hinunter.«</p>
<p>Der Kaiser fiel mir in die Red&#8217;:<br />
»Schweig still, von deiner Maschine<br />
Will ich nichts wissen, Gott bewahr&#8217;,<br />
Daß ich mich ihrer bediene!</p>
<p>Der König und die Königin!<br />
Geschnallt! an einem Brette!<br />
Das ist ja gegen allen Respekt<br />
Und alle Etikette!</p>
<p>Und du, wer bist du, daß du es wagst,<br />
Mich so vertraulich zu duzen?<br />
Warte, du Bürschchen, ich werde dir schon<br />
Die kecken Flügel stutzen!</p>
<p>Es regt mir die innerste Galle auf,<br />
Wenn ich dich höre sprechen,<br />
Dein Odem schon ist Hochverrat<br />
Und Majestätsverbrechen!«</p>
<p>Als solchermaßen in Eifer geriet<br />
Der Alte und sonder Schranken<br />
Und Schonung mich anschnob, da platzten heraus<br />
Auch mir die geheimsten Gedanken.</p>
<p>»Herr Rotbart« &#8211; rief ich laut -, »du bist<br />
Ein altes Fabelwesen,<br />
Geh, leg dich schlafen, wir werden uns<br />
Auch ohne dich erlösen.</p>
<p>Die Republikaner lachen uns aus,<br />
Sehn sie an unserer Spitze<br />
So ein Gespenst mit Zepter und Kron&#8217;;<br />
Sie rissen schlechte Witze.</p>
<p>Auch deine Fahne gefällt mir nicht mehr,<br />
Die altdeutschen Narren verdarben<br />
Mir schon in der Burschenschaft die Lust<br />
An den schwarzrotgoldnen Farben.</p>
<p>Das beste wäre, du bliebest zu Haus,<br />
Hier in dem alten Kyffhäuser -<br />
Bedenk ich die Sache ganz genau,<br />
So brauchen wir gar keinen Kaiser.«</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>15. Caput XV</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/15-caput-xv</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/15-caput-xv#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 10:15:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=446</guid>
		<description><![CDATA[Ein feiner Regen prickelt herab, Eiskalt, wie Nähnadelspitzen. Die Pferde bewegen traurig den Schwanz, Sie waten im Kot und schwitzen. Der Postillion stößt in sein Horn, Ich kenne das alte Getute, »Es reiten drei Reiter zum Tor hinaus!« Es wird mir so dämmrig zumute. Mich schläferte und ich entschlief, Und siehe! mir träumte am Ende, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein feiner Regen prickelt herab,<br />
Eiskalt, wie Nähnadelspitzen.<br />
Die Pferde bewegen traurig den Schwanz,<br />
Sie waten im Kot und schwitzen.</p>
<p>Der Postillion stößt in sein Horn,<br />
Ich kenne das alte Getute,<br />
»Es reiten drei Reiter zum Tor hinaus!«<br />
Es wird mir so dämmrig zumute.</p>
<p>Mich schläferte und ich entschlief,<br />
Und siehe! mir träumte am Ende,<br />
Daß ich mich in dem Wunderberg<br />
Beim Kaiser Rotbart befände.</p>
<p>Er saß nicht mehr auf steinernem Stuhl,<br />
Am steinernen Tisch, wie ein Steinbild;<br />
Auch sah er nicht so ehrwürdig aus,<br />
Wie man sich gewöhnlich einbildt.</p>
<p>Er watschelte durch die Säle herum<br />
Mit mir im trauten Geschwätze.<br />
Er zeigte wie ein Antiquar<br />
Mir seine Kuriosa und Schätze.</p>
<p>Im Saale der Waffen erklärte er mir,<br />
Wie man sich der Kolben bediene,<br />
Von einigen Schwertern rieb er den Rost<br />
Mit seinem Hermeline.</p>
<p>Er nahm ein Pfauenwedel zur Hand,<br />
Und reinigte vom Staube<br />
Gar manchen Harnisch, gar manchen Helm,<br />
Auch manche Pickelhaube.</p>
<p>Die Fahne stäubte er gleichfalls ab,<br />
Und er sprach: »Mein größter Stolz ist,<br />
Daß noch keine Motte die Seide zerfraß,<br />
Und auch kein Wurm im Holz ist.«</p>
<p>Und als wir kamen in den Saal,<br />
Wo schlafend am Boden liegen<br />
Viel tausend Krieger, kampfbereit,<br />
Der Alte sprach mit Vergnügen:</p>
<p>»Hier müssen wir leiser reden und gehn,<br />
Damit wir nicht wecken die Leute;<br />
Wieder verflossen sind hundert Jahr&#8217;,<br />
Und Löhnungstag ist heute.«</p>
<p>Und siehe! der Kaiser nahte sich sacht<br />
Den schlafenden Soldaten,<br />
Und steckte heimlich in die Tasch&#8217;<br />
Jedwedem einen Dukaten.</p>
<p>Er sprach mit schmunzelndem Gesicht,<br />
Als ich ihn ansah verwundert:<br />
»Ich zahle einen Dukaten per Mann,<br />
Als Sold, nach jedem Jahrhundert.«</p>
<p>Im Saale, wo die Pferde stehn<br />
In langen, schweigenden Reihen,<br />
Da rieb der Kaiser sich die Händ&#8217;,<br />
Schien sonderbar sich zu freuen.</p>
<p>Er zählte die Gäule, Stück vor Stück,<br />
Und klätschelte ihnen die Rippen;<br />
Er zählte und zählte, mit ängstlicher Hast<br />
Bewegten sich seine Lippen.</p>
<p>»Das ist noch nicht die rechte Zahl« -<br />
Sprach er zuletzt verdrossen -,<br />
»Soldaten und Waffen hab ich genung,<br />
Doch fehlt es noch an Rossen.</p>
<p>Roßkämme hab ich ausgeschickt<br />
In alle Welt, die kaufen<br />
Für mich die besten Pferde ein,<br />
Hab schon einen guten Haufen.</p>
<p>Ich warte, bis die Zahl komplett,<br />
Dann schlag ich los und befreie<br />
Mein Vaterland, mein deutsches Volk,<br />
Das meiner harret mit Treue.«</p>
<p>So sprach der Kaiser, ich aber rief:<br />
»Schlag los, du alter Geselle,<br />
Schlag los, und hast du nicht Pferde genug,<br />
Nimm Esel an ihrer Stelle.«</p>
<p>Der Rotbart erwiderte lächelnd: »Es hat<br />
Mit dem Schlagen gar keine Eile,<br />
Man baute nicht Rom an einem Tag,<br />
Gut Ding will haben Weile.</p>
<p>Wer heute nicht kommt, kommt morgen gewiß,<br />
Nur langsam wächst die Eiche,<br />
Und chi va piano, va sano, so heißt<br />
Das Sprüchwort im römischen Reiche.«</p>
]]></content:encoded>
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		<title>14. Caput XIV</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 10:06:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein feuchter Wind, ein kahles Land, Die Chaise wackelt im Schlamme; Doch singt es und klingt es in meinem Gemüt: »Sonne, du klagende Flamme!« Das ist der Schlußreim des alten Lieds, Das oft meine Amme gesungen - »Sonne, du klagende Flamme!« Das hat Wie Waldhornruf geklungen. Es kommt im Lied ein Mörder vor, Der lebt&#8217; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein feuchter Wind, ein kahles Land,<br />
Die Chaise wackelt im Schlamme;<br />
Doch singt es und klingt es in meinem Gemüt:<br />
»Sonne, du klagende Flamme!«</p>
<p>Das ist der Schlußreim des alten Lieds,<br />
Das oft meine Amme gesungen -<br />
»Sonne, du klagende Flamme!« Das hat<br />
Wie Waldhornruf geklungen.</p>
<p>Es kommt im Lied ein Mörder vor,<br />
Der lebt&#8217; in Lust und Freude;<br />
Man findet ihn endlich im Walde gehenkt<br />
An einer grauen Weide.</p>
<p>Des Mörders Todesurteil war<br />
Genagelt am Weidenstamme;<br />
Das haben die Rächer der Feme getan -<br />
»Sonne, du klagende Flamme!«</p>
<p>Die Sonne war Kläger, sie hatte bewirkt,<br />
Daß man den Mörder verdamme.<br />
Ottilie hatte sterbend geschrien:<br />
»Sonne, du klagende Flamme!«</p>
<p>Und denk ich des Liedes, so denk ich auch<br />
Der Amme, der lieben Alten;<br />
Ich sehe wieder ihr braunes Gesicht,<br />
Mit allen Runzeln und Falten.</p>
<p>Sie war geboren im Münsterland,<br />
Und wußte, in großer Menge,<br />
Gespenstergeschichten, grausenhaft,<br />
Und Märchen und Volksgesänge.</p>
<p>Wie pochte mein Herz, wenn die alte Frau<br />
Von der Königstochter erzählte,<br />
Die einsam auf der Heide saß<br />
Und die goldnen Haare strählte.</p>
<p>Die Gänse mußte sie hüten dort<br />
Als Gänsemagd, und trieb sie<br />
Am Abend die Gänse wieder durchs Tor,<br />
Gar traurig stehen blieb sie.</p>
<p>Denn angenagelt über dem Tor<br />
Sah sie ein Roßhaupt ragen,<br />
Das war der Kopf des armen Pferds,<br />
Das sie in die Fremde getragen.</p>
<p>Die Königstochter seufzte tief:<br />
»O Falada, daß du hangest!«<br />
Der Pferdekopf herunterrief:<br />
»O wehe! daß du gangest!«</p>
<p>Die Königstochter seufzte tief:<br />
»Wenn das meine Mutter wüßte!«<br />
Der Pferdekopf herunterrief:<br />
»Ihr Herze brechen müßte!«</p>
<p>Mit stockendem Atem horchte ich hin,<br />
Wenn die Alte ernster und leiser<br />
Zu sprechen begann und vom Rotbart sprach,<br />
Von unserem heimlichen Kaiser.</p>
<p>Sie hat mir versichert, er sei nicht tot,<br />
Wie da glauben die Gelehrten,<br />
Es hause versteckt in einem Berg<br />
Mit seinen Waffengefährten.</p>
<p>Kyffhäuser ist der Berg genannt,<br />
Und drinnen ist eine Höhle;<br />
Die Ampeln erhellen so geisterhaft<br />
Die hochgewölbten Säle.</p>
<p>Ein Marstall ist der erste Saal,<br />
Und dorten kann man sehen<br />
Viel tausend Pferde, blankgeschirrt,<br />
Die an den Krippen stehen.</p>
<p>Sie sind gesattelt und gezäumt,<br />
Jedoch von diesen Rossen<br />
Kein einziges wiehert, kein einziges stampft,<br />
Sind still, wie aus Eisen gegossen.</p>
<p>Im zweiten Saale, auf der Streu,<br />
Sieht man Soldaten liegen,<br />
Viel tausend Soldaten, bärtiges Volk,<br />
Mit kriegerisch trotzigen Zügen.</p>
<p>Sie sind gerüstet von Kopf bis Fuß,<br />
Doch alle diese Braven,<br />
Sie rühren sich nicht, bewegen sich nicht,<br />
Sie liegen fest und schlafen.</p>
<p>Hochaufgestapelt im dritten Saal<br />
Sind Schwerter, Streitäxte, Speere,<br />
Harnische, Helme, von Silber und Stahl,<br />
Altfränkische Feuergewehre.</p>
<p>Sehr wenig Kanonen, jedoch genug,<br />
Um eine Trophäe zu bilden.<br />
Hoch ragt daraus eine Fahne hervor,<br />
Die Farbe ist schwarzrotgülden.</p>
<p>Der Kaiser bewohnt den vierten Saal.<br />
Schon seit Jahrhunderten sitzt er<br />
Auf steinernem Stuhl, am steinernen Tisch,<br />
Das Haupt auf den Armen stützt er.</p>
<p>Sein Bart, der bis zur Erde wuchs,<br />
Ist rot wie Feuerflammen,<br />
Zuweilen zwinkert er mit dem Aug&#8217;,<br />
Zieht manchmal die Braunen zusammen.</p>
<p>Schläft er oder denkt er nach?<br />
Man kann&#8217;s nicht genau ermitteln;<br />
Doch wenn die rechte Stunde kommt,<br />
Wird er gewaltig sich rütteln.</p>
<p>Die gute Fahne ergreift er dann<br />
Und ruft. »Zu Pferd! zu Pferde!«<br />
Sein reisiges Volk erwacht und springt<br />
Lautrasselnd empor von der Erde.</p>
<p>Ein jeder schwingt sich auf sein Roß,<br />
Das wiehert und stampft mit den Hufen!<br />
Sie reiten hinaus in die klirrende Welt,<br />
Und die Trompeten rufen.</p>
<p>Sie reiten gut, sie schlagen gut,<br />
Sie haben ausgeschlafen.<br />
Der Kaiser hält ein strenges Gericht,<br />
Er will die Mörder bestrafen -</p>
<p>Die Mörder, die gemeuchelt einst<br />
Die teure, wundersame,<br />
Goldlockichte Jungfrau Germania -<br />
»Sonne, du klagende Flamme!«</p>
<p>Wohl mancher, der sich geborgen geglaubt<br />
Und lachend auf seinem Schloß saß,<br />
Er wird nicht entgehen dem rächenden Strang,<br />
Dem Zorne Barbarossas! &#8211; - -</p>
<p>Wie klingen sie lieblich, wie klingen sie süß,<br />
Die Märchen der alten Amme!<br />
Mein abergläubisches Herze jauchzt:<br />
»Sonne, du klagende Flamme!«</p>
]]></content:encoded>
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		<title>13. Caput XIII</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 09:57:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Sonne ging auf bei Paderborn, Mit sehr verdroßner Gebärde. Sie treibt in der Tat ein verdrießlich Geschäft - Beleuchten die dumme Erde! Hat sie die eine Seite erhellt, Und bringt sie mit strahlender Eile Der andern ihr Licht, so verdunkelt schon Sich jene mittlerweile. Der Stein entrollt dem Sisyphus, Der Danaiden Tonne Wird nie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sonne ging auf bei Paderborn,<br />
Mit sehr verdroßner Gebärde.<br />
Sie treibt in der Tat ein verdrießlich Geschäft -<br />
Beleuchten die dumme Erde!</p>
<p>Hat sie die eine Seite erhellt,<br />
Und bringt sie mit strahlender Eile<br />
Der andern ihr Licht, so verdunkelt schon<br />
Sich jene mittlerweile.</p>
<p>Der Stein entrollt dem Sisyphus,<br />
Der Danaiden Tonne<br />
Wird nie gefüllt, und den Erdenball<br />
Beleuchtet vergeblich die Sonne! -</p>
<p>Und als der Morgennebel zerrann,<br />
Da sah ich am Wege ragen,<br />
Im Frührotschein, das Bild des Manns,<br />
Der an das Kreuz geschlagen.</p>
<p>Mit Wehmut erfüllt mich jedesmal<br />
Dein Anblick, mein armer Vetter,<br />
Der du die Welt erlösen gewollt,<br />
Du Narr, du Menschheitsretter!</p>
<p>Sie haben dir übel mitgespielt,<br />
Die Herren vom hohen Rate.<br />
Wer hieß dich auch reden so rücksichtslos<br />
Von der Kirche und vom Staate!</p>
<p>Zu deinem Malheur war die Buchdruckerei<br />
Noch nicht in jenen Tagen<br />
Erfunden; du hättest geschrieben ein Buch<br />
Über die Himmelsfragen.</p>
<p>Der Zensor hätte gestrichen darin,<br />
Was etwa anzüglich auf Erden,<br />
Und liebend bewahrte dich die Zensur<br />
Vor dem Gekreuzigtwerden.</p>
<p>Ach! hättest du nur einen andern Text<br />
Zu deiner Bergpredigt genommen,<br />
Besaßest ja Geist und Talent genug,<br />
Und konntest schonen die Frommen!</p>
<p>Geldwechsler, Bankiers, hast du sogar<br />
Mit der Peitsche gejagt aus dem Tempel -<br />
Unglücklicher Schwärmer, jetzt hängst du am Kreuz<br />
Als warnendes Exempel!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>12. Caput XII</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/12-caput-xii</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 09:51:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Im nächtlichen Walde humpelt dahin Die Chaise. Da kracht es plötzlich - Ein Rad ging los. Wir halten still. Das ist nicht sehr ergötzlich. Der Postillion steigt ab und eilt Ins Dorf, und ich verweile Um Mitternacht allein im Wald. Ringsum ertönt ein Geheule. Das sind die Wölfe, die heulen so wild, Mit ausgehungerten Stimmen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im nächtlichen Walde humpelt dahin<br />
Die Chaise. Da kracht es plötzlich -<br />
Ein Rad ging los. Wir halten still.<br />
Das ist nicht sehr ergötzlich.</p>
<p>Der Postillion steigt ab und eilt<br />
Ins Dorf, und ich verweile<br />
Um Mitternacht allein im Wald.<br />
Ringsum ertönt ein Geheule.</p>
<p>Das sind die Wölfe, die heulen so wild,<br />
Mit ausgehungerten Stimmen.<br />
Wie Lichter in der Dunkelheit<br />
Die feurigen Augen glimmen.</p>
<p>Sie hörten von meiner Ankunft gewiß,<br />
Die Bestien, und mir zur Ehre<br />
Illuminierten sie den Wald<br />
Und singen sie ihre Chöre.</p>
<p>Das ist ein Ständchen, ich merke es jetzt,<br />
Ich soll gefeiert werden!<br />
Ich warf mich gleich in Positur<br />
Und sprach mit gerührten Gebärden:</p>
<p>»Mitwölfe! Ich bin glücklich, heut<br />
In eurer Mitte zu weilen,<br />
Wo soviel edle Gemüter mir<br />
Mit Liebe entgegenheulen.</p>
<p>Was ich in diesem Augenblick<br />
Empfinde, ist unermeßlich;<br />
Ach, diese schöne Stunde bleibt<br />
Mir ewig unvergeßlich.</p>
<p>Ich danke euch für das Vertraun,<br />
Womit ihr mich beehret<br />
Und das ihr in jeder Prüfungszeit<br />
Durch treue Beweise bewähret.</p>
<p>Mitwölfe! Ihr zweifeltet nie an mir,<br />
Ihr ließet euch nicht fangen<br />
Von Schelmen, die euch gesagt, ich sei<br />
Zu den Hunden übergegangen,</p>
<p>Ich sei abtrünnig und werde bald<br />
Hofrat in der Lämmerhürde -<br />
Dergleichen zu widersprechen war<br />
Ganz unter meiner Würde.</p>
<p>Der Schafpelz, den ich umgehängt<br />
Zuweilen, um mich zu wärmen,<br />
Glaubt mir&#8217;s, er brachte mich nie dahin,<br />
Für das Glück der Schafe zu schwärmen.</p>
<p>Ich bin kein Schaf, ich bin kein Hund,<br />
Kein Hofrat und kein Schellfisch -<br />
Ich bin ein Wolf geblieben, mein Herz<br />
Und meine Zähne sind wölfisch.</p>
<p>Ich bin ein Wolf und werde stets<br />
Auch heulen mit den Wölfen -<br />
Ja, zählt auf mich und helft euch selbst,<br />
Dann wird auch Gott euch helfen!«</p>
<p>Das war die Rede, die ich hielt,<br />
Ganz ohne Vorbereitung;<br />
Verstümmelt hat Kolb sie abgedruckt<br />
In der »Allgemeinen Zeitung«.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>11. Caput XI</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/11-caput-xi</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 09:28:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ist der Teutoburger Wald, Den Tacitus beschrieben, Das ist der klassische Morast, Wo Varus steckengeblieben. Hier schlug ihn der Cheruskerfürst, Der Hermann, der edle Recke; Die deutsche Nationalität, Die siegte in diesem Drecke. Wenn Hermann nicht die Schlacht gewann, Mit seinen blonden Horden, So gäb es deutsche Freiheit nicht mehr, Wir wären römisch geworden! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist der Teutoburger Wald,<br />
Den Tacitus beschrieben,<br />
Das ist der klassische Morast,<br />
Wo Varus steckengeblieben.</p>
<p>Hier schlug ihn der Cheruskerfürst,<br />
Der Hermann, der edle Recke;<br />
Die deutsche Nationalität,<br />
Die siegte in diesem Drecke.</p>
<p>Wenn Hermann nicht die Schlacht gewann,<br />
Mit seinen blonden Horden,<br />
So gäb es deutsche Freiheit nicht mehr,<br />
Wir wären römisch geworden!</p>
<p>In unserem Vaterland herrschten jetzt<br />
Nur römische Sprache und Sitten,<br />
Vestalen gäb es in München sogar,<br />
Die Schwaben hießen Quiriten!</p>
<p>Der Hengstenberg wär ein Haruspex<br />
Und grübelte in den Gedärmen<br />
Von Ochsen. Neander wär ein Augur<br />
Und schaute nach Vogelschwärmen.</p>
<p>Birch-Pfeiffer söffe Terpentin,<br />
Wie einst die römischen Damen.<br />
(Man sagt, daß sie dadurch den Urin<br />
Besonders wohlriechend bekamen.)</p>
<p>Der Raumer wäre kein deutscher Lump,<br />
Er wäre ein röm&#8217;scher Lumpacius.<br />
Der Freiligrath dichtete ohne Reim,<br />
Wie weiland Flaccus Horatius.</p>
<p>Der grobe Bettler, Vater Jahn,<br />
Der hieße jetzt Grobianus.<br />
Me hercule! Maßmann spräche Latein,<br />
Der Marcus Tullius Maßmanus!</p>
<p>Die Wahrheitsfreunde würden jetzt<br />
Mit Löwen, Hyänen, Schakalen<br />
Sich raufen in der Arena, anstatt<br />
Mit Hunden in kleinen Journalen.</p>
<p>Wir hätten einen Nero jetzt,<br />
Statt Landesväter drei Dutzend.<br />
Wir schnitten uns die Adern auf,<br />
Den Schergen der Knechtschaft trutzend.</p>
<p>Der Schelling wär ganz ein Seneca,<br />
Und käme in solchem Konflikt um.<br />
Zu unsrem Comelius sagten wir:<br />
»Cacatum non est pictum.«</p>
<p>Gottlob! Der Hermann gewann die Schlacht,<br />
Die Römer wurden vertrieben,<br />
Varus mit seinen Legionen erlag,<br />
Und wir sind Deutsche geblieben!</p>
<p>Wir blieben deutsch, wir sprechen deutsch,<br />
Wie wir es gesprochen haben;<br />
Der Esel heißt Esel, nicht asinus,<br />
Die Schwaben blieben Schwaben.</p>
<p>Der Raumer blieb ein deutscher Lump<br />
In unserm deutschen Norden.<br />
In Reimen dichtet Freiligrath,<br />
Ist kein Horaz geworden.</p>
<p>Gottlob, der Maßmann spricht kein Latein,<br />
Birch-Pfeiffer schreibt nur Dramen,<br />
Und säuft nicht schnöden Terpentin<br />
Wie Roms galante Damen.</p>
<p>O Hermann, dir verdanken wir das!<br />
Drum wird dir, wie sich gebühret,<br />
Zu Detmold ein Monument gesetzt;<br />
Hab selber subskribieret.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>10. Caput X</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/10-caput-x</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/10-caput-x#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 19:12:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Dicht hinter Hagen ward es Nacht, Und ich fühlte in den Gedärmen Ein seltsames Frösteln. Ich konnte mich erst Zu Unna, im Wirtshaus, erwärmen. Ein hübsches Mädchen fand ich dort, Die schenkte mir freundlich den Punsch ein; Wie gelbe Seide das Lockenhaar, Die Augen sanft wie Mondschein. Den lispelnd westfälischen Akzent Vernahm ich mit Wollust [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dicht hinter Hagen ward es Nacht,<br />
Und ich fühlte in den Gedärmen<br />
Ein seltsames Frösteln. Ich konnte mich erst<br />
Zu Unna, im Wirtshaus, erwärmen.</p>
<p>Ein hübsches Mädchen fand ich dort,<br />
Die schenkte mir freundlich den Punsch ein;<br />
Wie gelbe Seide das Lockenhaar,<br />
Die Augen sanft wie Mondschein.</p>
<p>Den lispelnd westfälischen Akzent<br />
Vernahm ich mit Wollust wieder.<br />
Viel süße Erinnerung dampfte der Punsch,<br />
Ich dachte der lieben Brüder,</p>
<p>Der lieben Westfalen, womit ich so oft<br />
In Göttingen getrunken,<br />
Bis wir gerührt einander ans Herz<br />
Und unter die Tische gesunken!</p>
<p>Ich habe sie immer so liebgehabt,<br />
Die lieben, guten Westfalen,<br />
Ein Volk, so fest, so sicher, so treu,<br />
Ganz ohne Gleißen und Prahlen.</p>
<p>Wie standen sie prächtig auf der Mensur<br />
Mit ihren Löwenherzen!<br />
Es fielen so grade, so ehrlich gemeint,<br />
Die Quarten und die Terzen.</p>
<p>Sie fechten gut, sie trinken gut,<br />
Und wenn sie die Hand dir reichen<br />
Zum Freundschaftsbündnis, dann weinen sie;<br />
Sind sentimentale Eichen.</p>
<p>Der Himmel erhalte dich, wackres Volk,<br />
Er segne deine Saaten,<br />
Bewahre dich vor Krieg und Ruhm,<br />
Vor Helden und Heldentaten.</p>
<p>Er schenke deinen Söhnen stets<br />
Ein sehr gelindes Examen,<br />
Und deine Töchter bringe er hübsch<br />
Unter die Haube &#8211; Amen!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>9. Caput IX</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/caput-ix</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/caput-ix#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 18:34:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=412</guid>
		<description><![CDATA[Von Köllen war ich drei Viertel auf acht Des Morgens fortgereiset; Wir kamen nach Hagen schon gegen drei, Da ward zu Mittag gespeiset. Der Tisch war gedeckt. Hier fand ich ganz Die altgermanische Küche. Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut, Holdselig sind deine Gerüche! Gestovte Kastanien im grünen Kohl! So aß ich sie einst bei der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Köllen war ich drei Viertel auf acht<br />
Des Morgens fortgereiset;<br />
Wir kamen nach Hagen schon gegen drei,<br />
Da ward zu Mittag gespeiset.</p>
<p>Der Tisch war gedeckt. Hier fand ich ganz<br />
Die altgermanische Küche.<br />
Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut,<br />
Holdselig sind deine Gerüche!</p>
<p>Gestovte Kastanien im grünen Kohl!<br />
So aß ich sie einst bei der Mutter!<br />
Ihr heimischen Stockfische, seid mir gegrüßt!<br />
Wie schwimmt ihr klug in der Butter!</p>
<p>Jedwedem fühlenden Herzen bleibt<br />
Das Vaterland ewig teuer -<br />
Ich liebe auch recht braun geschmort<br />
Die Bücklinge und Eier.</p>
<p>Wie jauchzten die Würste im spritzelnden Fett!<br />
Die Krammetsvögel, die frommen<br />
Gebratenen Englein mit Apfelmus,<br />
Sie zwitscherten mir: »Willkommen!«</p>
<p>»Willkommen, Landsmann« &#8211; zwitscherten sie -,<br />
»Bist lange ausgeblieben,<br />
Hast dich mit fremdem Gevögel so lang<br />
In der Fremde herumgetrieben!«</p>
<p>Es stand auf dem Tische eine Gans,<br />
Ein stilles, gemütliches Wesen.<br />
Sie hat vielleicht mich einst geliebt,<br />
Als wir beide noch jung gewesen.</p>
<p>Sie blickte mich an so bedeutungsvoll,<br />
So innig, so treu, so wehe!<br />
Besaß eine schöne Seele gewiß,<br />
Doch war das Fleisch sehr zähe.</p>
<p>Auch einen Schweinskopf trug man auf<br />
In einer zinnernen Schüssel;<br />
Noch immer schmückt man den Schweinen bei uns<br />
Mit Lorbeerblättern den Rüssel.</p>
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		<title>8. Caput VIII</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 15:19:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Köllen bis Hagen kostet die Post Fünf Taler sechs Groschen preußisch. Die Diligence war leider besetzt, Und ich kam in die offene Beichais&#8217;. Ein Spätherbstmorgen, feucht und grau, Im Schlamme keuchte der Wagen; Doch trotz des schlechten Wetters und Wegs Durchströmte mich süßes Behagen. Das ist ja meine Heimatluft! Die glühende Wange empfand es! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Köllen bis Hagen kostet die Post<br />
Fünf Taler sechs Groschen preußisch.<br />
Die Diligence war leider besetzt,<br />
Und ich kam in die offene Beichais&#8217;.</p>
<p>Ein Spätherbstmorgen, feucht und grau,<br />
Im Schlamme keuchte der Wagen;<br />
Doch trotz des schlechten Wetters und Wegs<br />
Durchströmte mich süßes Behagen.</p>
<p>Das ist ja meine Heimatluft!<br />
Die glühende Wange empfand es!<br />
Und dieser Landstraßenkot, er ist<br />
Der Dreck meines Vaterlandes!</p>
<p>Die Pferde wedelten mit dem Schwanz<br />
So traulich wie alte Bekannte,<br />
Und ihre Mistküchlein dünkten mir schön<br />
Wie die Äpfel der Atalante!</p>
<p>Wir fuhren durch Mühlheim. Die Stadt ist nett,<br />
Die Menschen still und fleißig.<br />
War dort zuletzt im Monat Mai<br />
Des Jahres einunddreißig.</p>
<p>Damals stand alles im Blütenschmuck,<br />
Und die Sonnenlichter lachten,<br />
Die Vögel sangen sehnsuchtvoll,<br />
Und die Menschen hofften und dachten -</p>
<p>Sie dachten: ›Die magere Ritterschaft<br />
Wird bald von hinnen reisen,<br />
Und der Abschiedstrunk wird ihnen kredenzt<br />
Aus langen Flaschen von Eisen!</p>
<p>Und die Freiheit kommt mit Spiel und Tanz,<br />
Mit der Fahne, der weißblauroten;<br />
Vielleicht holt sie sogar aus dem Grab<br />
Den Bonaparte, den Toten!‹</p>
<p>Ach Gott! die Ritter sind immer noch hier,<br />
Und manche dieser Gäuche,<br />
Die spindeldürre gekommen ins Land,<br />
Die haben jetzt dicke Bäuche.</p>
<p>Die blassen Kanaillen, die ausgesehn<br />
Wie Liebe, Glauben und Hoffen,<br />
Sie haben seitdem in unserm Wein<br />
Sich tote Nasen gesoffen &#8211; - -</p>
<p>Und die Freiheit hat sich den Fuß verrenkt,<br />
Kann nicht mehr springen und stürmen;<br />
Die Trikolore in Paris<br />
Schaut traurig herab von den Türmen.</p>
<p>Der Kaiser ist auferstanden seitdem,<br />
Doch die englischen Würmer haben<br />
Aus ihm einen stillen Mann gemacht,<br />
Und er ließ sich wieder begraben.</p>
<p>Hab selber sein Leichenbegängnis gesehn,<br />
Ich sah den goldenen Wagen<br />
Und die goldenen Siegesgöttinnen drauf,<br />
Die den goldenen Sarg getragen.</p>
<p>Den Elysäischen Feldern entlang,<br />
Durch des Triumphes Bogen,<br />
Wohl durch den Nebel, wohl über den Schnee<br />
Kam langsam der Zug gezogen.</p>
<p>Mißtönend schauerlich war die Musik.<br />
Die Musikanten starrten<br />
Vor Kälte. Wehmütig grüßten mich<br />
Die Adler der Standarten.</p>
<p>Die Menschen schauten so geisterhaft<br />
In alter Erinnrung verloren -<br />
Der imperiale Märchentraum<br />
War wieder heraufbeschworen.</p>
<p>Ich weinte an jenem Tag. Mir sind<br />
Die Tränen ins Auge gekommen,<br />
Als ich den verschollenen Liebesruf,<br />
Das »Vive l&#8217;Empereur!«, vernommen.</p>
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		<title>7. Caput VII</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 14:56:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich ging nach Haus und schlief, als ob Die Engel gewiegt mich hätten. Man ruht in deutschen Betten so weich, Denn das sind Federbetten. Wie sehnt ich mich oft nach der Süßigkeit Des vaterländischen Pfühles, Wenn ich auf harten Matratzen lag, In der schlaflosen Nacht des Exiles! Man schläft sehr gut und träumt auch gut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich ging nach Haus und schlief, als ob<br />
Die Engel gewiegt mich hätten.<br />
Man ruht in deutschen Betten so weich,<br />
Denn das sind Federbetten.</p>
<p>Wie sehnt ich mich oft nach der Süßigkeit<br />
Des vaterländischen Pfühles,<br />
Wenn ich auf harten Matratzen lag,<br />
In der schlaflosen Nacht des Exiles!</p>
<p>Man schläft sehr gut und träumt auch gut<br />
In unseren Federbetten.<br />
Hier fühlt die deutsche Seele sich frei<br />
Von allen Erdenketten.</p>
<p><</p>
<p>p>Sie fühlt sich frei und schwingt sich empor<br />
Zu den höchsten Himmelsräumen.<br />
O deutsche Seele, wie stolz ist dein Flug<br />
In deinen nächtlichen Träumen!</p>
<p>Die Götter erbleichen, wenn du nahst!<br />
Du hast auf deinen Wegen<br />
Gar manches Sternlein ausgeputzt<br />
Mit deinen Flügelschlägen!</p>
<p>Franzosen und Russen gehört das Land,<br />
Das Meer gehört den Briten,<br />
Wir aber besitzen im Luftreich des Traums<br />
Die Herrschaft unbestritten.</p>
<p>Hier üben wir die Hegemonie,<br />
Hier sind wir unzerstückelt;<br />
Die andern Völker haben sich<br />
Auf platter Erde entwickelt. &#8211; -</p>
<p>Und als ich einschlief, da träumte mir,<br />
Ich schlenderte wieder im hellen<br />
Mondschein die hallenden Straßen entlang,<br />
In dem altertümlichen Köllen.</p>
<p>Und hinter mir ging wieder einher<br />
Mein schwarzer, vermummter Begleiter.<br />
Ich war so müde, mir brachen die Knie,<br />
Doch immer gingen wir weiter.</p>
<p>Wir gingen weiter. Mein Herz in der Brust<br />
War klaffend aufgeschnitten,<br />
Und aus der Herzenswunde hervor<br />
Die roten Tropfen glitten.</p>
<p>Ich tauchte manchmal die Finger hinein,<br />
Und manchmal ist es geschehen,<br />
Daß ich die Haustürpfosten bestrich<br />
Mit dem Blut im Vorübergehen.</p>
<p>Und jedesmal, wenn ich ein Haus<br />
Bezeichnet in solcher Weise,<br />
Ein Sterbeglöckchen erscholl fernher,<br />
Wehmütig wimmernd und leise.</p>
<p>Am Himmel aber erblich der Mond,<br />
Er wurde immer trüber;<br />
Gleich schwarzen Rossen jagten an ihm<br />
Die wilden Wolken vorüber.</p>
<p>Und immer ging hinter mir einher<br />
Mit seinem verborgenen Beile<br />
Die dunkle Gestalt &#8211; so wanderten wir<br />
Wohl eine gute Weile.</p>
<p>Wir gehen und gehen, bis wir zuletzt<br />
Wieder zum Domplatz gelangen;<br />
Weit offen standen die Pforten dort,<br />
Wir sind hineingegangen.</p>
<p>Es herrschte im ungeheuren Raum<br />
Nur Tod und Nacht und Schweigen;<br />
Es brannten Ampeln hie und da,<br />
Um die Dunkelheit recht zu zeigen.</p>
<p>Ich wandelte lange den Pfeilern entlang<br />
Und hörte nur die Tritte<br />
Von meinem Begleiter, er folgte mir<br />
Auch hier bei jedem Schritte.</p>
<p>Wir kamen endlich zu einem Ort,<br />
Wo funkelnde Kerzenhelle<br />
Und blitzendes Gold und Edelstein;<br />
Das war die Drei-Königs-Kapelle.</p>
<p>Die Heil&#8217;gen Drei Könige jedoch,<br />
Die sonst so still dort lagen,<br />
O Wunder! sie saßen aufrecht jetzt<br />
Auf ihren Sarkophagen.</p>
<p>Drei Totengerippe, phantastisch geputzt,<br />
Mit Kronen auf den elenden<br />
Vergilbten Schädeln, sie trugen auch<br />
Das Zepter in knöchernen Händen.</p>
<p>Wie Hampelmänner bewegten sie<br />
Die längstverstorbenen Knochen;<br />
Die haben nach Moder und zugleich<br />
Nach Weihrauchduft gerochen.</p>
<p>Der eine bewegte sogar den Mund<br />
Und hielt eine Rede, sehr lange;<br />
Er setzte mir auseinander, warum<br />
Er meinen Respekt verlange.</p>
<p>Zuerst weil er ein Toter sei,<br />
Und zweitens weil er ein König,<br />
Und drittens weil er ein Heil&#8217;ger sei -<br />
Das alles rührte mich wenig.</p>
<p>Ich gab ihm zur Antwort lachenden Muts:<br />
»Vergebens ist deine Bemühung!<br />
Ich sehe, daß du der Vergangenheit<br />
Gehörst in jeder Beziehung.</p>
<p>Fort! fort von hier! im tiefen Grab<br />
Ist eure natürliche Stelle.<br />
Das Leben nimmt jetzt in Beschlag<br />
Die Schätze dieser Kapelle.</p>
<p>Der Zukunft fröhliche Kavallerie<br />
Soll hier im Dome hausen,<br />
Und weicht ihr nicht willig, so brauch ich Gewalt<br />
Und laß euch mit Kolben lausen!«</p>
<p>So sprach ich, und ich drehte mich um,<br />
Da sah ich furchtbar blinken<br />
Des stummen Begleiters furchtbares Beil -<br />
Und er verstand mein Winken.</p>
<p>Er nahte sich, und mit dem Beil<br />
Zerschmetterte er die armen<br />
Skelette des Aberglaubens, er schlug<br />
Sie nieder ohn&#8217; Erbarmen.</p>
<p>Es dröhnte der Hiebe Widerhall<br />
Aus allen Gewölben, entsetzlich! -<br />
Blutströme schossen aus meiner Brust,<br />
Und ich erwachte plötzlich.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>6. Caput VI</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 14:39:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
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		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Den Paganini begleitete stets Ein Spiritus familiaris, Manchmal als Hund, manchmal in Gestalt Des seligen Georg Harrys. Napoleon sah einen roten Mann Vor jedem wicht&#8217;gen Ereignis. Sokrates hatte seinen Dämon, Das war kein Hirnerzeugnis. Ich selbst, wenn ich am Schreibtisch saß Des Nachts, hab ich gesehen Zuweilen einen vermummten Gast Unheimlich hinter mir stehen. Unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Paganini begleitete stets<br />
Ein Spiritus familiaris,<br />
Manchmal als Hund, manchmal in Gestalt<br />
Des seligen Georg Harrys.</p>
<p>Napoleon sah einen roten Mann<br />
Vor jedem wicht&#8217;gen Ereignis.<br />
Sokrates hatte seinen Dämon,<br />
Das war kein Hirnerzeugnis.</p>
<p>Ich selbst, wenn ich am Schreibtisch saß<br />
Des Nachts, hab ich gesehen<br />
Zuweilen einen vermummten Gast<br />
Unheimlich hinter mir stehen.</p>
<p>Unter dem Mantel hielt er etwas<br />
Verborgen, das seltsam blinkte,<br />
Wenn es zum Vorschein kam, und ein Beil,<br />
Ein Richtbeil, zu sein mir dünkte.</p>
<p>Er schien von untersetzter Statur,<br />
Die Augen wie zwei Sterne;<br />
Er störte mich im Schreiben nie,<br />
Blieb ruhig stehn in der Ferne.</p>
<p><</p>
<p>Seit Jahren hatte ich nicht gesehn<br />
Den sonderbaren Gesellen,<br />
Da fand ich ihn plötzlich wieder hier<br />
In der stillen Mondnacht zu Köllen.</p>
<p>Ich schlenderte sinnend die Straßen entlang,<br />
Da sah ich ihn hinter mir gehen,<br />
Als ob er mein Schatten wäre, und stand<br />
Ich still, so blieb er stehen.</p>
<p>Blieb stehen, als wartete er auf was,<br />
Und förderte ich die Schritte,<br />
Dann folgte er wieder. So kamen wir<br />
Bis auf des Domplatz&#8217; Mitte.</p>
<p>Es ward mir unleidlich, ich drehte mich um<br />
Und sprach: »Jetzt steh mir Rede,<br />
Was folgst du mir auf Weg und Steg<br />
Hier in der nächtlichen Öde?</p>
<p>Ich treffe dich immer in der Stund&#8217;,<br />
Wo Weltgefühle sprießen<br />
In meiner Brust und durch das Hirn<br />
Die Geistesblitze schießen.</p>
<p>Du siehst mich an so stier und fest -<br />
Steh Rede: Was verhüllst du<br />
Hier unter dem Mantel, das heimlich blinkt?<br />
Wer bist du und was willst du?«</p>
<p>Doch jener erwiderte trockenen Tons,<br />
Sogar ein bißchen phlegmatisch:<br />
»Ich bitte dich, exorziere mich nicht,<br />
Und werde nur nicht emphatisch!</p>
<p>Ich bin kein Gespenst der Vergangenheit,<br />
Kein grabentstiegener Strohwisch,<br />
Und von Rhetorik bin ich kein Freund,<br />
Bin auch nicht sehr philosophisch.</p>
<p>Ich bin von praktischer Natur,<br />
Und immer schweigsam und ruhig.<br />
Doch wisse: was du ersonnen im Geist,<br />
Das führ ich aus, das tu ich.</p>
<p>Und gehn auch Jahre drüber hin,<br />
Ich raste nicht, bis ich verwandle<br />
In Wirklichkeit, was du gedacht;<br />
Du denkst, und ich, ich handle.</p>
<p>Du bist der Richter, der Büttel bin ich,<br />
Und mit dem Gehorsam des Knechtes<br />
Vollstreck&#8217; ich das Urteil, das du gefällt,<br />
Und sei es ein ungerechtes.</p>
<p>Dem Konsul trug man ein Beil voran<br />
Zu Rom, in alten Tagen.<br />
Auch du hast deinen Liktor, doch wird<br />
Das Beil dir nachgetragen.</p>
<p>Ich bin dein Liktor, und ich geh<br />
Beständig mit dem blanken<br />
Richtbeile hinter dir &#8211; ich bin<br />
Die Tat von deinem Gedanken.«</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>5. Caput V</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 14:27:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Und als ich an die Rheinbrück&#8217; kam, Wohl an die Hafenschanze, Da sah ich fließen den Vater Rhein Im stillen Mondenglanze. »Sei mir gegrüßt, mein Vater Rhein, Wie ist es dir ergangen? Ich habe oft an dich gedacht Mit Sehnsucht und Verlangen.« So sprach ich, da hört ich im Wasser tief Gar seltsam grämliche Töne, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und als ich an die Rheinbrück&#8217; kam,<br />
Wohl an die Hafenschanze,<br />
Da sah ich fließen den Vater Rhein<br />
Im stillen Mondenglanze.</p>
<p>»Sei mir gegrüßt, mein Vater Rhein,<br />
Wie ist es dir ergangen?<br />
Ich habe oft an dich gedacht<br />
Mit Sehnsucht und Verlangen.«</p>
<p>So sprach ich, da hört ich im Wasser tief<br />
Gar seltsam grämliche Töne,<br />
Wie Hüsteln eines alten Manns,<br />
Ein Brümmeln und weiches Gestöhne:</p>
<p>»Willkommen, mein Junge, das ist mir lieb,<br />
Daß du mich nicht vergessen;<br />
Seit dreizehn Jahren sah ich dich nicht,<br />
Mir ging es schlecht unterdessen.</p>
<p>Zu Biberich hab ich Steine verschluckt,<br />
Wahrhaftig, sie schmeckten nicht lecker!<br />
Doch schwerer liegen im Magen mir<br />
Die Verse von Niklas Becker.</p>
<p>Er hat mich besungen, als ob ich noch<br />
Die reinste Jungfer wäre,<br />
Die sich von niemand rauben läßt<br />
Das Kränzlein ihrer Ehre.</p>
<p>Wenn ich es höre, das dumme Lied,<br />
Dann möcht ich mir zerraufen<br />
Den weißen Bart, ich möchte fürwahr<br />
Mich in mir selbst ersaufen!</p>
<p>Daß ich keine reine Jungfer bin,<br />
Die Franzosen wissen es besser,<br />
Sie haben mit meinem Wasser so oft<br />
Vermischt ihr Siegergewässer.</p>
<p>Das dumme Lied und der dumme Kerl!<br />
Er hat mich schmählich blamieret,<br />
Gewissermaßen hat er mich auch<br />
Politisch kompromittieret.</p>
<p>Denn kehren jetzt die Franzosen zurück,<br />
So muß ich vor ihnen erröten,<br />
Ich, der um ihre Rückkehr so oft<br />
Mit Tränen zum Himmel gebeten.</p>
<p>Ich habe sie immer so liebgehabt,<br />
Die lieben kleinen Französchen -<br />
Singen und springen sie noch wie sonst?<br />
Tragen noch weiße Höschen?</p>
<p>Ich möchte sie gerne wiedersehn,<br />
Doch fürcht ich die Persiflage,<br />
Von wegen des verwünschten Lieds,<br />
Von wegen der Blamage.</p>
<p>Der Alfred de Musset, der Gassenbub&#8217;,<br />
Der kommt an ihrer Spitze<br />
Vielleicht als Tambour, und trommelt mir vor<br />
All seine schlechten Witze.«</p>
<p>So klagte der arme Vater Rhein,<br />
Konnt sich nicht zufriedengeben.<br />
Ich sprach zu ihm manch tröstendes Wort,<br />
Um ihm das Herz zu heben:</p>
<p>»O fürchte nicht, mein Vater Rhein,<br />
Den spöttelnden Scherz der Franzosen;<br />
Sie sind die alten Franzosen nicht mehr,<br />
Auch tragen sie andere Hosen.</p>
<p>Die Hosen sind rot und nicht mehr weiß,<br />
Sie haben auch andere Knöpfe,<br />
Sie singen nicht mehr, sie springen nicht mehr,<br />
Sie senken nachdenklich die Köpfe.</p>
<p>Sie philosophieren und sprechen jetzt<br />
Von Kant, von Fichte und Hegel,<br />
Sie rauchen Tabak, sie trinken Bier,<br />
Und manche schieben auch Kegel.</p>
<p>Sie werden Philister ganz wie wir,<br />
Und treiben es endlich noch ärger;<br />
Sie sind keine Voltairianer mehr,<br />
Sie werden Hengstenberger.</p>
<p>Der Alfred de Musset, das ist wahr,<br />
Ist noch ein Gassenjunge;<br />
Doch fürchte nichts, wir fesseln ihm<br />
Die schändliche Spötterzunge.</p>
<p>Und trommelt er dir einen schlechten Witz,<br />
So pfeifen wir ihm einen schlimmern,<br />
Wir pfeifen ihm vor, was ihm passiert<br />
Bei schönen Frauenzimmern.</p>
<p>Gib dich zufrieden, Vater Rhein,<br />
Denk nicht an schlechte Lieder,<br />
Ein besseres Lied vernimmst du bald -<br />
Leb wohl, wir sehen uns wieder.«</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>4. Caput IV</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/caput-iv</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/deutschland-ein-wintermarchen/caput-iv#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 14:12:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=395</guid>
		<description><![CDATA[Zu Köllen kam ich spätabends an, Da hörte ich rauschen den Rheinfluß, Da fächelte mich schon deutsche Luft, Da fühlt ich ihren Einfluß - Auf meinen Appetit. Ich aß Dort Eierkuchen mit Schinken, Und da er sehr gesalzen war, Mußt ich auch Rheinwein trinken. Der Rheinwein glänzt noch immer wie Gold Im grünen Römerglase, Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Köllen kam ich spätabends an,<br />
Da hörte ich rauschen den Rheinfluß,<br />
Da fächelte mich schon deutsche Luft,<br />
Da fühlt ich ihren Einfluß -</p>
<p>Auf meinen Appetit. Ich aß<br />
Dort Eierkuchen mit Schinken,<br />
Und da er sehr gesalzen war,<br />
Mußt ich auch Rheinwein trinken.</p>
<p>Der Rheinwein glänzt noch immer wie Gold<br />
Im grünen Römerglase,<br />
Und trinkst du etwelche Schoppen zuviel,<br />
So steigt er dir in die Nase.</p>
<p>In die Nase steigt ein Prickeln so süß,<br />
Man kann sich vor Wonne nicht lassen!<br />
Es trieb mich hinaus in die dämmernde Nacht,<br />
In die widerhallenden Gassen.</p>
<p>Die steinernen Häuser schauten mich an,<br />
Als wollten sie mir berichten<br />
Legenden aus altverschollener Zeit,<br />
Der heil&#8217;gen Stadt Köllen Geschichten.</p>
<p>Ja, hier hat einst die Klerisei<br />
Ihr frommes Wesen getrieben,<br />
Hier haben die Dunkelmänner geherrscht,<br />
Die Ulrich von Hutten beschrieben.</p>
<p>Der Cancan des Mittelalters ward hier<br />
Getanzt von Nonnen und Mönchen;<br />
Hier schrieb Hochstraaten, der Menzel von Köln,<br />
Die gift&#8217;gen Denunziatiönchen.</p>
<p>Die Flamme des Scheiterhaufens hat hier<br />
Bücher und Menschen verschlungen;<br />
Die Glocken wurden geläutet dabei<br />
Und Kyrie eleison gesungen.</p>
<p>Dummheit und Bosheit buhlten hier<br />
Gleich Hunden auf freier Gasse;<br />
Die Enkelbrut erkennt man noch heut<br />
An ihrem Glaubenshasse. -</p>
<p>Doch siehe! dort im Mondenschein<br />
Den kolossalen Gesellen!<br />
Er ragt verteufelt schwarz empor,<br />
Das ist der Dom von Köllen.</p>
<p>Er sollte des Geistes Bastille sein,<br />
Und die listigen Römlinge dachten:<br />
In diesem Riesenkerker wird<br />
Die deutsche Vernunft verschmachten!</p>
<p>Da kam der Luther, und er hat<br />
Sein großes »Halt!« gesprochen -<br />
Seit jenem Tage blieb der Bau<br />
Des Domes unterbrochen.</p>
<p>Er ward nicht vollendet &#8211; und das ist gut.<br />
Denn eben die Nichtvollendung<br />
Macht ihn zum Denkmal von Deutschlands Kraft<br />
Und protestantischer Sendung.</p>
<p>Ihr armen Schelme vom Domverein,<br />
Ihr wollt mit schwachen Händen<br />
Fortsetzen das unterbrochene Werk,<br />
Und die alte Zwingburg vollenden!</p>
<p>O törichter Wahn! Vergebens wird<br />
Geschüttelt der Klingelbeutel,<br />
Gebettelt bei Ketzern und Juden sogar;<br />
Ist alles fruchtlos und eitel.</p>
<p>Vergebens wird der große Franz Liszt<br />
Zum Besten des Doms musizieren,<br />
Und ein talentvoller König wird<br />
Vergebens deklamieren!</p>
<p>Er wird nicht vollendet, der Kölner Dom,<br />
Obgleich die Narren in Schwaben<br />
Zu seinem Fortbau ein ganzes Schiff<br />
Voll Steine gesendet haben.</p>
<p>Er wird nicht vollendet, trotz allem Geschrei<br />
Der Raben und der Eulen,<br />
Die, altertümlich gesinnt, so gern<br />
In hohen Kirchtürmen weilen.</p>
<p>Ja, kommen wird die Zeit sogar,<br />
Wo man, statt ihn zu vollenden,<br />
Die inneren Räume zu einem Stall<br />
Für Pferde wird verwenden.</p>
<p>»Und wird der Dom ein Pferdestall,<br />
Was sollen wir dann beginnen<br />
Mit den Heil&#8217;gen Drei Kön&#8217;gen, die da ruhn<br />
Im Tabernakel da drinnen?«</p>
<p>So höre ich fragen. Doch brauchen wir uns<br />
In unserer Zeit zu genieren?<br />
Die Heil&#8217;gen Drei Kön&#8217;ge aus Morgenland,<br />
Sie können woanders logieren.</p>
<p>Folgt meinem Rat und steckt sie hinein<br />
In jene drei Körbe von Eisen,<br />
Die hoch zu Münster hängen am Turm,<br />
Der Sankt Lamberti geheißen.</p>
<p>Der Schneiderkönig saß darin<br />
Mit seinen beiden Räten,<br />
Wir aber benutzen die Körbe jetzt<br />
Für andre Majestäten.</p>
<p>Zur Rechten soll Herr Balthasar,<br />
Zur Linken Herr Melchior schweben,<br />
In der Mitte Herr Gaspar &#8211; Gott weiß, wie einst<br />
Die drei gehaust im Leben!</p>
<p>Die Heil&#8217;ge Allianz des Morgenlands,<br />
Die jetzt kanonisieret,<br />
Sie hat vielleicht nicht immer schön<br />
Und fromm sich aufgeführet.</p>
<p>Der Balthasar und der Melchior,<br />
Das waren vielleicht zwei Gäuche,<br />
Die in der Not eine Konstitution<br />
Versprochen ihrem Reiche,</p>
<p>Und später nicht Wort gehalten &#8211; Es hat<br />
Herr Gaspar, der König der Mohren,<br />
Vielleicht mit schwarzem Undank sogar<br />
Belohnt sein Volk, die Toren!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>3. Caput III</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 13:53:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu Aachen, im alten Dome, liegt Carolus Magnus begraben. (Man muß ihn nicht verwechseln mit Karl Mayer, der lebt in Schwaben.) Ich möchte nicht tot und begraben sein Als Kaiser zu Aachen im Dome; Weit lieber lebt&#8217; ich als kleinster Poet Zu Stukkert am Neckarstrome. Zu Aachen langweilen sich auf der Straß&#8217; Die Hunde, sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Aachen, im alten Dome, liegt<br />
Carolus Magnus begraben.<br />
(Man muß ihn nicht verwechseln mit Karl<br />
Mayer, der lebt in Schwaben.)</p>
<p>Ich möchte nicht tot und begraben sein<br />
Als Kaiser zu Aachen im Dome;<br />
Weit lieber lebt&#8217; ich als kleinster Poet<br />
Zu Stukkert am Neckarstrome.</p>
<p>Zu Aachen langweilen sich auf der Straß&#8217;<br />
Die Hunde, sie flehn untertänig:<br />
»Gib uns einen Fußtritt, o Fremdling, das wird<br />
Vielleicht uns zerstreuen ein wenig.«</p>
<p>Ich bin in diesem langweil&#8217;gen Nest<br />
Ein Stündchen herumgeschlendert.<br />
Sah wieder preußisches Militär,<br />
Hat sich nicht sehr verändert.</p>
<p>Es sind die grauen Mäntel noch<br />
Mit dem hohen, roten Kragen -<br />
(Das Rot bedeutet Franzosenblut,<br />
Sang Körner in früheren Tagen.)</p>
<p>Noch immer das hölzern pedantische Volk,<br />
Noch immer ein rechter Winkel<br />
In jeder Bewegung, und im Gesicht<br />
Der eingefrorene Dünkel.</p>
<p>Sie stelzen noch immer so steif herum,<br />
So kerzengerade geschniegelt,<br />
Als hätten sie verschluckt den Stock,<br />
Womit man sie einst geprügelt.</p>
<p>Ja, ganz verschwand die Fuchtel nie,<br />
Sie tragen sie jetzt im Innern;<br />
Das trauliche Du wird immer noch<br />
An das alte Er erinnere.</p>
<p>Der lange Schnurrbart ist eigentlich nur<br />
Des Zopftums neuere Phase:<br />
Der Zopf, der ehmals hinten hing,<br />
Der hängt jetzt unter der Nase.</p>
<p>Nicht übel gefiel mir das neue Kostüm<br />
Der Reuter, das muß ich loben,<br />
Besonders die Pickelhaube, den Helm<br />
Mit der stählernen Spitze nach oben.</p>
<p>Das ist so rittertümlich und mahnt<br />
An der Vorzeit holde Romantik,<br />
An die Burgfrau Johanna von Montfaucon,<br />
An den Freiherrn Fouqué, Uhland, Tieck.</p>
<p>Das mahnt an das Mittelalter so schön,<br />
An Edelknechte und Knappen,<br />
Die in dem Herzen getragen die Treu<br />
Und auf dem Hintern ein Wappen.</p>
<p>Das mahnt an Kreuzzug und Turnei,<br />
An Minne und frommes Dienen,<br />
An die ungedruckte Glaubenszeit,<br />
Wo noch keine Zeitung erschienen.</p>
<p>Ja, ja, der Helm gefällt mir, er zeugt<br />
Vom allerhöchsten Witze!<br />
Ein königlicher Einfall war&#8217;s!<br />
Es fehlt nicht die Pointe, die Spitze!</p>
<p>Nur fürcht ich, wenn ein Gewitter entsteht,<br />
Zieht leicht so eine Spitze<br />
Herab auf euer romantisches Haupt<br />
Des Himmels modernste Blitze! &#8211; -</p>
<p>Zu Aachen, auf dem Posthausschild,<br />
Sah ich den Vogel wieder,<br />
Der mir so tief verhaßt! Voll Gift<br />
Schaute er auf mich nieder.</p>
<p>Du häßlicher Vogel, wirst du einst<br />
Mir in die Hände fallen;<br />
So rupfe ich dir die Federn aus<br />
Und hacke dir ab die Krallen.</p>
<p>Du sollst mir dann, in luft&#8217;ger Höh&#8217;,<br />
Auf einer Stange sitzen,<br />
Und ich rufe zum lustigen Schießen herbei<br />
Die rheinischen Vogelschützen.</p>
<p>Wer mir den Vogel herunterschießt,<br />
Mit Zepter und Krone belehn ich<br />
Den wackern Mann! Wir blasen Tusch<br />
Und rufen: »Es lebe der König!«</p>
]]></content:encoded>
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		<title>2. Caput II</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 13:45:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Während die Kleine von Himmelslust Getrillert und musizieret, Ward von den preußischen Douaniers Mein Koffer visitieret. Beschnüffelten alles, kramten herum In Hemden, Hosen, Schnupftüchern; Sie suchten nach Spitzen, nach Bijouterien, Auch nach verbotenen Büchern. Ihr Toren, die ihr im Koffer sucht! Hier werdet ihr nichts entdecken! Die Konterbande, die mit mir reist, Die hab ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während die Kleine von Himmelslust<br />
Getrillert und musizieret,<br />
Ward von den preußischen Douaniers<br />
Mein Koffer visitieret.</p>
<p>Beschnüffelten alles, kramten herum<br />
In Hemden, Hosen, Schnupftüchern;<br />
Sie suchten nach Spitzen, nach Bijouterien,<br />
Auch nach verbotenen Büchern.</p>
<p>Ihr Toren, die ihr im Koffer sucht!<br />
Hier werdet ihr nichts entdecken!<br />
Die Konterbande, die mit mir reist,<br />
Die hab ich im Kopfe stecken.</p>
<p>Hier hab ich Spitzen, die feiner sind<br />
Als die von Brüssel und Mecheln,<br />
Und pack ich einst meine Spitzen aus,<br />
Sie werden euch sticheln und hecheln.</p>
<p>Im Kopfe trage ich Bijouterien,<br />
Der Zukunft Krondiamanten,<br />
Die Tempelkleinodien des neuen Gotts,<br />
Des großen Unbekannten.</p>
<p>Und viele Bücher trag ich im Kopf!<br />
Ich darf es euch versichern,<br />
Mein Kopf ist ein zwitscherndes Vogelnest<br />
Von konfiszierlichen Büchern.</p>
<p>Glaubt mir, in Satans Bibliothek<br />
Kann es nicht schlimmere geben;<br />
Sie sind gefährlicher noch als die<br />
Von Hoffmann von Fallersleben! -</p>
<p>Ein Passagier, der neben mir stand,<br />
Bemerkte, ich hätte<br />
Jetzt vor mir den preußischen Zollverein,<br />
Die große Douanenkette.</p>
<p>»Der Zollverein« &#8211; bemerkte er -<br />
»Wird unser Volkstum begründen,<br />
Er wird das zersplitterte Vaterland<br />
Zu einem Ganzen verbinden.</p>
<p>Er gibt die äußere Einheit uns,<br />
Die sogenannt materielle;<br />
Die geistige Einheit gibt uns die Zensur,<br />
Die wahrhaft ideelle -</p>
<p>Sie gibt die innere Einheit uns,<br />
Die Einheit im Denken und Sinnen;<br />
Ein einiges Deutschland tut uns not,<br />
Einig nach außen und innen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>1. Caput I</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 13:26:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland. Ein Wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ein wintermärchen]]></category>
		<category><![CDATA[gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Im traurigen Monat November war&#8217;s, Die Tage wurden trüber, Der Wind riß von den Bäumen das Laub, Da reist ich nach Deutschland hinüber. Und als ich an die Grenze kam, Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen In meiner Brust, ich glaube sogar Die Augen begunnen zu tropfen. Und als ich die deutsche Sprache vernahm, Da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im traurigen Monat November war&#8217;s,<br />
Die Tage wurden trüber,<br />
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,<br />
Da reist ich nach Deutschland hinüber.</p>
<p>Und als ich an die Grenze kam,<br />
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen<br />
In meiner Brust, ich glaube sogar<br />
Die Augen begunnen zu tropfen.</p>
<p>Und als ich die deutsche Sprache vernahm,<br />
Da ward mir seltsam zumute;<br />
Ich meinte nicht anders, als ob das Herz<br />
Recht angenehm verblute.</p>
<p>Ein kleines Harfenmädchen sang.<br />
Sie sang mit wahrem Gefühle<br />
Und falscher Stimme, doch ward ich sehr<br />
Gerühret von ihrem Spiele.</p>
<p>Sie sang von Liebe und Liebesgram,<br />
Aufopfrung und Wiederfinden<br />
Dort oben, in jener besseren Welt,<br />
Wo alle Leiden schwinden.</p>
<p>Sie sang vom irdischen Jammertal,<br />
Von Freuden, die bald zerronnen,<br />
Vom jenseits, wo die Seele schwelgt<br />
Verklärt in ew&#8217;gen Wonnen.</p>
<p>Sie sang das alte Entsagungslied,<br />
Das Eiapopeia vom Himmel,<br />
Womit man einlullt, wenn es greint,<br />
Das Volk, den großen Lümmel.</p>
<p>Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,<br />
Ich kenn auch die Herren Verfasser;<br />
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein<br />
Und predigten öffentlich Wasser.</p>
<p>Ein neues Lied, ein besseres Lied,<br />
O Freunde, will ich euch dichten!<br />
Wir wollen hier auf Erden schon<br />
Das Himmelreich errichten.</p>
<p>Wir wollen auf Erden glücklich sein,<br />
Und wollen nicht mehr darben;<br />
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,<br />
Was fleißige Hände erwarben.</p>
<p>Es wächst hienieden Brot genug<br />
Für alle Menschenkinder,<br />
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,<br />
Und Zuckererbsen nicht minder.</p>
<p>Ja, Zuckererbsen für jedermann,<br />
Sobald die Schoten platzen!<br />
Den Himmel überlassen wir<br />
Den Engeln und den Spatzen.</p>
<p>Und wachsen uns Flügel nach dem Tod,<br />
So wollen wir euch besuchen<br />
Dort oben, und wir, wir essen mit euch<br />
Die seligsten Torten und Kuchen.</p>
<p>Ein neues Lied, ein besseres Lied!<br />
Es klingt wie Flöten und Geigen!<br />
Das Miserere ist vorbei,<br />
Die Sterbeglocken schweigen.</p>
<p>Die Jungfer Europa ist verlobt<br />
Mit dem schönen Geniusse<br />
Der Freiheit, sie liegen einander im Arm,<br />
Sie schwelgen im ersten Kusse.</p>
<p>Und fehlt der Pfaffensegen dabei,<br />
Die Ehe wird gültig nicht minder -<br />
Es lebe Bräutigam und Braut,<br />
Und ihre zukünftigen Kinder!</p>
<p>Ein Hochzeitkarmen ist mein Lied,<br />
Das bessere, das neue!<br />
In meiner Seele gehen auf<br />
Die Sterne der höchsten Weihe -</p>
<p>Begeisterte Sterne, sie lodern wild,<br />
Zerfließen in Flammenbächen -<br />
Ich fühle mich wunderbar erstarkt,<br />
Ich könnte Eichen zerbrechen!</p>
<p>Seit ich auf deutsche Erde trat,<br />
Durchströmen mich Zaubersäfte -<br />
Der Riese hat wieder die Mutter berührt,<br />
Und es wuchsen ihm neu die Kräfte.</p>
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		<title>Ernst ist der Frühling, seine Träume</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/neuer-fruhling/ernst-ist-der-fruhling-seine-traume</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/neuer-fruhling/ernst-ist-der-fruhling-seine-traume#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 23:14:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuer Frühling]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=370</guid>
		<description><![CDATA[Ernst ist der Frühling, seine Träume Sind traurig, jede Blume schaut Von Schmerz bewegt, es bebt geheime Wehmut im Nachtigallenlaut. O lächle nicht, geliebte Schöne, So freundlich heiter, lächle nicht! Oh, weine lieber, eine Träne Küß ich so gern dir vom Gesicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ernst ist der Frühling, seine Träume<br />
Sind traurig, jede Blume schaut<br />
Von Schmerz bewegt, es bebt geheime<br />
Wehmut im Nachtigallenlaut.</p>
<p>O lächle nicht, geliebte Schöne,<br />
So freundlich heiter, lächle nicht!<br />
Oh, weine lieber, eine Träne<br />
Küß ich so gern dir vom Gesicht. </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Schon wieder bin ich fortgerissen</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/neuer-fruhling/schon-wieder-bin-ich-fortgerissen</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 23:08:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuer Frühling]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=364</guid>
		<description><![CDATA[Schon wieder bin ich fortgerissen Vom Herzen, das ich innig liebe, Schon wieder bin ich fortgerissen - O wüßtest du, wie gern ich bliebe. Der Wagen rollt, es dröhnt die Brücke, Der Fluß darunter fließt so trübe; Ich scheide wieder von dem Glücke, Vom Herzen, das ich innig liebe. Am Himmel jagen hin die Sterne, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon wieder bin ich fortgerissen<br />
Vom Herzen, das ich innig liebe,<br />
Schon wieder bin ich fortgerissen -<br />
O wüßtest du, wie gern ich bliebe.</p>
<p>Der Wagen rollt, es dröhnt die Brücke,<br />
Der Fluß darunter fließt so trübe;<br />
Ich scheide wieder von dem Glücke,<br />
Vom Herzen, das ich innig liebe.</p>
<p> Am Himmel jagen hin die Sterne,<br />
Als flöhen sie vor meinem Schmerze -<br />
Leb wohl, Geliebte! In der Ferne,<br />
Wo ich auch bin, blüht dir mein Herze.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Die holden Wünsche blühen</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/neuer-fruhling/die-holden-wunsche-bluhen</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 23:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuer Frühling]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=359</guid>
		<description><![CDATA[Die holden Wünsche blühen, Und welken wieder ab, Und blühen und welken wieder - So geht es bis ans Grab. Das weiß ich, und das vertrübet Mir alle Lieb&#8217; und Lust; Mein Herz ist so klug und witzig, Und verblutet in meiner Brust.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die holden Wünsche blühen,<br />
Und welken wieder ab,<br />
Und blühen und welken wieder -<br />
So geht es bis ans Grab.</p>
<p>Das weiß ich, und das vertrübet<br />
Mir alle Lieb&#8217; und Lust;<br />
Mein Herz ist so klug und witzig,<br />
Und verblutet in meiner Brust. </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wie ein Greisenantlitz droben</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/neuer-fruhling/wie-ein-greisenantlitz-droben</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 22:57:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuer Frühling]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=356</guid>
		<description><![CDATA[Wie ein Greisenantlitz droben Ist der Himmel anzuschauen, Roteinäugig und umwoben Von dem Wolkenhaar, dem grauen. Blickt er auf die Erde nieder, Müssen welken Blum&#8217; und Blüte, Müssen welken Lieb&#8217; und Lieder In dem menschlichen Gemüte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie ein Greisenantlitz droben<br />
Ist der Himmel anzuschauen,<br />
Roteinäugig und umwoben<br />
Von dem Wolkenhaar, dem grauen. </p>
<p>Blickt er auf die Erde nieder,<br />
Müssen welken Blum&#8217; und Blüte,<br />
Müssen welken Lieb&#8217; und Lieder<br />
In dem menschlichen Gemüte. </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Verdroßnen Sinn im kalten Herzen hegend</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 22:52:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuer Frühling]]></category>

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		<description><![CDATA[Verdroßnen Sinn im kalten Herzen hegend, Reis ich verdrießlich durch die kalte Welt, Zu Ende geht der Herbst, ein Nebel hält Feuchteingehüllt die abgestorbne Gegend. Die Winde pfeifen, hin und her bewegend Das rote Laub, das von den Bäumen fällt, Es seufzt der Wald, es dampft das kahle Feld, Nun kommt das Schlimmste noch, es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Verdroßnen Sinn im kalten Herzen hegend,<br />
Reis ich verdrießlich durch die kalte Welt,<br />
Zu Ende geht der Herbst, ein Nebel hält<br />
Feuchteingehüllt die abgestorbne Gegend.</p>
<p>Die Winde pfeifen, hin und her bewegend<br />
Das rote Laub, das von den Bäumen fällt,<br />
Es seufzt der Wald, es dampft das kahle Feld,<br />
Nun kommt das Schlimmste noch, es regent. </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Spätherbstnebel, kalte Träume</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/neuer-fruhling/spatherbstnebel-kalte-traume</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 22:47:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuer Frühling]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=347</guid>
		<description><![CDATA[Spätherbstnebel, kalte Träume, Überfloren Berg und Tal, Sturm entblättert schon die Bäume, Und sie schaun gespenstisch kahl. Nur ein einz&#8217;ger, traurig schweigsam Einz&#8217;ger Baum steht unentlaubt, Feucht von Wehmutstränen gleichsam, Schüttelt er sein grünes Haupt. Ach, mein Herz gleicht dieser Wildnis, Und der Baum, den ich dort schau Sommergrün, das ist dein Bildnis, Vielgeliebte, schöne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Spätherbstnebel, kalte Träume,<br />
Überfloren Berg und Tal,<br />
Sturm entblättert schon die Bäume,<br />
Und sie schaun gespenstisch kahl. </p>
<p>Nur ein einz&#8217;ger, traurig schweigsam<br />
Einz&#8217;ger Baum steht unentlaubt,<br />
Feucht von Wehmutstränen gleichsam,<br />
Schüttelt er sein grünes Haupt.</p>
<p> Ach, mein Herz gleicht dieser Wildnis,<br />
Und der Baum, den ich dort schau<br />
Sommergrün, das ist dein Bildnis,<br />
Vielgeliebte, schöne Frau!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Himmel grau und wochentäglich</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/neuer-fruhling/himmel-grau-und-wochentaglich</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/neuer-fruhling/himmel-grau-und-wochentaglich#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 22:43:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuer Frühling]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=341</guid>
		<description><![CDATA[Himmel grau und wochentäglich! Auch die Stadt ist noch dieselbe! Und noch immer blöd und kläglich Spiegelt sie sich in der Elbe. Lange Nasen, noch langweilig Werden sie wie sonst geschneuzet, Und das duckt sich noch scheinheilig, Oder bläht sich, stolz gespreizet. Schöner Süden! wie verehr ich Deinen Himmel, deine Götter, Seit ich diesen Menschenkehricht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Himmel grau und wochentäglich!<br />
Auch die Stadt ist noch dieselbe!<br />
Und noch immer blöd und kläglich<br />
Spiegelt sie sich in der Elbe.</p>
<p>Lange Nasen, noch langweilig<br />
Werden sie wie sonst geschneuzet,<br />
Und das duckt sich noch scheinheilig,<br />
Oder bläht sich, stolz gespreizet.</p>
<p>Schöner Süden! wie verehr ich<br />
Deinen Himmel, deine Götter,<br />
Seit ich diesen Menschenkehricht<br />
Wiederseh, und dieses Wetter!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Neuer Frühling III</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/neuer-fruhling/neuer-fruhling-iii</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 10:59:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuer Frühling]]></category>

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		<description><![CDATA[Die schönen Augen der Frühlingsnacht, Sie schauen so tröstend nieder: Hat dich die Liebe so kleinlich gemacht, Die Liebe sie hebt dich wieder. Auf grüner Linde sitzt und singt Die süße Philomele; Wie mir das Lied zur Seele dringt, So dehnt sich wieder die Seele.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die schönen Augen der Frühlingsnacht,<br />
Sie schauen so tröstend nieder:<br />
Hat dich die Liebe so kleinlich gemacht,<br />
Die Liebe sie hebt dich wieder.</p>
<p>Auf grüner Linde sitzt und singt<br />
Die süße Philomele;<br />
Wie mir das Lied zur Seele dringt,<br />
So dehnt sich wieder die Seele.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Neuer Frühling II</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/neuer-fruhling/neuer-fruhling-ii</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 10:53:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuer Frühling]]></category>

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		<description><![CDATA[In dem Walde sprießt und grünt es Fast jungfräulich lustbeklommen; Doch die Sonne lacht herunter: Junger Frühling, sei willkommen! Nachtigall! Auch dich schon hör ich, Wie du flötest seltigtrübe Schluchzend langgezogne Töne, Und dein Lied ist lauter Liebe!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In dem Walde sprießt und grünt es<br />
Fast jungfräulich lustbeklommen;<br />
Doch die Sonne lacht herunter:<br />
Junger Frühling, sei willkommen!</p>
<p>Nachtigall! Auch dich schon hör ich,<br />
Wie du flötest seltigtrübe<br />
Schluchzend langgezogne Töne,<br />
Und dein Lied ist lauter Liebe!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Nachtgedanken</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/nachtgedanken</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 10:40:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[nachtgedanken]]></category>

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		<description><![CDATA[Denk ich an Deutschland in der Nacht, Dann bin ich um den Schlaf gebracht, Ich kann nicht mehr die Augen schließen, Und meine heißen Tränen fließen. Die Jahre kommen und vergehn! Seit ich die Mutter nicht gesehn Zwölf Jahre sind schon hingegangen; Es wächst mein Sehnen und Verlangen. Mein Sehnen und Verlangen wächst. Die alte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Denk ich an Deutschland in der Nacht,<br />
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,<br />
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,<br />
Und meine heißen Tränen fließen.</p>
<p>Die Jahre kommen und vergehn!<br />
Seit ich die Mutter nicht gesehn<br />
Zwölf Jahre sind schon hingegangen;<br />
Es wächst mein Sehnen und Verlangen.</p>
<p>Mein Sehnen und Verlangen wächst.<br />
Die alte Frau hat mich behext,<br />
Ich denke immer an die alte,<br />
Die alte Frau, die Gott erhalte!</p>
<p>Die alte Frau hat mich so lieb,<br />
Und in den Briefen, die sie schrieb,<br />
Seh ich wie ihre Hand gezittert,<br />
Wie tief das Mutterherz erschüttert.</p>
<p>Die Mutter liegt mir stets im Sinn.<br />
Zwölf lange Jahre flossen hin,<br />
Zwölf lange Jahre sind verflossen,<br />
Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen.</p>
<p>Deutschland hat ewigen Bestand,<br />
Es ist ein kerngesundes Land,<br />
Mit seinen Eichen, seinen Linden,<br />
Werd ich es immer wiederfinden.</p>
<p>Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr,<br />
Wenn die Mutter dorten nicht wär;<br />
Das Vaterland wird nich verderben,<br />
Jedoch die alte Frau kann sterben.</p>
<p>Seit ich das Land verlassen hab,<br />
So viele sanken dort ins Grab,<br />
Die ich geliebt &#8211; wenn ich sie zähle,<br />
So will verbluten meine Seele.</p>
<p>Und zählen muß ich &#8211; Mit der Zahl<br />
Schwillt immer höher meine Qual,<br />
Mir ist als wälzten sich die Leichen<br />
Auf meine Brust &#8211; Gottlob! sie weichen!</p>
<p>Gottlob! durch meine Fenster bricht<br />
Französisch heitres Tageslicht;<br />
Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen,<br />
Und lächelt fort die deutschen Sorgen.< /p></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wartet nur</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/wartet-nur</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 07:32:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[wartet nur]]></category>

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		<description><![CDATA[Weil ich so ganz vorzüglich blitze, Glaubt Ihr, daß ich nicht donnern könnt! Ihr irrt Euch sehr, denn ich besitze Gleichfalls fürs Donnern ein Talent. Es wird sich grausenhaft bewähren, Wenn einst erscheint der rechte Tag; Dann sollt Ihr meine Stimme hören, Das Donnerwort, den Wetterschlag. Gar manche Eiche wird zersplittern An jenem Tag der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil ich so ganz vorzüglich blitze,<br />
Glaubt Ihr, daß ich nicht donnern könnt!<br />
Ihr irrt Euch sehr, denn ich besitze<br />
Gleichfalls fürs Donnern ein Talent.</p>
<p>Es wird sich grausenhaft bewähren,<br />
Wenn einst erscheint der rechte Tag;<br />
Dann sollt Ihr meine Stimme hören,<br />
Das Donnerwort, den Wetterschlag.</p>
<p>Gar manche Eiche wird zersplittern<br />
An jenem Tag der wilde Sturm,<br />
Gar mancher Palast wird erzittern<br />
Und stürzen mancher Kirchenturm!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Erleuchtung</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/erleuchtung</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 07:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[erleuchtung]]></category>

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		<description><![CDATA[Michel! fallen dir die Schuppen Von den Augen? Merkst du itzt, Daß man dir die besten Suppen Vor dem Maule wegstibitzt? Als Ersatz ward dir versprochen Reinverklärte Himmelsfreud Droben, wo die Engel kochen Ohne Fleisch die Seligkeit! Michel! wird dein Glaube schwächer Oder stärker dein App&#8217;tit? Du ergreifst den Lebensbecher Und du singst ein Heidenlied! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Michel! fallen dir die Schuppen<br />
Von den Augen? Merkst du itzt,<br />
Daß man dir die besten Suppen<br />
Vor dem Maule wegstibitzt?</p>
<p>Als Ersatz ward dir versprochen<br />
Reinverklärte Himmelsfreud<br />
Droben, wo die Engel kochen<br />
Ohne Fleisch die Seligkeit!</p>
<p>Michel! wird dein Glaube schwächer<br />
Oder stärker dein App&#8217;tit?<br />
Du ergreifst den Lebensbecher<br />
Und du singst ein Heidenlied!</p>
<p>Michel! fürchte nichts und labe<br />
Schon hienieden deinen Wanst,<br />
Später liegen wir im Grabe,<br />
Wo du still verdauen kannst.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Verkehrte Welt</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/verkehrte-welt</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 07:14:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[verkehrte welt]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ist ja die verkehrte Welt, Wir gehen auf den Köpfen! Die Jäger werden dutzenweis Erschossen von den Schnepfen. Die Kälber braten jetzt den Koch, Auf Menschen reiten die Gäule; Für Lehrfreiheit und Rechte des Lichts Kämpft die katholische Eule. Der Häring wird ein Sanskülott, Die Wahrheit sagt uns Bettine, Und ein gestiefelter Kater bringt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist ja die verkehrte Welt,<br />
Wir gehen auf den Köpfen!<br />
Die Jäger werden dutzenweis<br />
Erschossen von den Schnepfen.</p>
<p>Die Kälber braten jetzt den Koch,<br />
Auf Menschen reiten die Gäule;<br />
Für Lehrfreiheit und Rechte des Lichts<br />
Kämpft die katholische Eule.</p>
<p>Der Häring wird ein Sanskülott,<br />
Die Wahrheit sagt uns Bettine,<br />
Und ein gestiefelter Kater bringt<br />
Den Sophokles auf die Bühne.</p>
<p>Ein Affe läßt ein Pantheon<br />
Erbauen für deutsche Helden.<br />
Der Maßmann hat sich jüngst gekämmt,<br />
Wie deutsche Blätter melden.</p>
<p>Germanische Bären glauben nicht mehr<br />
Und werden Atheisten;<br />
Jedoch die französischen Papagein,<br />
Die werden gute Christen.</p>
<p>Im uckermärkschen Moniteur<br />
Da hat man&#8217;s am tollsten getrieben:<br />
Ein Toter hat dem Lebenden dort<br />
Die schnödeste Grabschrift geschrieben.</p>
<p>Laßt uns nicht schwimmen gegen den Strom,<br />
Ihr Brüder! Es hilft uns wenig!<br />
Laßt uns besteigen den Templower Berg<br />
Und rufen: es lebe der König!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Zur Beruhigung</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/zur-beruhigung</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/zur-beruhigung#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 06:50:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=303</guid>
		<description><![CDATA[Wir schlafen ganz wie Brutus schlief - Doch jener erwachte und bohrte tief In Cäsars Brust das kalte Messer; Die Römer waren Tyrannenfresser. Wir sind keine Römer, wir rauchen Tabak. Ein jedes Volk hat seinen Geschmack, Ein jedes Volk hat seine Größe; In Schwaben kocht man die besten Klöße. Wir sind Germanen, gemütlich und brav, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir schlafen ganz wie Brutus schlief -<br />
Doch jener erwachte und bohrte tief<br />
In Cäsars Brust das kalte Messer;<br />
Die Römer waren Tyrannenfresser.</p>
<p>Wir sind keine Römer, wir rauchen Tabak.<br />
Ein jedes Volk hat seinen Geschmack,<br />
Ein jedes Volk hat seine Größe;<br />
In Schwaben kocht man die besten Klöße.</p>
<p>Wir sind Germanen, gemütlich und brav,<br />
Wir schlafen gesunden Pflanzenschlaf,<br />
Und wenn wir erwachen pflegt uns zu dürsten,<br />
Doch nicht nach dem Blute unserer Fürsten.</p>
<p>Wir sind so treu wie Eichenholz,<br />
Auch Lindenholz, drauf sind wir stolz;<br />
Im Land der Eichen und der Linden<br />
Wird niemals sich ein Brutus finden.</p>
<p>Und wenn auch ein Brutus unter uns wär,<br />
Den Cäsar fänd er nimmermehr,<br />
Vergeblich würd er den Cäsar suchen;<br />
Wir haben gute Pfefferkuchen.</p>
<p>Wir haben sechsunddreißig Herrn,<br />
(Ist nicht zu viel!) und einen Stern<br />
Trägt jeder schützend auf seinem Herzen,<br />
Und er braucht nicht zu fürchten die Iden des Märzen.</p>
<p>Wir nennen sie Väter, und Vaterland<br />
Benennen wir dasjenige Land,<br />
Das erbeigentümlich gehört den Fürsten;<br />
Wir lieben auch Sauerkraut mit Würsten.</p>
<p>Wenn unser Vater spazieren geht,<br />
Ziehn wir den Hut mit Pietät;<br />
Deutschland, die fromme Kinderstube,<br />
Ist keine römische Mördergrube.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>An den Nachtwächter</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/an-den-nachtwachter</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/an-den-nachtwachter#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 12:40:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=300</guid>
		<description><![CDATA[(bei späterer Gelegenheit) Verschlechtert sich nicht dein Herz und dein Stil, So magst du treiben jedwedes Spiel; Mein Freund, ich werde dich nie verkennen, Und sollt ich dich auch Herr Hofrat nennen. Sie machen jetzt ein großes Geschrei, Von wegen deiner Verhofräterei, Vom Seinestrand bis an der Elbe Hört ich seit Monden immer dasselbe: Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(bei späterer Gelegenheit)</p>
<p>Verschlechtert sich nicht dein Herz und dein Stil,<br />
So magst du treiben jedwedes Spiel;<br />
Mein Freund, ich werde dich nie verkennen,<br />
Und sollt ich dich auch Herr Hofrat nennen.</p>
<p>Sie machen jetzt ein großes Geschrei,<br />
Von wegen deiner Verhofräterei,<br />
Vom Seinestrand bis an der Elbe<br />
Hört ich seit Monden immer dasselbe:</p>
<p>Die Fortschrittsbeine hätten sich<br />
In Rückschrittsbeine verwandelt &#8211; O, sprich,<br />
Reitest du wirklich auf schwäbischen Krebsen?<br />
Äugelst du wirklich mit fürstlichen Kebsen?</p>
<p>Vielleicht bist du müde und sehnst dich nach Schlaf.<br />
Du hast die Nacht hindurch so brav<br />
Geblasen, jetzt hängst du das Horn an den Nagel:<br />
Mag tuten wer will für den deutschen Jan Hagel!</p>
<p>Du legst dich zu Bette und schließest zu<br />
Die Augen, doch läßt man dich nicht in Ruh.<br />
Vor deinem Fenster spotten die Schreier:<br />
&#8220;Brutus, du schläfst? Wach auf, Befreier!&#8221;</p>
<p>Ach! so ein Schreier weiß nicht warum<br />
Der beste Nachtwächter wird endlich stumm,<br />
Es ahndet nicht so ein junger Maulheld,<br />
Warum der Mensch am End das Maul hält.</p>
<p>Du fragst mich, wie es uns hier ergeht?<br />
Hier ist es still, kein Windchen weht,<br />
Die Wetterfahnen sind sehr verlegen,<br />
Sie wissen nicht wohin sich bewegen&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kirchenrat Prometheus</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/kirchenrat-prometheus</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/kirchenrat-prometheus#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 12:20:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=292</guid>
		<description><![CDATA[Ritter Paulus, edler Räuber, Mit gerunzelt düstren Stirnen Schaun die Götter auf dich nieder, Dich bedroht das höchste Zürnen, Ob dem Raube, ob dem Diebstahl, Den du im Olymp begangen - Fürchte des Prometheus Schicksal, Wenn dich Jovis Häscher fangen! Freilich jener stahl noch Schlimmres, Stahl das Licht, die Flammenkräfte, Um die Menschheit zu erleuchten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ritter Paulus, edler Räuber,<br />
Mit gerunzelt düstren Stirnen<br />
Schaun die Götter auf dich nieder,<br />
Dich bedroht das höchste Zürnen,</p>
<p>Ob dem Raube, ob dem Diebstahl,<br />
Den du im Olymp begangen -<br />
Fürchte des Prometheus Schicksal,<br />
Wenn dich Jovis Häscher fangen!</p>
<p>Freilich jener stahl noch Schlimmres,<br />
Stahl das Licht, die Flammenkräfte,<br />
Um die Menschheit zu erleuchten -<br />
Du, du stahlest Schellings Hefte,</p>
<p>Just das Gegenteil des Lichtes,<br />
Finsternis, die man betastet,<br />
Die man greifen kann wie jene,<br />
Die Egypten einst belastet.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Kaiser von China</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/der-kaiser-von-china</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 12:07:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=282</guid>
		<description><![CDATA[Mein Vater war ein trockner Taps, Ein nüchterner Duckmäuser, Ich aber trinke meinen Schnaps Und bin ein großer Kaiser. Das ist ein Zaubertrank! Ich hab&#8217;s Entdeckt in meinem Gemüte: Sobald ich getrunken meinen Schnaps Steht Cina ganz in Blüte. Das Reich der Mitte verwandelt sich dann In einen Blumenanger, Ich selber werde fast ein Mann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Vater war ein trockner Taps,<br />
Ein nüchterner Duckmäuser,<br />
Ich aber trinke meinen Schnaps<br />
Und bin ein großer Kaiser.</p>
<p>Das ist ein Zaubertrank! Ich hab&#8217;s<br />
Entdeckt in meinem Gemüte:<br />
Sobald ich getrunken meinen Schnaps<br />
Steht Cina ganz in Blüte.</p>
<p>Das Reich der Mitte verwandelt sich dann<br />
In einen Blumenanger,<br />
Ich selber werde fast ein Mann<br />
Und meine Frau wird schwanger.</p>
<p>All überall ist Überfluß<br />
Und es gesunden die Kranken;<br />
Mein Hofweltweiser Confusius<br />
Bekömmt die klarsten Gedanken.</p>
<p>Der Pumpernickel des Soldats<br />
Wird Mandelkuchen &#8211; O Freude!<br />
Und alle Lumpen meines Staats<br />
Spazieren in Samt und Seide.</p>
<p>Die Mandarinenritterschaft,<br />
Die invaliden Köpfe,<br />
Gewinnen wieder Jungendkraft<br />
Und schütteln ihre Zöpfe.</p>
<p>Die große Pagode, Symbol und Hort<br />
Des Glaubens, ist fertig geworden;<br />
Die letzten Juden taufen sich dort<br />
Und kriegen den Drachen-Orden.</p>
<p>Es schwindet der Geist der Revolution<br />
Und es rufen die edelsten Mantschu:<br />
Wir wollen keine Konstitution,<br />
Wir wollen den Stock, den Kantschu!</p>
<p>Wohl haben die Schüler Eskulaps<br />
Das Trinken mir widerraten,<br />
Ich aber trinke meinen Schnaps<br />
Zum Besten meiner Staaten.</p>
<p>Und noch einen Schnaps, und noch einen Schnaps!<br />
Das schmeckt wie lauter Manna!<br />
Mein Volk ist glücklich, hat&#8217;s auch den Raps<br />
Und jubelt: Hoseanna!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Wechselbalg</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/der-wechselbalg</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 09:16:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=277</guid>
		<description><![CDATA[Ein Kind mit großem Kürbiskopf Hellblondem Schnurrbart, greisem Zopf, Mit spinnig langen, doch starken Ärmchen, Mit Riesenmagen, doch kurzen Gedärmchen, - Ein Wechselbalg, den ein Korporal, Anstatt des Säuglings, den er stahl, Heimlich gelegt in unsre Wiege, - Die Mißgeburt, die mit der Lüge, Mit seinem geliebten Windspiel vielleicht, Der alte Sodomiter gezeugt, - Nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Kind mit großem Kürbiskopf<br />
Hellblondem Schnurrbart, greisem Zopf,<br />
Mit spinnig langen, doch starken Ärmchen,<br />
Mit Riesenmagen, doch kurzen Gedärmchen, -<br />
Ein Wechselbalg, den ein Korporal,<br />
Anstatt des Säuglings, den er stahl,<br />
Heimlich gelegt in unsre Wiege, -<br />
Die Mißgeburt, die mit der Lüge,<br />
Mit seinem geliebten Windspiel vielleicht,<br />
Der alte Sodomiter gezeugt, -<br />
Nicht brauch ich des Ungetüm zu nennen -<br />
Ihr sollt es ersäufen oder verbrennen!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Verheißung</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/verheisung</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/verheisung#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 13:31:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[verheißung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=272</guid>
		<description><![CDATA[Nicht mehr barfuß sollst du traben, Deutsche Freiheit, durch die Sümpfe, Endlich kommst du auf die Strümpfe, Und auch Stiefeln sollst du haben! Auf dem Haupte sollst du tragen Eine warme Pudelmütze, Daß sie dir die Ohren schütze In den kalten Wintertagen. Du bekommst sogar zu essen - Eine große Zukunft naht dir! - Laß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht mehr barfuß sollst du traben,<br />
Deutsche Freiheit, durch die Sümpfe,<br />
Endlich kommst du auf die Strümpfe,<br />
Und auch Stiefeln sollst du haben!</p>
<p>Auf dem Haupte sollst du tragen<br />
Eine warme Pudelmütze,<br />
Daß sie dir die Ohren schütze<br />
In den kalten Wintertagen.</p>
<p>Du bekommst sogar zu essen -<br />
Eine große Zukunft naht dir! -<br />
Laß dich nur vom welschen Satyr<br />
Nicht verlocken zu Exzessen!</p>
<p>Werde nur nicht dreist und dreister!<br />
Setz nicht den Respekt bei Seiten,<br />
Vor den hohen Obrigkeiten<br />
Und dem Herren Bürgermeister!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Kind</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/das-kind</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/das-kind#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 12:54:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=265</guid>
		<description><![CDATA[Den Frommen schenkt&#8217;s der Herr im Traum, Weißt nicht wie dir geschah! Du kriegst ein Kind und merkst es kaum, Jungfrau Germania. Es windet sich ein Bübelein Von deiner Nabelschnur; Es wird ein hübscher Schütze sein, Als wie der Gott Amur. Trifft einst in höchster Luft den Aar, Und flög er noch so stolz, Den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Frommen schenkt&#8217;s der Herr im Traum,<br />
Weißt nicht wie dir geschah!<br />
Du kriegst ein Kind und merkst es kaum,<br />
Jungfrau Germania.</p>
<p>Es windet sich ein Bübelein<br />
Von deiner Nabelschnur;<br />
Es wird ein hübscher Schütze sein,<br />
Als wie der Gott Amur.</p>
<p>Trifft einst in höchster Luft den Aar,<br />
Und flög er noch so stolz,<br />
Den doppelköpfigen sogar<br />
Erreicht sein guter Bolz.</p>
<p>Doch nicht wie jener blinde Heid,<br />
Nicht wie der Liebesgott,<br />
Soll er sich ohne Hos und Kleid<br />
Zeigen als Sanskülott.</p>
<p>Bei uns zu Land die Witterung,<br />
Moral und Polizei<br />
Gebieten streng, daß Alt und Jung<br />
Leiblich bekleidet sei.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Tendenz</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/die-tendenz</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 11:21:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=261</guid>
		<description><![CDATA[Deutscher Sänger! sind und preise Deutsche Freiheit, daß dein Lied Unsrer Seelen sich bemeistre Und zu Taten uns begeistre, In Marseillerhymnenweise. Girre nicht mehr wie ein Werther, Welcher nur für Lotten glüht - Was die Glocke hat geschlagen Sollst du deinem Volke sagen, Rede Dolche, rede Schwerter! Sei nicht mehr die weiche Flöte, Das idyllische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Deutscher Sänger! sind und preise<br />
Deutsche Freiheit, daß dein Lied<br />
Unsrer Seelen sich bemeistre<br />
Und zu Taten uns begeistre,<br />
In Marseillerhymnenweise.</p>
<p>Girre nicht mehr wie ein Werther,<br />
Welcher nur für Lotten glüht -<br />
Was die Glocke hat geschlagen<br />
Sollst du deinem Volke sagen,<br />
Rede Dolche, rede Schwerter!</p>
<p>Sei nicht mehr die weiche Flöte,<br />
Das idyllische Gemüt -<br />
Sei des Vaterlands Posaune,<br />
Sei Kanone, sei Kartaune,<br />
Blase, schmettre, donnre, töte!</p>
<p>Blase, schmettre, donnre täglich,<br />
Bis der letzte Dränger flieht -<br />
Singe nur in dieser Richtung,<br />
Aber halte deine Dichtung<br />
Nur so allgemein als möglich.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Georg Herwegh</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/georg-herwegh</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 19:30:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[georg herwegh]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=256</guid>
		<description><![CDATA[Mein Deutschland trank sich einen Zopf, Und du, du glaubtest den Toasten! Du glaubtest jedem Pfeifenkopf Und seinen schwarz-rot-goldnen Quasten. Doch als der holde Rausch entwich, Mein teurer Freund, du warst betroffen - Das Volk wie katzenjämmerlich, Das eben noch so schön besoffen! Ein schimpfender Bedientenschwarm, Und faule Äpfel statt der Kränze - An jeder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Deutschland trank sich einen Zopf,<br />
Und du, du glaubtest den Toasten!<br />
Du glaubtest jedem Pfeifenkopf<br />
Und seinen schwarz-rot-goldnen Quasten.</p>
<p>Doch als der holde Rausch entwich,<br />
Mein teurer Freund, du warst betroffen -<br />
Das Volk wie katzenjämmerlich,<br />
Das eben noch so schön besoffen!</p>
<p>Ein schimpfender Bedientenschwarm,<br />
Und faule Äpfel statt der Kränze -<br />
An jeder Seite ein Gendarm,<br />
Erreichtest endlich du die Grenze.</p>
<p>Dort bleibst du stehn. Wehmut ergreift<br />
Dich bei dem Anblick jener Pfähle,<br />
Die wie das Zebra sind gestreift,<br />
Und Seufzer dringen aus der Seele:</p>
<p>&#8220;Aranjuez, in deinem Sand,<br />
Wie schnell die schönen Tage schwanden,<br />
Wo ich vor König Philipp stand<br />
Und seinen uckermärkschen Granden.</p>
<p>Er hat mir Beifall zugenickt,<br />
Als ich gespielt den Marquis Posa;<br />
In Versen hab ich ihn entzückt,<br />
Doch ihm gefiel nicht meine Prosa.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das neue Israelitische Hospital zu Hamburg</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/das-neue-israelitische-hospital-zu-hamburg</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/das-neue-israelitische-hospital-zu-hamburg#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 18:47:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=252</guid>
		<description><![CDATA[Ein Hospital für arme, kranke Juden, Für Menschenkinder, welche dreifach elend, Behaftet mit den bösen drei Gebresten, Mit Armut, Körperschmerz und Judentume! Das schlimmste von den dreien ist das letzte, Das tausendjährige Familienübel, Die aus dem Nil-Tal mitgeschleppte Plage, Der altägyptisch ungesunde Glauben. Unheilbar tiefes Leid! Dagegen helfen Nicht Dampfbad, Dusche, nicht die Apparate Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hospital für arme, kranke Juden,<br />
Für Menschenkinder, welche dreifach elend,<br />
Behaftet mit den bösen drei Gebresten,<br />
Mit Armut, Körperschmerz und Judentume!</p>
<p>Das schlimmste von den dreien ist das letzte,<br />
Das tausendjährige Familienübel,<br />
Die aus dem Nil-Tal mitgeschleppte Plage,<br />
Der altägyptisch ungesunde Glauben.</p>
<p>Unheilbar tiefes Leid! Dagegen helfen<br />
Nicht Dampfbad, Dusche, nicht die Apparate<br />
Der Chirurgie, noch all die Arzeneien,<br />
Die dieses Haus den siechen Gästen bietet.</p>
<p>Wird einst die Zeit, die ewge Göttin, tilgen<br />
Das dunkle Weh, das sich vererbt vom Vater<br />
Herunter auf den Sohn, &#8211; wird einst der Enkel<br />
Genesen und vernünftig sein und glücklich?</p>
<p>Ich weiß es nicht! Doch mittlerweile wollen<br />
Wir preisen jenes Herz, das klug und liebreich<br />
Zu lindern suchte, was der Lindrung fähig,<br />
Zeitlichen Balsam träufelnd in die Wunden.</p>
<p>Der teure Mann! Er baute hier ein Obdach<br />
Für Leiden, welche heilbar durch die Künste<br />
Des Arztes, (oder auch des Todes!) sorgte<br />
Für Polster, Labetrank, Wartung und Pflege -</p>
<p>Ein Mann der Tat, tat er was eben tunlich;<br />
Für gute Werke gab er hin den Taglohn<br />
Am Abend seines Lebens, menschenfreundlich,<br />
Durch Wohltun sich erholend von der Arbeit.</p>
<p>Er gab mit reicher Hand &#8211; doch reichre Spende<br />
Entrollte manchmal seinem Aug, die Träne,<br />
Die kostbar schöne Träne, der er weinte<br />
Ob der unheilbar großen Brüderkrankheit.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Lebensfahrt</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/lebensfahrt</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/lebensfahrt#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 18:04:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensfahrt]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Lachen und Singen! Es blitzen und gaukeln Die Sonnenlichter. Die Wellen schaukeln Den lustigen Kahn. Ich saß darin Mit lieben Freunden und leichtem Sinn. Der Kahn zerbrach in eitel Trümmer, Die Freunde waren schlechte Schwimmer, Sie gingen unter, im Vaterland; Mich warf der Sturm an den Seinestrand. Ich hab ein neues Schiff bestiegen, Mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Lachen und Singen! Es blitzen und gaukeln<br />
Die Sonnenlichter. Die Wellen schaukeln<br />
Den lustigen Kahn. Ich saß darin<br />
Mit lieben Freunden und leichtem Sinn.</p>
<p>Der Kahn zerbrach in eitel Trümmer,<br />
Die Freunde waren schlechte Schwimmer,<br />
Sie gingen unter, im Vaterland;<br />
Mich warf der Sturm an den Seinestrand.</p>
<p>Ich hab ein neues Schiff bestiegen,<br />
Mit neuen Genossen; es wogen und wiegen<br />
Die fremden Fluten mich hin und her -<br />
Wie fern die Heimat! mein Herz wie schwer!</p>
<p>Und das ist wieder ein Singen und Lachen -<br />
Es pfeift der Wind, die Planken krachen -<br />
Am Himmel erlischt der letzte Stern -<br />
Wie schwer mein Herz! die Heimat wie fern!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Heinrich</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/heinrich</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/heinrich#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 17:32:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=244</guid>
		<description><![CDATA[Auf dem Schloßhof zu Canossa Steht der deutsche Kaiser Heinrich, Barfuß und im Büßerhemde, Und die Nacht ist kalt und regnigt. Droben aus dem Fenster lugen Zwo Gestalten, und der Mondschein Überflimmert Gregors Kahlkopf Und die Brüste der Mathildis. Heinrich, mit den blassen Lippen, Murmelt fromme Paternoster; Doch im tiefen Kaiserherzen Heimlich knirscht er, heimlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf dem Schloßhof zu Canossa<br />
Steht der deutsche Kaiser Heinrich,<br />
Barfuß und im Büßerhemde,<br />
Und die Nacht ist kalt und regnigt.</p>
<p>Droben aus dem Fenster lugen<br />
Zwo Gestalten, und der Mondschein<br />
Überflimmert Gregors Kahlkopf<br />
Und die Brüste der Mathildis.</p>
<p>Heinrich, mit den blassen Lippen,<br />
Murmelt fromme Paternoster;<br />
Doch im tiefen Kaiserherzen<br />
Heimlich knirscht er, heimlich spricht er:</p>
<p>&#8220;Fern in meinen deutschen Landen<br />
Heben sich die starken Berge,<br />
Und im stillen Bergesschachte<br />
Wächst das Eisen für die Streitaxt.</p>
<p>Fern in meinen deutschen Landen<br />
Heben sich die Eichenwälder,<br />
Und im Stamm der höchsten Eiche<br />
Wächst der Holzstiel für die Streitaxt.</p>
<p>Du, mein liebes treues Deutschland,<br />
Du wirst auch den Mann gebähren,<br />
Der die Schlange meiner Qualen<br />
Niederschmettert mit der Streitaxt.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Entartung</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/entartung</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 15:50:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Hat die Natur sich auch verschlechtert, Und nimmt sie Menschenfehler an? Mich dünkt die Pflanzen und die Tiere, Sie lügen jetzt wie jedermann. Ich glaub nicht an der Lilje Keuschheit. Es buhlt mit ihr der bunte Geck, Der Schmetterling; der küßt und flattert Am End mit ihrer Unschuld weg. Von der Bescheidenheit der Veilchen Halt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hat die Natur sich auch verschlechtert,<br />
Und nimmt sie Menschenfehler an?<br />
Mich dünkt die Pflanzen und die Tiere,<br />
Sie lügen jetzt wie jedermann.</p>
<p>Ich glaub nicht an der Lilje Keuschheit.<br />
Es buhlt mit ihr der bunte Geck,<br />
Der Schmetterling; der küßt und flattert<br />
Am End mit ihrer Unschuld weg.</p>
<p>Von der Bescheidenheit der Veilchen<br />
Halt ich nicht viel. Die kleine Blum&#8217;,<br />
Mit den koketten Düften lockt sie,<br />
Und heimlich dürstet sie nach Ruhm.</p>
<p>Ich zweifle auch, ob sie empfindet,<br />
Die Nachtigall, das was sie singt;<br />
Sie übertreibt und schluchzt und trillert<br />
Nur aus Routine, wie mich dünkt.</p>
<p>Die Wahrheit schwindet von der Erde,<br />
Auch mit der Treu ist es vorbei.<br />
Die Hunde wedeln noch und stinken<br />
Wie sonst, doch sind sie nicht mehr treu.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Tambourmajor</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/der-tambourmajor</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/der-tambourmajor#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 20:01:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=230</guid>
		<description><![CDATA[Das ist der alte Tambourmajor, Wie ist er jetzt herunter! Zur Kaiserzeit stand er in Flor, Da war er glücklich und munter. Er balanzierte den großen Stock, Mit lachendem Gesichte; Die silbernen Tressen auf seinem Rock, Die glänzten im Sonnenlichte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist der alte Tambourmajor,<br />
Wie ist er jetzt herunter!<br />
Zur Kaiserzeit stand er in Flor,<br />
Da war er glücklich und munter.</p>
<p>Er balanzierte den großen Stock,<br />
Mit lachendem Gesichte;<br />
Die silbernen Tressen auf seinem Rock,<br />
Die glänzten im Sonnenlichte.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bei des Nachtwächters Ankunft zu Paris</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/bei-des-nachtwachters-ankunft-zu-paris</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/bei-des-nachtwachters-ankunft-zu-paris#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 07:51:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[bei des nachtwächters ankunft zu paris]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=225</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Nachtwächter mit langen Fortschrittsbeinen, Du kommst so verstört einhergerannt! Wie geht es daheim den lieben Meinen, Ist schon befreit das Vaterland?&#8221; Vortrefflich geht es, der stille Segen, Er wuchert im sittlich gehüteten Haus, Und ruhig und sicher, auf friedlichen Wegen, Entwickelt sich Deutschland von innen heraus. Nicht oberflächlich wie Frankreichs blüht es, Wo Freiheit das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Nachtwächter mit langen Fortschrittsbeinen,<br />
Du kommst so verstört einhergerannt!<br />
Wie geht es daheim den lieben Meinen,<br />
Ist schon befreit das Vaterland?&#8221;</p>
<p>Vortrefflich geht es, der stille Segen,<br />
Er wuchert im sittlich gehüteten Haus,<br />
Und ruhig und sicher, auf friedlichen Wegen,<br />
Entwickelt sich Deutschland von innen heraus.</p>
<p>Nicht oberflächlich wie Frankreichs blüht es,<br />
Wo Freiheit das äußere Leben bewegt;<br />
Nur in der Tiefe des Gemütes<br />
Ein deutscher Mann die Freiheit trägt.</p>
<p>Der Dom zu Cöllen wird vollendet,<br />
Den Hohenzollern verdanken wir das;<br />
Habsburg hat auch dazu gespendet,<br />
Ein Wittelsbach schickt Fensterglas.</p>
<p> Die Konstitution, die Freiheitsgesetze,<br />
Sie sind uns versprochen, wir haben das ganze Wort,<br />
Und Königsworte, das sind Schätze,<br />
Wie tief im Rhein der Niblungshort.</p>
<p>Der freie Rhein, der Brutus der Flüsse,<br />
Er wird uns nimmermehr geraubt!<br />
Die Holländer binden ihm die Füße,<br />
Die Schwyzer halten fest sein Haupt.</p>
<p>
Auch eine Flotte will Gott uns bescheren,<br />
Die patriotische Überkraft<br />
Wird rüstig rudern auf deutschen Galeeren;<br />
Die Festungsstrafe wird abgeschafft.</p>
<p>Es blüht der Lenz, es platzen die Schoten,<br />
Wir atmen frei in der Natur!<br />
Und wird uns der ganze Verlag verboten,<br />
So schwindet am Ende von selbst die Zensur.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Geheimnis</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/geheimnis</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/geheimnis#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 13:42:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=221</guid>
		<description><![CDATA[Wir seufzen nicht, das Aug ist trocken, Wir lächeln oft, wir lachen gar! In keinem Blick, in keiner Miene, Wird das Geheimnis offenbar. Mit seinen stummen Qualen liegt es In unsrer Seele blutgen Grund; Wird es auch laut im wilden Herzen, Krampfhaft verschlossen bleibt der Mund. Frag du den Säugling in der Wiege, Frag du [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir seufzen nicht, das Aug ist trocken,<br />
Wir lächeln oft, wir lachen gar!<br />
In keinem Blick, in keiner Miene,<br />
Wird das Geheimnis offenbar.</p>
<p>Mit seinen stummen Qualen liegt es<br />
In unsrer Seele blutgen Grund;<br />
Wird es auch laut im wilden Herzen,<br />
Krampfhaft verschlossen bleibt der Mund.</p>
<p>Frag du den Säugling in der Wiege,<br />
Frag du die Toten in dem Grab,<br />
Vielleicht daß diese dir entdecken<br />
Was ich dir stets verschwiegen hab.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>An einen ehemaligen Goetheaner</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/an-einen-ehemaligen-goetheaner</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/an-einen-ehemaligen-goetheaner#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 13:31:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[an einen ehemaligen goetheaner]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=213</guid>
		<description><![CDATA[(1832) Hast du wirklich dich erhoben Aus dem müßig kalten Dunstkreis, Womit einst der kluge Kunstgreis Dich von Weimar aus umworben? Gnügt dir nicht mehr die Bekanntschaft Seiner Clärchen, seiner Gretchen? Fliehst du Serlos keusche Mädchen Und Ottiliens Wahlverwandschaft? Nur Germanien willst du dienen, Und mit Mignon ist&#8217;s vorbei heut, Und du strebst nach größrer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(1832)</p>
<p>Hast du wirklich dich erhoben<br />
Aus dem müßig kalten Dunstkreis,<br />
Womit einst der kluge Kunstgreis<br />
Dich von Weimar aus umworben?</p>
<p>Gnügt dir nicht mehr die Bekanntschaft<br />
Seiner Clärchen, seiner Gretchen?<br />
Fliehst du Serlos keusche Mädchen<br />
Und Ottiliens Wahlverwandschaft?</p>
<p>Nur Germanien willst du dienen,<br />
Und mit Mignon ist&#8217;s vorbei heut,<br />
Und du strebst nach größrer Freiheit<br />
Als du fandest bei Philinen?</p>
<p>Für des Volkes Oberhoheit<br />
Lünebürgertümlich kämpfst du,<br />
Und mit kühnen Worten dämpfst du<br />
Der Despoten Bundesroheit!</p>
<p>In der Fern hör ich mit Freude,<br />
Wie man voll von deinem Lob ist,<br />
Und wie du der  Mirabeau bist<br />
Von der Lüneburger Heide!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Warnung</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/warnung</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/warnung#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 19:59:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[warnung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=208</guid>
		<description><![CDATA[Solche Bücher läßt du drucken! Teurer Freund, du bist verloren! Willst du Geld und Ehre haben, Mußt du dich gehörig ducken. Nimmer hätt ich dir geraten So zu sprechen vor dem Volke, So zu sprechen von den Pfaffen Und von hohen Potentaten! Teurer Freund, du bist verloren! Fürsten haben lange Arme, Pfaffen haben lange Zungen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Solche Bücher läßt du drucken!<br />
Teurer Freund, du bist verloren!<br />
Willst du Geld und Ehre haben,<br />
Mußt du dich gehörig ducken.</p>
<p>
Nimmer hätt ich dir geraten<br />
So zu sprechen vor dem Volke,<br />
So zu sprechen von den Pfaffen<br />
Und von hohen Potentaten!</p>
<p>
Teurer Freund, du bist verloren!<br />
Fürsten haben lange Arme,<br />
Pfaffen haben lange Zungen,<br />
Und das Volk hat lange Ohren!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Adam der Erste</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/adam-der-erste</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 19:51:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[adam der erste]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=202</guid>
		<description><![CDATA[Du schicktest mit dem Flammenschwert Den himmlischen Gendarmen, Und jagst mich aus dem Paradies, Ganz ohne Recht und Erbarmen! Ich ziehe fort mit meiner Frau Nach andren Erdenländern; doch daß ich genossen des Wissens Frucht, Das kannst du nicht mehr ändern. Du kannst nicht ändern, daß ich weiß Wie sehr du klein und nichtig, Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Du schicktest mit dem Flammenschwert<br />
Den himmlischen Gendarmen,<br />
Und jagst mich aus dem Paradies,<br />
Ganz ohne Recht und Erbarmen!</p>
<p>
Ich ziehe fort mit meiner Frau<br />
Nach andren Erdenländern;<br />
doch daß ich genossen des Wissens Frucht,<br />
Das kannst du nicht mehr ändern.</p>
<p>
Du kannst nicht ändern, daß ich weiß<br />
Wie sehr du klein und nichtig,<br />
Und machst du dich auch noch so sehr<br />
Durch Tod und Donnern wichtig.</p>
<p>
O Gott! wie erbärmlich ist doch dies<br />
Consilium-abeundi!<br />
Das nenne ich einen Magnifikus<br />
Der Welt, ein Lumen-Mundi!</p>
<p>
Vermissen werde ich nimmermehr<br />
Die paradiesischen Räume;<br />
Das war kein wahres Paradies -<br />
Es gab dort verbotene Bäume.</p>
<p>
Ich will mein volles Freiheitsrecht!<br />
Find ich die g&#8217;ringste Beschränknis,<br />
Verwandelt sich mir das Paradies<br />
In Hölle und Gefängnis.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Doktrin</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zeitgedichte/doktrin</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 19:37:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[doktrin]]></category>

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		<description><![CDATA[Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Und küsse die Marketenderin! Das ist die ganze Wissenschaft, Das ist der Bücher tiefster Sinn. Trommle die Leute aus dem Schlaf, Trommle Reveilje mit Jugendkraft, Marschiere trommelnd immer voran, Das ist die ganze Wissenschaft. Das ist die Hegelsche Philosophie, Das ist der Bücher tiefster Sinn! Ich hab sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Schlage die Trommel und fürchte dich nicht,<br />
Und küsse die Marketenderin!<br />
Das ist die ganze Wissenschaft,<br />
Das ist der Bücher tiefster Sinn.</p>
<p>
Trommle die Leute aus dem Schlaf,<br />
Trommle Reveilje mit Jugendkraft,<br />
Marschiere trommelnd immer voran,<br />
Das ist die ganze Wissenschaft.</p>
<p>
Das ist die Hegelsche Philosophie,<br />
Das ist der Bücher tiefster Sinn!<br />
Ich hab sie begriffen, weil ich gescheit,<br />
Und weil ich ein guter Tambour bin.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Engel</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 19:29:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zur Ollea]]></category>
		<category><![CDATA[die engel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=193</guid>
		<description><![CDATA[Freilich ein ungläubger Thomas Glaub ich an den Himmel nicht, Den die Kirchenlehre Romas Und Jerusalems verspricht. Doch die Existenz der Engel, Die bezweifelte ich nie; Lichtgeschöpfe sonder Mängel, Hier auf Erden wandeln sie. Nur, genädge Frau, die Flügel Sprech ich jenen Wesen ab; Engel gibt es ohne Flügel, Wie ich selbst gesehen hab. Lieblich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Freilich ein ungläubger Thomas<br />
Glaub ich an den Himmel nicht,<br />
Den die Kirchenlehre Romas<br />
Und Jerusalems verspricht.</p>
<p>
Doch die Existenz der Engel,<br />
Die bezweifelte ich nie;<br />
Lichtgeschöpfe sonder Mängel,<br />
Hier auf Erden wandeln sie.</p>
<p>
Nur, genädge Frau, die Flügel<br />
Sprech ich jenen Wesen ab;<br />
Engel gibt es ohne Flügel,<br />
Wie ich selbst gesehen hab.</p>
<p>
Lieblich mit den weißen Händen,<br />
Lieblich mit dem schönen Blick<br />
Schützen sie den Menschen, wenden<br />
Von ihm ab das Mißgeschick.</p>
<p>
Ihre Huld und ihre Gnaden<br />
Trösten jeden, doch zumeist<br />
Ihn, der doppelt qualbeladen,<br />
Ihn, den man den Dichter heißt.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Engel</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 16:21:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuer Frühling]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=194</guid>
		<description><![CDATA[Das ist der böse Thanatos, Er kommt auf einem fahlen Roß; Ich hör den Hufschlag, hör den Trab, Der dunkle Reiter holt mich ab - Er reißt mich fort, Mathilden soll ich lassen, Oh, den Gedanken kann mein Herz nicht fassen! Sie war mir Weib und Kind zugleich, Und geh ich in das Schattenreich, Wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Das ist der böse Thanatos,<br />
Er kommt auf einem fahlen Roß;<br />
Ich hör den Hufschlag, hör den Trab,<br />
Der dunkle Reiter holt mich ab -<br />
Er reißt mich fort, Mathilden soll ich lassen,<br />
Oh, den Gedanken kann mein Herz nicht fassen!
</p>
<p>
Sie war mir Weib und Kind zugleich,<br />
Und geh ich in das Schattenreich,<br />
Wird Witwe sie und Waise sein!<br />
Ich laß in dieser Welt allein<br />
Das Weib, das Kind, das, trauend meinem Mute,<br />
Sorglos und treu an meinem Herzen ruhte.
</p>
<p>
Ihr Engel in den Himmelshöhn,<br />
Vernehmt mein Schluchzen und mein Flehn:<br />
Beschützt, wenn ich im öden Grab,<br />
Das Weib, das ich geliebet hab;<br />
Seid Schild und Vögte eurem Ebenbilde,<br />
Beschützt, beschirmt mein armes Kind, Mathilde.
</p>
<p>
Bei allen Tränen, die ihr je<br />
Geweint um unser Menschenweh,<br />
Beim Wort, das nur der Priester kennt<br />
Und niemals ohne Schauder nennt,<br />
Bei eurer eignen Schönheit, Huld und Milde,<br />
Beschwör ich euch, ihr Engel, schützt Mathilde.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kluge Sterne</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 16:17:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zur Ollea]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=190</guid>
		<description><![CDATA[Die Blumen erreicht der Fuß so leicht, Auch werden zertreten die meisten; Man geht vorbei und tritt entzwei Die blöden wie die dreisten. Die Perlen ruhn in Meerestruhn, Doch weiß man sie aufzuspüren; Man bohrt ein Loch und spannt sie ins Joch, Ins Joch von seidenen Schnüren. Die Sterne sind klug, sie halten mit Fug [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Die Blumen erreicht der Fuß so leicht,<br />
Auch werden zertreten die meisten;<br />
Man geht vorbei und tritt entzwei<br />
Die blöden wie die dreisten.</p>
<p>
Die Perlen ruhn in Meerestruhn,<br />
Doch weiß man sie aufzuspüren;<br />
Man bohrt ein Loch und spannt sie ins Joch,<br />
Ins Joch von seidenen Schnüren.</p>
<p>
Die Sterne sind klug, sie halten mit Fug<br />
Von unserer Erde sich ferne;<br />
Am Himmelszelt, als Lichter der Welt,<br />
Stehn ewig sicher die Sterne.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Helena</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 16:11:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zur Ollea]]></category>
		<category><![CDATA[helena]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=186</guid>
		<description><![CDATA[Du hast mich beschworen aus dem Grab Durch deinen Zauberwillen, Belebtest mich mit Wollustglut - Jetzt kannst du die Glut nicht stillen. Preß deinen Mund an meinen Mund, Der Menschen Odem ist göttlich! Ich trinke deine Seele aus, Die Toten sind unersättlich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Du hast mich beschworen aus dem Grab<br />
Durch deinen Zauberwillen,<br />
Belebtest mich mit Wollustglut -<br />
Jetzt kannst du die Glut nicht stillen.</p>
<p>
Preß deinen Mund an meinen Mund,<br />
Der Menschen Odem ist göttlich!<br />
Ich trinke deine Seele aus,<br />
Die Toten sind unersättlich.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Sehnsüchtelei</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 16:06:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zur Ollea]]></category>
		<category><![CDATA[sehnsüchtelei]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=183</guid>
		<description><![CDATA[In dem Traum siehst du die stillen Fabelhaften Blumen prangen; Und mit Sehnsucht und Verlangen Ihre Düfte dich erfüllen. Doch von diesen Blumen scheidet Dich ein Abgrund tief und schaurig, Und dein Herz wird endlich traurig, Und es blutet und es leidet. Wie sie locken, wie sie schimmern! Ach wie komm ich da hinüber? Meister [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
In dem Traum siehst du die stillen<br />
Fabelhaften Blumen prangen;<br />
Und mit Sehnsucht und Verlangen<br />
Ihre Düfte dich erfüllen.</p>
<p>
Doch von diesen Blumen scheidet<br />
Dich ein Abgrund tief und schaurig,<br />
Und dein Herz wird endlich traurig,<br />
Und es blutet und es leidet.</p>
<p>
Wie sie locken, wie sie schimmern!<br />
Ach wie komm ich da hinüber?<br />
Meister Hämmerling, mein Lieber,<br />
Kannst du mir die Brücke zimmern?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Altes Kaminstück</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 15:47:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zur Ollea]]></category>
		<category><![CDATA[altes kaminstück]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=180</guid>
		<description><![CDATA[Draußen ziehen weiße Flocken Durch die Nacht, der Sturm ist laut; Hier im Stübchen ist es trocken, Warm und einsam, stillvertraut. Sinnend sitz ich auf dem Sessel, An dem knisternden Kamin, Kochend summt der Wasserkessel Längst verklungne Melodien. Und ein Kätzchen sitzt daneben, Wärmt die Pfötchen an der Glut; Und die Flammen schweben, weben, Wundersam [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Draußen ziehen weiße Flocken<br />
Durch die Nacht, der Sturm ist laut;<br />
Hier im Stübchen ist es trocken,<br />
Warm und einsam, stillvertraut.</p>
<p>
Sinnend sitz ich auf dem Sessel,<br />
An dem knisternden Kamin,<br />
Kochend summt der Wasserkessel<br />
Längst verklungne Melodien.</p>
<p>
Und ein Kätzchen sitzt daneben,<br />
Wärmt die Pfötchen an der Glut;<br />
Und die Flammen schweben, weben,<br />
Wundersam wird mir zu Mut.</p>
<p>
Dämmernd kommt heraufgestiegen<br />
Manche längst vergeßne Zeit,<br />
Wie mit bunten Maskenzügen<br />
Und verblichner Herrlichkeit.</p>
<p>
Schöne Fraun mit kluger Miene,<br />
Winken süßgeheimnisvoll,<br />
Und dazwischen Harlekine<br />
Springen, lachen, lustigtoll.</p>
<p>
Ferne grüßen Marmorgötter,<br />
Traumhaft neben ihnen stehn<br />
Märchenblumen, deren Blätter<br />
In dem Mondenlichte wehn.</p>
<p>
Wackelnd kommt herbeigeschwommen<br />
Manches alte Zauberschloß;<br />
Hintendrein geritten kommen<br />
Blanke Ritter, Knappentroß.</p>
<p>
Und das alles zieht vorüber,<br />
Schattenhastig übereilt -<br />
Ach! da kocht der Kessel über,<br />
Und das nasse Kätzchen heult.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Winter</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zur-ollea/winter</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 15:35:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zur Ollea]]></category>
		<category><![CDATA[winter]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=177</guid>
		<description><![CDATA[Die Kälte kann wahrlich brennen Wie Feuer. Die Menschenkinder Im Schneegestöber rennen Und laufen immer geschwinder. O, bittre Winterhärte! Die Nasen sind erfroren, Und die Klavierkonzerte Zerreißen uns die Ohren. Weit besser ist es im Summer, Da kann ich im Walde spazieren Allen mit meinem Kummer Und Liebeslieder skandieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Die Kälte kann wahrlich brennen<br />
Wie Feuer. Die Menschenkinder<br />
Im Schneegestöber rennen<br />
Und laufen immer geschwinder.</p>
<p>
O, bittre Winterhärte!<br />
Die Nasen sind erfroren,<br />
Und die Klavierkonzerte<br />
Zerreißen uns die Ohren.</p>
<p>
Weit besser ist es im Summer,<br />
Da kann ich im Walde spazieren<br />
Allen mit meinem Kummer<br />
Und Liebeslieder skandieren.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wandere!</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zur-ollea/wandere</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 15:25:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zur Ollea]]></category>
		<category><![CDATA[wandere]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=173</guid>
		<description><![CDATA[Wenn dich ein Weib verraten hat, So liebe flink eine Andre; Noch besser wär es, du ließest die Stadt - Schnüre den Ranzen und wandre! Du findest bald einen blauen See, Umringt von Trauerweiden; Hier weinst du aus dein kleines Weh Und deine engen Leiden. Wenn du den steilen Berg ersteigst, Wirst du beträchtlich ächzen; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Wenn dich ein Weib verraten hat,<br />
So liebe flink eine Andre;<br />
Noch besser wär es, du ließest die Stadt -<br />
Schnüre den Ranzen und wandre!</p>
<p>
Du findest bald einen blauen See,<br />
Umringt von Trauerweiden;<br />
Hier weinst du aus dein kleines Weh<br />
Und deine engen Leiden.
<p>
Wenn du den steilen Berg ersteigst,<br />
Wirst du beträchtlich ächzen;<br />
Doch wenn du den felsigen Gipfel erreichst,<br />
Hörst du die Adler krächzen.</p>
<p>
Dort wirst du selbst ein Adler fast,<br />
Du bist wie neugeboren,<br />
Du fühlst dich frei, du fühlst du hast<br />
Dort unten nicht viel verloren.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Hoffart</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zur-ollea/hoffartd</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zur-ollea/hoffartd#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 15:02:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zur Ollea]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=163</guid>
		<description><![CDATA[O Gräfin Gudel von Gudelfeld, Dir huldigt die Menschheit, denn du hast Geld! Du wirst mit Vieren kutschieren, Man wird dich bei Hof präsentierten. Es trägt dich die goldne Karossen Zum Kerzenschimmernden Schlosse; Es rauschet deine Schleppe Hinauf die Marmortreppe; Dort oben, in bunten Reihen, Da stehen die Diener und schreien: Madame la comtesse de [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
O Gräfin Gudel von Gudelfeld,<br />
Dir huldigt die Menschheit, denn du hast Geld!<br />
Du wirst mit Vieren kutschieren,<br />
Man wird dich bei Hof präsentierten.<br />
Es trägt dich die goldne Karossen<br />
Zum Kerzenschimmernden Schlosse;<br />
Es rauschet deine Schleppe<br />
Hinauf die Marmortreppe;<br />
Dort oben, in bunten Reihen,<br />
Da stehen die Diener und schreien:<br />
Madame la comtesse de Gudelfeld.</p>
<p>
Stolz, in der Hand den Fächer,<br />
Wandelst du durch die Gemächer.<br />
Belastet mit Diamanten<br />
Und Perlen und Brüsseler Kanten,<br />
Dein weißer Busen schwellet<br />
Und freudig überquellet.<br />
Das ist ein Lächeln und Nicken<br />
Und Knixen und tiefes Bücken!<br />
Dioe Herzogin von Pavia<br />
Die nennt dich: cara mia.</p>
<p>
Die Junker und die Schranzen,<br />
Die wollen mit dir tanzen;<br />
Und der Krone witziger Erbe<br />
Ruft laut im Saal: Süperbe<br />
Schwingt sie den Steiß, die Gudelfeld!</p>
<p>
Doch, Ärmste, hast du einst kein Geld,<br />
Dreht dir den Rücken die ganze Welt.<br />
Es werden die Lakaien<br />
Auf deine Schleppe speien.<br />
Statt Bückling und Scherwenzen<br />
Gibt&#8217;s nur Impertinenzen.<br />
Die cara mia bekreuzt sich,<br />
Und der Kronprinz ruft und schneuzt sich:<br />
Nach Knoblauch riecht die Gudelfeld.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.heine-gedichte.de/zur-ollea/hoffartd/feed</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Symbolik des Unsinns</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zur-ollea/symbolik-des-unsinns</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zur-ollea/symbolik-des-unsinns#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 12:06:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zur Ollea]]></category>
		<category><![CDATA[symbolik des unsinns]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=158</guid>
		<description><![CDATA[Wir heben nun zu singen an Das Lied von einer Nummer, Die ist geheißen Nummer Drei; Nach Freuden kommt der Kummer. Arabischen Ursprungs war sie zwar, Doch christentümlich frummer In ganz Europa niemand war, Wie jene brave Nummer. Sie war ein Muster der Sittlichkeit Und wurde rot wie ein Hummer, Fand sie den Knecht im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Wir heben nun zu singen an<br />
Das Lied von einer Nummer,<br />
Die ist geheißen Nummer Drei;<br />
Nach Freuden kommt der Kummer.</p>
<p>
Arabischen Ursprungs war sie zwar,<br />
Doch christentümlich frummer<br />
In ganz Europa niemand war,<br />
Wie jene brave Nummer.</p>
<p>
Sie war ein Muster der Sittlichkeit<br />
Und wurde rot wie ein Hummer,<br />
Fand sie den Knecht im Bette der Magd;<br />
Gab beiden einen Brummer.</p>
<p>
Des Morgens trank sie den Kaffee<br />
Um sieben Uhr im Summer,<br />
Im Winter um neuen, und in der Nacht<br />
Genoß sie den besten Schlummer.</p>
<p>
Jetzt aber ändert sich der Reim,<br />
Und ändern sich die Tage;<br />
Es muß die arme Nummer Drei<br />
Erdulden Pein und Plage.</p>
<p>
Da kam ein Schuster und sagte: der Kopf<br />
Der Nummer Drei, der sähe<br />
Wie eine kleine Sieben aus,<br />
Die auf einem Halbmond stehe.</p>
<p>
Die Sieben sei aber die mystische Zahl<br />
Der alten Pythagoräer,<br />
Der Halbmond bedeuten Dianendienst,<br />
Er mahne auch an Sabäer.</p>
<p>
Sie selber, die Drei, sei Schibboleth<br />
Des Oberbonzen von Babel;<br />
Durch dessen Buhlschaft sie einst gebar<br />
Die heilge Dreieinigkeitsfabel.</p>
<p>
Ein Kürschner bemerkte dagegen: die Drei<br />
Sei eine fromme Trulle,<br />
Verehrt von unsern Vätern die einst<br />
Geglaubt an jede Schrulle.</p>
<p>
Da war ein Schneider,m der lächelnd sprach<br />
Daß gar nicht existiere<br />
Die Nummer Drei, daß sie sich nur<br />
Befinde auf dem Papiere.</p>
<p>
Als solches hörte die arme Drei,<br />
Wie eine verzweifelte Ente<br />
Wie wackelte hin, sie wackelte her,<br />
Sie jammerte und flennte:</p>
<p>
Ich bin so alt wie das Meer udn der Wald<br />
Wie dei Stern&#8217;, die am Himmel blinken;<br />
Sah Reiche entstehn, sah Reiche vergehn,<br />
Und Völker aufsteigen und sinken.</p>
<p>
Ich stand am schnurrenden Webstuhl der Zeit<br />
Wohl manches lange Jahrtausend;<br />
Ich sah der Natur in den schaffenden Bauch,<br />
Das wogte brausend und sausend.</p>
<p>
Und dennoch widerstand ich dem Sturm<br />
Der sinnlich dunkeln Gewalten -<br />
Ich habe meine Jungferschaft<br />
In all dem Spektakel behalten.</p>
<p>
Was hilft mir meine Tugend jetzt?<br />
Mich höhnen Weise und Toren;<br />
Die Welt ist schlecht und ungerecht,<br />
Läßt Niemand ungeschoren.</p>
<p>
Doch tröste dich, mein Herz, dir blieb<br />
Dein Lieben, Hoffen, Glauben,<br />
Auch guter Kaffee und ein Schlückchen Rum,<br />
Das kann keine Skepsis mir rauben.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Maultiertum</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/zur-ollea/maultiertum</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/zur-ollea/maultiertum#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 10:50:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zur Ollea]]></category>
		<category><![CDATA[maultiertum]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=152</guid>
		<description><![CDATA[Dein Vater, wie ein jeder weiß, Ein Esel leider war der Gute; Doch deine Mutter, hochgesinnt, War eine edle Vollblut-Stute. Tatsache ist dein Maultiertum, Wie sehr du dessen dich erwehrest; Doch sagen darfst du guten Fugs, Daß du den Pferden angehörest, - Daß du abstammst vom Bucephal, Dem stolzen Gaul, daß deine Ahnen Geharnischt nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Dein Vater, wie ein jeder weiß,<br />
Ein Esel leider war der Gute;<br />
Doch deine Mutter, hochgesinnt,<br />
War eine edle Vollblut-Stute.</p>
<p>
Tatsache ist dein Maultiertum,<br />
Wie sehr du dessen dich erwehrest;<br />
Doch sagen darfst du guten Fugs,<br />
Daß du den Pferden angehörest, -</p>
<p>
Daß du abstammst vom Bucephal,<br />
Dem stolzen Gaul, daß deine Ahnen<br />
Geharnischt nach dem heilgen Grab<br />
Gefolgt den frommen Kreuzzugfahnen, -</p>
<p>
Daß du zu deiner Sippschaft zählst<br />
Den hohen Schimmel, den geritten<br />
Herr Gottfried von Bouillon, am Tag<br />
Wo er die Gottesstatt erstritten; -</p>
<p>
Kannst sagen auch, daß Roß-Bayard<br />
Dein Vetter war, daß deine Tante<br />
Den Ritter Don Quixote trug,<br />
Die heldenmüt&#8217;ge Rosinante.</p>
<p>
Freilich, daß Sanchos Grauchen auch<br />
Mit dir verwandt, mußt du nicht sagen;<br />
Verleugne gar das Eselein,<br />
Das unsern Heiland einst getragen.</p>
<p>
Auch ist nicht nötig, daß du just<br />
Ein Langohr in dein Wappen setztest.<br />
Sei deines eignen Werts Wardein -<br />
Du giltst so hoch wie du dich schätztest.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Unterwelt</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 10:37:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Blieb ich doch ein Junggeselle! - Seufzet Pluto tausendmal - Jetzt, in meiner Eh&#8217; standsqual, Merk ich, früher ohne Weib War die Hölle keine Hölle. Blieb ich doch ein Jungsgeselle! Seit ich Proserpinen hab Wünsch ich täglich mich ins Grab! Wenn sie keift, so hör ich kaum Meines Cerberus Gebelle. Stets vergeblich, stets nach Frieden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Blieb ich doch ein Junggeselle! -<br />
Seufzet Pluto tausendmal -<br />
Jetzt, in meiner Eh&#8217; standsqual,<br />
Merk ich, früher ohne Weib<br />
War die Hölle keine Hölle.</p>
<p>
Blieb ich doch ein Jungsgeselle!<br />
Seit ich Proserpinen hab<br />
Wünsch ich täglich mich ins Grab!<br />
Wenn sie keift, so hör ich kaum<br />
Meines Cerberus Gebelle.</p>
<p>
Stets vergeblich, stets nach Frieden<br />
Ring ich. Hier im Schattenreich<br />
Kein Verdammter ist mir gleich!<br />
Ich beneide Sisiphus<br />
Und die edlen Danaiden.</p>
<p>
Auf goldenem Stuhl, im Reiche der Schatten,<br />
Zur Seite des königlichen Gatten,<br />
Sitzt Proserpine<br />
Mit finstrer Miene,<br />
Und im Herzen seufzet sie traurig:</p>
<p>
Ich lechze nach Rosen, nach Sangesergüssen<br />
Der Nachtigall, nach Sonnenküssen -<br />
Und hier unten bleichen<br />
Lemuren und Leichen<br />
Mein junges Leben vertraur&#8217; ich!</p>
<p>
Bin festgeschmiedet am Ehejoche,<br />
In diesem verwünschten Rattenloche!<br />
Und des Nachts die Gespenster,<br />
Sie schaun mir ins Fenster,<br />
Und der Styx, er murmelt so traurig!</p>
<p>
Heut hab ich den Charon zu Tische geladen -<br />
Glatzköpfig ist er und ohne Waden -<br />
Auch die Totenrichter,<br />
Langweilge Gesichter -<br />
In solcher Gesellschaft vesaur&#8217; ich.</p>
<p>
Während solcherlei Beschwerde<br />
In der Unterwelt sich häuft,<br />
Jammert Ceres auf der Erde.<br />
Die verrückte Göttin läuft,<br />
Ohne Haube, ohne Kragen,<br />
Schlotterbusig durch das Land,<br />
Deklamierend jene Klage,<br />
Die euch allen wohlbekannt:</p>
<p>
&#8220;Ist der holde Lenz erschienen?<br />
Hat die Erde sich verjüngt?<br />
Die besonnten Hügel grünen,<br />
Und des Eises Rinde springt.<br />
Aus der Ströme blauem Spiegel<br />
Lach der unbewölkte Zeus,<br />
Milder wehen Zephyrs Flügel,<br />
Augen treibt das junge Reis.<br />
In dem Hain erwachen Lieder,<br />
Und die Oreade spricht:<br />
Deine Blumen kehren wieder,<br />
Deine Tochter kehret nicht.</p>
<p>
Ach wie lang ist&#8217;s, daß ich walle<br />
Suchend durch der Erde Flur!<br />
Titan, deine Strahlen alle<br />
Sandt ich nach der teuren Spur!<br />
Keiner hat mir noch verkündet<br />
Von dem lieben Angesicht,<br />
Und der Tag, der Alles findet,<br />
Die Verlorne fand er nicht.<br />
Hast du, Zeus, sie mir entrissen?<br />
Hat, von ihrem Reiz gerührt,<br />
Zu des Orkus schwarzen Flüssen<br />
Pluto sie hinabgeführt?</p>
<p>
Wer wird nach dem düstern Strande<br />
Meines Grames Bote sein?<br />
Ewig stößt der Kahn vom Lande,<br />
Doch nur Schatten nimmt er ein.<br />
Jedem selgen Aug verschlossen<br />
Bleibt das nächtliche Gefield,<br />
Und so lang der Styx geflossen,<br />
Trug er kein lebendig Bild.<br />
Nieder führen tausen Steige,<br />
Keiner führt zum Tag zurück;<br />
Ihre Träne bringt kein Zeuge<br />
Vor der bangen Mutter Blick.&#8221;</p>
<p>
Meine Schwiegermutter Ceres!<br />
Laß sie Klagen, laß sie Bitten!<br />
Dein Verlangen, ich gewähr es -<br />
Haben selbst so viel gelitten!</p>
<p>
Tröste dich, wir wollen ehrlich<br />
Den Besitz der Tochter teilen,<br />
Und sechs Monden soll sie jährlich<br />
Auf der Oberwelt verweilen.</p>
<p>
Hilft dir dort an Sommertagen<br />
Bei den Ackerbaugeschäften;<br />
Einen Strohhut wird sie tragen,<br />
Wird auch Blumen daran heften.</p>
<p>
Schwärmen wird sie wenn der Himmel<br />
Überzieht die Abendröte,<br />
Und am Bach ein Bauerlümmel<br />
Zärtlich bläst die Hirtenflöte.</p>
<p>
Wird sich freun mit Greth und Hänschen<br />
Bei des Erntefestes Reigen;<br />
Unter Schöpsen, unter Gänschen,<br />
Wird sie sich als Löwin zeigen.</p>
<p>
Süße Ruh!<br />
Ich kann verschnaufen<br />
Hier im Orkus unterdessen!<br />
Punsch mit Lethe will ich saufen,<br />
Um die Gattin zu vergessen.</p>
<p>
&#8220;Zuweilen dünkt es mich, als trübe<br />
Geheime Sehnsucht deinen Blick -<br />
Ich kenn es wohl, dein Mißgeschick:<br />
Verfehltes Leben, verfehlte Liebe!</p>
<p>
Du nickst so traurig! Wiedergeben<br />
Kann ich dir nicht die Jugendzeit -<br />
Unheilbar ist dein Herzeleid:<br />
Verfehlte Liebe, verfehltes Leben!&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>König Harald Harfagar</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/konig-harald-harfagar</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 09:57:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[könig harald harfagar]]></category>

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		<description><![CDATA[Der König Harald Harfagar Sitzt unten in Meeresgründen, Bei seiner schönen Wasserfee; Die Jahre kommen und schwinden. Von Nixenzauber gebannt und gefeit, Er kann nicht leben, nicht sterben; Zweihundert Jahre dauert schon Sein seliges Verderben. Des Königs Haupt liegt auf dem Schoß Der holden Frau, und mit Schmachten Schaut er nach ihren Augen empor; Kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Der König Harald Harfagar<br />
Sitzt unten in Meeresgründen,<br />
Bei seiner schönen Wasserfee;<br />
Die Jahre kommen und schwinden.</p>
<p>
Von Nixenzauber gebannt und gefeit,<br />
Er kann nicht leben, nicht sterben;<br />
Zweihundert Jahre dauert schon<br />
Sein seliges Verderben.</p>
<p>
Des Königs Haupt liegt auf dem Schoß<br />
Der holden Frau, und mit Schmachten<br />
Schaut er nach ihren Augen empor;<br />
Kann nicht genug sie betrachten.</p>
<p>
Sein goldnes Haar ward silbergrau,<br />
Es treten die Backenknochen<br />
Gespenstisch hervor aus dem gelben Gesicht,<br />
Der Leib ist welk und gebrochen.</p>
<p>
Manchmal aus seinem Liebestraum<br />
Wird er plötzlich aufgeschüttert,<br />
Denn droben stürmt so wild die Flut<br />
Und das gläserne Schloß erzittert.</p>
<p>
Manchmal ist ihm, als hört&#8217; er im Wind<br />
Normannenruf erschallen;<br />
Er hebt die Arme mit freudiger Hast,<br />
Läßt traurig sie wieder fallen.</p>
<p>
Manchmal ist ihm, als hört&#8217; er gar,<br />
Wie die Schiffer singen hier oben,<br />
Und den König Harald Harfagar<br />
Im Heldenliede loben.</p>
<p>
Der König stöhnt und schluchzt und weint<br />
Alsdann aus Herzengrunde.<br />
Schnell beugt sich hinab die Wasserfee<br />
Und küßt ihn mit lachendem Munde.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Begegnung</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 09:46:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Wohl unter der Linde erklingt die Musik, Da tanzen die Burschen und Mädel, Da tanzen zwei die niemand kennt, Sie schaun so schlank und edel. Sie schweben auf, sie schweben ab, In seltsam fremder Weise, Sie lachen sich an, sie schütteln das Haupt, Das Fräulein flüstert leise: &#8220;Mein schöner Junker, auf Eurem Hut Schwankt eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wohl unter der Linde erklingt die Musik,<br />
Da tanzen die Burschen und Mädel,<br />
Da tanzen zwei die niemand kennt,<br />
Sie schaun so schlank und edel.</p>
<p>
Sie schweben auf, sie schweben ab,<br />
In seltsam fremder Weise,<br />
Sie lachen sich an, sie schütteln das Haupt,<br />
Das Fräulein flüstert leise:</p>
<p>
&#8220;Mein schöner Junker, auf Eurem Hut<br />
Schwankt eine Neckenlilje,<br />
Die wächst nur tief in Meeresgrund -<br />
Ihr stammt nicht aus der Adams Familie.</p>
<p>
Ihr seid der Wassermann, Ihr wollt<br />
Verlocken des Dorfes Schönen.<br />
Ich hab euch erkannt, beim ersten Blick,<br />
An euren Fischgrätigen Zähnen.&#8221;</p>
<p>
Sie schweben auf, sie schweben ab,<br />
In seltsam fremde Weise,<br />
Sie lachen sich an, sie schütteln das Haupt,<br />
Der Junker flüstert leise:</p>
<p>
&#8220;Mein schönes Fräulein, sagt mir warum<br />
So eiskalt Eure Hand ist?<br />
Sagt mir warum so naß der Saum<br />
An Eurem weißen Gewand ist?</p>
<p>
Ich hab euch erkannt, beim ersten Blick,<br />
An Eurem spöttischen Knixe -<br />
Du bist kein irdisches Menschenkind,<br />
Du bist mein Mühmchen die Nixe.&#8221;</p>
<p>
Die Geigen verstummen, der Tanz ist aus,<br />
Es trennen sich höflich die beiden.<br />
Sie kennen sich leider viel zu gut,<br />
Suchen sich jetzt zu vermeiden.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Frau Mette</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/frau-mette</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 09:23:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[fau mette]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach dem Dänischen Herr Peter und Bender saßen beim Wein, Herr BendeBe sprach: ich wette, Bezwänge dein Singen die ganze Welt, Doch nimmer bezwingt es Fau Mette. Herr Peter sprach: ich wette mein Ross, Wohl gegen deine Hunde, Frau Mette sing ich nach meinem Hof, Noch heut, in der Mitternachtsstunde. Und als die Mitternachtsstunde kam, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Nach dem Dänischen</p>
<p>
Herr Peter und Bender saßen beim Wein,<br />
Herr BendeBe sprach: ich wette,<br />
Bezwänge dein Singen die ganze Welt,<br />
Doch nimmer bezwingt es Fau Mette.</p>
<p>
Herr Peter sprach: ich wette mein Ross,<br />
Wohl gegen deine Hunde,<br />
Frau Mette sing ich nach meinem Hof,<br />
Noch heut, in der Mitternachtsstunde.</p>
<p>
Und als die Mitternachtsstunde kam,<br />
Herr Peter hub an zu singen;<br />
Wohl über den Fluß, wohl über den Wald,<br />
Die süßen Töne dringen.</p>
<p>
Die Tannenbäume horchen so still,<br />
Die Flut hört auf zu rauschen,<br />
Am Himmel zittert der blasse Mond,<br />
Die klugen Sterne lauschen.</p>
<p>
Frau Mette erwacht aus ihrem Schlaf:<br />
Wer singt vor meiner Kammer?<br />
Sie achselt ihr Kleid, sie schreitet hinaus; -<br />
Das ward zu großem Jammer.</p>
<p>
Wohl durch den Wald, wohl durch den Fluß,<br />
Sie schreitet unaufhaltsam;<br />
Herr Peter zog sie nach seinem Hof<br />
Mit seinem Liede gewaltsam.</p>
<p>
Und als sie morgens nach Hause kam<br />
Vor der Türe stand Herr Bender:<br />
&#8220;Frau Mette, wo bist du gewesen zur Nacht,<br />
Es triefen deine Gewänder?&#8221;</p>
<p>
Ich war heut Nacht am Nixenfluß,<br />
Dort hört ich prophezeien,<br />
Es plätscherten und bespritzten mich<br />
Die neckenden Wasserfeien.</p>
<p>
&#8220;Am Nixenfluß ist feiner Sand,<br />
Dort bist du nicht gegangen,<br />
Zerrissen und blutig sind deine Füß,<br />
Auch bluten deine Wangen.&#8221;</p>
<p>
Ich war heut Nacht im Elfenwald,<br />
Zu schauen den Elfenreigen,<br />
Ich hab mir verwundet Fuß und Gesicht,<br />
An Dornen und Tannenzweigen.</p>
<p>
&#8220;Die Elfen tanzen im Monat Mai,<br />
Auf weichen Blumenfeldern<br />
Jetzt aber herrscht der kalte Herbst<br />
Und heult der Wind in den Wäldern.&#8221;</p>
<p>
Bei Peter Nielsen war ich heut Nacht,<br />
Er sang und zaubergewaltsam,<br />
Wohl durch den Wald, wohl durch den Fluß,<br />
Es zog mich unaufhaltsam.</p>
<p>
Sein Lied ist stark als wie der Tod,<br />
Es lockt in Nacht und Verderben.<br />
Noch brennt mir im Herzen die tönende Glut;<br />
Ich weiß, jetzt muß ich sterben. -</p>
<p>
Die Kirchentür ist schwarz behängt,<br />
Die Tauerglocken läuten;<br />
Das soll den jämmerlichen Tod<br />
Der armen Frau Mette bedeuten.</p>
<p>
Herr Bender steht vor der Leichenbahr.<br />
Und seufzt aus Herzengrunde:<br />
Nun hab ich verloren mein schönes Weib<br />
Und meine treuen Hunde.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Laß ab!</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/las-ab</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 08:46:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[laß ab]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=129</guid>
		<description><![CDATA[Der Tag ist in die Nacht verliebt, Der Frühling in den Winter, Das Leben verliebt in den Tod - Und du, du liebest micht! Du liebst mich &#8211; schon erfassen dich Die grauenhaften Schatten, All deine Blüte welkt, Und deine Seele verblutet. Laß ab von mir, und liebe nur Die heiteren Schmetterlinge, Die da gaukeln [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Der Tag ist in die Nacht verliebt,<br />
Der Frühling in den Winter,<br />
Das Leben verliebt in den Tod -<br />
Und du, du liebest micht!</p>
<p>
Du liebst mich &#8211; schon erfassen dich<br />
Die grauenhaften Schatten,<br />
All deine Blüte welkt,<br />
Und deine Seele verblutet.</p>
<p>
Laß ab von mir, und liebe nur<br />
Die heiteren Schmetterlinge,<br />
Die da gaukeln im Sonnenlicht -<br />
Laß ab von mir und dem Unglück.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Klagelied</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/klagelied</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 08:12:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[klagelied]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=126</guid>
		<description><![CDATA[eines altdevtschen Jünglings Wohl dem, dem noch die Tugend lacht, Weh dem, der sie verlieret! Es haben mich armen Jüngling Die bösen Gesellen verführet. Sie haben mich um mein Geld gebracht, Mit Karten und mit Knöcheln; Es trösten mich die Mädchen, Mit ihrem holden Lächeln. Und als sie mich ganz besoffen gemacht Und meine Kleider [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>eines altdevtschen Jünglings</p>
<p>
Wohl dem, dem noch die Tugend lacht,<br />
Weh dem, der sie verlieret!<br />
Es haben mich armen Jüngling<br />
Die bösen Gesellen verführet.</p>
<p>
Sie haben mich um mein Geld gebracht,<br />
Mit Karten und mit Knöcheln;<br />
Es trösten mich die Mädchen,<br />
Mit ihrem holden Lächeln.</p>
<p>
Und als sie mich ganz besoffen gemacht<br />
Und meine Kleider zerrissen,<br />
Da ward ich armer Jüngling<br />
Zur Tür hinausgeschmissen.</p>
<p>
Und als ich des Morgens früh erwacht,<br />
Wie wundr&#8217; ich mich über die Sache!<br />
Da saß ich armer Jüngling<br />
Zu Cassel auf der Wache. &#8211; </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Fortuna</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/fortuna</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/fortuna#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 08:02:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Fortuna]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=123</guid>
		<description><![CDATA[Frau Fortuna, ganz umsunst Tust du spröde! deine Gunst Weiß ich mir, durch Kampf und Ringen, Zu erbeuten, zu erzwingen. Überwältigt wirst du doch, Und ich spanne dich ins Joch, Und du streckst am End die Waffen - Aber meine Wunden klaffen. Es verströmt mein rotes Blut, Und der schöne Lebensmut Will erlöschen; ich erliege [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Frau Fortuna, ganz umsunst<br />
Tust du spröde! deine Gunst<br />
Weiß ich mir, durch Kampf und Ringen,<br />
Zu erbeuten, zu erzwingen.</p>
<p>
Überwältigt wirst du doch,<br />
Und ich spanne dich ins Joch,<br />
Und du streckst am End die Waffen -<br />
Aber meine Wunden klaffen.</p>
<p>
Es verströmt mein rotes Blut,<br />
Und der schöne Lebensmut<br />
Will erlöschen; ich erliege<br />
Und ich sterbe nach dem Siege.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wechsel</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/wechsel</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/wechsel#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 07:56:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[wechsel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=119</guid>
		<description><![CDATA[Mit Brünetten hat&#8217;s ein Ende! Ich gerade dieses Jahr Wieder in die blauen Augen, Wieder in das blonde Haar. Die Blondine, die ich liebe, Ist so fromm, so sanft, so mild! In der Hand den Liljenstengel Wäre sie ein Heilgenbild. Schlanke, schwärmerische Glieder, Wenig Fleisch, sehr viel Gemüt; Und für Liebe, Hoffnung, Glaube, Ihre ganze [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Brünetten hat&#8217;s ein Ende!<br />
Ich gerade dieses Jahr<br />
Wieder in die blauen Augen,<br />
Wieder in das blonde Haar.</p>
<p>
Die Blondine, die ich liebe,<br />
Ist so fromm, so sanft, so mild!<br />
In der Hand den Liljenstengel<br />
Wäre sie ein Heilgenbild.</p>
<p>
Schlanke, schwärmerische Glieder,<br />
Wenig Fleisch, sehr viel Gemüt;<br />
Und für Liebe, Hoffnung, Glaube,<br />
Ihre ganze Seele glüht.</p>
<p>
Sie behauptet, sie verstünde<br />
Gar kein Deutsch &#8211; ich glaub es nicht.<br />
Niemals hättest Du gelesen<br />
Klopstocks himmlisches Gedicht?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/wechsel/feed</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Unbekannte</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/die-unbekannte</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/die-unbekannte#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 07:50:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[die unbekannte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=116</guid>
		<description><![CDATA[Meiner goldgelockten Schönen Weiß ich täglich zu begegnen, In dem Tuileriengarten, Unter den Kastanienbäumen. Täglich geht sie dort spazieren Mit zwei häßlich alten Damen - Sind es Tanten? Sind&#8217;s Dragoner, Sie vermummt in Weiberröcken? Niemand konnt mir Auskunft geben, Wer sie sei? Bei allen Freunden Frug ich nach, und stets vergebens! Ich erkrankte fast vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Meiner goldgelockten Schönen<br />
Weiß ich täglich zu begegnen,<br />
In dem Tuileriengarten,<br />
Unter den Kastanienbäumen.</p>
<p>
Täglich geht sie dort spazieren<br />
Mit zwei häßlich alten Damen -<br />
Sind es Tanten? Sind&#8217;s Dragoner,<br />
Sie vermummt in Weiberröcken?</p>
<p>
Niemand konnt mir Auskunft geben,<br />
Wer sie sei? Bei allen Freunden<br />
Frug ich nach, und stets vergebens!<br />
Ich erkrankte fast vor Sehnsucht.</p>
<p>
Eingeschüchtert von dem Schnurrbart<br />
Ihrer zwei Begleiterinnen,<br />
Und von meinem eignen Herzen<br />
Noch viel strenger eingeschüchtert,</p>
<p>
Wagt ich nie ein seufzend Wörtchen<br />
Im Vorübergehn zu flüstern,<br />
Und ich wagte kaum mit Blicken<br />
Meine Flamme zu bekunden.</p>
<p>
Heute erst hab ich erfahren<br />
Ihren Namen. Laura heißt sie,<br />
Wie die schöne Provenzalin<br />
Die der große Dichter liebte.</p>
<p>
Laura heißt sie! Nun da bin ich<br />
Just so weit wie einst Petrarcha,<br />
Der das schöne Weib gefeiert<br />
In Canzonen und Sonetten.</p>
<p>
Laura heißt sie! Wie Petrarcha<br />
Kann ich jetzt platonisch schwelgen<br />
In dem Wohllaut dieses Namens -<br />
Weiter hat er&#8217;s nie gebracht.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Psyche</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 07:38:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[psyche]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Hand die kleine Lampe, In der Brust die große Glut, Schleichet Psyche zu dem Lager Wo der holde Schläfer ruht. Sie errötet und sie zittert Wie sie seine Schönheit sieht - Der enthüllte Gott der Liebe, Er erwacht und er entflieht. Achtzehnhundertjährge Buße! Und die Ärmste stirbt beinah! Psyche fastet und kasteit sich, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
In der Hand die kleine Lampe,<br />
In der Brust die große Glut,<br />
Schleichet Psyche zu dem Lager<br />
Wo der holde Schläfer ruht.</p>
<p>
Sie errötet und sie zittert<br />
Wie sie seine Schönheit sieht -<br />
Der enthüllte Gott der Liebe,<br />
Er erwacht und er entflieht.</p>
<p>
Achtzehnhundertjährge Buße!<br />
Und die Ärmste stirbt beinah!<br />
Psyche fastet und kasteit sich,<br />
Weil sie Amorn nackend sah.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ali Bey</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 07:09:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ali Bey, der Held des Glaubens, Liegt beglückt in Mädchenarmen. Vorgeschmack des Paradieses. Gönnt ihm Allah schon auf Erden. Odalisken, schön wie Houris, Und geschmeidig wie Gasellen - Kräuselt ihm den Bart die Eine, Glättet seine Stirn die Andre. Und die Dritte schlägt die Laute, Singt und tanzt, und küßt ihn lachend Auf das Herz, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ali Bey, der Held des Glaubens,<br />
Liegt beglückt in Mädchenarmen.<br />
Vorgeschmack des Paradieses.<br />
Gönnt ihm Allah schon auf Erden.</p>
<p>
Odalisken, schön wie Houris,<br />
Und geschmeidig wie Gasellen -<br />
Kräuselt ihm den Bart die Eine,<br />
Glättet seine Stirn die Andre.</p>
<p>
Und die Dritte schlägt die Laute,<br />
Singt und tanzt, und küßt ihn lachend<br />
Auf das Herz, worin die Flammern<br />
Aller Seligkeiten lodern.</p>
<p>
Aber draußen plötzlich schmettern<br />
Die Trompeten, Schwerter rasseln,<br />
Waffenruf und Flintenschüsse &#8211;<br />
Herr, die Franken sind im Anmarsch!</p>
<p>
Und der Held besteigt sein Schlachtroß,<br />
Fliegt zum Kampf, doch wie im Traume; -<br />
Denn ihm ist zu Sinn, als läg er<br />
Immer noch in Mädchenarmen.</p>
<p>
Während er die Frankenköpfe<br />
Dutzendweis heruntersäbelt,<br />
Lächelt er wie ein Verliebter,<br />
Ja, er lächelt sanft und zärtlich.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Frühling</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 15:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Frühling]]></category>
		<category><![CDATA[heinrich heine]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Wellen blinken und fließen dahin - Es liebt sich so lieblich im Lenze! Am Flusse sitzt die Schäferin Und windet die zärtlichsten Kränze. Das knospet und quillt, mit duftender Lust - Es liebt sich so lieblich im Lenze! Die Schäferin seufzt aus tiefer Brust: Wem geb ich meine Kränze? Ein Reuter reutet den Fluß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Die Wellen blinken und fließen dahin -<br />
Es liebt sich so lieblich im Lenze!<br />
Am Flusse sitzt die Schäferin<br />
Und windet die zärtlichsten Kränze.</p>
<p>
Das knospet und quillt, mit duftender Lust -<br />
Es liebt sich so lieblich im Lenze!<br />
Die Schäferin seufzt aus tiefer Brust:<br />
Wem geb ich meine Kränze?</p>
<p>
Ein Reuter reutet den Fluß entlang,<br />
Er grüßt so blühenden Mutes!<br />
Die Schäferin schaut ihm nach so bang,<br />
Fern flattert die Feder des Hutes.</p>
<p>
Sie weint und wirft in den gleitenden Fluß<br />
Die schönen Blumenkränze.<br />
Die Nachtigall singt von Lieb und Kuß -<br />
Es liebt sich so lieblich im Lenze!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Bertrand de Born</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 15:23:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[bertrand de born]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein edler Stolz in allen Zügen, Auf seiner Stirn Gedankenspur, Er konnte jedes Herz besiegen, Bertrand de Born, der Troubadour. Es kirrten seine süßen Töne Die Löwin des Plantagenets; Die Tochter auch, die beiden Söhne, Er sang sie alle in sein Netz. Wie er den Vater selbst betörte! In Tränen schmolz des Königs Zorn Als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ein edler Stolz in allen Zügen,<br />
Auf seiner Stirn Gedankenspur,<br />
Er konnte jedes Herz besiegen,<br />
Bertrand de Born, der Troubadour.</p>
<p>
Es kirrten seine süßen Töne<br />
Die Löwin des Plantagenets;<br />
Die Tochter auch, die beiden Söhne,<br />
Er sang sie alle in sein Netz.</p>
<p>
Wie er den Vater selbst betörte!<br />
In Tränen schmolz des Königs Zorn<br />
Als er ihn lieblich reden hörte,<br />
Den Troubadour, Bertrand de Born.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Nixen</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 15:14:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[die nixen]]></category>

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		<description><![CDATA[Am einsamen Strande plätschert die Flut, Der Mond ist aufgegangen, Auf weißer Düner der Ritter ruht, Von bunten Träumen befangen. Die schönen Nixen, im Schleiergewand, Entsteigen der Meerestiefe. Sie nahen sich leise dem jungen Fant, Sie glaubten wahrhaftig er schliefe. Die eine betastet mit Neubegier Die Federn auf seinem Barette. Die Andre nestelt am Bandelier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Am einsamen Strande plätschert die Flut,<br />
Der Mond ist aufgegangen,<br />
Auf weißer Düner der Ritter ruht,<br />
Von bunten Träumen befangen.</p>
<p>
Die schönen Nixen, im Schleiergewand,<br />
Entsteigen der Meerestiefe.<br />
Sie nahen sich leise dem jungen Fant,<br />
Sie glaubten wahrhaftig er schliefe.</p>
<p>
Die eine betastet mit Neubegier<br />
Die Federn auf seinem Barette.<br />
Die Andre nestelt am Bandelier<br />
Und an der Waffenkette.</p>
<p>
Die Dritte lacht und ihr Auge blitzt,<br />
Sie zieht das Schwert aus der Scheide,<br />
Und auf dem blanken Schwert gestützt<br />
Beschaut sie den Ritter mit Freude.</p>
<p>
Die Vierte tänzelt wohl hin und her<br />
Und flüstert aus tiefem Gemüte:<br />
&#8220;O, dass ich doch Dein Liebchen wär,<br />
Du holde Menschenblüte!&#8221;</p>
<p>
Die Fünfte küßt des Ritters Händ,<br />
Mit Sehnsucht und Verlangen;<br />
Die Sechste zögert und küßt am End<br />
Die Lippen und die Wangen.</p>
<p>
Der Ritter ist klug, es fällt ihm nicht ein,<br />
Die Augen öffnen zu müssen;<br />
Er läßt sich ruhig im Mondenschein<br />
Von schönen Nixen küssen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ritter Olaf</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 11:54:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Ritter Olaf]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor dem Dome stehn zwei Männer, Tragen beide rote Röcke, Und der Eine ist der König Und der Henker ist der Andre. Und zum Henker spricht der König: &#8220;Am Gesang der Pfaffen merk ich, Daß vollendet schon die Trauung - Halt bereit dein gutes Richterbeil.&#8221; Glockenklang und Orgelrauschen, Und das Volk strömt aus der Kirche; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Vor dem Dome stehn zwei Männer,<br />
Tragen beide rote Röcke,<br />
Und der Eine ist der König<br />
Und der Henker ist der Andre.</p>
<p>
Und zum Henker spricht der König:<br />
&#8220;Am Gesang der Pfaffen merk ich,<br />
Daß vollendet schon die Trauung -<br />
Halt bereit dein gutes Richterbeil.&#8221;</p>
<p>
Glockenklang und Orgelrauschen,<br />
Und das Volk strömt aus der Kirche;<br />
Bunter Festzug, in der Mitte<br />
Die geschmückten Neuvermählten.</p>
<p>
Leichenblaß und bang und traurig<br />
Schaut die schöne Königstochter;<br />
Keck und heiter schaut Herr Olaf,<br />
Und sein roter Mund der lächelt.</p>
<p>
Und mit lächelnd rotem Munde<br />
Spricht er zu dem finstern König:<br />
&#8220;Guten Morgen, Schwiegervater,<br />
Heut ist dir mein Haupt verfallen.</p>
<p>
Sterben soll ich heut &#8211; O, laß mich<br />
Nur bis Mitternacht noch leben,<br />
Das ich meine Hochzeit feire,<br />
Mit Bankett und Fackeltänzen.</p>
<p>
Laß mich leben, laß mich leben,<br />
Bis geleert der letzte Becher,<br />
Bis der letzte Tanz getanzt ist -<br />
Laß bis Mitternacht mich leben!&#8221;</p>
<p>
Und zum Henker spricht der König:<br />
&#8220;Unserm Eidam sei gefristet<br />
Bis um Mitternacht sein Leben -<br />
Halt bereit dein gutes Richterbei.&#8221;</p>
<p>
Herr Olaf sitzt beim Hochzeitsschmaus,<br />
Er trinkt den letzten Becher aus.<br />
An seine Schulter lehnt<br />
Sein Weib und stöhnt -<br />
Der Henker steht vor der Türe.</p>
<p>
Der Reigen beginnt und Herr Olaf erfaßt<br />
Sein junges Weib, und mit wilder Hast<br />
Sie tanzen, bei Fackelglanz,<br />
Den letzten Tanz -<br />
Der Henker steht vor der Türe.</p>
<p>
Die Geigen geben so lustigen Klang,<br />
Die Flöten seufzen so traurig und bang!<br />
Wer die beiden tanzen sieht,<br />
Dem erbebt das Gemüt -<br />
Der Henker steht vor der Türe.</p>
<p>
Und wie sie tanzen, im dröhnenden Saal,<br />
Herr Olaf flüstert zu seinem Gemahl:<br />
&#8220;Du weißt nicht wie lieb ich dich hab -<br />
So kalt ist das Grab -&#8221;<br />
Der Henker steht vor der Türe.</p>
<p>
Herr Olaf es ist Mitternacht,<br />
Dein Leben ist verflossen!<br />
Du hattest eines Fürstenkinds<br />
In freier Lust genossen.</p>
<p>
Die Mönche murmeln das Totengebet,<br />
Der Mann im roten Rocke,<br />
Er steht mit seinem blanken Beil<br />
Schon vor dem schwarzen Blocke.</p>
<p>
Herr Olaf steigt in den Hof hinab,<br />
Da blinken viel Schwerter und Lichter.<br />
Es lächelt des Ritters roter Mund,<br />
Mit lächelndem Munde spricht er:</p>
<p>
&#8220;Ich segne die Sonne, ich segne den Mond,<br />
Und die Stern, die am Himmel schweifen.<br />
Ich segne auch die Vögelein,<br />
Die in den Lüften pfeifen.</p>
<p>
Ich segne das Meer, ich segne das,<br />
Und die Blumen auf der Aue.<br />
Ich segne die Veilchen, sie sind so sanft<br />
Wie die Augen meiner Fraue.</p>
<p>
Ihr Veilchenaugen meiner Frau,<br />
Durch Euch verlier ich mein Leben!<br />
Ich segne auch den Holunderbaum,<br />
Wo du dich mir ergeben&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>In der Frühe</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/in-der-fruhe</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 11:46:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf dem Faubourg Saint-Marceau Lag der Nebel heute Morgen, Spätherbstnebel, dicht und schwer, Einer weißen Nacht vergleichbar. Wandelnd durch die weiße Nacht, Schaut ich mir vorübergleiten Eine weibliche Gestalt, Die dem Mondenlicht vergleichbar. Ja, sie war wie Mondenlicht Leichthinschwebend, zart und zierlich; Solchen schlanken Gliederbau Sah ich hier in Frankreich niemals. War es Luna selbst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Auf dem Faubourg Saint-Marceau<br />
Lag der Nebel heute Morgen,<br />
Spätherbstnebel, dicht und schwer,<br />
Einer weißen Nacht vergleichbar.</p>
<p>
Wandelnd durch die weiße Nacht,<br />
Schaut ich mir vorübergleiten<br />
Eine weibliche Gestalt,<br />
Die dem Mondenlicht vergleichbar.</p>
<p>
Ja, sie war wie Mondenlicht<br />
Leichthinschwebend, zart und zierlich;<br />
Solchen schlanken Gliederbau<br />
Sah ich hier in Frankreich niemals.</p>
<p>
War es Luna selbst vielleicht,<br />
Die sich heut bei einem schönen,<br />
Zärtlichen Endymion<br />
Des Quartier Latin verspätet?</p>
<p>
Auf dem Heimweg dacht ich nach:<br />
Warum floh sie meinen Anblick?<br />
Hielt die Göttin mich vielleicht<br />
Für dem Sonnenlenker Phöbus?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Anno 1839</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/anno-1839</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 18:06:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[anno 1839]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=78</guid>
		<description><![CDATA[O, Deutschland, meine ferne Liebe, Gedenk ich deiner, wein ich fast! Das muntre Frankreich scheint mir trübe, Das leichte Volk wird mir zur Last. Nur der Verstand, so kalt und trocken, Herrscht in dem witzigen Paris- O, Narrheitsglöcklein, Glaubensglocken, Wie kingelt ihr daheim so süß! Höfliche Männer! Doch verdrossen Geb ich den artgen Gruß zurück.- [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
O, Deutschland, meine ferne Liebe,<br />
Gedenk ich deiner, wein ich fast!<br />
Das muntre Frankreich scheint mir trübe,<br />
Das leichte Volk wird mir zur Last.</p>
<p>
Nur der Verstand, so kalt und trocken,<br />
Herrscht in dem witzigen Paris-<br />
O, Narrheitsglöcklein, Glaubensglocken,<br />
Wie kingelt ihr daheim so süß!</p>
<p>
Höfliche Männer! Doch verdrossen<br />
Geb ich den artgen Gruß zurück.-<br />
Die Grobheit, die ich einst genossen<br />
Im Vaterland, das war mein Glück!</p>
<p>
Lächelnde Weiber! Plappern immer,<br />
Wie Mühlenräder stets bewegt!<br />
Da lob ich Deutschlands Frauenzimmer,<br />
Das schweigend sich zu Bette legt.</p>
<p>
Und alles dreht sich hier im Kreise,<br />
Mit Ungestüm, wie&#8217;n toller Traum!<br />
Bei uns bleibt alles hübsch im Gleise,<br />
Wie angenagelt, rührt sich kaum.</p>
<p>
Mir ist als hört ich fern erklingen<br />
Nachtwächterhörner, sanft und traut;<br />
Nachtwächterlieder hör ich singen,<br />
Dazwischen Nachtigallenlaut.</p>
<p>
Dem Dichter war so wohl daheime,<br />
In Schildas teurem Eichenhain!<br />
Dort wob ich meine zarten Reime<br />
Aus Veilchenduft und Mondenschein.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Anno 1829</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/anno-1829</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 17:50:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[anno 1829]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=75</guid>
		<description><![CDATA[Daß ich bequem verbluten kann, Gebt mir ein edles, weites Feld! O, laßt mich nicht ersticken hier In dieser engen Krämerwelt! Sie essen gut, sie trinken gut, Erfreun sich ihres Maulwurfglücks, Und ihre Großmut ist so groß Als wie das Loch der der Armenbüchs. Zigarren tragen sie im Maul Und der Hosentasch die Händ; Auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Daß ich bequem verbluten kann,<br />
Gebt mir ein edles, weites Feld!<br />
O, laßt mich nicht ersticken hier<br />
In dieser engen Krämerwelt!</p>
<p>
Sie essen gut, sie trinken gut,<br />
Erfreun sich ihres Maulwurfglücks,<br />
Und ihre Großmut ist so groß<br />
Als wie das Loch der der Armenbüchs.</p>
<p>
Zigarren tragen sie im Maul<br />
Und der Hosentasch die Händ;<br />
Auch die Verdauungskraft ist gut,-<br />
Wer sie nur selbst verdauen könnt!</p>
<p>
Sie handeln mit den Spezerein<br />
Der ganzen Welt, doch in der Luft,<br />
Trotz allem Würzen, riecht man stets<br />
Den faulen Schellfischseelenduft.</p>
<p>
O, daß ich große Laster säh,<br />
Verbrechen, blutig, kolossal,-<br />
Nur diese satte Tugend nicht,<br />
Und zahlungsfähige Moral!</p>
<p>
Ihr Wolken droben, nehmt mich mit,<br />
Gleichviel nach welchem fernen Ort!<br />
Nach Lappland oder Afrika,<br />
Und sei&#8217;s nach Pommern &#8211; fort! nur fort!</p>
<p>
O, nehmt mich mit &#8211; Sie hören nicht-<br />
Die Wolken droben sind so klug!<br />
Vorüberreisend dieser Stadt<br />
Ängstlich beschleun&#8217;gen sie den Flug.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Unstern</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/unstern</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 17:36:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[unstern]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=71</guid>
		<description><![CDATA[Der Stern erstrahlte so munter, Da fiel er vom Himmel herunter. Du fragst mich, Kind, was Liebe ist? Ein Stern in einem Haufen Mist. Wie&#8217;n räudiger Hund, der verrecket, So liegt er mit Unrat bedecket. Es kräht der Hahn, die Sau sie grunzt, Im Kote wälzt sich ihre Brunst. O, fiel ich doch in den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Der Stern erstrahlte so munter,<br />
Da fiel er vom Himmel herunter.<br />
Du fragst mich, Kind, was Liebe ist?<br />
Ein Stern in einem Haufen Mist.</p>
<p>
Wie&#8217;n räudiger Hund, der verrecket,<br />
So liegt er mit Unrat bedecket.<br />
Es kräht der Hahn, die Sau sie grunzt,<br />
Im Kote wälzt sich ihre Brunst.</p>
<p>
O, fiel ich doch in den Garten,<br />
Wo die Blumen meiner harrten,<br />
Wo ich mir oft gewünscht hab<br />
Ein reinliches Sterben, ein duftiges Grab!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Aus einem Briefe</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/aus-einem-briefe</link>
		<comments>http://www.heine-gedichte.de/liebesgedichte/aus-einem-briefe#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 17:14:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[aus einem briefe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.heine-gedichte.de/?p=64</guid>
		<description><![CDATA[(Die Sonne spricht:) Was gehn dich meine Blicke an? Das ist der Sonne gutes Recht, Sie strahlt auf den Herrn wie auf den Knecht; Ich strahle weil ich nicht anders kann. Was gehn dich meine Blicke an? Bedenke was deine Pflichten sind, Nimm dir ein Weib und mach ein Kind, Und sei ein deutscher Biedermann. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
(Die Sonne spricht:)<br />
Was gehn dich meine Blicke an?<br />
Das ist der Sonne gutes Recht,<br />
Sie strahlt auf den Herrn wie auf den Knecht;<br />
Ich strahle weil ich nicht anders kann.</p>
<p>
Was gehn dich meine Blicke an?<br />
Bedenke was deine Pflichten sind,<br />
Nimm dir ein Weib und mach ein Kind,<br />
Und sei ein deutscher Biedermann.</p>
<p>
Ich strahle weil ich nicht anders kann.<br />
Ich wandle am Himmel wohl auf wohl ab,<br />
Aus Langeweile guck ich hinab-<br />
Was gehn dich meine Blicke an?</p>
<p>
(Der Dichter spricht:)<br />
Das ist ja eben meine Tugend,<br />
Daß ich ertrage deinen Blick,<br />
Das Licht der ewgen Seelenjugend,<br />
Blendende Schönheit, Flammenglück!</p)</p>
<p>
Jetzt aber fühl ich ein Ermatten<br />
Der Sehkraft, und es sinken nieder,<br />
Wie schwarze Flöre, nächtge Schatten<br />
Auf meine armen Augenlider&#8230;</p>
<p>
(Chor der Affen:)<br />
Wir Affen, wir Affen<br />
Wir glotzen und gaffen<br />
Die Sonne an,<br />
Weil sie es doch nicht wehren kann.</p>
<p>
(Chor der Frösche:)<br />
Im Wasser, im Wasser,<br />
Da ist es doch nasser<br />
Als auf der Erde,<br />
Und ohne Beschwerde<br />
Erquicken<br />
Wir uns an den Sonnenblicken.</p>
<p>
(Chor der Maulwürfe:)<br />
Was doch die Leute Unsinn schwatzen<br />
Von Strahlen und von Sonnenblicken!<br />
Wir fühlen nur ein warmes Jücken,<br />
Und pflegen uns alsdann zu kratzen!</p>
<p>
(Ein Glühwurm spricht:)<br />
Weil sich die Sonne wichtig macht,<br />
Mit ihrer kurzen Tagespracht!<br />
So unbescheiden zeig ich mich nicht,<br />
Und bin doch auch ein großes Licht,<br />
In der Nacht, in der Nacht!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Beschwörung</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 15:43:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Die Beschwörung]]></category>

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		<description><![CDATA[Der junge Franziskaner sitzt Einsam in der Klosterzelle, Er liest im alten Zauberbuch, Genannt der Zwang der Hölle. Und als die Mitternachtstunde schlug, Da konnt er nicht länger sich halten, Mit bleichen Lippen ruft er an Die Unterweltsgewalten. Ihr Geister! holt mir aus dem Grab Die Leiche der schönsten Frauen, Belebt sie mir für diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Der junge Franziskaner sitzt<br />
Einsam in der Klosterzelle,<br />
Er liest im alten Zauberbuch,<br />
Genannt der Zwang der Hölle.
</p>
<p>
Und als die Mitternachtstunde schlug,<br />
Da konnt er nicht länger sich halten,<br />
Mit bleichen Lippen ruft er an<br />
Die Unterweltsgewalten.
</p>
<p>
Ihr Geister! holt mir aus dem Grab<br />
Die Leiche der schönsten Frauen,<br />
Belebt sie mir für diese Nacht,<br />
Ich will mich dran erbauen.
</p>
<p>
Er spricht das grause Beschwörungswort,<br />
Da wird sein Wunsch erfüllet,<br />
Die arme verstorbene Schönheit kommt,<br />
In weißen Laken gehüllet.</p>
<p>
Ihr Blick ist traurig. Aus kalter Brust<br />
Die schmerzlichen Seufzer steigen.<br />
Die Tote setzt sich zu dem Mönch,<br />
Sie schauen sich an und schweigen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Neuer Frühling I</title>
		<link>http://www.heine-gedichte.de/neuer-fruhling/unterm-weisen-baume-sitzend</link>
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		<pubDate>Sun, 02 Aug 2009 21:10:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuer Frühling]]></category>
		<category><![CDATA[Neuer Frühling I]]></category>

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		<description><![CDATA[Unterm weißen Baume sitzend Hörst du fern die Winde schrillen, Siehst, wie oben stumme Wolken Sich in Nebeldecken hüllen; Siehst, wie unten ausgestorben Wald und Flur, wie kahl geschoren;- Um dich Winter, in dir Winter, Und dein Herz ist eingefroren. Plötzlich fallen auf dich nieder Weiße Flocken, und verdrossen Meinst du schon mit Schneestöber Hab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Unterm weißen Baume sitzend<br />
Hörst du fern die Winde schrillen,<br />
Siehst, wie oben stumme Wolken<br />
Sich in Nebeldecken hüllen;</p>
<p>
Siehst, wie unten ausgestorben<br />
Wald und Flur, wie kahl geschoren;-<br />
Um dich Winter, in dir Winter,<br />
Und dein Herz ist eingefroren.</p>
<p>
Plötzlich fallen auf dich nieder<br />
Weiße Flocken, und verdrossen<br />
Meinst du schon mit Schneestöber<br />
Hab der Baum dich übergossen.</p>
<p>
Doch es ist kein Schneegestöber,<br />
Merkst es bald mit freudgen Schrecken;<br />
Duftge Frühlingsblüten sind es,<br />
Die dich necken und bedecken.</p>
<p>
Welch ein schauersüßer Zauber!<br />
Winter wandelt sich in Maie,<br />
Schnee verwandelt sich in Blüten,<br />
Und dein Herz es liebt aufs Neue.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Childe Harold</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Aug 2009 20:30:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine starke, schwarze Barke Segelt trauervoll dahin. Die vermummten und verstummten Leichenhüter sitzen drin. Toter Dichter, stiller liegt er, Mit entblößtem Angesicht; Seine blauen Augen schauen Immer noch zum Himmelslicht. Aus der Tiefe klingt&#8217;s, als riefe Eine kranke Nixenbraut, Und die Wellen, sie zerschellen An dem Kahn, wie Klagelaut.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Eine starke, schwarze Barke<br />
Segelt trauervoll dahin.<br />
Die vermummten und verstummten<br />
Leichenhüter sitzen drin.
</p>
<p>
Toter Dichter, stiller liegt er,<br />
Mit entblößtem Angesicht;<br />
Seine blauen Augen schauen<br />
Immer noch zum Himmelslicht.
</p>
<p>
Aus der Tiefe klingt&#8217;s, als riefe<br />
Eine kranke Nixenbraut,<br />
Und die Wellen, sie zerschellen<br />
An dem Kahn, wie Klagelaut.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Frühlingsfeier</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Aug 2009 20:16:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ist des Frühlings traurige Lust! Die blühenden Mädchen, die wilde Schar, Sie stürmen dahin, mit flatterndem Haar Und Jammergeheul und entblößter Brust:- Adonis! Adonis! Es sinkt die Nacht. Bei Fackelschein, Sie Suchen hin und her im Wald, Der angstverwirret widerhallt Von Weinen und Lachen und Schluchzen und Schrein: Adonis! Adonis! Das wunderschöne Jünglingsbild, Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Das ist des Frühlings traurige Lust!<br />
Die blühenden Mädchen, die wilde Schar,<br />
Sie stürmen dahin, mit flatterndem Haar<br />
Und Jammergeheul und entblößter Brust:-<br />
Adonis! Adonis!</p>
<p>
Es sinkt die Nacht. Bei Fackelschein,<br />
Sie Suchen hin und her im Wald,<br />
Der angstverwirret widerhallt<br />
Von Weinen und Lachen und Schluchzen und Schrein:<br />
Adonis! Adonis!</p>
<p>
Das wunderschöne Jünglingsbild,<br />
Es liegt am Boden blaß und tot,<br />
Das Blut färbt alle Blumen rot,<br />
Und Klagelaut die Luft erfüllt:-<br />
Adonis! Adonis!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ein Weib</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Aug 2009 20:07:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebesgedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie hatten sich beide so herzlich lieb, Spitzbübin war sie, er war ein Dieb. Wenn er Schelmenstreiche machte, Sie warf sich aufs Bett und lachte. Der Tag verging in Freud und Lust, Des Nachts lag sie an seiner Brust. Als man ins Gefängnis ihn brachte, Sie stand am Fenster und lachte. Er ließ sie sagen: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Sie hatten sich beide so herzlich lieb,<br />
Spitzbübin war sie, er war ein Dieb.<br />
Wenn er Schelmenstreiche machte,<br />
Sie warf sich aufs Bett und lachte.
</p>
<p>
Der Tag verging in Freud und Lust,<br />
Des Nachts lag sie an seiner Brust.<br />
Als man ins Gefängnis ihn brachte,<br />
Sie stand am Fenster und lachte.
</p>
<p>
Er ließ sie sagen: O komm zu mir,<br />
Ich sehne mich so sehr nach dir,<br />
Ich rufe nach dir, ich schmachte-<br />
Sie schüttelt&#8217; das Haupt und lachte.
</p>
<p>
Um sechse des Morgens ward er gehenkt,<br />
Um sieben ward er ins Grab gesenkt,<br />
Sie aber schon um achte<br />
Trank roten Wein und lachte.</p>
]]></content:encoded>
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